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Keeva
Gast


Vergessen zu vergessen (Kyran) Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Es war so weit. Es würde sie etwas ändern, es würde eintreten, was Keeva in ihrer Vision gesehen hatte. Es würde sich etwas ändern in Dena Nehele und es würde sich etwas ändern für die Shaladorer, da war sich die Schwarze Witwe sicher. Ansonsten hätte sie Branwen nicht unterstütz bei ihrem Umsturzplan. Zusammen mit der Königin war sie nun am Territoriumshof angekommen, seit dem gestrigen Tag war die alte Königin… abgesetzt. Ein Tag zum Feiern – eigentlich. Keeva war nicht zum Feiern zumute. Sie erinnerte sich sehr genau an den Moment, an dem sie gesehen hatte, was sie nicht hatte sehen wollen.Wen sie nicht hatte sehen wollen, nicht hier, nicht am Hof der alten Königin, nicht in deren verdammten Blutdreieck! Kyran. Er hatte sie belogen und getäuscht und hintergangen. Und Branwen gedachte ihn auch noch, bei sich am Hof aufzunehmen! Das war wie ein Schlag ins Gesicht, nein, wie ein doppelter Schlag ins Gesicht. Seit diesem Moment am Tag zuvor war die Schwarze Witwe wie eine Wand aus kaltem, kantigen Fels. Selbst wenn sie versuchte, wenigstens neutral zu blicken, in ihren Augen lag eine unbändige Wut, die sich einfach nicht abstellen ließ. Die Leute hatten es schnell gelassen, sie ansprechen zu wollen und gestern hatte sie so schnell wie möglich erst einmal das Weite gesucht. Sie hatte nicht in diesen Mauern bleiben wollen, hatte nicht in der Nähe von IHM bleiben können. Keeva hatte Hoffnung gehabt. Hoffnung, dass nun endlich alles besser werden würde. Aber für sie war eine Katastrophe passiert, sodass sie sich nicht einmal mit den anderen freuen konnte. Daher hatte sie sich auch verzogen. Sie war zu instabil, durch ihre Wut zu leicht reizbar, obwohl es nicht ihr üblicher Zorn war. Die Schwarze Witwe war immer leicht reizbar, fuhr schnell mal jemanden an, aber das legte sich sonst auch schnell wieder. Nun war sie nicht einfach nur zornig, sondern unter ihrer Oberfläche kochte Eis, das jederzeit hervorzubrechen und jeden und alles, was in ihrer Umgebung war, zu vernichten drohte.

Erst am nächsten Abend, als es bereits dunkel war, begab sich die Shaladorerin zurück an den Hof. Sie hatte Zeit für sich gebraucht, um sich zumindest so weit in den Griff zu bekommen, um nicht blindlings loszuschlagen. Wut, Zorn und bittere Enttäuschung hatten sich mittlerweile tief in ihre Eingeweide gefressen und man merkte allein an ihrer Haltung und unterschwelligen Stimmung, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Sie hatte für sich den Entschluss gefasst, Kyran einfach aus ihrem Leben zu streichen. Sie würde so tun, als hätten sie sich nie vorher getroffen, nie ein Wort miteinander gewechselt und sie würde ihn meiden, wann immer es ging. Sie akzeptierte Branwens Entscheidung und würde mit niemandem darüber sprechen, was zwischen ihr und dem Kriegerprinzen gewesen war. Aber allein die Vorstellung, ihn sehen zu müssen, machte sie krank. Ihr wurde regelrecht schlecht davon. Also schlich sie sich mehr oder weniger an den Hof zurück, grüßte niemanden auf ihrem Weg zu ihrem Zimmer und ging jeglicher Konversation aus dem Weg. Hoffentlich auch diesem elenden Bastard von Kriegerprinzen.

20 Oct, 2013 12:09 15
Kyran
Gast


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Die letzten beiden Tage waren ... anstrengend gewesen. Eine emotionale Achterbahnfahrt um es milde auszudrücken. Die alte Königin, der Glaube den Tag nicht zu überleben, die neue Königin, die Auseinandersetzung, das Überleben ... und alles überschattet von IHRER scharfkantigen Wut. Er hatte sich tief in sich zurück gezogen und hatte seine glatte Hofmaske übergestreift. Immer noch war er der stärkste Mann am Hof, aber nun hielt ihn keine Leine mehr. Zumindest keine physische. Die Bänder, die ihn nur banden waren stark und fest, wie das zu seiner Schwester und zart und neu zu der Königin. Und seine Ehre hielt ihn. Unerbittlich.

Den ganzen Tag über hatte er gearbeitet. Fragen besorgter Männer beantwortet, die Wachpläne neu eingeteilt, dafür gesorgt, dass niemand Unbefugtes das Anwesen betrat. Tausend Dinge, die erledigt werden wollten und die ihn ablenkten. Die ihn nicht nachdenken ließen. Zudem schrammte er nicht die ganze Zeit über ihre Signatur, was ihn einerseits konzentrierter arbeiten ließ, ihn aber andererseits wütend machte. Sie sollte dort ein wo er war, damit er wusste, dass es ihr gut ging.

Als die Königin ihn dann zu sich rief und ihn mit freundlichen, ein wenig besorgten Worten um einen Gefallen bat, war er auch nur zu bereit ihr diesen Wunsch zu erfüllen.

Auf dem Weg durch das Schloss zu ihrem Zimmer würde Keeva es erstaunlich leicht schaffen jeder Seele aus dem Weg zu gehen. Fast so als hätte man all den Bediensteten gesagt, dass sie sie in Ruhe lassen sollten. Und auch von Kyran war nichts zu spüren. Erst als sie die rettende Zimmertür schon beinah erreicht hatte, würde sie auf jemanden stoßen. Vermutlich das lebende Wesen, welches sie am allerwenigsten zu sehen wünschte. Er stand direkt neben der rettenden Tür. Locker an die Wand gelehnt, die Arme vor dem Brustkorb verschränkt. Seine Beine steckten in schwarzen Hosen, unter denen perfekt polierte Stiefel zum Vorschein kamen. Der Oberkörper war in ein perfekt sitzendes dunkelgrünes Hemd gehüllt, an welchem dunkelgolden dezente Stickereien schimmerten. Hofkleidung. Immerhin schon die neue. Das schwarze Haar war beinah schon aufreizend ordentlich aus seinem Gesicht gestrichen und wurde vermutlich mittels Kunst gehalten. Der Blick aus den Sturmaugen war direkt auf die schwarze Witwe gerichtet. Kein Gefühl war zu sehen oder zu spüren. Er hielt sich eisern unter Kontrolle. Dennoch wirkte er müde. Da waren Schatten unter seinen Augen und wenn man genau hinsah mochte man bereits den Schatten eines Bartes entdecken.

"Keeva" sagte er dann leise und machte auch noch die letzte Hoffnung zu nichte, dass er nicht auf sie wartete oder sie nicht gesehen hätte.

20 Oct, 2013 12:31 56
Keeva
Gast


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Die Farbe ihrer Kleidung passte ganz gut zu ihrer Stimmung: Sturmgrau. Die Hose war ein wenig abgetragen, die Stiefel ebenso, die weite Bluse war noch ein wenig dunkler als der Rest. Keevas Haare waren locker mit einem Lederband zusammengebunden und es war nicht unbedingt schwer zu erraten, dass sie vermutlich zu Pferd unterwegs gewesen war. Die letzten beiden Stunden war sie einfach nur geritten, hatte aus sich und dem geliehenen Tier alles herausgepresst, war herauszupressen war, in der Hoffnung, dass es helfen würde. Aber nichts hatte geholfen, was sie den letzten Tag über gemacht hatte. Kein Laufen, kein Ausreiten, kein Brüten. Nun hatte sie ihre Emotionen verpackt und ließ sie vor sich hinschwelen, bereit, die Methode zu versuchen, es auszusitzen. Kyran gedanklich und emotional aus ihrem Leben zu verbannen, sich damit abzufinden und zu versuchen, die ganze Lage zu ignorieren. Aber es war schwer, so schwer! Sie war so unfassbar wütend. Darunter lag bittere Enttäuschung und das Gefühl, verraten worden zu sein. Aber das schob sie geflissentlich beiseite, Wut war besser. Unbändige, alles verschlingende, eisige Wut, die irgendwo in ihr tobte und sich Stunde für ein Stunde ein Ventil suchte, ohne dass die Schwarze Witwe es zuließ. Gerade war sie relativ ruhig und bekam es ganz gut hin, jegliche Emotion bezüglich der Gesamtsituation zu ignorieren – da traf sie auf IHN. Sie hatte ihr Zimmer fast erreicht, brauchte eigentlich nur noch drei Schritte machen und die Türklinke nach unten drücken, aber sobald sie um die Ecke gebogen war, stand er da. Und er sagte ihren Namen. Allein das brachte sie eigentlich an die Grenze zur Raserei. Man sah es an ihrer ganzen Körperhaltung, die sich verspannte, anspannte, fast bis zum Zerreißen, wie bei einem Raubtier, das zum Sprung ansetzte. Nein, lass dich nicht hinreißen! Süße Dunkelheit, sie hätte diesen Mann am liebsten filetiert! Oder? Ja. Ja, sie war wütend. Nicht enttäuscht oder traurig oder so etwas, sie war einfach wütend. Genau.

Keeva hatte kurz inne gehalten, den Kriegerprinzen sogar einen Moment angesehen und die Wut – und auch die anderen Dinge – hatten sich in ihren Augen widergespiegelt. Dann sah sie weg und zwang sich dazu, einfach weiterzugehen. Lediglich ein Schnauben war zu hören, zornig und ungehalten, während sie schlichtweg an Kyran vorbeiging und die Hand an die Türklinke zu ihrem Zimmer legte, als würde es sie gar nicht interessieren, dass er da war. Tat es nicht. Ganz sicher nicht. Sie würde ihm nicht die Genugtuung geben und wütend werden, ihn anschreien. Er war es nicht wert. Dieses hirnlose, verlogene Arschloch war es nicht wert, auch nur noch ein winziges Stück von ihrer Gefühlswelt zu sehen. Die Schwarze Witwe war im Begriff, einfach in ihr Zimmer zu gehen und die Tür hinter sich zuzuknallen, ein deutlicher Standpunkt, der vermutlich keiner weiteren Worte bedurfte.

20 Oct, 2013 14:36 40
Kyran
Gast


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Als sie ihn erblickte blieb sie stehen und versteifte sich und er biss die Zähne zusammen. Süße Dunkelheit. Wenn Blicke töten könnten, dann würde er jetzt in diesem Moment vermutlich einfach aufhören zu existieren. Wobei … nein. Vermutlich würde sie ihn in handliche kleine blutige Fetzen zerlegen und damit den Flur auf eine interessante Art und Weise neu dekorieren. Der Gedanken zauberte ein kleines Lächeln auf seine Lippen. Sicherlich nicht besonders klug in dieser Situation, aber über klug waren sie schließlich schon weit hinaus.

Als sie ihre Hand auf die Türklinke legte, streckte er seinen Arm einfach aus und blockierte damit ihren weiteren Weg. Er bezweifelte, dass sie sich unter dem Arm hinweg ducken würde. Eher würde sie sich einen Weg hindurch beißen. Das Lächeln auf seinen Lippen wurde noch ein wenig tiefer, aber seine Augen funkelten gefährlich. „Die Lady wünscht zu wissen ob es ihro Gnaden gut geht.“, sprach er dann wieder, wobei ein deutlich spöttischer Ton in seiner Stimme lag. Ob er selbstmordgefährdet war? Heute definitiv.

20 Oct, 2013 14:45 28
Keeva
Gast


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Erneut spannte sich die Shaladorerin an, sobald ihr der Weg versperrt wurde. Sie blieb ganz abrupt stehen, sodass sie nicht gegen den Arm des Kriegerprinzen lief, als hätte er irgendeine ansteckende Krankheit. Sie wollte ihn nicht berühren, sie wollte ihn nicht sehen, sie wollte nicht mit ihm reden. Allerdings war er scheinbar nicht wegen… wegen ihnen beiden hier. Das machte es nicht besser, aber es verlagerte zumindest Keevas Gefühlslage ein klein wenig. Sie presste die Kiefer fest aufeinander, zwang sich zur Ruhe und sah noch einmal kurz nach oben zu Kyran. Ein Fehler. Sie hätte ihm sein beschissenes Lächeln am liebsten aus dem Gesicht gefegt. Aber sie würde sich benehmen – für ihre Lady. Sie würde nichts tun, was selbiger schadete. Endlich waren sie so weit, dass sie am Hof waren, Keeva würde das jetzt nicht wegen eines… eines… wegen IHM kaputt machen. So wichtig war er nicht. „Siehst du doch.“, gab sie barsch zurück. Das war nicht höflich und nicht nett, aber zumindest auch keine Beleidigung. „Und jetzt geh mir aus dem Weg, ich würde gern in mein Zimmer und ein Bad nehmen.“ Ihre Tonlage war abweisend und definitiv unterkühlt, aber anders konnte sie mit ihm einfach nicht reden. Und vor allem: Sie wollte ihn so schnell wie möglich wieder los werden. Dabei versuchte sie eisern, sein dummes Lächeln zu ignorieren, seine Signatur, die so nah an ihr dran war, seinen Geruch, den sie in der Nase hatte. Mutter der Nacht, es brachte sie wirklich an den Rand des Wahnsinns! Dieser Knoten an Wut tobte in ihr und es war so verflucht schwierig, ihn am Platzen zu hindern. Aber es würde besser werden. Sie würde sich daran gewöhnen und es irgendwann einfach ignorieren können, dass dieser Mistkerl sie nach Strich und Faden belogen und verraten hatte. Sie warf ihm erneut einen Blick zu, der potentiell tödlich war, zudem stand Ungeduld und auch Entschlossenheit in ihren Augen. Und die stumme Frage: Na, wird’s jetzt bald? Nimm deinen scheiß Arm da weg!

20 Oct, 2013 14:58 19
Kyran
Gast


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Sie prallte vor der Berührung regelrecht zurück und er wollte sie am Liebsten anknurren das zu lassen. Gereizt funkelten die grauen Augen auf und nahmen langsam die Farbe des Sturmhimmels an. So würden sie dieses Spiel nicht weiter spielen. Wenn sie wütend auf ihn war: gut. Wenn sie ihn hassen wollte: auch gut. Aber dieses kalte Anzicken würde er sich nicht gefallen lassen. Wenn sie wünschte würde er gehen, aber das würde sie schon aussprechen müssen. Er hatte keine Lust jede Minute kurz vor dem Blutrausch zuzubringen, nur weil sie der Meinung war, dass er ihre Worte nicht verdient hatte.

„Ich sehe, dass es ihro Gnaden nicht gut geht.“ Das Lächeln schwand nicht von seinen Lippen und die nächsten Worte schnurrte er fast. „Vielleicht sollte ich ihro Gnaden bei ihrem Bad helfen und ihro Gnaden von Kopf bis Fuß massieren.“ Seine Stimme war leise und überaus sinnlich und sein Blick glitt langsam und verheißungsvoll über ihren Körper. Nicht das ihm im Moment der Kopf wirklich nach Sex stand – vielleicht wenn er weiter darüber nachdachte .. - Aber er wusste, dass er sie so vermutlich dazu bringen würde ihn anzuspringen und das wäre deutlich besser, als alles was sie momentan tat. Vielleicht wäre es ganz gut, wenn sie all ihre Wut und ihren Schmerz an ihm auslassen würde. Eine richtige Prügelei würde sie vielleicht endlich aus ihrem Schneckenhaus heraus holen und sie von dem Gift ihres Hasses ein wenig befreien. Wenn er dafür einstecken musste, war ihm das durchaus recht. Er hasste es sie zu sehen und er hasste es, dass er der Grund dafür war.

20 Oct, 2013 15:19 08
Keeva
Gast


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Was er sagte, machte sie rasend. Erneut pressten sich ihre Kiefer fest aufeinander, so fest, dass es schmerzte. Sie lockerte sie nur kurz, um ihre Zungenspitze ein wenig vorzuschieben und darauf zu beißen, als kleine Ablenkung, um nicht auszurasten. Was sie noch mehr aus der Fassung brachte war sein Tonfall. Sie wollte ihn einfach nur schlagen. Sie wollte ihn schlagen und treten und aufschlitzen, seine Gedärme über den Flur und den Hof verteilen und ihn in die Hölle schicken. Eisern zwang sie sich dazu, an Branwen zu denken. An den Territoriumshof, an ihr Vorhaben. An die Shaladorer, die es verdient hatten, endlich wieder… frei zu sein. Keeva sehnte sich seit Jahr und Tag nach dieser Freiheit für ihre Leute, für sich selbst. Und jetzt saß sie hier in einem Gefängnis. Es war, als würde es ihr die Luft abschnüren. Es wäre in Ordnung gewesen, wenn sie sich ein paar Wochen daran gewöhnt hätte. Sie wäre damit zurechtgekommen. Aber unter diesen Umständen?! Allein zu wissen, dass Kyran in der Nähe war, machte sie wahnsinnig. Dass er jetzt nur wenige Zentimeter neben ihr stand fraß sie auf. Aber was sollte sie tun? Wenn sie jetzt ausflippte, würde sie sich das niemals verzeihen. Es wäre eine Blöße, die sie sich gab und die sie in ihrem Stolz nie verschmerzen würde. Zum Einen, weil sie sich damit selbst verriet – und es reichte schon, dass dieser Bastard sie so hintergangen und verraten hatte! – und zum anderen, weil sie damit der Lady das Leben schwer machte. Zwei Dinge, die nicht in ihre Grundsätze passten und die sie nicht mit sich vereinbaren konnte. Also glättete sie ihre Gesichtszüge, so weit es irgend ging, hob stolz den Kopf und sah Kyran unverwandt an. Oh, die Wut stand noch immer in ihren Augen, das konnte sie nicht verhindern. „Vielleicht solltest du auch aus meinem Sichtfeld verschwinden und dich um deinen eigenen Scheiß kümmern. Ich lege keinen Wert darauf, mich in der Nähe von jemandem zu befinden, der vorgibt Ehre und Stolz zu haben und dann sein Umfeld belügt.“ Ihr Tonfall war ebenso süßlich und geschmeidig, jedoch mit scharfen, zackigen, eisigen Kanten, die von dem Sturm zeugten, der in ihr tobte.

20 Oct, 2013 15:38 22
Kyran
Gast


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Zwar konnte er ganz gut ihre Knöpfe treffen, aber sie ebenso. Und sie war eine Frau, folglich war sie schon genetisch einfach gemeiner und besser in diesem Spielchen. Im ersten Moment stand er noch ruhig neben ihr und funkelte sie aus seinen Sturmaugen an, im nächsten Moment hatte sich seine Hand um ihre Kehle geschlungen und sie in die nächste Wand geprügelt. Oh er tat ihr nicht wirklich weh. Er hatte ein Schild um sie gelegt, so fest und stark, dass es sich mehr wie ein Schubbsen anfühlte. Aber er ragte wie ein Fels vor ihr auf und nahm ihr all das Licht. Seine Augen glühten glasig und so eisig kalt. Die Hand um ihre Kehle berührte sie nicht einmal richtig, zitterte jedoch vor Anstrengung und der Rest seines Körpers schien aus Stein zu bestehen.

Sein Blick bohrte sich in den ihren und seine Stimme war leise und rau als er sprach. Mehr ein geknurrtes Flüstern. „Hass mich, wenn du willst. Schlag mich, wenn es dir gut tut. Töte mich, wenn es dir hilft. Aber hör auf so zu tun, als wäre nichts gewesen!“ Bittere Wut quoll über seine Lippen, die er zu schmalen Strichen zusammen presste. Hinter ihnen konnte man das scharfe Knacken von Glas hören, das zu schnell zu kalt geworden war. Sein Atem bildete kleine Wolken und verhöhnte diese eisig kalte Welt mit einer Andeutung von Wärme. „Ich habe dich nicht belogen. Ich habe dir alles gezeigt was ich bin. Nur einen Fehler habe ich dir verschwiegen, einen Fehler, an den mich meine Ehre gekettet hat.“ Immer noch klang seine Stimme leise durch die Luft zwischen ihnen. So leise, dass man es einen Meter weiter vermutlich nicht mehr hören würde. Er ertrug ihre Vorwürfe ganz einfach nicht mehr. Dieser eine Fehler, den er begangen hatte, als er noch jung und naiv war, schien alles in seinem Leben zu zerstören, zu verpesten. Kantiger Schmerz raste durch seine Adern und ließ ihn noch kälter werden. „Ein Wort von dir und ich gehe.“ Er würde seine Ehre für sie opfern, er würde seine Seele in zwei Teile reißen, wenn sie dann wieder atmen konnte, würde gehen und jeden Funken von sich selbst zurück lassen. Wenn es dann ihren Schmerz heilen konnte. Er wartete und starrte sie an. Wartete auf die Worte, die seinen Tod bedeuten würden.

20 Oct, 2013 15:53 59
Keeva
Gast


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Bevor sie sich versah, befand sie sich an die nächste Wand gepresst wieder. Kurz flackerte Widerstand in ihr auf und sie drückte dagegen, allerdings merkte sie sehr schnell, dass das nicht helfen würde. Stattdessen hielt sie dann einfach kurzerhand still und erwiderte den eisigen Blick, der ihr entgegenkam. Sie schluckte schwer, noch schwerer durch die Hand, die sich um ihren Hals presste, aber sie hielt stand. Ihre Lippen kräuselten sich sogar ganz leicht in der bitteren Genugtuung, Kyran dazu gebracht zu haben die Fassung zu verlieren im Gegensatz zu ihr. Er hatte es verdient. Er hatte es einfach nur verdient. All das Leid und den Schmerz, den sie bei sich nicht zulassen konnte, sollte er abbekommen. Ja, in diesem Moment war Keeva gemein und unfair und unerbittlich. Aber, süße Dunkelheit, es fühlte sich gut an! Es half ihr unglaublich dabei, wirklich still halten zu können, statt wild um sich zu schlagen, weil dieser Bastard sie berührte, ihr so nahe war; auch noch sagte, dass er gehen würde, wenn sie es wünschte. Erneut schnaubte die Schwarze Witwe. „Tu, was du für richtig hältst. Es ist mir egal.“ Blankes Eis, das mit dem des Dena Nehelers aneinanderprallte, ging von ihrem Tonfall aus. „DU bist mir egal. Es ist nichts gewesen. Nicht zwischen uns.“ Sie hätte nicht gedacht, dass es so weh tat, diese Worte auszusprechen, aber der Schmerz traf sie mitten in die Magengrube. Er trieb ihr die Tränen in die Augen, aber noch bevor sie die Augenwinkel verließen, fing sich Keeva wieder. Nein, sie würde jetzt sicher nicht nachgeben! Ein Knurren entrang sich ihrer Kehle, sie mahlte mit den Zähnen und ihre Hände ballten sich zu Fäusten. „Pack deine zweifelhafte Ehre ein und verschwinde aus meinem Gesichtsfeld. Es ist mir gleich, ob du am Hof bleibst oder nicht. Es interessiert mich nicht.“ Ihre Augen begannen wütend zu funkeln, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen konnte. „Genauso wenig, wie es dich interessiert hat, mir die Wahrheit zu sagen!“ Diesen letzten, gezischten Satz konnte sie dann doch nicht zurückhalten und es schien fast, als würden Eissplitter aus ihren Augen schießen, um Kyran zu treffen. Nun rührte sich die Shaladorerin auch und versuchte, sich aus seinem eisernen Griff zu befreien. Sie ertrug es nicht. Sie ertrug seine Nähe nicht, seine Finger an ihrer Haut. Es war wie bittersüßes Gift, dessen Wirkung sie noch nicht einschätzen konnte.

20 Oct, 2013 16:08 26
Kyran
Gast


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Er erblickte ihre Befriedigung und ein kleiner Teil in ihm freute sich. Doch dann schlug sie zu. Unerbittlich, hart und sehr sehr treffsicher. Sie konnte sehen, wie jedes ihrer Worte ihn traf, ihn ein wenig mehr zurück trieb. Den Willen aus seinen Augen fort wischte und sie seltsam stumpf werden ließ. Das Kalte zog sich zurück, wurde zu einem eisenharten Ball in seinem tiefsten Innern.

Die Hand, welches sie eben noch so unerbittlich gefangen gehalten hatten, fiel einfach herab und er richtete sich wieder auf. Nicht um gerade zu stehen, sondern um Abstand zwischen sie und ihn zu bringen. Einen Herzschlag lang ruhte sein Blick noch auf ihren Zügen, ehe er den Kopf neigte. „Wie ihr befehlt, Lady.“ Die Worte waren ohne Häme ausgesprochen, ohne Spott, aber in ihnen lag auch keine Wärme. Einfach …. gar nichts. Sie waren … leer.

Noch ein, zwei Schritte wich er zurück und verneigte sich leicht vor ihr. Und dann verschwand er einfach. Von einem Herzschlag auf den nächsten, war da wo er eben noch gestanden hatte nichts mehr. Das rote Schild schützte ihn, verbarg seine Erscheinung und jeden Laut, den er von sich geben mochte vor der Außenwelt. Lies sie allein zurück.



Er zog sich zurück und nahm den tiefen Schmerz in seiner Brust mit. Aber er würde alles tun um sie zu schützen, um sie glücklich zu machen. In seinem Arbeitszimmer angekommen schrieb er ein paar Zeilen nieder. Viel war nicht nötig. Sein Stellvertreter war ein guter Mann und konnte seinen Posten ausfüllen. Und der auf dem Blatt liegende Ring sagte alles andere.

Kurz nur suchte er sein Zimmer auf und räumte es auf. Jedes Kleidungsstück, jede Erinnerung, alles tilgte er aus diesem Raum. Erst dann suchte er seine kleine Schwester auf, seinen Augenstern. Er ertrug ihren mitfühlenden, wissenden Blick und ging. Oh nicht weit – das hätte er nicht ertragen, aber weit genug. Das Haus seiner Familie hier im Ort stand leer. Sein Vater war gestorben. Aber so konnte er sich einbilden, vielleicht einmal noch einen Hauch ihrer Signatur aufzufangen, dicht genug da zu sein, wenn sie ihn jemals wieder brauchen würde. Aber gleichzeitig war er weit genug entfernt um nicht mehr von ihr wahr genommen zu werden. Verschwand aus ihrem Gesichtsfeld. Vollkommen. So als wäre er nur ein böser Traum gewesen.

Seine Wut indes lies er an dem Felsgestein unter dem Haus aus. Trug es nach und nach ab und schuf neue Räume unter der Erde. Und dann als die Wut vergangen war, verraucht, blieb nur die Leere.

20 Oct, 2013 16:26 48
Keeva
Gast


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Er tat es – er verschwand. Nur die Art, wie er das tat, hinterließ einen bitteren Nachgeschmack bei Keeva. Er war eben noch wütend gewesen, hatte sie sogar an die Wand befördert, und von jetzt auf gleich war da… nichts mehr gewesen. Die Schwarze Witwe drehte es sich so, dass es nur eine Bestätigung war: Dieser Mistkerl hatte nichts für sie übrig gehabt. Er hatte sie bewusst hintergangen, gewusst, wie ihre Meinung war und sie hintergangen. Er hatte es bei vollem Bewusstsein getan und es hatte ihn nicht interessiert. Es war nur eine lose, leere Bekanntschaft gewesen. Und sie hatte sich manchmal ernsthaft gefragt, ob sie nicht wirklich ein Stück weit über ihren Schatten springen konnte, was Dena Neheler betraf. Pah! Gut, dass diese ganze… Geschichte… ein so schnelles Ende genommen hatte, ansonsten hätte sie der Verrat am Ende noch härter getroffen. Nicht auszudenken, wie vernichtend es gewesen wäre, hätte sie sich wirklich auf Kyran eingelassen und dann erst erfahren, dass er nicht das war, was er vorgab zu sein! Es war besser so. Er war niemand von Bedeutung in ihrem Leben. Er war nichts. Sie beide waren… nie gewesen. Mit diesen Gedanken stählte sie sich und huschte blitzschnell in ihr Zimmer. Dort angekommen schmiss sie dir Tür zu und sank einfach mit dem Rücken daran entlanggleitend zu Boden. Er war nichts. Er hatte keine Bedeutung für sie. Und trotzdem war es, als könnte sie noch seine Hand an ihrer Kehle spüren, die zudrückte und ihr die Luft zum Atmen nahm.

Dieses Gefühl blieb, egal was Keeva auch machte. Am nächsten Tag erfuhr sie, dass der Kriegerprinz… gegangen war. Sie informierte sich nicht weiter, weil das bedeutet hätte, dass sie sich für ihn interessierte. Dem war ja nicht so. Ihre Laune wurde auch nicht besser. Die Shaladorerin riss sich zwar am Riemen und zeitweise hatte sie auch das Gefühl, dass es besser wurde, aber je mehr Tage vergingen, desto mehr wandelte sich ihre Stimmung in Rastlosigkeit. Wann immer sie konnte war sie außerhalb der Schlossmauer, wie ein Tier in einem Käfig fühlte sie sich darin. Draußen konnte sie ein wenig freier atmen, aber es hielt nie lange an. Die Wut war zu groß. Und sie schürte sie immer wieder ganz bewusst erneut, weil sonst… die Dinge hervorgekrochen wären, die darunterlagen. Tag um Tag verging, die Schwarze Witwe blieb in eine dicke, kalte Felswand gehüllt und ließ niemanden an sich heran, was private Themen betraf. Sie gab sich Mühe, sich am Hof einzugliedern, Aufgaben zu übernehmen, aber außerhalb dieses Bereiches ihres Lebens war sie… kaum verfügbar. Sie sprach nicht darüber, was los war. Denn es war ja schließlich nichts.

Nach einer Woche ging sie zum ersten Mal in ihr Zuhause in dem Dorf, in dem sie eigentlich lebte. Sie hatte darum gebeten, eineinhalb Tage frei zu bekommen um Sachen zu holen und Dinge zu regeln. Dort hatte sie in ihrem Schreibtischfach steinharte Kekse gefunden. Kekse, die mit jemandem in Verbindung standen. In einem Anflug von Wut und einem lauten Schrei hatte sie sie gegen die nächste Wand geworfen. Dort lagen sie noch immer, obwohl die Shaladorerin mittlerweile wieder zurückgereist war. Und die Rastlosigkeit ging weiter. Es wurde immer schlimmer. Sie versuchte die Wut aufrecht zu erhalten, nicht an IHN zu denken, nicht an das zu denken, was er getan hatte. Und dennoch hatte sie irgendwann vorsichtig und unauffällig ihre Sinne ausgestreckt und festgestellt, dass er gar nicht so weit weg war. Nicht so weit, wie sie gedacht hatte. Seitdem war sie noch unruhiger geworden. Eines Nachts, in der sie mal wieder keinen Schlaf fand, ging sie einfach nach draußen und lief. Sie rannte, rannte, bis sie nicht mehr konnte, ohne ein bestimmtes Ziel oder in eine bestimmte Richtung. Sobald sie nicht mehr konnte, machte sie langsamer, verfiel in eine Art Spaziergang in ihrem dunklen, groben Rock und der Bluse, den einfachen Schuhen und ihren gepflegten, aber ungezähmten Haaren. Sie war im Ort angekommen, wanderte durch die Straßen. Bis sie irgendwann feststellte, dass Kyran in der Nähe war. Mutter der Nacht, sie war tatsächlich HIERHER gelaufen? In die Nähe von IHM? Was zur Hölle war nur mit ihr los?! Nun, da sie sich dessen bewusst war, wollte sie bereits wieder kehrt machen und zurück gehen, aber sie konnte nicht. Diese Unruhe in ihr war bestialisch und kaum auszuhalten. Sie war etwa drei, vier Häuser von jenem entfernt, in dem sich der Kriegerprinz vermutlich befand. Müde lehnte sich die Shaladorerin an eine Mauer, schloss die Augen und seufzte. Warum war sie hier? Das war falsch. Sie wollte ihn aus ihrem Leben streichen und sollte nicht hier sein. Und dennoch zuckte der Gedanke durch ihren Kopf, zu ihm zu gehen. Sie verdrängte ihn eisern, schüttelte sogar den Kopf dabei, um es irgendwie zu unterstreichen. Dann richtete sich ihr Blick die Straße entlang zu jenem Haus. Vielleicht… vielleicht konnte sie mit der Sache abschließen, wenn sie ihn anschrie und ihm wirklich etwas antat? Vielleicht. Aber sie war noch nicht so weit. Sie konnte sich noch nicht dazu durchringen, ihm gegenüber zu treten. Irgendwann. Nun aber begnügte sie sich vorerst mit dem Gedanken und machte lieber kehrt, um sich im Schutz der Nacht zurück an den Hof zu begeben.

20 Oct, 2013 16:54 19
Kyran
Gast


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Ob Tag oder Nacht war, nahm er nicht wahr. Er lebte insofern, dass er aß, trank, sich vor allem betrank und arbeite. Unermüdlich. So lange bis sein Körper vollkommen erschöpft war und er einfach zusammen brach. Doch auch dieser Schlaf der Erschöpfung brachte ihm keine Ruhe. Keine Erholung. Ständig sah er ihr Bild vor Augen. Die Anklage. Den Hass. Und jedes mal zerfetzte es sein Herz aufs Neue.

Jeden Winkel des Hauses, welches sein Vater in einen Schrein für seine tote Mutter verwandelt hatte, hatte er befreit. Jede Holzverkleidung, jeden Vorhang, jeden Fetzen Tapete. Alles hatte er zerhackt, verbrannt, zerstört. Während die Flammen gierig den Brennstoff verschlungen hatten, hatte er sich an den Flammen gewärmt und sich einen winzigen Augenblick nicht ganz so kalt gefühlt. Nun war das ganze Haus leer und voller Narben. Überall konnte man sehen wo er Verkleidungen abgerissen hatte, wo er die Vergangenheit weggerissen hatte. Tatsächlich hatte er bereits angefangen die Wände wieder aufzubereiten. Sie in mühsamer Kleinstarbeit in perfekte glatte Flächen zu verwandeln.

Doch an diesem Abend – er hatte aus irgendeinem Grund das Fenster auf gemacht – hatte er sie gespürt. Nur für Sekunden und doch war sofort der Schmerz hochgekocht. Die Wut. Und er hatte diesen Raum wieder zerstört. Seine Finger waren blutig, die Schwielen rissig. Geschunden und gepeinigt nur um nicht denken zu müssen. All die winzigen Schritte nach vorn, waren durch einen Hauch des Geruchs nach Freiheit, nach Wildheit zerstört worden. Stundenlangen stand er wie erstarrt an dem Fenster und wartete. Irgendwann wurde er belohnt. Die süße Dunkelheit flüsterte von einem Wirbelsturm, der sich verbarg, aber er war da. Bewegungslos verharrte er, nur seine Finger krampften sich um den Fensterrahmen. Er atmete. Langsam. Sog jeden Hauch ihrer Anwesenheit in sich hinein. Labte sich daran. So lange es eben dauerte.

Danach stand er noch Stunde um Stunde da, wartete zerrissen zwischen Hoffnung und Schmerz. Doch irgendwann siegte der Schmerz und er wand sich ab. Sein Blick fiel auf das Chaos und er begann erneut aufzuräumen. Aufzubauen. Bis zur Erschöpfung und noch ein wenig weiter. Er verlor sich ganz in der Perfektion und langsam lernte er wieder zu atmen, zu leben. Dennoch hörte er nicht auf zu arbeiten. Und wenn das Salz in den Wänden nicht nur von seinem Schmerz kam, so heilte es ihn doch, bildete Schorf und würde vielleicht irgendwann einmal vernarben.

20 Oct, 2013 19:01 28
Keeva
Gast


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Zwei weitere Tage vergingen. Keeva konnte nicht verhindern, dass ihre Gedanken immer und immer wieder zu dem Kriegerprinzen zurückdrifteten. Seit sie an dem Haus gewesen war, war es nicht mehr so einfach, alles zu ignorieren und sich einzureden, dass nichts sei. Nun stand sie in ihrer eigenen kleinen Hütte, die sie die letzten Jahre bewohnt hatte. Sie hatte noch einige Sachen hier, da sie immer wieder auch hier sein würde, aber einiges hatte sie bereits an den Territoriumshof geschafft. In dem kleinen, abgetrennten Raum, wo ihr Schreibtisch stand, lagen die hart gewordenen Kekse bröselig auf dem Boden. Das Abendlich fiel in das Zimmer und nachdenklich starrte die Schwarze Witwe einfach in den Raum. Die Shaladorerin war noch immer ruhelos und dieser Umstand trieb ihre grenzenlose Wut nur voran. Er schürte sie, machte sie noch weniger leicht zu bändigen, sodass es schier zum Verzweifeln war. Außerdem hatte sie darüber nachgegrübelt, ob es helfen würde, Kyran einfach anzuschreien, auszurasten und es dann gut sein zu lassen. Auch jetzt grübelte sie darüber nach, immer und immer wieder. Sie stand bereits zwei Stunden hier. Dann, ganz plötzlich, ging ein regelrechter Ruck durch ihren Körper – und sie fasste einen Entschluss. In Windeseile verließ sie die Hütte, sprang auf die Winde und reiste zurück. Bis zum nahegelegenen Landenetz in der Nähe des Hauses, wo Kyran hoffentlich war. Sie war eine Schwarze Witwe und brauchte sich nicht sonderlich anstrengen, um Stimmungen ganz automatisch aufzunehmen, wenn sie sich nicht explizit dagegen abschirmte. Schon als sie noch einige Schritte von der Haustür weg war wusste sie, dass in diesem Gemäuer gerade keine sonderlich guten Gefühle wohnten. Keeva war sich auch nicht schlüssig, ob sie deshalb Befriedigung empfand oder nicht. Auch wieder ein Umstand, der sie sauer machte. Sie zögerte, blieb stehen, schluckte. Sah zu dem Haus und zögerte nochmals ein paar Herzschläge lang. Dann ging sie einfach weiter.

Keeva war selten besonders höflich, nun erst recht nicht. Sie machte sich nicht die Mühe, zu klopfen oder die Schelle zu ziehen. Sie stieß die Tür kurzerhand mithilfe von Kunst auf, sodass sie aus den Angeln flog und gegen die nächste Wand krachte. Zeit, ihrer Wut Raum zu geben. Zeit, diesen Mistkerl anzuschreien und ihm vielleicht sogar weh zu tun, wie es Dena Neheler einst mit ihr getan hatten. Dann konnte sie endlich ihren Frieden finden. So der Plan. „Kyran!“, schrie sie und blieb im Flur stehen, wartend, lauernd.

20 Oct, 2013 20:10 17
Kyran
Gast


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Im Gegensatz zu ihrer kleinen Hütte irgendwo in den Reservaten, war das hier das prunkvolle Haus eines Adligen. Vor der Tür schwang sich eine Doppeltreppe von zwei Seiten hinauf zu dem Eingangsportal. Umso befriedigender war vermutlich das Krachen mit dem die schwere Eichentür gegen die frisch verputzte Wand knallte. Auch der Flur war gar kein Flur, sondern eher eine Halle. Altes, dunkles Parkett lag auf dem Boden und mindestens vier Türen gingen von dem großen, vollkommen leeren Raum ab. Auch hier schwangen sich wieder zwei Treppen nach oben. Von den luftigen Höhen schien Licht durch bunte Fensterscheiben und malte Muster in juwelenfarben auf die glatten Wände.

Das Krachen riss Kyran aus seiner fast meditativen Arbeit. Augenblick pressten sich seine Kiefer zusammen und seine Schultern verspannten sich. Offensichtlich konnte sie es doch nicht lassen ihm seinen Fehler vorzuwerfen. Kurz spülte er den Schleifstaub von seinen Händen und ging dann langsam nach unten. Seine sonst gebräunte Haut wirkte blass und heller Staub lag auf den unordentlich zurück gestrichenen Haaren. Er trug ein einfaches hellgraues Shirt, welches sich eng an seinen Körper schmiegte. Dazu eine dunkle Lederhose, die beängstigend tief auf seiner schmalen Hüfte ruhte. Sein Gesicht wirkte angestrengt. Die letzten Tage hatte Spuren hinterlassen. Die Gesichtsknochen traten deutlicher hervor und malten die Konturen noch schärfer. Dazu verschattete ein Bart seine Wangen. Schatten lagen unter den Sturmaugen.

Ein paar Schritte tat er die Treppe hinab, so dass er auf dem letzten Drittel zu stehen kam. Leicht lehnte er sich mit der rechten Schulter an die Wand, während sein Blick zu der zerstörten Tür wanderte und kurz ein einzelner Muskel in seiner Wange zuckte. Erst dann richtete sich sein Blick wieder auf die wütenden schwarze Witwe in seiner Eingangshalle. Und immer noch sagte er kein Wort, sondern wartete nur ab.

21 Oct, 2013 15:00 50
Keeva
Gast


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Sie spürte, dass er sich näherte, ohne dass sie es darauf anlegen musste. Keeva war so geladen, dass all ihre Sinne geschärft waren und ihr Kopf ruckte in die Richtung, aus der der Kriegerprinz kam. Sobald er in Sichtweite kam, polterte sie unfreundlich los: „Du…!“ …siehst furchtbar aus. Sie unterbrach sich kurz, selbst irritiert, dass ihr dieser Gedanke durch den Kopf geschossen war. Allerdings schob sie das ganz schnell beiseite, ignorierte es, dass es sie durchaus ankratzte, dass Kyran so… schlecht aussah und ließ ihrer Wut freien Lauf. „Du bist einer der größten Scheißkerle, denen ich je begegnet bin!“ Ihr Zeigefinger fuchtelte in seine Richtung, war auf seine Brust gerichtet. „Ich hab mich noch nichtmal entschieden, ob du in der Rangliste der größten Arschlöcher über denen des Hofes stehst, die für die Narben an meinem Rücken verantwortlich sind, oder nur ganz knapp darunter!“ Das war gemein, aber sie war ja auch nicht hier, um Höflichkeiten auszutauschen. „Du hast ganz genau gewusst, was ich über dieses Territorium denke! Du hast genau gewusst, was ich über diese beschissenen dena nehelischen Königinnen denke, die dann auch noch Männer um sich scharen, die genauso verantwortungslos, unehrenhaft und falsch handeln, wie sie selbst! Und du hast es keine Sekunde lang für nötig gehalten, mir zu sagen, dass du an genau so einem Hof dienst!“ Ihr ausgestreckter Zeigefinger machte den Anschein, als wäre er genau auf Kyrans Herz gerichtet. Und in der Stimmung, in der die Schwarze Witwe war, musste man befürchten, dass gleich ein Machtblitz daraus hervorschoss.

Mittlerweile schrie sie auch. Sie begann herumzulaufen, im Umkreis von ein paar Metern um sie herum war es gleichzeitig heiß und kalt. „Du bist ein verlogener, dreckiger Mistkerl, Kyran!“ Sie konnte sich nicht mehr im Zaum halten. Energie entlud sich und zertrümmerte Teile des Geländers, das die Treppen entlang nach oben führte. „Du hast dich bei mir eingeschmeichelt und ich blöde Kuh war wirklich versucht, über meinen Schatten zu springen. Zumindest darüber nachzudenken, einigen Dena Nehelern eine Chance zu geben!“ Oh, sie war so wütend! Die Blicke, die unentwegt auf Kyran gerichtet waren, unterstrichen das nur zu deutlich. „Du hast mit mir gespielt. Was war ich?“ Keeva blieb stehen, die Luft um sie herum knisterte, brachte den Putz an den Wänden zum Platzen. „Eine willkommene, kleine Abwechslung vom Hofalltag? Eine nette Erfrischung zwischendurch, um mal was anderes zu sehen als polierte Eingangshallen?“ Sie spie die Worte regelrecht aus, spuckte sie ihm vor die Füße in ihrer unbändigen Wut. „Sag es mir! Sag es mir, du verlogener Dreckskerl!“

21 Oct, 2013 19:17 11
Kyran
Gast


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Kaum war er in ihre Reichweite gekommen, schon schrie sie los. Ließ all diese ungerechtfertigten Vorwürfe auf ihn niederprasseln. Seine Mimik veränderte sich nicht groß. Blieb ein wenig distanziert, aber höflich aufmerksam. Sogar als sie richtig anfing zu toben änderte sich daran nicht viel. Sobald sie jedoch anfing die wenige Inneneinrichtung zu zerstören, umhüllte er sich mit einem hautengen roten Schild und schritt die letzten Treppenstufen hinab. Aufreizend langsam und gelassen.

Unten angekommen schob er die Hände in die Hosentaschen und blickte sie weiterhin unverwandt an. Er fühlte sich seltsam distanziert. So als würde er die Szene nur als unbeteiligter Dritter beobachten. Zwar spürte er, dass ihre Worte die gerade verschorften Wunden wieder aufrissen, aber nur wie durch eine dicke Decke. Alles fühlte sich dumpf und … weit weg an. So als wäre man an einem eisigen Wintertag zu lange draußen gewesen und das schmerzhaft-kribbelige Aufwärmen hätte noch nicht angefangen. Vielleicht fühlte man sich so, wenn man erfror, überlegte er ein wenig abgelenkt. Dennoch hörte er jedes Wort, welches sie ihm so hasserfüllt vor die Füße spie.

Dennoch entging es ihm fast, als sie aufhörte zu sprechen und ihn herausfordernd ansah. Tatsächlich musste er ein paar Sekunden darüber nachdenken was genau sie als letztes gesagt hatte. „Ist mylady nun fertig? Geht es ihr besser? Möchtet ihr mich noch ein wenig weiter anschreien und mein Haus zerstören oder soll ich wieder aus eurem Gesichtsfeld verschwinden?“ erkundigte er sich in einem ausgesucht höflichen Ton und legte leicht den Kopf schräg. Auch wenn er vollkommen ruhig da stand, so waren seine Muskeln doch zum Zerreißen gespannt. Dennoch rührte er sich keinen Millimeter.

21 Oct, 2013 21:05 56
Keeva
Gast


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Seine Ruhe störte sie vorerst nicht. Sie war sowieso schon wütend, unfassbar wütend, seine Ruhe schürte das vorerst nicht noch mehr. Aber dass sie keine Antwort bekam trieb Keeva dann doch noch weiter über ihre Grenzen hinaus. Die nächsten Putzteile platzten ab, ein Beben ging durch die Eingangshalle und ließ Bröckchen nachfallen, wo sie das Geländer zerstört hatte. „Gib mir gefälligst eine Antwort!“, schrie sie den Kriegerprinzen an. „Wenn du mich schon nur benutzt und hintergangen hast, gib mir wenigstens eine Antwort, wieso!“ Diese Fragen zermarterten ihr das Hirn, schürten ihre Wut. Und vergrößerten das, was eigentlich unter der Wut schlummerte. All die Enttäuschung und Trauer, all den Schmerz und den Kummer. Es war alles da, aber die Shaladorerin wollte davon nichts wissen. Damit hätte sie sich eingestanden, dass ihr Kyran etwas bedeutete – oder bedeutet hatte, im Zweifelsfall – und das war für sie im Moment nicht zu ertragen. Allein der Gedanke machte sie krank und würde sie in Tränen ausbrechen lassen. Nein, damit konnte sie gerade nicht leben. „Sag es mir!“ Sie trat auf ihn zu, sodass nur ein, zwei Schritte sie voneinander trennten. Mit Augen voller Zorn sah sie ihr Gegenüber an. „Mir ist mittlerweile klar, dass dir rein gar nichts an mir oder meinen Leuten liegt. Aber sag mir wenigstens: Warum das Ganze?“ Ihre Schultern waren angespannt, überhaupt drückte ihre ganze Haltung aus, dass sie bis zum Zerreißen gespannt war und völlig unberechenbar. Wie ein Vulkan, bei dem nicht vorauszusehen war, wohin er seine glühende, alles vernichtende Lava spucken würde. „War dein Leben wirklich so langweilig, dass du einfach mal losziehen und dir einen kurzweiligen Zeitvertreib suchen musstest? Befriedigt es dich wenigstens zu wissen, dass du scheiß dena nehelischer, arroganter, verpesteter Kriegerprinz drauf und dran warst, von Shaladorern gemocht zu werden und mich und mit mir meine Leute dann mit Füßen zu treten?“ Die nächsten Geländerteile zerfielen zu Staub, ohne dass sie hinsah oder es bewusst wahrnahm. „Geht es dir damit jetzt besser?“ Blitzschnell warf sie sich dem hünenhaften Männerkörper entgegen, im Anschein, auf ihn einschlagen zu wollen. Dabei nutzte sie subtil Kunst und begann Zauber zu weben, die Kyrans Schilde schwächten. Keeva war wütend genug, um derlei Dinge mit genug Energieaufwand auch tatsächlich zu schaffen. Vor allem beflügelte sie in ihrer grenzenlosen Wut der Gedanke, ihren Schlangenzahn ihn jenen Körper zu treiben, den sie vor zwei, drei Wochen lieber auf andere Art und Weise unter ihren Fingern gespürt hätte.

21 Oct, 2013 21:34 32
Kyran
Gast


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Immer und immer weiter bedeckte sie ihn mit vollkommen haltlosen Anschuldigungen und er dachte darüber nach ob er ihnen wirklich eine Antwort geben sollte. So jedoch musterte er vorerst nur ihr in ihrer Wut immer noch schönes Gesicht. Sie war anders als diese perfekten Püppchen, die es zu Hauf an diversen Höfen gab. Wild, frei, ein Gewittersturm. Wunderschön in seiner Natürlichkeit. Das sie sein Haus so beiläufig zerstörte, störte ihn dann doch ein wenig und er runzelte leicht die Stirn. Warum tat sie das? Das Haus hatte ihr schließlich nichts getan. Zugegeben seine Gedankengänge waren derzeit nicht sehr logisch, aber er war auch nicht in dem besten Zustand.

Als sie sich auf ihn stürzte und klar war, dass sie ihm ihren Schlangenzahn tief in den Leib bohren wollte, trat er einen raschen Schritt zur Seite und lies sie an ihm vorbei stolpern. Gleichzeit zog er zwei weitere Schilde hoch. Ein hautenges und eines, welches ihn in etwa fünf cm Entfernung umgab. Zudem drehte er sich mit, so dass er sie weiterhin ansehen konnte. Noch immer war er damit beschäftigt darüber nachzudenken, ob er ihr eine Antwort geben sollte. Und es würde auch noch einige Momente dauern, bis er sich entschieden hätte.

„Wenn Mylady vielleicht noch einmal mit den Shaladorern sprechen würde, würde sie vielleicht feststellen, dass die Hilfslieferungen nicht eingestellt worden sind.“, erklärte er immer noch vollkommen ruhig und höflich. Zumindest auf eine kranke Art und Weise ruhig. „Wenn ihr mir einen Rat gestattet: Versucht einmal nicht nur in eurem Kopf zu leben, sondern auch mit den Leuten zu sprechen, die die Welt bevölkern. Vielleicht haben sie ja tatsächlich etwas zu sagen.“ Leicht verneigte er sich. Höflich, zurückhaltend, kalt.

21 Oct, 2013 21:47 12
Keeva
Gast


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Dass er ihr auswich, machte sie noch zorniger. In blinder Wut schlug sie mit Kunst und auch Muskelkraft auf seine Schilde ein, völlig außer sich. Seine Worte machten es auch nicht gerade besser. „Du Bastard! Wage es nicht vorzugeben, mich zu kennen!“ Sie schlug und tobte. „Du hast keine Ahnung von mir und den Shaladorern!“ Nur, weil er sich ein paar Mal mit ihr ‚abgegeben‘ hatte und auch ein paar wenige ihrer Leute getroffen hatte, sollte er sich bloß nicht anmaßen, jetzt ein Urteil darüber abzugeben. Dass die Hilfslieferung nicht eingestellt waren, trieb Keeva so gesehen fast noch mehr auf die Palme. Was wollte er damit bezwecken? „Hast du doch noch einen Funken Menschlichkeit in dir, dass du ein schlechtes Gewissen beruhigen musst mit der Weiterführung der Hilfslieferungen?“ Die Spirale aus heiß-kalter Wut schraubte sich immer höher und höher und höher. Sie wurde zu einem Wirbelsturm, der alles verschlang. Keevas Willen, ihre Zurechnungsfähigkeit, ihre letzten Reste von Kontrolle. Ihr Juwel leerte sich immer weiter, Energie floss in einem unkontrollierten Strom in die Zauber, die sie wob, um Kyrans Schilde zu schwächen und dann, mit etwas Glück, mit der Zeit zu zerbrechen. „Rede mit mir! Du bist es mir schuldig, mir wenigstens zu sagen, warum du nur ein scheiß Spiel gespielt hast!“ Weiter und weiter schlug sie, ließ ihrer Wut freien Lauf. Selbst wenn sie wollte, sie hätte sich nicht mehr stoppen können. Der unbändige Zorn begann sie aufzufreßen, nach und nach zu zerlegen; gekoppelt mit der enormen Menge an Juwelenkraft, die aus ihrem Saphir floss, eine körperliche Anstrengung, der sie nicht ewig standhalten konnte. Sogar nur recht kurz. Sie begann Sternchen vor Augen zu sehen, aber sie hörte nicht auf. Tränen stiegen ihr in die Augen – und es machte sie noch wütender. Keeva konnte nicht aufhören. Es regte sich der Gedanke in ihr, wegzulaufen, aber er war nur kurz und kaum zu greifen. Sie konnte einfach nicht aufhören. Diese unfassbare Wut verschlang sie mit Haut und Haaren und trieb sie weit über ihre Grenzen hinaus. Schließlich kippte die Schwarze Witwe einfach nach vorn, ihre Bewegungen waren immer langsamer geworden, ihre Schläge kraftloser. Sie bekam gar nicht mehr wirklich mit, was eigentlich passierte. Ihr Sichtfeld schrumpfte nur immer weiter, wurde von Schwärze verschlungen und ihr war nicht bewusst, dass das Schluchzen und wirre Schimpfen von ihr stammte.

21 Oct, 2013 22:12 47
Kyran
Gast


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Er ließ sie toben, wüten und um sich schlagen. Sollte sie sich doch ruhig austoben. Er hielt still und bot ihr eine angemessene Angriffsfläche, auch wenn er sich nicht wehrte. Sie schrie und schrie und wütete. In diesem Zustand hätte kein Wort sie erreichen können, keine Geste durch ihren Panzer dringen können. Also wartete er. Als ihre Bewegungen dann langsamer wurden und schwächer und sie begann zu taumeln, streckte er einfach die Arme aus und lies sie hinein rutschen.

Für einen langen Augenblick schloss er die Augen und sog ihre Signatur in sich auf. Atmete einfach nur. Dann hob er sie hoch, als würde sie nicht mehr als ein Kätzchen wiegen und barg sie an seiner Brust. Ganz sanft hielt er sie. Mit schweren, erschöpften Schritten trug er sie in den hinteren Teil des Hauses und dann über neu erschaffene Treppen nach unten. Der Gang, durch den er schritt, war dunkel, aber der Raum danach nicht. Ein sanftes, diffuses Licht erhellte ihn.

In der Mitte des Raumes stand eine Art Bett. Allerdings ohne Kopf oder Fußteil. Es war rund. Und die Wände. Die Wände wirkten wie unzählige Fenster. Ein jedes zeigte jedoch ein andere Szene. Dort eine Küche mit einer jungen Frau, die ihr Lächeln hinter einer Tasse verbarg. Dann dieselbe Frau, nass und wütend. Ein Bad, eine zerstörte Lichtung, eine Gruppe von Menschen um einen Wagen und die Frau inmitten von ihnen, die Augen stolz leuchtend. Es waren Erinnerungen. Seine Erinnerungen. Seine Schwester war eine schwarze Witwe, wusste um die Zerbrechlichkeit seines Geistes und wollte ihm helfen. Eigentlich war das hier dafür gedacht, dass er sich an die guten Dinge erinnern konnte, wenn er so weit war. Aber … vielleicht öffnete es ihr die Augen.

Solange man nicht genau hinsah, waren die Bilder diffus und nur eine undeutliche Wandmalerei, die den Raum sacht erhellten. Wenn man jedoch seine Konzentration auf eines der Bilder richtete, wurde es schärfer, heller. Und eine jede Szene erzählte aus der kurzen Zeit, die sie miteinander verbracht hatten. Und ein jedes war mit dem Blick eines Mannes dargestellt, der Zuneigung empfand, Begehren, Bewunderung … ja vielleicht sogar so etwas wie Liebe.

Sanft legte er sie auf das Bett und deckte sie zu. Neben sie stellte er eine Karaffe mit Wasser und einen Becher und dann ging er. Sie würde den Weg hinaus schon allein finden. Und er hatte wieder zu tun. Mit einer Engelsgeduld machte er sich daran, die Tür und das Geländer zu reparieren.

21 Oct, 2013 22:40 02
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