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Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
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Gut gemeinte Einladung (Katrina) Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Vor ein paar Tagen hatte die Königin einen Kurier losgeschickt, um eine Nachricht zu überbringen, damit noch genug Bedenkzeit bestand. In selbiger hatte Merel eine Einladung an Lady Vandrayel vorgebracht, am heutigen Tag an den Hof zu kommen, um mit ihr zu Abend zu essen. Lange hatte Merel überlegt, ob sie den kurzen Brief mit dem Siegel der Territoriumskönigin Kleinterreilles versehen sollte, hatte dann aber davon abgesehen. Es war keine Staatsangelegenheit. Sicherlich, man konnte nie so wirklich wissen, ob nicht etwas schnell mal zu einer werden würde, aber… nein, es war eigentlich keine Staatsangelegenheit. Also hatte sie lediglich mit ihrem Namen unterzeichnet, dafür war der Kurier jedoch ein Livrierter gewesen. Die Hayllierin würde heute Abend ihr persönlicher Gast sein und Merel war schon ein bisschen gespannt. Es war wichtig. Nicht einmal wegen ihr – sondern wegen IHM. Alessandro warb um diese Frau – und verhielt sich bisweilen, vermutlich aufgrund der Tatsache, dass sich Männer oft dämlich verhielten, wenn sie verliebt waren, ein bisschen atypisch. Und weil die junge Königin nicht wollte, dass es zu irgendwelchen Missverständnissen kam oder Problemen, die sich vermeiden ließen, wollte sie die Frau zumindest ein klein wenig kennenlernen. Sie hatten sich nur ein einziges Mal gesehen, gleich am Anfang, als Katrina ins Schattenreich gekommen war. Danach… nun, milde ausgedrückt hatte es sich danach nicht mehr ergeben.

Spontan hatte die Territoriumskönigin um sieben noch eine Audienz angenommen, von der sie gedacht hatte, dass sie nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Für acht Uhr war die Schwarze Witwe und Königin geladen. Fünfzehn Minuten nach acht traf Merel in dem vorbereiteten Salon vorne im Hauptgebäude ein. Sie trug noch das blaue Kleid, das sie tagsüber angehabt hatte, dazu die Ohrringe ihres Aufstiegsjuwels und hohe, offene Schuhe, die Geräusche auf dem Marmorboden von sich gaben. Ihre Haare waren lose nach oben gesteckt. Eigentlich hatte sie sich noch umziehen wollen, aber da sie sowieso schon spät dran gewesen war, hatte sie davon abgesehen. Nicht, dass sie bei ‚privaten‘ Sachen die Pünktlichste war…
Ihr Oberster Butler öffnete ihr die Tür zum Salon und mit einem entschuldigenden Lächeln begrüßte sie die andere Frau. „Lady Vandrayel. Schön, dass du Zeit gefunden hast, meiner Einladung zu folgen.“ Was besser so ist, weil es ziemlich unklug gewesen wäre, es nicht zu tun. Innerlich seufzte die junge Königin. Ihre Instinkte waren leicht gereizt, wie sie sehr wohl bemerkte. Nur nach außen hin war davon nichts zu merken. Höchstens Leute, die sie sehr gut kannten, hätten möglicherweise feststellen können, dass sich Merel für die Verspätung entschuldigt hätte, wenn sie entspannt gewesen wäre und es sich um eine Person gehandelt hätte, die für sie ganz persönlich wichtig war. Aber gut, das konnte ja in dem Fall noch werden, wer wusste das schon.

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03 Sep, 2014 01:17 06 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Katrina
Gast


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Es wäre gelogen gewesen zu behaupten der Kurier und das, was er überbrachte, hätten sie nicht überrascht… aber auch nicht ganz. Tatsächlich hatte sie weitaus früher damit gerechnet… eine Zeit lang zumindest, ehe sie still und heimlich den Glauben daran verloren hatte, dass es doch noch passieren würde. Dementsprechend hatte sie den livrierten Boten eine Weile angestarrt… eine kleine Weile zumindest, in der er ihr stumm den Brief entgegen gehalten hatte, ehe sie ihn angenommen und die Tür zu ihrer Wohnung wieder hinter sich geschlossen hatte. Trotz des fehlenden Siegels war die Absenderin offensichtlich… wer sonst hätte auf diese Weise eine Nachricht schicken sollen und sie betrachtete den Umschlag in ihrer Hand noch eine weitere Weile, ehe sie ihn öffnete und die wenigen Zeilen las… den Namen… nur den Namen. Keinen Titel. Sie hatte lange genug an einem Hof gelebt, um die kleinen Zeichen deuten zu können. Privat… aber nicht ganz privat. Und eine Absage wäre kaum möglich, aber das hätte sie ohnehin nicht in Erwägung gezogen.

Den Brief noch in der Hand starrte sie aus dem großen Panoramafenster hinaus in den grauen Himmel ohne wirklich hinzusehen… mehr eine Leinwand für die eigenen Gedanken. Ihr lag viel daran, dass dieses Treffen irgendwie gut verlief und wenn nicht gut, dann zumindest… annehmbar. Nicht unbedingt um ihretwillen, aber diese Frau war die Königin… seine Königin und auch Caelans und sie wusste, dass es viele Dinge in Zukunft einfacher machen würde, wenn das Verhältnis zwischen ihr und Lady Numen sich zumindest auf neutralem Boden bewegte. Sie seufzte leise, presste dann die Lippen zusammen und wandte sich vom Fenster ab, um eine kurze Zusage zu formulieren und dem Hof zukommen zu lassen.

Sie war pünktlich an besagtem Abend, schließlich ließ man die Königin nicht warten. Der Salon, in den man sie führte, war leer und sie wanderte zu einem der Fenster hinüber, um hinauszublicken. Sie trug rot, etwas förmlicheres als für gewöhnlich, roter Samt mit langem Rock und Dreiviertelärmeln… kein Décolleté. Das dunkle Haar fiel ihr lang und glatt über die Schultern den Rücken hinab, den Nacken verbergend, aber sorgsam gebürstet, dass die einzelnen Strähnen sacht im Licht glänzten. Die Königin war zu spät, wie sie gedankenverloren feststellte, aber sie nahm es einfach hin… gewillt, es nicht als Zeichen von Herabschätzung zu deuten, sondern es auf die zahlreichen Aufgaben einer Territoriumskönigin zu schieben.

Als sich die Tür öffnete, wandte sie sich um und neigte den Kopf zum Gruß. Äußerlich wirkte sie kaum anders als die Frau, die die Königin vor einigen Wochen das erste und bislang einzige Mal zu Gesicht bekommen hatte… damals, als sie ihr den vorläufigen Aufenthalt in ihrem Territorium gestattete. Dieselbe beinahe schon dünne Gestalt, das dunkle Haar, die allzu großen goldenen Augen. Die stattgefundene Veränderung war tiefer gehend, irgendwo unter ihrer Haut. Sie war immer noch still, immer noch zurückhaltend, aber der gehetzte Ausdruck in den goldenen Augen war etwas ruhigerem gewichen, das stumm beobachtete. Für einen Moment legte sich ihr Kopf zur Seite und der Blick hatte etwas, das durchschaute… ohne bloßzustellen. Der unter die Haut glitt und betrachtete, was darunter lag. Dann blinzelte sie und der Moment war vorüber.
Stattdessen schlich sich ein Lächeln auf ihr Gesicht. "Ich danke dir für die Einladung. Ich freue mich… dass ich hier sein darf." Eine Floskel, aber keineswegs unwahr. Dabei beließ sie es zunächst, sich dem höflichen Fluss eines ebenso höflichen Gesprächs so gut wie möglich fügend.

03 Sep, 2014 01:17 38
Tindomerel
Königin




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Die andere Frau sah zerbrechlich aus, wenn auch nicht mehr so schlimm wie bei dem ersten Treffen. Merel verbuchte das als gut in Anbetracht dessen, dass ihr Haushofmeister Interesse an dieser Frau hatte. Der Blick allerdings, den Katrina für einen kurzen Moment drauf hatte, schmeckte der Königin nicht. Er führte dazu, dass sie eine Augenbraue nach oben zog und vermeintlich seelenruhig zurückblickte – mit eine gewissen Funkeln in den Augen. Wie das in den Augen eines wilden Tieres, das nur wenige Meter entfernt stand ,einen ansah und man genau bemerkte, dass es sich überlegte, ob es weiterzog oder einen Satz machte und seine Klauen in die Brust seines Opfers schlug. Merel entschied sich bewusst für weiterziehen. Nur in ihrem Lächeln spiegelte sich noch geringfügig die Tatsache wider, dass sie Blut war und dass alle Blutleute unter der Haut Drachen waren, wie man sprichwörtlich sagte.
Es hatte nichts mit Katrina zu tun. Die Kleinterreilleanerin hatte nur ‚Vorbehalte‘, was Schwarze Witwen anging, besonders fremde Schwarze Witwen. Selbige konnten bei ihr ganz schnell in Ungnade fallen, wenn sie es dumm anstellten. Allerdings schob Merel das beiseite und bot der anderen Frau stattdessen einen Platz am gedeckten Tisch an. „Setzen wir uns machen es uns ein wenig gemütlich.“ Sie lächelte knapp und ging dann mit gutem Beispiel voran, wobei sie ihrem Obersten Butler versteckt ein Handzeichen gab, dass es nicht nötig war, ihnen die Stühle zurecht zu rücken. Es war nur ein halboffizielles Essen, wenn überhaupt. Wenn man nicht genau darauf achtete, würde man nicht einmal bemerkt haben, dass der Mann überhaupt Anstalten gemacht hatte, solche Dinge zu tun.

Er kam seiner Arbeit dann dahingehend nach, als dass er vortrug, was es zu essen geben würde. Als Vorspeise Lachs mit Frischkäse auf Salatherzen, als Hauptgang Entenbrust mit Kartoffelpüree und hinterher Kokos-Halbgefrorenes. Natürlich gab es auch Alternativen, falls etwas dabei war, das Katrina nicht mochte. Merel ließ sich einen der schweren Rotweine einschenken, die sie so mochte, und lehnte sich dann auf ihrem Stuhl zurück, während sie auf die Vorspeise warteten. Ihr Glas hatte sie in der Hand, schwenkte es leicht und stützte sich dabei mit dem Ellbogen auf der Stuhllehne ab, während sie zu der Kastenschwester ihr gegenüber sah. „Hast du dich inzwischen einleben können? Ich habe gehört, dass du in Kleinterreille bleiben willst.“ Ein weiches, zufriedenes Lächeln zeigte sich auf den Lippen der Königin, das ausdrückte, dass sie zufrieden war. Kleinterreille war ihre Heimat. Ihr Territorium. Ihr Herz. Sie liebte ihr Land, mit all seinen Macken; die zugegeben an mancher Stelle ziemlich groß waren.

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03 Sep, 2014 01:17 56 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Katrina
Gast


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Der Unwillen der anderen Frau schlug zur hinüber wie eine düstere Wolke, die sich rasend schnell vom Horizont näherte, heran getrieben vom starken Wind ihres Willens. Unübersehbar für die kleine Schwarze Witwe und unangenehm… das Gefühl von Bedrohung, das mit eisigen Fingern ihre Wirbelsäule entlang strich, schließlich trug die Königin die weitaus dunkleren Juwelen… und dennoch hätte sie niemals weit genug aus ihrer Haut hinaus gekonnt, um nicht zu sehen. Für einen Moment stand die Spannung zwischen ihnen im Raum, nur um sich dann mit Merels Bewegung hin zum Tisch und dem Blinzeln der anderen Frau wieder zu lösen.

Sie folgte der Einladung… sowohl der ausgesprochenen als auch der wortlosen und der rote Samt raschelte leise auf dem Boden, als sie zu ihrem Stuhl hinüber ging und ihn ohne große Umstände zurück zog, um sich zu setzen. Die versteckte Geste zu dem Butler hinüber nahm sie gar nicht wahr, aber sie wandte ihm ihre Aufmerksamkeit zu, als er begann die vorgesehenen Speisen aufzuzählen. Auf seinen fragenden Blick hin zog sie für einen Moment verwirrt die Brauen zusammen, ehe sie nur stumm nickte, damit ihr Einverständnis gebend. Im Gegensatz zur Königin entschied sie sich für einen kühlen, perlenden Weißwein ohne offenbar etwas dabei zu finden, dass ein Roter weitaus besser zum dunklen Fleisch der Ente gepasst hätte. Ihre Finger legten sich um den Stil des Glas und sie drehte ihn gedankenverloren zwischen den Fingern, ehe Merel das Gespräch eröffnete und sie wieder aufblickte.

"Ja, das möchte ich." erwiderte sie ganz im Gegensatz zu ihren sonstigen Gewohnheiten ohne zu zögern und ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht, eins, das mehr in ihren Augen leuchtete als wirklich um den Mund zu spielen. Es verlieh ihr einen Hauch von Lebendigkeit wie der Blick durch ein kleines Fenster auf die Frau, die sich hinter den Mauern aus Zurückgezogenheit und Stille verbarg. "Es hat eine Weile gedauert, denk ich und auch, dass es auch noch dauern wird, aber ich meine, dass der Weg nun endlich der richtige ist." Sie runzelte die Stirn und schien plötzlich wieder nachdenklich. "Oder zumindest glaube ich, dass es nun endlich der richtige ist." Sie sah wieder auf und warf Merel einen schnellen Blick zu, der zwar forschend war, aber auf eine ganz normale Weise… nicht so wie vorhin. Für einen Moment wirkte sie, als wollte sie noch etwas sagen, aber ließ es dann doch, um auf die Reaktion der Königin zu warten.

03 Sep, 2014 01:18 08
Tindomerel
Königin




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Die Kleinterreilleanerin lächelte und nickte beiläufig, kaum merklich, so als würde sie etwas für sich abspeichern, von dem niemand wusste, was es war. „In Kleinterreille lässt es sich gut leben, speziell für Terreilleaner.“ Das Territorium hatte sich zwangsläufig darauf einstellen müssen, Brüder und Schwestern aus dem Lichtreich aufzunehmen. Hier war nach wie vor das höchste Aufkommen an Einwanderern auf, Tendenz sogar weiter steigend. „Auch, wenn das Territorium zugegeben auch hässliche Seiten hat.“ Ihr Blick war schwer zu deuten, mit denm sie Katrina bedachte. Es war einerseits vielleicht die Andeutung davon, dass sich diese Seiten auch in ihr selbst widerspiegelten, andererseits das Lauern darauf, ob ihr Gegenüber zustimmte oder nicht. Allerdings verschwand der Blick sehr schnell wieder und Merel glättete ganz bewusst ihre Gesichtszüge, nippte an ihrem Wein und schwieg dann kurz, während der Oberste Butler die Vorspeise auftrug, wodurch das Gespräch kurz unterbrochen wurde.

Sie stellte ihr Glas ab, beugte sich nach vorn und nahm das äußerste Besteck zur Hand, um mit dem Essen zu beginnen. „Guten Appetit.“, wünschte sie der anderen Frau und teilte dann ein Stückchen Lachs ab, stupste es auf ihre Gabel und schob es sich in den Mund. Es war wie immer hervorragend! Merel wusste gutes Essen sehr zu schätzen, sie aß gern und genoss es, wenn sie etwas Exzellentes vorgesetzt bekam. Seit sie Territoriumskönigin war, war das ja sogar durchgängig der Fall – ein Vorteil, den sie zu schätzen gelernt hatte inzwischen. Zwei, drei Bissen gönnte sie sich in ruhigem, genießerischem Schweigen, dann spähte sie neugierig über den Tisch zu ihrer Kastenschwester. Merel machte gar keinen Hehl aus ihrer Neugierde, und nach ein paar Herzschlägen sollte Katrina auch erfahren, woher selbige kam: „Sag mal…“ Ihr Blick war definitiv nicht auf das Gesicht der Hayllierin gerichtet gewesen, sondern auf deren Kleid. „…stammt das Kleid aus Kleinterreille?“ Neugierig hatte die Königin den Kopf etwas schief gelegt. Ihr Territorium war berühmt für seinen Samt und auch, wenn sie selbst kein allzu großer Samt-Fan war, so besaß sie doch zumindest zwei Kleider aus dem Stoff. Eines davon hatte sie sich für die Hofgründungszeremonie anfertigen lassen, um ihre Verbundenheit zu ihrem Land auszudrücken.

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03 Sep, 2014 01:18 25 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Katrina
Gast


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Für einen Moment lang zogen sich die schmalen Brauen der Hayllierin zusammen, aber dann glättete sich ihr Gesicht wieder und sie nickte langsam. Es klang logisch… dass hier, wo bereits viele Tereillaner lebten, es einfacher wäre sich einzufinden… gerade für die Neuankömmlinge. Dennoch war das, wovor sie geflohen war, nicht das, wo sie hin zurück wollte.. aber seit ihrer Ankunft hatte sie auch keinen Kontakt mehr zu ehemaligen Landsleuten gehabt. Der zweite Kommentar der Königin bezüglich ihres Heimatterritoriums ließ sie den Kopf zur Seite neigen, dass das dunkle Haar über eine Schulter glitt und der Blick der goldenen Augen wirkte keineswegs ertappt, sondern vielmehr nachdenklich… und ohne Überraschung.

Der Oberste Butler unterbrach das Gespräch ohne dass die kleine Königin die Gelegenheit bekommen hätte etwas zu sagen… selbst wenn sie das gewollt hätte. Stattdessen beobachtete sie den Mann, wie er den Teller vor ihr abstellte, ihm mit einem angedeuteten Lächeln dankend, dann folgte sie Merels Beispiel und nahm das Besteck zur Hand. Sie aß auf eine viel beiläufigere Weise als die andere Frau, wenn auch ohne den Widerwillen, den beispielsweise Caelan so häufig an den Tag legte. Als wär´s schlicht und einfach einfach nicht wichtig. Als sie den neugierigen Blick auf sich spürte, hob sie wieder den Kopf, um Merel einen Blick zu zu werfen und dann auf ihre Frage hin halbwegs irritiert die Stirn zu runzeln. Die Gabel noch in der Hand sah sie an sich herab, sich sehr offensichtlich erst daran erinnern müssend, was sie eigentlich trug, dann huschte plötzlich ein gänzlich unverstelltes Lächeln über ihr Gesicht, als die Erinnerung zurück kehrte.
"Ja." sagte sie und nickte dann wie um ihre Worte noch einmal zu bestätigen. "Caelan hat es mir gekauft…. und ausgesucht, damals, als ich her kam, mein ich. Ich hatte nur zwei Kleider aus Hayll mitgebracht und sie gefielen ihm offensichtlich nicht." Einer ihrer Mundwinkel zuckte, wenn auch ihre Augen ernst blieben. Tatsächlich hatte sie beide Kleider direkt am nächsten Tag verbrannt… zu viele Erinnerungen, die mit dem Stoff zu Asche geworden waren. Wenigstens zum Teil. Sie schüttelte den Kopf und verzog dann den Mund in einer mehr demonstrativ wirkenden Geste des Missfallens… der erste Versuch sich hinter ihrer schützenden Hülle hervorzuwagen. "Er geht viel zu gern einkaufen."

03 Sep, 2014 01:18 36
Tindomerel
Königin




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Ein amüsiertes, aber keineswegs bösartiges Lächeln umspielte die Mundwinkel der Königin, sobald sie bemerkte, dass die andere Frau wohl erst einmal erfassen musste, was sie mit ihrer Frage gemeint hatte. Ihr waren Kleider scheinbar nicht wichtig – auf jeden Fall ein Pluspunkt. Der Kleinterreilleanerin waren Klamotten auch nicht wirklich wichtig. Klar, wenn sie ein Kleid für eine Feier anzog und sich im Spiegel sah, fand sie es hübsch und war auch ein bisschen stolz darauf, aber das war es dann auch. Bei Essen war ihre Einstellung jedoch ein bisschen anders. Essen war großartig, exzellentes Essen war fantastisch!

Ihr Lächeln war jedoch nur kurz sichtbar, da sie sich dem Lachs widmete, den sie schon fast zur Hälfte vertilgt hatte, auch wenn sie ohne Hast aß. Es wirkte nicht gar so beiläufig wie bei Katrina, vielmehr war es ein nebenbei empfundenes Genießen, das ihre Laune entspannte, auch wenn sie vorher nicht angespannt gewirkt hatte. Sie lachte leise in sich hinein, als die Hayllierin erwähnte, dass Caelan ihr das Kleid gekauft und ausgesucht hatte und es wurde zu einem etwas deutlicheren, offeneren Lachen, als sie die leichte Unzufriedenheit bei Katrina sah. So so, er geht also zu gern einkaufen… Merel gluckste und schluckte ihren Bissen hinunter. Mit der Hand, mit der sie das Messer hielt, machte sie eine abwinkende Geste, ohne das Messer dabei wegzulegen. „Caelan ist ein Pedant.“, deklarierte sie trocken. Dabei spielte jedoch ein liebevolles Lächeln um ihre Lippen. „Auch, was seine eigenen Kleider angeht. Er muss gern einkaufen gehen, sonst wäre er ja ständig unzufrieden, wenn er Zeug trägt, dass ihm nur mittelmäßig gefällt.“ Sie verdrehte theatralisch die Augen und teilte ein weiteres Stückchen Lachs ab, das sie sich zusammen mit Frischkäse und Salatblatt in den Mund steckte. Erst, nachdem sie auch mit diesem Happen fertig war, sprach sie weiter: „Aber er hat einen guten Geschmack. Meistens.“ Der liebevolle Gesichtsausdruck blieb erhalten, der ihrem ausgewählten Bruder galt. Und es mischte sich auch etwas wie Stolz darunter. Er hat kleinterreilleanischen Samt ausgesucht. Sie würde ihn heute Abend schmusen, länger als üblich.

„Und bei dem Kleid hat er auch guten Geschmack bewiesen.“ Beiläufig deutete sie auf die Brust der anderen Frau und damit auf das Kleid. „Offensichtlich habt ihr das beide.“ Weil Merel selbstverständlich davon ausging, dass Katrina ihn das Kleid nicht hätte kaufen lassen, wenn es ihr nicht gefallen hätte. „Was machst du jetzt so? In deiner Freizeit und als Arbeit und sowas…“, lenkte sie das Thema ein wenig um, damit die andere Frau Gelegenheit hatte, ein bisschen was zu erzählen – und Merel Gelegenheit, ihre Vorspeise fertig zu essen.

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03 Sep, 2014 01:18 48 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Katrina
Gast


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Als Merel begann zu lachen, entspannte sich irgendetwas in ihrer Haltung ohne dass sich so recht ausmachen ließ, was es war. Ein weiteres kleines Lächeln tanzte jetzt in den goldenen Augen, während sie Merel beobachtete, während sie… und viel mehr wie sie über Caelan sprach. Sie mochte, was sie sah… das Echo dessen, was sie von ihm spürte, wenn er über Merel redete. Es war echt und warm und liebevoll und sehr tief… wie im Schatten zu warten, während die ersten Strahlen der Frühlingssonne durch die Winterwolken brachen. Die Geste auf ihre Brust weckte sie aus ihrer Gedankenverlorenheit und Überraschung malte sich auf ihrem Gesicht, gefolgt von einer Spur Verwirrung und dann Erkenntnis. Sie hätte jetzt sagen können, dass ihr an jenem Morgen völlig gleich gewesen war, was er ausgesucht hatte… dass es ihr auch jetzt in der Regel nichts bedeutete, was sie trug… aber sie ließ es sein. Sie hatte sich vorgenommen so wenig seltsam wie möglich zu sein und hatte die Ahnung, dass eben ein solcher Kommentar ihrem Vorhaben nicht zuträglich gewesen wäre. Stattdessen nickte sie abermals und nahm dann einen weiteren Bissen von ihrer Vorspeise, ehe die Frage… die Fragen sie wieder aufblicken ließen.

"Ich arbeite in der dhemlanischen Botschaft." begann sie dann zu erzählen… biss sich dann auf die Lippe und wirkte dann plötzlich halbwegs amüsiert. "Im Augenblick geh ich dem Gärtner zur Hand. Ich mag die Arbeit… das Arbeiten in der Erde und wir verstehen uns gut. Er ist ein alter, mürrischer Mann, aber ich denke, wir haben uns mittlerweile aneinander gewöhnt." Ihre Stimme hatte ganz nebenher einen liebevollen Tonfall angenommen, als sie von dem alten Mann sprach, dann blinzelte sie und fuhr fort. "Irgendwann möchte ich gern wieder als Schwarze Witwe arbeiten. Das ist etwas, das ich kann und das mir Spaß macht… bei dem ich helfen kann vielleicht, wenn auch das Verkaufen von Illusionsdingen oder Netzen wohl das ist, was wirklich verlangt wird." Da lag jetzt ein feiner Missklang in ihrer Stimme, als täte ihr das nicht gänzlich gefallen, warum auch immer, aber dann hob sie die Schultern, als ließe es sich nicht ändern und fuhr fort. "Allerdings hält Lady Noctis es für wichtig, die wesentlichen Teile der Ausbildung zu wiederholen… vorher, in Anbetracht der Unterschiede zwischen der Ausbildung hier und in Tereille und ich denke, das ist richtig so… trotzdem ich ungeduldig bin, wenigstens ein bisschen."
Gedankenverloren ließ sie die Gabel sinken und griff stattdessen nach dem Glas, um den Stil zwischen den Fingerspitzen zu drehen. "Ansonsten versuche ich gerade aus der Wohnung, in der ich seit… dem wohne, meine Wohnung zu machen… ein Zuhause, wenn ich auch noch nicht so richtig weiß, wie ich das anstellen soll, aber…" Wieder, dass sie lächelte. "…es macht mich neugierig es zu versuchen."

Als sie wieder aufblickte und die andere Königin musterte, wirkte sie wieder nachdenklich. "Du… für dich ist das hier zuhause… nein?" Bis zum letzten Wort hatte es nicht nach einer Frage geklungen und auch jetzt war es mehr nur ein Prinzip… weil es unhöflich gewesen wäre es anders zu formulieren.

03 Sep, 2014 01:19 01
Tindomerel
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Tatsächlich interessiert hörte die Kleinterreilleanerin zu. Grob wusste sie schon ein bisschen was über Katrina, aber das war nicht das gleiche, wie wenn man sich von Person zu Person darüber unterhielt. Es stimmte Merel überaus zufrieden, dass der Kastenschwester die Arbeit gefiel. Sie war eine Königin und Verbundenheit zum Land gehörte dazu, egal, ob es Heimat war oder nicht. Merel selbst… nun, mit Gartenarbeit konnte sie nicht viel anfangen. Ihr Zimmerpflanzen anzuvertrauen war auch ein gewagtes Unterfangen – sie mochte sie einfach nicht. Aber sie hatte immer eine Verbindung zum Land, vor allem zu ihrem Land. Sie lief gerade im Sommer oft barfuß über Wiesen, ging draußen spazieren, verband ihren Herzschlag mit dem der Erde und erfreute sich an gesundem Boden, in dem gesunde Blumen und Bäume und Gräser wachsen konnten. Beiläufig nickte sie, als Katrina von ihrer Wohnung erzählte. „Na, du wirst schon passende Einrichtung und sowas finden.“ Ganz automatisch schob sie ein aufmunterndes Lächeln über den Tisch hinweg zu der anderen Frau, dann aß sie die letzten Bissen ihrer Vorspeise auf, legte das Besteck auf den Teller, tupfte sich den Mund mit ihrer Stoffserviette ab und lehnte sich mit ihrem Glas in der Hand wieder zurück.

Die Frage der Hayllierin stimmte sie nachdenklich, dabei merkte sie fast nicht einmal, dass ihr Mund sich zu einem sanften, etwas melancholischen Lächeln verzogen hatte. „Ja. Mittlerweile ist es das.“ Es klang halb so, als hätte sie mit sich selbst gesprochen und der Hauch von Melancholie zeigte sich auch in ihren blaugrauen Augen. Sie schnaubte leise, kaum hörbar, hob ihr Glas zu den Lippen und nahm einen Schluck mit geschlossenen Lidern. Danach war die Melancholie aus dem Blaugrau verschwunden. Zurückgeschoben an einen Ort, an dem man sie nicht mehr sehen konnte. „Und die Leute, die mit mir hier leben, sind meine Familie.“ Sie sagte das mit einem Unterton, der implizierte, dass da mehr war. Etwas Lauerndes, fast Gefährliches, das sorgsam verborgen unter Schichten von Höflichkeit, Freundlichkeit, Offenheit lag.

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03 Sep, 2014 01:19 14 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Katrina
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Sie legte den Kopf abermals ein wenig schräg… eine Geste, die typisch für sie schien, als brächte ihr die Veränderung des Blickwinkels tatsächlich einen wie auch immer gearteten Erkenntnisgewinn. So beobachtete sie still das Gesicht der ihr gegenüber sitzenden Frau… die sich darauf abzeichnende Melancholie und ihren leisen Kommentar. Dann öffnete die Königin die Augen wieder, der Anflug von Traurigkeit verschwunden und stattdessen fand sich in ihrer Stimme etwas anderes… unterschwelliges… wie eine stumme Botschaft.

Für einen Moment gewannen die goldenen Augen wieder diesen Blick… für einen Augenblick schmaler werdend, ein Blick, der die Schichten von Zivilisation durchdrang… von Höflichkeit und Freundlichkeit und das Blut erkannte, das darunter lag. Vielleicht ein Herzschlag lang… dann senkte sie die Lider und sah hinab auf ihren Teller ohne wirklich hinzusehen. "Ja natürlich." Ihre eigene Stimme war leise, aber ruhig… vielleicht wie den älteren… wichtigeren Anspruch damit anerkennend. "Ich… verstehe."

03 Sep, 2014 01:19 32
Tindomerel
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Dieses Unterschwellige trat für einen kurzen Moment hervor, schlug sich in einem grausamen, bitter-befriedigten Lächeln nieder, das für die andere Frau nicht zu sehen war, da sie auf ihren Teller sah. Merel hätte sich dieses Lächeln in diesem Moment auch erlaubt, wenn die Hayllierin ihr direkt ins Gesicht gesehen hätte. Vielleicht hätte sie es dann auch ganz bewusst gelächelt. Glücklicherweise musste man dazu sagen, dass sie es mit einem wenigstens geringen schlechten Gewissen getan hätte. Immerhin hatte sie nicht vor, gemein zu Katrina zu sein oder ihr zu verstehen zu geben, dass sie sie nicht leiden konnte. Dem war ja nicht so. Aber Merel konnte – und wollte, vor allem – nicht aus ihrer Haut. Nein, ich glaube nicht, dass du verstehst. Ihr Gedanke war dunkel, kam von tief drin. Vom tiefsten Grund, wo auch schlummerte, was in jedem Blutmenschen schlummerte. Aber es war ein Zugeständnis an die kleine, zierliche Frau, es nur zu denken und nicht auszusprechen. Aus Liebe zu zwei Menschen, die ein Stück ihres Herzens und ihrer Seele besaßen.

Merel glättete ihre Gesichtszüge, jegliches Anzeichen von dem, was in ihr verborgen liegen mochte, war verschwunden; als wäre es nie da gewesen. Überhaupt nicht existent. Stattdessen wurde ihr Lächeln weich, ihre Augen funkelten vergnügt, während sie sich nach vorn lehnte, ihr Glas abstellte und die Ellbogen auf die Tischplatte stützte. Ihre Hände legte sie in die Handflächen und sah zu Katrina, sichtlich entspannt und amüsiert. „Vielleicht.“, erwiderte sie gutmütig, ihr warmes Lächeln verstärkte sich noch etwas. „Jedenfalls finde ich es ganz gut, dass wir uns mal treffen.“ Aus diversen Gründen. „Und es freut mich, dass du dich langsam einzuleben scheinst. Meiner Erfahrung nach sind die Unterschiede in der Witwen-Kunst meistens auch nicht gravierend. Je nach dem, wo jemand herkommt. Hayll…“ Leise seufzte die Königin, schwermütig und irgendwie auch ein bisschen enttäuscht. „Nunja, Hayll ist wohl so eine Sache.“ Kurz überlegte sie, sah ihr Gegenüber forschend, nachdenklich an. Und dann, aus heiterem Himmel heraus: „Er hat um dich offiziell geworben. Wird in Hayll so etwas überhaupt noch hoch geschätzt, abgesehen von politischen Gründen?“ Wird es bei DIR geschätzt?

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03 Sep, 2014 01:19 47 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Katrina
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Sie spürte die sich veränderte Stimmung der Königin über den Tisch hinweg und sah es als Zeichen ihres guten Willens aufeinander zu zu gehen. Sie kannte die andere Frau kaum, wenigstens persönlich, aber sie hatte schon viel gehört… sowohl vom Prinzen als auch noch mehr von Caelan und sie war sich sicher mit jener tiefen Gewissheit, die von irgendwo ganz tief drinnen kam, dass Merel auch anders gekonnt hätte… und dieser Teil von ihr vielleicht gar nicht so selten zum Vorschein kam. Es war vielleicht darum, dass sie das ihr angebotene Lächeln erwiderte, immer noch zurückhaltend, aber dennoch echt… wie ein einzelner Sonnenstrahl, der durch eine Wolkendecke bricht.

Auf den ersten Kommentar der Königin hin nickte sie, dieses Mal ohne zu zögern und schob sich dann geistesabwesend das dunkle Haar hinter ein Ohr. Erst der Name ihrer alten Heimat… diejenige, die keine gewesen war, ließ ihr Lächeln ein wenig schwinden. Dann traf sie der forschende Blick der anderen Frau und etwas fragendes schlich sich in ihre Miene, als sie nicht gleich weiter sprach… nur um dann Überraschung zu weichen. Ihre Augen weiteten sich ein wenig, dann runzelte sie die Stirn und stützte dann das Kinn in die Handfläche der einen Hand. "In Hayll…" begann sie und hielt dann inne, unsicher wie sie es beschreiben sollte, in Worten, die Merel auch verstand. Nicht im eigentlichen Sinne, nicht die Worte an sich, sondern auch das, was darunter lag. "In Hayll ist vieles… vielleicht nicht alles, aber vieles… verkehrt… verdreht. Wie ein Schatten, den man nur im Augenwinkel sieht. Oder ein schlechter Geschmack in einem eigentlich hervorragenden Essen. Manches ist auch offensichtlich, auf den ersten Blick, bei anderem lern ich erst jetzt den Finger darauf zu legen… wo ich weiß, wie es richtig sein sollte. Auch in Hayll gibt es bestimmt Männer, die mit ehrlichen Absichten werben… und Frauen, die mit ebenso ehrlichen Absichten der Werbung begegnen." Ihre Augen wanderten davon, verloren den Fokus, irgendwohin in alte Erinnerungen.
"Meine Familie gehört zu den Hundert Familien und auch, wenn ich nicht immer… dabei war, hab ich doch zumindest immer am Rand von Adel oder Höfen gelebt. Es gab… politische Gründe, aber auch persönliche und die hatten wenig mit… Zuneigung zu tun oder Liebe. Es diente oft genug als Machtinstrument… ein Maß für Einfluss oder ganz banal zur Bestätigung des eigenen Egos… zumindest glaub ich das, warum sollte man sich sonst mit der Zahl der Männer brüsten, die einen Anspruch auf sich selbst erhoben haben? Sie spielten gern bösartige Spiele… die Königin und ihr Hofstaat."
Ihre Augen hatten sich verdunkelt und eine steile Falte war still und heimlich zwischen ihren Augenbrauen erschienen. Dann blinzelte sie plötzlich und schüttelte den Kopf, wie um sich selbst von den klebrigen Fäden der eigenen Erinnerung zu befreien und richtete den Blick wieder auf Merel. "Aber das er um mich geworben hat… dass er die Welt wissen ließ, dass er mich will…" Ihr Gesicht wurde weich ganz ohne ihr zutun und dennoch zögerte sie für einen Moment weiter zu sprechen. Ihr innerstes vor einer ihr fast Fremden auszubreiten, ging gegen ihre Natur… aber andersherum war ihr wichtig, dass sie auch verstand. "…das bedeutet mir mehr… alles auf der Welt." Sie verbarg nichts, als sie Merel anblickte mit diesem stillen Gesicht, das dennoch mehr sagte als manche Worte. Für einen Moment sah es so aus, als wollte sie noch etwas sagen, aber sie ließ es zunächst, um auf die Reaktion der Königin zu warten.

03 Sep, 2014 01:19 59
Tindomerel
Königin




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Bedächtig hörte die Territoriumskönigin zu, nickte – mehr zu sich selbst – und wirkte nachdenklich. Kleinterreille hatte viel Kontakt zu Hayll gepflegt, immer mal wieder in den letzten Jahrhunderten. Je nach Königin auch sehr engen Kontakt, der, im Nachhinein betrachtet, nicht immer gut gewesen war. Das zeigte sich nicht zuletzt an den hohen Schulden, die sich gegenüber Hayll angehäuft hatten und die Merel binnen eines Jahres mit straffem Sparkurs abzutragen gedachte. Bisher hatte es keine nennenswerten Beschwerden dagegen gegeben, außer von ein paar Adelsfamilien, die es für unangebracht hielten, dass der Territoriumshof nicht mehr regelmäßig rauschende Feste schmiss…

Die Berichte der Kastenschwester aus Hayll trübten auch ihre Laune nicht. Grob bekam sie ja immer wieder mal mit, was dort so vonstatten ging und sie musste sogar zugeben, dass sie froh war, nicht Schlimmeres zu hören. Ganz mit Hayll verscherzen wollte sie es sich ja auch nicht, immerhin hatten sie das Abkommen mit dem Öffnen des Tores zwischen den Reichen und Merel wollte ungern, dass sich daran etwas änderte. Gerade in diesem Moment war es eigentlich auch viel interessanter, dass sich Katrinas Gesichtsausdruck so sehr veränderte, von jetzt auf gleich. Hab ich auch so geguckt, wenn Caelan mich aufgezogen hat? Ab und an hatte er das getan, wenn sie über Fenris gesprochen hatte… Unwillkürlich musste die Königin grinsen, es wirkte zufrieden. „Gut.“ Sie nickte. Die Kleinterreilleanerin spähte zwar unauffällig nach irgendwelchen Anzeichen, dass es gespielt war, was von ihrem Gegenüber kam, konnte aber keine entdecken. Ihr Gefühl sagte ihr, dass Katrina es ernst meinte, zumindest für den Moment. „Zumindest wenn man danach geht, dass du diesen dümmlichen Gesichtsausdruck drauf haben kannst, den nur Verliebte mit sich herumschleppen.“ Sie grinste noch mehr. „Ich würde aufpassen, Caelan zieht einen gern mal damit auf, wenn ihm die Gelegenheit passend erscheint.“

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05 Sep, 2014 00:44 17 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Katrina
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Der beinahe schon verträumt wirkende Gesichtsausdruck mit seinen weichen Linien wich erneuter Überraschung und war damit ein ausreichendes Zeugnis davon, dass ihr nichts davon bewusst gewesen war. Dann runzelte sie die Stirn, für einen Moment versucht erneut an sich herab zu sehen, um sich zu überzeugen… ehe ihr dann klar wurde, dass sie ohnehin nichts sehen würde in Anbetracht eines fehlenden Spiegels. Dann kam die halb belustigte Warnung der Königin und die zierliche Frau schnaubte leise. Das Geräusch war ebenso unerwartet wie unverstellt, während ihr einer Zeigefinger ärgerlich mit einem leisen Klacken auf die Holzplatte tippte.

"Gerade er…" murmelte sie, aber immer noch laut genug, um problemlos von Merel verstanden zu werden. Sie konnte sich bereits sehr lebhaft vorstellen, wie er genau das tun würde, was die Königin gerade in einem noch vagen Bild angedeutet hatte. Oh ja… da würde er mit Sicherheit viel Freude dran haben. Sie verzog das Gesicht, die goldenen Augen jetzt ein bisschen schmaler, aber nicht genug, um das unfreiwillig dennoch irgendwie amüsierte Glitzern zu verbergen. Wirklich bösartig war es nicht… nur ein wenig pieksig in seiner angedeuteten Gereiztheit. "Gerade er mit seinem traumverlorenen Gesicht, das zu jedem spricht, der auch nur ein bisschen genauer hinsieht, sollte es wirklich besser wissen."
Sie warf Merel über den Tisch hinweg einen Blick zu, der wusste… dass sie es auch wusste.

05 Sep, 2014 00:44 48
Tindomerel
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Merel kicherte leise, vergnügt. Sie wusste, dass die andere Frau ebenso wusste, was gemeint war. So gut schien sie Caelan zu kennen und es erheiterte die junge Königin sich vorzustellen, dass er eventuell nicht nur sie mit solchen Sachen aufzog. Nicht, dass sie ihn im Gegenzug auch aufziehen würde. Natürlich nicht. Sie doch nicht…

„Tja…“, kommentierte sie mit amüsiert funkelnden Augen. Bevor sie weitersprechen konnte, trat der Oberste Butler unauffällig an den Tisch, um ihren Teller abzuräumen, sodass sich Merel ganz selbstverständlich etwas nach hinten lehnte, um ihm Platz zu machen. Ebenso selbstverständlich schenkte sie ihm ein dankendes Lächeln, ganz nebenbei, bevor sie das Gespräch fortsetzte. „Selbst wenn er es schon besser weiß glaube ich nicht, dass es ihn davon abhalten würde.“ Sie lachte leise, nahm ihr Glas und nippte an dem Wein, sah gedankenverloren lächelnd in die rote Flüssigkeit und stellte es dann wieder weg. „Aber Kriegerprinzen neigen ja generell dazu, ein Dorn im Fuß zu sein.“ Sie verzog etwas das Gesicht und obwohl man sah, dass es scherzhaft gemeint war, lag darunter doch noch ein Funken von… etwas anderem. Etwas, das für einen kurzen Moment aufblitzte wie Ärger. Wie ein kleiner Funken, der sehr, sehr groß werden konnte, wenn man den entsprechenden Nerv traf. Auch dazu konnten Kriegerprinzen neigen. Die, die sie nun schon länger kannten, glücklicherweise mittlerweile nicht mehr so oft.

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05 Sep, 2014 00:45 01 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Katrina
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Sie begegnete dem Blick der Königin und trotz ihrer offenkundigen Missfälligkeit spiegelte sich das Funkeln der blaugrauen Augen in ihren goldenen wie in einem Spiegel. Etwas, das sie verband… unerwartet vielleicht, aber wenigstens von ihrer Seite aus auch nicht unwillkommen. Als der Oberste Butler an ihre Hälfte des Tisches trat, wich sie ihm aus, in dem sie sich mit dem Rücken nach hinten an die Lehne ihres Stuhles lehnte… nicht wirklich gehetzt, aber dennoch sehr wohl darauf bedacht, dass er sie nicht aus Versehen berühren würde. Manche Dinge… die änderten sich nie.
Als Merel weiter sprach verzog sie den Mund und strich sich mit der freien Hand geistesabwesend durch das dunkle Haar, das durch diese Geste ein wenig an seiner glänzenden Glattheit verlor und sich auf den Weg machte zu jener zerzausten Wolke zu werden, die sie so häufig umgab. "Nein, das glaub ich auch nicht…" murmelte sie leise wie zu sich selbst, warf dann aber Merel einen weiteren Blick zu, als diese weiter sprach.

Für einen Moment schwieg sie, mit den Fingern gedankenverloren eine Maserung der Tischplatte nachfahrend. "Ich weiß nicht so genau." stellte sie dann fest und schränkte dann nach einem weiteren Moment des Nachdenkens ein. "Ich kenne nicht allzu viele von ihnen genauer. Allerdings… die, die ich kenn…" Sie dachte an die wenigen Kriegerprinzenmänner, deren nähere Bekanntschaft sie während ihrer Wochen in Kaeleer gemacht hatte. Caelan, Mehrunes, Phelan, Alvaro. Eine kleine Falte erschien über ihrer Nasenwurzel, als sie die schmalen, geschwungenen Brauen zusammen zog. "…die haben Potential."

Ein unfreiwilliges Lächeln zuckte um ihre Mundwinkel, eins, das trotz des unterschwelligen gereizten Tonfalls nicht einer gewissen liebevollen Note entbehrte. Sie sah auf und ihr Kopf neigte sich ein wenig zur Seite. "Aber ich denk, dass du mit diesem… Problem bestimmt mehr zu kämpfen hast als ich." Es lag eine seltsame Mehrdeutigkeit in ihrem Ton und der Blick der goldenen Augen lag sehr wohl noch auf der Königin und doch irgendwo dahinter… als gäb´s dort noch etwas anderes zu sehen.

09 Sep, 2014 19:46 47
Tindomerel
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Merel machte eine Kopfbewegung, die halb nach einem Nicken aussah, halb danach, als würde sie zu einem nicht vorhandenen Schulterzucken gehören. Eine Bewegung a la ‚Ja, sagte ich ja‘ aber begleitet von einem amüsierte Augenfunkeln.
Während die andere Frau mit den Fingern auf dem Tisch herumfuhr, beobachtete die Territoriumskönigin ihr gegenüber. Irgendwie sah die Kastenschwester ziemlich… verloren aus. Auf die Schnelle konnte sie gar nicht ausmachen, woran das liegen mochte, aber es erzeugte kurzzeitig eine Mischung aus Aggression und Mitleid in ihr, sorgsam verborgen und für niemanden sichtbar. Stattdessen lächelte sie belustigt bei den folgenden Worten, dass die Kriegerprinzen, die Katrina kannte, Potential hatten, wirklich nervig zu sein und Merel gab ein belustigtes Schnauben von sich. Sie sah davon ab, darauf hinzuweisen, dass ihr Gegenüber froh sein konnte, sich keinen Kriegerprinzen als Partner angelacht hatte, weil es sonst noch viel, viel schlimmer gewesen wäre. Wobei Fenris in der Hinsicht nicht schlimm war. Es war genauso freiheitsliebend wie Merel selbst, wenn nicht sogar noch mehr, entsprechend ging er ihr eigentlich nie auf die Nerven. Er hing nicht wie eine Klette an ihr und beäugte alles, was sie machte. Sonst würde das zwischen ihnen auch nicht funktionieren, weil sie das so gar nicht haben konnte.

Und das bekam auch kurz darauf Katrina zu spüren, wenn auch vermutlich nicht absichtlich. Aber sie sprach etwas an, das genau damit zu tun hatte: Mit Merels Freiheitsempfinden. Sehr empfindliches Thema. Der Blick der Territoriumskönigin glitt in die Ferne, obwohl sie auf ihr Weinglas zu sehen schien, und bekam eine düstere Note. Der Ausdruck in ihren Augen hatte etwas gemeinsam mit einem Stück Holz, das aufgrund eines Feuers langsam zu schwelen begann und dunklen, düsteren Rauch produzierte, der das Blaugrau trübte. „Es ist, wie es ist.“ Auch ihre Stimme war düster, behaftet mit Zweideutigkeit und dem Rauschen eines Großbrandes, den man nicht sehen, aber hören konnte. So gönnte sie sich ein paar Momente, um ihren eigenen Gedanken dazu nachzuhängen, ohne sich darum zu scheren, ob sie allein war oder nicht. Man musste auch kein Genie sein um zu wissen, dass das ein Thema war, das mit Vorsicht zu genießen war.

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10 Sep, 2014 19:56 42 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Katrina
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Ihre Augen hatten die andere Frau nicht losgelassen, der sonst wandernde Blick verhielt nun sehr und ungewöhnlich fokussiert auf der Territoriumskönigin, während sich deren Blick veränderte… dunkler wurde. Einen Moment später neigte sie den Kopf, wie um für sich selbst eine eigentlich schon getroffene Annahme endgültig zu bestätigen. Ein Punkt, in dem sie sich so sehr unterschieden… einer von mehreren vielleicht, aber dieser malte sich gerade so deutlich ab wie der Mond vor einem schwarzen Nachthimmel. Dennoch entschied sie sich das Thema nicht weiter zu vertiefen, obwohl es sie neugierig machte… die verbotene Frucht im Paradies. Zu erfahren wie es wohl sein mochte so zu sein… einen Blick durch ihre Augen zu werfen auf eine Welt, die vorgab dieselbe zu sein.

Stattdessen schwieg sie einen weiteren Moment, um Merel Zeit für ihre Gedanken zu lassen ohne ein Anzeichen von Ungeduld. Erst als die Königin wieder aufsah, sprach sie wieder… ganz langsam, als sei ihr sehr daran gelegen für ein ihr am Herzen liegendes Thema genau die richtigen Worte zu finden. "Ich weiß, dass es wenig Gründe gibt mir etwas zu glauben, nur weil ich es sag…" Sie nahm die Hände von der Tischplatte und legte sie im Schoß zusammen, aber ließ den Blick auf Merel gerichtet. "Aber dennoch will ich es wenigstens getan haben… weil ich mehr nicht tun kann. Ich weiß wohl, dass es Probleme gab… und gibt, aber ich will, dass du weißt, dass es nie in meiner Absicht lag dir einen von ihnen weg zu nehmen. Selbst, wenn ich könnte… und ich glaub nicht, dass das so wär, sie gehören zu dir als ihre Königin." Offensichtlich hatte sie von den Schwierigkeiten mit Fenris gehört, aber das war wohl keine Überraschung. "Ich will nicht sagen, dass ich wirklich versteh, was das bedeutet… weil ich niemanden habe auf diese Weise…" Und auch nicht haben will. "…aber ich habe Achtung vor dem Band, was euch verbindet und es käme mir niemals in den Sinn daran rühren zu wollen."

Sie hielt inne und runzelte die Stirn, aber in den goldenen Augen stand kein Anflug von Falschheit… oder Lüge. "Ich verstehe, dass eine solche Versicherung von mir vielleicht nicht viel wert ist, aber dennoch war´s´mir wichtig es wenigstens einmal ausgesprochen zu haben… vor dir." Nicht vor Fenris, nicht vor irgendwem anders… sondern vor der Frau, die einen Teil des Herzens derjenigen in den Händen hielt, die ihr etwas bedeuteten.

12 Sep, 2014 18:20 57
Tindomerel
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Merel legte leicht den Kopf schief, wie sie es so oft tat, und sah die andere Frau an, sobald diese zu sprechen begann. Irgendetwas an der Kleinterreilleanerin hatte sich verändert, seit diesem nachdenklichen Moment. Seit dem Streifen dieses Themas, das mit Vorsicht zu genießen war, weil sie sehr… seltsam darauf reagieren konnte, wenn es schief lief. Vielleicht tat es das im Moment, man wusste es nicht so genau. Aber ihre ganze Art, ihre Haltung, der Ausdruck ihrer Augen, war kühler geworden, obwohl sie sich kaum bewegt hatte. Sie spürte, wie schon ganz zu Anfang, deutlicher ihre Instinkte, die wie ein leichtes Vibrieren in ihrem Inneren waren. „Es ist, wie es ist.“ Ihre Stimme war ein bisschen dunkel, hatte sich dem Ausdruck ihrer blaugrauen Augen angepasst. Merels Lippen verzogen sich zu etwas, das vor wenigen Minuten noch ein freundliches Lächeln gewesen wäre, jetzt aber eher einem Sägeblatt ähnelte. „Wir werden beide nicht sonderlich viel Einfluss auf das haben, was passiert.“ Ihre Hand glitt betont langsam nach vorn, sodass es fast so aussah, als würde sie über den Tisch greifen wollen, hielt jedoch bei ihrem Weinglas an. Mit dem Zeigefinger strich sie über den Rand, betrachtete die blutrote Flüssigkeit und das Lächeln wurde noch ein bisschen einprägsamer.

„Alessandro war verletzt, sicherlich auch zu Recht.“ Ein bitteres Schnauben, dann nahm sie ihr Weinglas und schwenkte es, sah kurz hinein, bevor sich ihre Augen wieder auf die andere Königin hefteten. Durchdringend, unangenehm bohrend. „Ich könnte es ihm nicht einmal übel nehmen, wenn er sich Ersatz für das sucht, was er verloren glaubt.“ Ihr Mundwinkel zuckte in einem Grinsen, das zu gleichen Teilen grausam und von Bitterkeit behaftet war. „Wenn er, bewusst oder unbewusst, die Lücke mit einer anderen Königin zu füllen versucht, die ihm obendrein vielleicht noch ein bisschen mehr zu geben bereit ist.“ Der blutfarbene Wein, der in dem Glas rundherum schwenkte, hätte in diesem Moment genauso gut Blut sein können, mit dem die Königin zwischen ihren Händen spielte. Sie hob das Glas zu den Lippen, nippte daran, ohne den Blick von der Kastenschwester abzuwenden. „Zudem kann ich es verstehen, wenn er sich kümmern will. Ich lasse ihn nicht so viel, kann ihm vielleicht in manchen Sachen nicht ausreichend das bieten, was er sich wünscht. Wenn er diese Lücke füllen will, ist das sein gutes Recht.“ Sie blickte zu dem Weinglas, das sie hielt, und nahm mit der freien Hand einen kleinen Tropfen mit dem Finger auf, der begonnen hatte, sich einen Weg an dem Glas entlang zu bahnen. „Und wie ich mitbekommen habe, verübelt es ihm die halbe Öffentlichkeit auch nicht, dass er sich mit einem jungen Ding schmücken will, dass auch in 50 Jahren noch das Aussehen eines solchen hat.“ Beiläufig zuckte sie mit den Schultern. „Wie auch immer es ausgehen wird: wir werden es nicht vorhersehen können.“ Der Zeitpunkt, zu dem das zwischen Alessandro und Katrina angefangen hatte, hätte nicht passender sein können. Ein Bruch, der sich nicht so leicht kitten ließ, und eine andere Königin bei der Hand, an die man sich vielleicht heften konnte. Das war eine böse Annahme, aber womöglich keine unberechtigte. Möglich, dass die Hayllierin nur ein Lückenbüßer war, wie Merel soeben suggeriert hatte. Möglich, dass sie das nicht war. Würde sich zeigen.

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14 Sep, 2014 00:15 17 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Katrina
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Ihre Aufmerksamkeit hatte sich nicht von Merel fortgewandt und die schleichende Kühle in den blaugrauen Augen war ihr so offensichtlich wie ein Holzhammer. Was auch immer sie im Sinn gehabt hatte mit dem, was sie gesagt hatte… es war offenbar nicht so angekommen, wie sie es sich gewünscht hatte. Sie schwieg, während Merel sprach, aber mit jedem Wort veränderte sich etwas in ihrem Gesicht… wo vorher noch Unsicherheit gewesen war vermengt mit einer stillen Hoffnung, es könnte… annehmbar werden irgendwie, verschloss sie sich nun ganz und gar. Jeglicher Ausdruck wich aus ihrer Miene, schlich sich davon und hinterließ nur Leere wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Manche Dinge… änderten sich wohl nie und eine flüsternde Stimme in ihrem Inneren amüsierte sich über ihre eigene Naivität.

"Ich hoffe…" sie sprach leise, aber mit einer seltsamen Tonlosigkeit… die Stimme flach und ohne Ausdruck. "…dass du ihn niemals wieder spüren lassen wirst, wie wenig du ihm vertraust… wie sehr du an ihm und seiner Treue zu dir zweifelst, wenn es dein Ernst ist mit dem, was du jetzt gesagt hast." Sie saß völlig regungslos auf ihrem Stuhl, den Kopf ein wenig zur Seite geneigt und erwiderte den Blick der Königin… wie ein Spiegel. "Immerhin hast du´s schon einmal getan… sein Herz heraus gerissen, weil du nicht an ihn geglaubt hast und an dich… an euch… und es hat ihn beinahe zerstört… nein?" Jetzt schlich sich doch ein Ton in ihre Stimme. Die Erinnerung an eine Nacht, in der er so verletzt gewesen war, dass er seine gesamten Räumlichkeiten zerstört hatte, um den Schmerz in seinem Inneren zu lindern ohne es zu schaffen.
"Ich hoffe wirklich… dass du niemals zu ihm sagen wirst, was du jetzt zu mir gesagt hast… weil jedes Wort ein weiteres Messer sein wird, das ihn in den Tiefen seiner Seele treffen wird, weil er dich liebt und dir treu ist und loyal und ich mag es nicht mit ansehen, wie er daran zerbricht… nicht noch einmal."

Sie war es, die hätte verletzt sein sollen von den Unterstellungen der anderen und das war es wohl auch, was die anderen Königin hatte bezwecken wollen. Vielleicht gab es auch diesen verletzten Teil irgendwo in ihrem Inneren, der beginnen würde zu schmerzen… irgendwann nach ihrem Gespräch. Aber nicht jetzt. "Ich hatte gedacht, dir würde ebenso viel an ihm liegen wie ihm an dir… aber jetzt… da weiß ich´s nicht mehr sicher." In ihren Augen waren Schatten, als sie Merel anblickte, halb verborgen durch die noch dunkleren Schatten des schwarzen Haares, das ihr halb ins Gesicht gefallen war.

14 Sep, 2014 00:42 08
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