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Melyanna
Königin





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Keine Miene verziehend hörte sich Melyanna an, was dieser unfreundliche Prinz ihr zu sagen hatte. Ihr entging weder der Hohn in seiner Stimme noch die Verachtung, die deutlich zu erkennen war. Auch nicht die teils fast schon bedrohlich wirkende Haltung – doch ließ sich die junge Königin davon nicht einschüchtern im Moment, dafür war ihr das Thema zu wichtig. Und wenn ihr etwas wichtig war, wenn sie verbissen etwas erreichen wollte, dann zwang sie sich dazu stand zu halten und keinen Millimeter zurückzuweichen. So wie jetzt. Sie versuchte sich rein gar nichts anmerken zu lassen, aber ihre Verwirrung wuchs teilweise, somit auch der Ärger, den sie über diese Verwirrung empfand. Ich tue bitte WAS? Mich an ihn klammern? Davon konnte ja wohl wirklich nicht die Rede sein! Sie versuchte doch sogar Thasos in Ruhe zu lassen! Trotz des Verhaltens, das Ker an den Tag legte, kam sie jedoch nicht im Entferntesten auf die Idee es einfach gut sein zu lassen und zu gehen. Sie hatte nicht umsonst den Schild um sich erschaffen, bevor sie das Zimmer hier aufgesucht hatte, wenn er ihr also etwas tun wollte sollte es nur versuchen, es war ihr im Moment völlig egal. Sie WOLLTE etwas, und wenn dem so war, dann war sie verflucht stur. „Könnt Ihr vergessen, dass ich aus diesem Raum hier verschwinde. Wenn sich Eure Geduld dem Ende zuneigt, bitte. Ich werde noch hier stehen, wenn Ihr sie wiedergefunden habt, solange ich nicht ein paar Antworten bekomme.“, gab sie kalt zurück.

Schließlich ließ sie den Arm sinken, das Papier in ihrer Hand raschelte leise. Dieser Prinz versuchte sie zu provozieren und sie aus der Reserve zu locken. Aber Melyanna ließ das nicht einfach so mit sich machen geschweigedenn, dass sie darauf einging. Sie ignorierte solche Scherze einfach und konzentrierte sich auf das Wesentliche. Es ging um Thasos, das half dabei. Ihre Haltung sah zwar irgendwie verspannt aus und irgendwie machte sie plötzlich einen extrem müden Eindruck, aber es änderte nichts daran, dass sie nicht einfach gehen würde. Seine Fragen beantwortete sie nicht, sie wusste selbst keine wirkliche Antwort darauf. Noch nicht zumindest. „Davon mal ganz abgesehen kann überhaupt nicht die Rede davon sein, dass ich mich an Thasos klammern würde.“ Ungläubigkeit mischte sich in ihre Stimme bei diesen Worten. Wie kommt der überhaupt auf so einen Schwachsinn? Das konnte sich die junge Frau tatsächlich nicht erklären. Und was wusste Ker, was sie selbst nicht wusste? Offensichtlich musste es da ja etwas geben, ansonsten käme er nicht zu solchen dämlichen Schlussfolgerungen. Außer er war einfach nur dumm. Hmm… auch eine Möglichkeit. Ja, sie wurde gerade ungerecht, aber das war ihr egal. „Was ist mit ihm? Was, beim Feuer der Hölle, hat Thasos für ein Problem? Es muss ja eines geben wenn sich irgendwelche Leute“, die letzten Worte betonte sie, sodass klar war, dass sie Ker nicht abnahm, dass er nichts mit dem Brief zu tun hatte, „dazu genötigt fühlen Briefe zu schreiben, in denen darauf hingewiesen wird, dass ich ihn quäle. Mit was auch immer.“ Ihr Blick wurde fragend, eindringlich, der Wunsch nach Antworten war darin zu lesen. Antworten, die ihr dabei helfen würden, dass es Thasos ‚besser’ ging, wenn das in ihrer Macht stand.

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28 Jun, 2011 01:04 57 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
NSC
Alles und Nichts




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Ker Vakarian - Prinz (Opal/Saphir), 1932

Irrsinniger Weise hatte er angenommen, dass die Königin so klug wäre seinen Hinweis zu verstehen. Aber nein, sie musste sich stur stellen und nicht gehen. Sie wollte sogar bleiben bis er wieder seine Geduld finden würde. Ker hätte es vielleicht sogar witzig gefunden. An einem anderen Tag.
Er versuchte sie sogar zu ignorieren in der Hoffnung sie würde diesen Wink mit dem Zaunpfahl verstehen und verschwinden, aber sie redete weiter. Und ging ihm damit gewaltig auf den Zeiger. So viel zum Denkanstoß. Denken ist leise. Sie wird eher zu einem Wasserfall.
Als Melyanna endlich fertig war und abwartend vor ihm stand hätte er ihr mit zunehmendem Vergnügen in den Hintern getreten. Stattdessen erwiderte er ihren Blick mit all dem Hass den er für Königinnen empfand. An seinem Gürtel hin inzwischen sein Schwert. Bruder, irgendwann müssen wir uns wirklich noch über deinen Geschmack was Territorien und Frauen angeht unterhalten. "Was denkt ihr wie lange werden eure Schilde halten? Oder wie lange wird es dauern bis ihr an Ort und Stelle zu Stein werdet. Wenn ich fertig angezogen bin ist das Schloss verschwunden und ihr besser auch, denn dann werde ich mir meinen Weg nach draußen bahnen. Egal ob ihr da steht oder nicht. Meine Arbeit wartet nicht nur weil eine Königin der Meinung ist sie muss sich jetzt wie ein kleines Kind aufführen."
Abschätzend sah er Melyanna an. Kurz überlegte Ker ob der alte Brunnenschacht groß genug war damit er Melyanna darin versenken konnte. Schließlich wollte er auf alles vorbereitet sein. Noch war Thasos betrunken und im Land der Träume, er hätte also genug Zeit sie los zu werden.
Melyanna rührte sich jedoch nicht von der Stelle, während Ker damit fortfuhr sich weiter anzukleiden. Stück für Stück folgten Teile seiner Kampfausrüstung. Zwischendurch sah er immer wieder zu Melyanna, die noch immer keine Anstalten machte sich zurückzuziehen. Kurz vor seinem letzten Teil der Kampfausrüstung drehte er sich wieder zu ihr um und sah sie mit einen Kopfschütteln an. "Seit ihr wirklich so naiv Schätzchen? Himmel, ich dachte als Kurzlebige in eurem Alter hättet ihr wenigstens ein klein wenig Verständnis für die Dinge. Ihr seit ja nicht einmal in der Lage die einfachsten Fragen selbst zu beantworten oder die Antwort zu begreifen. Ihr hattet bereits zwei oder drei Mal die Gelegenheit mit den Verwaltern zu sprechen und eure eigenen Wände zu besitzen, aber ihr findet immer einen Vorwand warum ihr diese Termine verschiebt. Euer Verhalten ändert sich schlagartig sobald Thasos im Raum ist und verändert sich erneut sobald er den Raum verlässt. Ihr meint ihr hättet euch im Griff? Kindchen ihr müsst noch sehr viel lernen, wenn ihr eure Gefühle vor Älteren verbergen wollt. Thasos würde es vermutlich sehen, wenn er nicht blind wäre sobald ihr den Raum betretet." Ker griff nach seiner Schulterpanzerung und schnallte sie fest. Damit stand er nun in voller Schlachtrüstung vor Melyanna. Die Rüstung war das einzige Ding, dass er behalten hatte. Alle die so waren wie er hatten diese Rüstung getragen, aber er trug sie nicht um sich an diese Männer zu erinnern, Ker trug die Rüstung um sich daran zu erinnern, dass er die Kraft gehabt hatte sich anders zu entscheiden. Sein freier Wille war am Ende nicht gebrochen worden. "Außerdem was wollt ihr? Ein Brief ist doch etwas freundliches. Ich hätte euch einen Dolch geschickt, dass hätte jedes Problem beseitigt. Vergangenheit oder Zukunft. Thasos hat im Augenblick nur ein Problem. Euch. Oder besser gesagt, der Umstand dass ihr euch eben nicht wie eine von eurer Art benehmt." Was immer Ker unter dem typischen Benehmen einer Königin verstand. Vermutlich war es wieder etwas vollkommen anderes als Melyanna darunter verstand. "Ihr solltet euch vielleicht auch einmal für den Mann interessieren. Was auch immer er in euch sieht. Er sieht ganz sicher keine Tochter." Mit diesen Worten schritt Ker an Melyanna vorbei. In seinen Augen lag eine Warnung, die deutlich machte dass sie ihn jetzt besser nicht aufhielt. Als er an ihr vorbei war flüsterte Ker leise in den Wind. "Ich werde auf keinen Fall zulassen, dass mein kleiner Bruder wegen euch fällt. Wegen euch war er nur einen kleinen Schritt von der Verbannung entfernt."
Im nächsten Moment durchbrach Ker mit einem gezielten Schlag das Schloss an seiner Tür, Saphir traf auf Saphir. Die Arbeit und das Training des kleinen Wachtrupps für Thasos Anwesen warteten auf ihn. *Ach ja, Thasos kann das auch. Er lernt schnell. Meistens.* Das er mit seinem Handeln Melyanna seine wahre Kraft offenbart hatte war ihm egal. Es gab ohnehin keinen Grund mehr diese zu verbergen. Thasos war ebenso stark wie er. Warum er sich dem Prinzen unterordnete war seine Angelegenheit.

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Das Passwort für den NSC-Account kann bei den Admins erfragt werden.

28 Jun, 2011 01:05 09 NSC ist offline Beiträge von NSC suchen Nehmen Sie NSC in Ihre Freundesliste auf
Melyanna
Königin





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Das, was sie in Kers Augen sehen konnte, nachdem sie fertig war mit Reden, machte ihr keine Angst, obwohl es das vielleicht hätte tun sollen. Stattdessen empfand sie… Trauer? Melyanna konnte es nicht so wirklich definieren, weil das aufkommende Gefühl sofort, wie alles andere auch, nach hinten geschoben und im dunkelsten Winkel verbarrikadiert wurde. Es machte ihr auch keine Angst, dass er ganz offenkundig damit drohte sich einfach einen Weg nach draußen zu bahnen. Der jungen Königin war im Moment einfach nur alles so ziemlich egal. Außer Thasos. Und das wiederum war verstörend. Für einen Moment hatte sie noch gedacht, dass sich Verärgerung und Zorn in ihr breit machten, besonders als er sie bezichtigte sich wie ein kleines Kind aufzuführen. Oder sie als naiv und ‚Schätzchen’ bezeichnete. Dafür hatte sie allerdings keine Zeit, denn das, was dieser bescheuerte Prinz danach so von sich gab brachte sie zum Nachdenken, es beschlagnahmte sie völlig, sodass kein Raum mehr für irgendetwas anderes blieb. Ich bin sein einziges Problem? Er verändert sich, wenn ich da bin? Ich verändere mich, wenn er anwesend ist? Die Gedanken rasten nur so in ihrem Kopf und verursachten ihr Schmerzen. Dass ich mich nicht benehme wie eine meiner Art? Sie hatte keine Ahnung, wovon Ker da jetzt schon wieder redete. Es verwirrte sie zunehmend und ihr war es im Moment nicht möglich Ordnung in dieses Chaos zu bringen. Melyanna zuckte nicht einmal, als der Prinz ihre Schilde durchbrach, stattdessen starrte sie einfach nur geradeaus und rührte sich nicht. In ihren blaugrauen Augen tobte ein Sturm, der von dem Gedankenchaos zeugte, sie bekam gar nicht mit, wie Ker das Zimmer verließ; nur vage tönten die Schritte an ihr Ohr. Und was sollte überhaupt der Hinweis darauf, dass Thasos ebenso das konnte, was Ker gerade getan hatte? Sollte ihr das Angst machen? Tat es nicht im Geringsten – seltsamerweise war sogar das Gegenteil der Fall.

Und nach einigen Minuten der völligen Stille um sie herum und der tosenden Gedanken in ihrem Inneren machte es Klick. Schlagartig riss sie die Augen auf, völlig erschrocken und desillusioniert. Die junge Frau hatte verstanden. Aber wie…? Es war ihr vollkommen unverständlich, dass sie absolut gar nichts davon mitbekommen hatte. Aber in wie weit konnte sie Ker überhaupt glauben? Sie zweifelte so sehr an sich und ihrem Urteilsvermögen, dass es eigentlich zum Weinen gewesen wäre, wenn sie sich in der Lage dazu gefühlt hätte. Letztlich MUSSTE sie sich auf das Verlassen, was Ker gesagt hatte. Letztlich MUSSTE sie mit den Schlussfolgerungen klarkommen, die sie daraus zog und hoffen, dass am Ende alles gut werden würde. Das Schlimmste allerdings war, dass die letzte halbe Stunde dazu geführt hatte, dass sie sich über sich selbst klar wurde. Sie konnte endlich dieses komische Gefühl benennen, welches sie hatte, wenn Thasos in ihrer Nähe war: Zuneigung. Zumindest betitelte sie es so. Alles andere wäre ihr zu schnulzig gewesen und das hätte sie nicht mit sich vereinbaren können. Melyanna fühlte sich sicher, wohl und aufgehoben in seiner Nähe. Sehnsucht und das Verlangen nach ihm, das war es, was sich vor zwei Tagen schon bemerkbar gemacht hatte und was sie jetzt endlich einordnen konnte. Alles fand seinen Platz in ihrem Kopf und – was noch viel wichtiger war – in ihrem Herzen. Je mehr sie begriff, desto weniger geweitet waren ihre Augen und auch, wenn Ker längst nicht mehr da war, so flüsterte sie leise: „Ich habe verstanden.“ Tief durchatmend straffte sie sich und schloss kurz die Augen um sich zu dem durchzuringen, was ihr Impuls ihr auftrug zu tun. Die Königin machte auf dem Absatz kehrt, trat zur Tür hinaus und schloss diese hinter sich, nur um dann schnurstracks in den Salon zu laufen, in dem am Abend zuvor das Trinkgelage stattgefunden hatte. Dort schlief, wie erwartet, auch noch immer Thasos seelenruhig vor sich hin. Melyanna ging zu dem Sessel, stellte sich seitlich daneben und beugte sich nach unten, sodass sich ihre Lippen direkt neben dem Ohr des Prinzen befanden. „Thasos?“, flüsterte sie, bevor sie eine Hand auf seine Brust legte und sanft rüttelte. „Hey… wach auf!“ Einen Kuss auf seine Wange hauchend wartete sie, ob er sich regte. Notfalls musste ein kalter Waschlappen her.

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28 Jun, 2011 01:05 21 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
Thasos
Prinz





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Licht und frische Luft strömten durch das geöffnete Fenster in den Salon. Keines von Beidem sorgten jedoch dafür, dass Nim oder Thasos aus ihrem Schlaf erwachten. Der Alkohol kreiste noch immer durch ihre Adern. Thasos hing noch immer wie ein Schluck Wasser in seinem Sessel, während Nim inzwischen leise schnarchend auf dem Boden lag.
Seit einigen Stunden war sein Schlaf auch wieder erfreulich traumlos. Es war vielleicht mehr eine Ohnmacht als gewöhnlicher Schlaf, aber im Augenblick war es Thasos egal. Er war weggetreten und musste an nichts denken. Das war sein Ziel gewesen und er hatte es erreicht. Zumindest so lange wie eine gewisse Signatur nicht in der Nähe war.

Irgendwann kehrte diese vertraute Signatur jedoch zurück und mit ihr setzten auch wieder die Träume ein. Thasos verzog das Gesicht und versuchte sich auf dem Sessel umzudrehen. Es war nicht von Erfolg gekrönt. Zu wenig Platz und zu langes "Liegen" in der Position in der er sich im Augenblick befand.
Kaum hatte die Signatur den Raum betreten befand sich Thasos auch schon in der brennenden Einöde und stand vor dem der Schattengestalt. Der Graben zwischen ihm und der Gestalt war kleiner geworden, aber noch immer zu groß um ihn zu überwinden. *Bald bist du am Ziel.* Es ergab keinen Sinn und das frustrierte Thasos.
Die Hitze stieg wieder in ihm auf. Doch bevor sich die Hitze in alles verzehrendes Feuer verwandeln konnte rüttelte jemand an seinem Körper und brachte seine Traumwelt zum erbeben. Immer wieder forderte jemand, dass er aufwachen möge. Aufwachen? Muss das sein?
Sein Körper drehte sich in Richtung der Stimme. Seine Arme fuhren fast automatisch ebenfalls in die Richtung der Stimme und schlangen sich um etwas warmes und weiches. Eindeutig ein Körper. Noch immer in seinem Schlaf gefangen zog Thasos Melyanna halb auf den Sessel. "Nicht jetzt imora akra. Efto ypnsi himmlisch." Thasos war sich dessen nicht bewusst, doch während er im Halbschlaf war vermischte sich sein Sprachgebrauch mit den Dialekten der alten Sprache Nharkhavas. Es machte deutlich, dass er bereits vor sehr langer Zeit in Nharkhava gewesen war.
Er versuchte Melyanna zu sagen, dass er jetzt noch nicht aufwachen wollte, da der Schlaf eigentlich himmlisch war. Selbst mit den Träumen. Wäre er wach und hätte alles in der modernen Sprache ausgesprochen wäre er vermutlich inzwischen rot wie eine Tomate.
Als Melyanna ihn jedoch auf die Wange küsste öffneten sich langsam seine Augen. Es dauerte jedoch noch eine ganze Zeit bis er wirklich wach und aufnahmefähig war. Er ließ sie sofort los. Was hab ich jetzt wieder angestellt? Au! Stattdessen griff er nun nach seinem Kopf und stöhnte leise. Sein Blick wanderte zwischen den leeren Flaschen und Melyanna hin und her. Sicher habe ich nicht.... oder doch? Sein Kopf schmerzte von den Gedanken. "Was ist passiert?" Thasos war sich nicht ganz sicher was geschehen war.

28 Jun, 2011 01:06 06 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
Melyanna
Königin





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Wenn sie es zugelassen hätte dann hätte sie sich mit Sicherheit Sorgen gemacht, da Thasos noch immer irgendwie schlecht zu träumen schien. Oder zumindest nichts Angenehmes. Eigentlich fragte sie sich sowieso, wie man in einer solchen Position schlafen konnte, Nim ja genauso, aber in Anbetracht dessen, wie es am Morgen in dem Salon nach Alkohol gerochen hatte, sollte sie wohl nichts mehr wundern. Sie war in der Nähe des Prinzen und was diese Nähe auslöste wurde ihr in diesem Moment eigentlich wirklich zum ersten Mal richtig bewusst – und dass es gerade jetzt war, wo sie Gefühle so absolut nicht gebrauchen konnte, war mehr als nur ärgerlich. Es nützt alles nichts. Irgendjemand muss ja was tun. Melyanna versteifte sich dann aber doch etwas, als Thasos die Arme um sie schlang. Sie schluckte heftig und versuchte die aufkommenden Gefühlsregungen zu unterdrücken. Es gelang ihr zumindest zum Großteil, weil sie sich Gedanken darüber machen konnte, was der schlummernde Prinz da vor sich hin brabbelte. Der Kuss auf die Wange schien dann aber doch mehr bewirkt zu haben als das sanfte Gerüttel, denn er schlug die Augen auf und machte zwar einen völlig desorientierten aber zumindest wachen Eindruck. Die junge Königin lächelte. Sie war halb auf den Sessel gezogen worden, sodass sie mit ihrem Oberkörper mehr oder weniger an dem des Prinzen klebte und selbst nachdem er sie losgelassen hatte wich sie nicht zurück, wie sie es vielleicht sonst getan hätte. Keine Zeit und kein Grund zur Panik. Wie gut es doch immer wieder half sich etwas einzureden, bis man davon überzeugt war. Zumindest unterstützte es ihre Gefühle in Schach zu halten.

„Gar nichts ist passiert. Du hast dich betrunken, sonst nichts.“, meinte sie ganz leise, damit der Krieger nicht aufwachte. Vorsichtig und in ihrer scheuen Art legte sie Thasos drei Fingerspitzen der linken Hand ans Gesicht und drehte seinen Kopf zu sich, sodass er sie ansehen musste. „Hör mir zu.“ Noch immer lächelte die junge Frau, man hätte es fast als verliebt bezeichnen können aber sie hoffte einfach, dass ihr Gegenüber dafür noch zu wenig geistig anwesend war um es so zu interpretieren. Prüfend sah sie ihn an und wartete, bis sie den Eindruck hatte, dass er zumindest einigermaßen aufnahmefähig war. „Ich werde die nächsten Stunden nicht hier sein.“ Dass es sich vielleicht um mehr als nur ein paar Stunden handeln könnte erwähnte sie lieber mal nicht. So bestand zumindest die Chance, dass er sich einfach nur anhörte, was sie zu sagen hatte, und es aufgrund seines desolaten Zustandes lassen würde weiter nachzufragen. „Und du brauchst dir keine Sorgen deswegen machen. Überhaupt brauchst du dir keine Sorgen wegen mir machen, das will ich nicht. Ich fürchte wir müssen uns beide über einige Sachen klar werden und wenn du mir sagst, dass ich gehen soll, sobald ich zurück bin, dann werde ich meine Sachen packen und gehen.“ Allein die Vorstellung schmerzte sie, aber sie würde es tun. Vor allem war deutlich zu erkennen, dass sie mit ‚gehen’ nicht nur meinte, dass sie einfach das Haus verließ. Leicht beugte sie sich vor und vergrub ihr Gesicht an seinem Hals. Es verschaffte ihr eine so tiefe Ruhe und Entspanntheit, wie sie sie noch nie erlebt hatte, trotz des pulsierenden Bündels an Gefühlen, welches jederzeit explodieren konnte. Melyanna fand in diesem Moment schlichtweg Ruhe und das erleichterte es ihr ungemein weiter zu sprechen. „Du musst mir nur versprechen, dass du tust, was du für dich als das Beste erachtest. Darunter lass dich auf nichts ein. Kein Kompromiss, kein Bedauern, keine Entschuldigungen. Schon gar nicht wegen mir.“ Dadurch, dass sie im Flüsterton gesprochen hatte – was Thasos Kopfschmerzen wahrscheinlich auch zugute kam – war auch Nim nicht aufgewacht. Somit begann sich die junge Königin nur sehr langsam von Thasos zu lösen, es fiel ihr sichtlich schwer, weil sich etwas in ihr dagegen sträubte. Tu, was getan werden muss, und komm damit klar.

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28 Jun, 2011 01:06 26 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
Thasos
Prinz





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Im Hintergrund hörte er ein leises Schnarchen. Es klang irgendwie aus dem Takt geraten. Doch konnte er sich nicht umsehen, da Melyanna sein Gesicht fest hielt. Oder aber sein Genick war steif. Also sah er sie ihn. Sie lächelte. Warum lächelt sie? Ihre Worte drangen langsam zu ihm vor und Erleichterung machte sich breit. Er hatte also nichts getan, dass er oder sie bereuen würden. Das war gut. Oder?
Ich habe mich betrunken? Ja, es fühlt sich so an. Sie forderte ihn auf ihren Worten zu lauschen. Zu erst dachte er es gäbe nichts leichteres. Bis er es versuchte. Sie sprach so leise und so schnell. Und ihre Worte machten irgendwie keinen Sinn. Sie wollte für einige Stunden weg sein und er sollte sich keine Sorgen machen wegen ihr. Außerdem sollte er sich auf keine Kompromisse einlassen oder etwas bedauern. Wovon zur Hölle redet sie da? Seinen Gedanken entsprechend war auch sein Gesichtsausdruck. Und es wurde auch nicht besser als sie ihr Gesicht an seinem Hals vergrub. Was zum...? Was war nur in diese Frau gefahren.
Sie begann sich bereits zu lösen als Thasos wenigstens den ersten Teil ihrer Worte verstand. Sie würde weg sein. "Wie weg? Und keine Sorgen und gehen?" Ich will aber nicht das du weg bist. Schnauze! Selbst wenn er sich um Melyanna keine Sorgen machen würde, weil er ihr vertraute, so musste er sich aber Sorgen machen. Sie war ein Mitglied des Hofes und lebte im Moment bei ihm. Was wiederum bedeutete, dass er für ihre Sicherheit verantwortlich war.
Thasos war vollkommen verwirrt. Melyannas Worte ergaben für ihn im Augenblick keinen Sinn. Etwas anderes kam noch an. Er sollte tun was das Beste für ihn war. Tu ich doch. Sieht man das etwa nicht, dachte er sarkastisch als er daran dachte, dass er sich betrunken hatte.

28 Jun, 2011 01:06 41 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
Melyanna
Königin





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Irgendwie musste sie sich ja ein Schmunzeln verkneifen, bei der Verwirrung, die sich im Gesicht des Prinzen widerspiegelte. Aber eigentlich konnte es ihr gerade nur recht sein, ansonsten hätte er vielleicht zu viel begriffen und wäre auf blöde Ideen gekommen oder irgendwelche Schlussfolgerungen, die im Großen und Ganzen gesehen wahrscheinlich nicht falsch, aber in diesem Moment einfach unpassend wären. Für Melyanna zumindest. Sie musste einfach dringend raus. Weg, in die Natur, wo sie ihre Ruhe hatte und sonst nichts. Sie musste nachdenken, und das viel, weshalb das mit den paar Stunden wohl keine zuverlässige Zeitangabe war. „Ich werd eben nicht hier sein.“, gab sie ganz lapidar zur Antwort und zog sich zurück. Kurz noch sah sie Thasos an, wobei ihr Lächeln nun irgendwie traurig wirkte. Irgendwo tief drin hatte sie Angst, dass sie wirklich ihre Koffer packen und gehen müsste. Schließlich löste sie auch ihre Hand von seiner Haut, musste ein bedauerndes Seufzen unterdrücken und auch, dass sie sich selbst wegen dieses Umstandes verfluchte. „Schlaf dich aus und komm zur Ruhe. Werde ich auch machen.“ Das war eine glatte Lüge und irgendwie wusste sie das auch, trotzdem stand sie auf und schaute kurz zu Nim, dem, der Schlafposition nach zu urteilen, wahrscheinlich auch alles weh tun würde, sobald er aufwachte. Bevor sie sich umdrehte um zu gehen warf sie dem Prinzen noch einen nachdenklichen und irgendwie zum Aufregen liebevollen Blick zu, kurz darauf verschwand sie aus dem Salon. Melyanna war schneller aus dem Haus, als man es für nötig erachtet hätte, fast schon hektisch lief sie zum nächsten Landenetz und sprang auf den purpurnen Wind auf. Sie hatte Zeit und außerdem durfte ihre Reise auf den Winden nicht so schnell gehen, immerhin musste sie sich nach einem geeigneten Fleckchen Erde umsehen. Möglichst weit weg von der Stadt und anderen Menschen.

Einen solchen Platz fand sie auch, nach gar nicht mal einer halben Stunde. Aber die reflektierende Oberfläche des kleinen Sees, das grüne Gras und der angrenzende Wald hatten sie magisch angezogen. Die junge Königin setzte sich mitten auf eine kleine, freie Fläche, das Ufer keine fünf Meter entfernt, und schlang die Arme um die angezogenen Beine. Lange Zeit starrte sie einfach nur über das Wasser des Sees hinweg, genoss das Gefühl des lebenden, gesunden Landes unter sich und ließ sich von der Sonne wärmen. Die Wärme jedoch wollte nicht so recht bis in ihr Herz vordringen, sie machte Halt vor diesem grollenden Bündel, welches einfach keine Ruhe geben wollte und ihr Bauchschmerzen verursachte. Ich habe keine Ahnung, wie ich aus der Situation wieder raus komme. Unwillkürlich seufzte die junge Frau. Das gestern hätte mir nicht passieren dürfen. Überhaupt hätte ich mich nicht in diese Lage bringen dürfen. Ich hätte sie damals nicht allein lassen dürfen, immerhin haben sie mir vertraut. Ich habe ihnen Versprochen, dass ich ihnen Halt geben werde, und sie haben mir geglaubt. Und was mache ich? Packe meine Sachen und gehe, sobald ich Volljährig bin. Sicher, einige ihrer damaligen Freunde hätten mitkommen können, aber Melyanna hatte verlangt, dass sie da blieben und auf diejenigen aufpassten, die noch nicht einfach so abhauen konnten. Es ist schief gegangen. Es ist so furchtbar schief gegangen! Ich hätte da sein müssen! Diesen Gedanken hing sie immer wieder nach, stundenlang. Ihr Verstand setzte sich damit auseinander, ihr Herz allerdings nicht. Die Folge wäre gewesen, dass sie den Schmerz und die Enttäuschung hätte fühlen müssen und das wollte die Königin nicht. Ganz einfach deshalb, weil sie dafür zu schwach war, sie würde es nicht verkraften können im Moment. Schon vor langer Zeit hatte sie sich damit abgefunden alles, was sie bewegte, mit sich allein auszumachen und auch jetzt kämpfte sie darum, diesen Umstand zu akzeptieren, obwohl sie sich wünschte, dass es anders wäre. Sie bekam zwar mit, dass es immer dunkler wurde, schließlich sogar die Nacht hereingebrochen war, aber sie befand sich in einer Art Vakuum, in dem ihr das völlig egal war. Zumindest kam sie sich durch die Nähe zum Land nicht mehr so gehetzt vor und die Gedanken ließen sich zumindest so weit ordnen, dass sie zusammenhängend waren.

Den Kopf auf ihre Knie gelegt bemerkte sie auch den Schmerz nicht, der sich langsam ankündigte durch das lange Ausharren in dieser Position. Aber selbst wenn sie ihn bemerkt hätte: Er wäre ihr wahrscheinlich nur willkommen gewesen. Was, wenn er sagt, dass ich gehen soll, sobald ich zurück bin? Verzweifelt seufzend ließ sie sich zurückfallen und bemerkte die steifen, schmerzenden Glieder, als sie die Beine ausstreckte. Es machte ihr Angst, dass sie tatsächlich aus Thasos Leben verschwinden müsste, aber wenn es das war, was er wollte, dann würde sie es tun. Was, wenn Ker sich geirrt hat? Dann hätte er ihr eine Klarheit in Bezug auf ihre eigenen Gefühle gebracht, die sie binnen kürzester Zeit von innen heraus auffressen würde, schneller, als es die Erlebnisse der letzten Jahre jemals gekonnt hätten. Immer wieder machte sie sich die selben Gedanken, stellte sich die selben Fragen, bis ihr Körper sich schließlich holte, was er dringend brauchte: Schlaf. Zwar schlief Melyanna immer nur maximal eine Stunde und war dafür dann wieder mehrere Stunden lang wach, aber sie war einfach erschöpft. Auf jedwede erdenkliche Art und Weise. Und nächste Woche? Ich hab Jade darum gebeten mir dabei zu helfen, die Jungfrauennacht in die Wege zu leiten. Hat sie getan. Jetzt muss ich da durch. Ist auch nicht das Schlechteste, vielleicht hilft mir das dabei stärker zu sein. Ich darf mich einfach nicht mehr so leicht aus der Fassung bringen lassen. Das ist verflucht nochmal gefährlich! Die ‚paar Stunden’ waren längst mehrfach überschritten, aber das war ihr egal. Allein die Vorstellung sich in einem abgeschlossenen Zimmer zu befinden machte sie wahnsinnig, sie konnte noch nicht zurück ins Stadthaus. Überhaupt vergaß sie die Zeit hier draußen, so sehr war sie in dem wirren und zermürbenden Gedankengeflecht gefangen. Aber sie brauchte diese Abgeschiedenheit so dringend, dass sie wohl durchaus zwei Nächte hier sitzen würde. Nicht einmal daran denkend, dass das einen riesigen Aufstand geben könnte.

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28 Jun, 2011 01:07 06 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
Thasos
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Alles was er tun konnte war Melyanna hinterher zu schauen als sie den Raum verließ. In Kürze würde sie auch das Haus verlassen haben, aber er würde noch immer verwirrt hier sitzen. Er wurde einfach nicht schlau aus ihr. Was meinte sie nur mit zur Ruhe kommen? Lange starrte er einfach nur auf die Tür und ließ sich ihre Worte immer wieder durch den Kopf gehen. Thasos hatte keine Vorstellung davon wie lange er so da saß bis er erneut einschlief.
Er war im Wachzustand zu keiner Lösung gekommen und auch der Schlaf erwies sich nicht als sehr hilfreich. Die Träume waren wirr und die Zeitlinie schien zu verschwimmen. Warum hast du ihr nicht einfach gesagt, dass sie nicht gehen soll? Warum ist eine dumme Frage. Sie vertraut Männern nicht. Sie vertraut mir nicht und nachdem was gestern passiert ist... wer will es ihr verübeln, wenn ihr Leben so gelaufen ist. Ich könnte sie doch nie berühren ohne Furcht in ihren Augen zu sehen. Aber hat sie dich nicht gerade noch geküsst? Ja und in welchem Zustand war sie? Angespannt und ebenso verwirrt wie ich es war als sie von weggehen gesprochen hat. Das ist kein Leben und würde nur zu Schmerz und Leid führen. Es führte einfach zu nichts. Egal was er vorbrachte es gab immer eine Erklärung die gegen eine einfache Lösung sprach.

Spät am Abend wurde er durch ein heftiges Rütteln geweckt. Ker und Nim standen über ihm und betrachteten ihn. Thasos kam sich vor als würden zwei Heilerinnen über ihm thronen, die versuchten zu entscheiden ob sie bereits einen Totengräber bestellen sollten. "Was schaut ihr den so besorgt Mädels?" Thasos Stimme hatte einen leicht bissigen Unterton.
Beide klärten ihn darüber auf, dass es bereits später Abend war und Melyanna weg war. Thasos zuckte mit den Achseln. "Ich weis. Sie hat es mir gesagt." Beide blickten ihn an als wäre er nicht ganz dicht. Sicher klang es seltsam, da er noch immer im Sessel sass in dem er gestern eingeschlafen war. Nur war er jetzt nicht mehr betrunken. Sein Kopf fühlte sich zwar an als wäre er in Watte gepackt, aber er erinnerte sich. "Die Sache ist ganz einfach. Wenn sie morgen Abend nicht zurück ist gehe ich zu Jade und erkläre ihr, dass Melyanna sich davon gemacht hat. Dann werde ich mir die Verbannung noch einmal anhören und verlasse Nharkhava. Ich habe noch genug Zeit um mein Ziel zu erreichen. Und jetzt ist es einfacher als je zuvor. Wir wissen wo er ist." Thasos war inzwischen wirklich so weit zu sagen, dass er die Verbannung auf sich nahm um seinen Verstand zu retten. Er wollte etwas, dass er nicht haben konnte und nicht durfte, da es Melyanna verletzten würde. Also war dies die logische Entscheidung. Eigentlich war es auch die logische Entscheidung, wenn sie wieder da war. Nach dem Treffen der Königinnen werde ich es auf jeden Fall tun.

28 Jun, 2011 01:07 19 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
Melyanna
Königin





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Der wenige Schlaf, den sie die Nacht über bekommen hatte, war sowieso nur mit großer Mühe als solcher zu bezeichnen gewesen. Immer nur ein paar Minuten, vielleicht mal eine Stunde, und das, nachdem sie die Nacht vorher gar nicht geschlafen hatte. Gegessen hatte sie ja sowieso seit Ewigkeiten nicht mehr, aber sie würde sowieso nichts hinunter bekommen. Die junge Königin war randvoll mit Dingen, die sie beinah erstickten, essen gehörte da nicht gerade zu ihren Prioritäten. Mit dem Schlaf war es nur so eine Sache… irgendwann schlief man einfach ein, wälzte sich dann unruhig hin und her, nur um nach einer halben Stunde wieder aufzuwachen und sich weiter den Kopf zu zerbrechen. Eins nach dem anderen. Es war bereits wieder mitten am Tag, als sie sich das sagte. Du wartest die Entscheidung von Thasos ab, danach kann es weitergehen. Nicht vorher. Geh nicht wieder tausende von Möglichkeiten durch, die dich in kleinste Fetzen zerlegen. Das machte Melyanna nur zu gern und viel zu oft. Dazu fühlte sie sich irgendwie noch erschöpfter und müder als am Tag zuvor, obwohl sie doch ab und zu ein wenig Schlaf abbekommen hatte. Vielleicht war es aber auch nur Besinnungslosigkeit gewesen, wer wusste das schon, sie hatte eigentlich eh nichts wirklich mitbekommen, so sehr war sie ihren Gedanken nachgehangen. Mittlerweile musste es fast Nachmittag sein, denn die Sonne hatte ihren Zenit überschritten, und die junge Königin seufzte. Schließlich erhob sie sich und musste kurz so ausharren, um mit dem Gefühl der weichen Knie fertig zu werden. Dieses Gefühl verschlimmerte sich allerdings nur, da sie den Entschluss gefasst hatte nach Tajrana zurückzukehren – und sich anzuhören, was Thasos zu sagen hatte.

Melyanna sah aus, als hätte man stundenlang auf ihr herumgekaut und hätte sie dann wieder ausgespuckt. Blasses Gesicht, matte Augen, unter denen Augenringe zu finden waren, die von dem wenigen Schlaf zeugten. Dazu eine angespannte Haltung und Gesichtszüge, die wie in Stein gemeißelt schienen und tiefgehende Verspannung ausdrückten. In diesem Zustand traf sie auch wieder ‚Zuhause’ ein – obwohl es das vielleicht bald nicht mehr sein würde. Über 24 Stunden war sie weg gewesen, das wurde ihr nach einem Blick auf eine Uhr klar. Hm… auch egal. Viel gebracht hatte es nicht, außer, dass sie sich nicht mehr so gehetzt vorkam. Aber das war ja auch schon mal was, wenn man es so wollte. Die junge Frau entschied sich gar nicht erst dafür den Prinzen aufzusuchen. Wenn er ihr etwas sagen wollte, wenn er zu einem Entschluss gekommen war, dann sollte er ihr das sagen, wenn er so weit war. Sie hatte Zeit und würde warten. Deshalb machte sie sich auch auf den Weg zu ihrem Zimmer, müden und trägen Schrittes.

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28 Jun, 2011 01:07 48 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Der Abend hatte früh geendet. Thasos hatte keinen wirklichen Hunger. Und obwohl er den ganzen Tag verschlafen hatte, war er noch immer müde. Er fühlte sich erschlagen. Das seine Glieder schmerzten war nicht verwunderlich, da er den Tag über in einer eigentlich unbequemen Haltung verbracht hatte. Ein Sessel war eben kein Bett oder Sofa.
In seinem Schlafzimmer angekommen warf Thasos seine Kleidung von sich und verschwand im angrenzenden Bad. Eine kurze und heiße Dusche vertrieb die schlimmsten Verspannungen in seinen Muskeln. Mit Hilfe der Kunst trocknete er sich und begab sich zurück in sein Schlafzimmer. Er fühlte sich ein wenig besser. Nur ein Teil von ihm wollte die Anspannung nicht loslassen. Das Leben war im Augenblick irgendwie nerv tötend kompliziert. Ein kleiner Teil von ihm wusste genau was er wollte, aber es war mit den Gegebenheiten nicht vereinbar. Das Leben ist selten so wie man es haben will.
Seufzend ließ sich Thasos auf sein Bett fallen und rief ein altes Buch herbei. Das erste Tagebuch seines Vaters. Jetzt werd ich auch noch sentimental. Seufzend betrachtete er die Handschrift. Nie hatte er die Führung eines Vaters gehabt oder gesucht, doch heute hätte er sie wirklich nötig. "Was soll ich bloß machen? Ich habe nur einen kleinen Blick auf die Menschen werfen können, die in ihrer Vergangenheit existiert haben. Es ist ein Wunder, dass sie "heil" hier angekommen ist." Er wusste, dass es keine Antwort geben würde. Aber vielleicht half es ja es laut auszusprechen.
Es half nichts. Diese Frau schaffte woran der Rest gescheitert war. Er wurde noch verrückt. Ich foltere mich selbst mit meinem Verlangen und bin nicht in der Lage dies zu beenden. Das ist doch idiotisch. Thasos klappte das alte Buch zusammen und ließ es wieder verschwinden. Und das wirklich verrückte war, jetzt wo Melyanna nicht im Haus war, war es ihm unmöglich nicht an sie zu denken. Es war noch schlimmer wie sonst, wenn sie im Haus war. Thasos war kurz davor seinen Kopf gegen eine Wand zu schlagen.
Irgendwann war er dann doch in der Lage gewesen einzuschlafen. Er schlief in einem zweistündigen Takt.

Am nächsten Morgen war Melyanna immer noch nicht wieder da als Thasos erwachte und sein Haus mental überprüfte. Seufzend setzte er sich auf und streckte sich. Der Kater war verschwunden genau wie der Muskelkater. Wirklich erholt fühlte er sich trotzdem nicht.
Allerdings veränderten sich seine Gefühle. Thasos wurde langsam ein wenig ungeduldig. Melyanna hatte von ein paar Stunden gesprochen. Ein paar Stunden. Gepaart mit seiner üblichen Morgenlaune war dies eine explosive Mischung. Thasos verdrängte seine Absicht zu Jade zu gehen. Er wollte warten bis Melyanna wieder kam um ihr persönlich den Hals umzudrehen dafür, dass sie ihn verrückt machte und er sich Sorgen wegen ihr machte. Und genau das würde er ihr an den Kopf schmettern, wenn sie wieder da war. Oder er würde sie suchen gehen. Nur um sie anschreien zu können.
Grummelnd stieg Thasos aus dem Bett und schleppte sich in sein Badezimmer. Er war einfach kein Morgenmensch.

In dieser Stimmung schleppte sich der Tag voran. Kurz bevor Thasos seine Geduld zur Gänze verlor kündigte sich Melyannas Signatur an. Sie war zurückgekehrt. Er war kurz davor die glatten Wände hochzugehen. Ein paar Stunden. Sie hat von ein paar Stunden gesprochen. Nicht von einem verfluchten Tag. Die Frau macht mich noch vollkommen und komplett wahnsinnig. Was hätte er der nervigen Heilerin sagen sollen, wenn sie nochmal aufgetaucht wäre? Tut mir Leid, aber die Königin ist mir abhanden gekommen?
Thasos ließ nichts von seinen Gefühlen nach außen dringen, sondern zog Kraft aus diesen Gefühlen. Es betäubte den Teil seines Verstandes, der ihm immer wieder in die Quere gekommen war. Der Teil, der Rücksicht nehmen wollte.
Thasos sandte einen scharfen und eindeutigen Befehl aus, der alle Anwesenden aus dem Haus verbannte. Er hatte jetzt ein ernstes Wörtchen mit einer gewissen Dame zu reden. Entsprechend zielstrebig rauschte der Prinz durch das Stadthaus. Nach außen nicht wütend, sondern entschlossen.
Er stieß direkt vor ihrem Zimmer auf die Königin und sah das Häufchen Elend an. Kurz regte sich ein Fünkchen Mitleid und die Überlegung sie ausschlafen zu lassen, um später mit ihr zu reden. Doch wurde dieser Gedanke schnell in den Staub getreten. Jetzt oder nie. Das Haus war leer und er hatte die Energie dafür. "Wir müssen reden und es hat keine Zeit." Weder seine Stimme noch die Worte verrieten etwas über das was nun kommen würde.

28 Jun, 2011 01:08 13 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
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Noch bevor sie oben angekommen war ging irgendwelches Gewusel im Haus los. Sie interessierte sich nicht weiter dafür, sondern war einfach nur froh die Treppen hoch zu kommen und noch den Weg zu ihrem Zimmer zu wissen. Allerdings war es ihr nicht vergönnt, dieses auch zu betreten, denn schon auf dem Gang spürte sie die Signatur, die sich auf sie zubewegte. Ah, offensichtlich ist er doch schon zu einem Entschluss gekommen. Naja, es konnte ihr nur recht sein, wenn es doch so schnell ging. Mehr Zeit zum Kofferpacken. Ein trauriger Ausdruck huschte kurz über ihr Gesicht, während sie lediglich nickte und die Tür öffnete, sie hinter sich für den Prinzen offen stehen ließ. Zielstrebig ging sie zum Fenster hinüber, das Gesicht zur Scheibe gewandt, um nach draußen blicken zu können. Sie wollte Thasos bei dem, was da ihrer Meinung nach kam, nicht ins Gesicht sehen müssen. Vielmehr wollte sie vermeiden, dass er sehen konnte, wie sehr sie das traf. Denn Melyanna ging davon aus, dass er ihr mitteilte, dass sie ihre Koffer zu packen hatte.

Fest verschränkte sie die Arme vor der Brust, machte den Anschein, als ob sie sich wärmen müsste. Und ihr war tatsächlich kalt, irgendwo tief drin fror sie einfach erbärmlich. „Was gibt es zu bereden?“, fragte sie leise. Draußen schien die Sonne, eigentlich könnte es ein wunderschöner Tag sein. Die junge Königin war für die Ästhetik aber gerade nicht zu haben, bei ihr herrschte Winter. Tiefster, eisiger Winter. Von ihrer Müdigkeit und Erschöpfung war gerade nichts zu merken, zumindest für sie selbst nicht. Äußerlich sah sie vermutlich ganz furchtbar aus. Dadurch, dass Thasos deklariert hatte, dass sie reden müssten und es keine Zeit hatte, war ihr Verstand hellwach. Und dadurch, dass er sich im Zimmer befand, leider auch das Gefühl, seine Nähe zu genießen. Jenes Gefühl, dass sie erst seit dem Tag davor benennen konnte, seit dieser unfreundliche Prinz mit ihr geredet hatte. Oder besser gesagt ihr ein paar Fetzen hingeworfen hatte, die sie selbst hatte zusammensetzen müssen. Geduldig wartete sie ab.

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28 Jun, 2011 01:08 27 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Thasos folgte Melyanna ohne zu zögern in ihr Zimmer. Nutze das Feuer so lange es brennt und dir Kraft verleiht. Er musste es nutzen, denn nur so konnte er ohne Rücksicht auf Gefühle sprechen. Melyanna war nun mal leider nicht irgendeine Königin, die er loswerden wollte um das Land und die Menschen zu beschützen. Wie man etwas los wurde, damit hatte er Erfahrung. Aber wie behielt man etwas ohne es vorher zu manipulieren oder mit etwas anderem in der Hand zu haben? Was er heute gedachte zu betreten war absolutes Neuland für ihn.
Noch bevor er etwas sagen konnte zog sich Melyanna zurück und sah verloren aus dem Fenster. Sie wirkte erschöpft und gestresst. Ihr Verhalten nährte das Feuer in ihm. Als sie ihn dann noch fragte, was es den zu bereden gäbe, wäre er gerne an die Decke gegangen. Er rief sich jedoch zur Ordnung. Als ob sie das nicht wüsste.
Thasos tat es ihr gleich und verschränkte die Arme vor der Brust und zwang sich dazu still zu stehen. Für einige Momente betrachtete er Melyannas Gesicht, dass sich im Fensterglas spiegelte. "Zuviel. Darum beschränke ich mich auf eine Sache." Den Fakt, dass du allein einen Tag in der Weltgeschichte verschwunden bist versuche ich einfach mal zwanghaft zu ignorieren. Eine Hand fuhr hoch und durch seine Haare. Für einen Moment sah es so aus als wollte er sich die Haare raufen. Und dann brach es aus ihm heraus. Chaos schwang in seiner Stimme. "Ich will etwas los werden bevor ich losziehe und mich erneut verbannen lasse, denn du machst mich vollkommen irre." Thasos konnte die Energie nicht länger zügeln und begann sich zu bewegen. Worte allein konnte es nicht ausdrücken. "Egal was ich versuche. Nichts funktioniert. Keine Stunde vergeht mehr ohne... und es wird immer schlimmer. Ich kann nicht mehr richtig arbeiten, denn ums verrecken bekomme ich dich nicht aus meinem Kopf." Fakt war, je mehr er es versuchte umso schlimmer wurde es. Er bekam sie einfach nicht mehr aus seinem System. "Ich habe wirklich alles versucht um uns diese Lage zu ersparen. Warum kannst du mich nicht einfach hassen wie alle anderen Königinnen es auch getan haben? Oder vielleicht hasst du mich sogar und bist deshalb bei mir. Du weißt das ich irre werde vor Verlangen, aber weißt auch das ich weiß was du von Männern hältst. Und ich kann es dir nicht mal übel nehmen nachdem ich gesehen habe was dieses Arschloch mit dir vorhatte." Es war eine kleine Notlüge, da er eigentlich gesehen hatte was diese Typen mit ihren Freundinnen angestellt hatten. Allerdings konnte sich Thasos so genau vorstellen was dieser Typ mit Melyanna vorgehabt hatte. Warum konnte er den Kerl nicht nochmal töten oder wenigstens ein wenig foltern. Warum kann mich nicht einfach jemand töten um mich aus diesem Elend zu erlösen.
Thasos war so aufgelöst, dass er es nicht bemerkte wie er sich Melyanna immer weiter nährte. Am Ende stand er direkt hinter ihr. Mit seinen Armen stützte er sich gegen die Wand und sein Kopf befand sich direkt neben ihrem rechten Ohr.
War es im Moment nicht das Gleiche, wie mit Wayn? Hatte er Wayn nicht gesagt, das die Vergangenheit tot war? Unveränderlich? Wayn ließ sich im Moment von seiner Vergangenheit leiten. Und ihm ging es nicht anders. Nur ließ er sich von der Vergangenheit einer anderen Person ausbremsen. Das ist doch erbärmlich. "Hass mich oder liebe mich. Mit allem was dazu gehört." Er wollte kein Entsetzen oder Angst in ihren Augen sehen, wenn er sie berührte oder küsste, aber so konnte es einfach nicht weiter gehen. Thasos war wirklich kurz davor irre zu werden. Wie sollte er so arbeiten? In den letzten Tagen war er eher eine ... wie hatte es Ker ausgedrückt... eine schmollende Kuh gewesen.

28 Jun, 2011 01:08 45 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
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Die Stimmung des Prinzen kam nur zu deutlich bei Melyanna an, obwohl sie ihn nicht einmal wirklich beobachtete. Sie konnte das Durcheinander fast anfassen, welches von ihm ausging, all das Chaos und die Verunsicherung. Die Königin rührte sich zunächst nicht, als Thasos jedoch das Wort ‚Verbannung’ benutzte, musste sie darum kämpfen nicht zusammen zu zucken. Nein! Alles in ihr rebellierte dagegen, diese Möglichkeit auch nur ansatzweise in Betracht zu ziehen. Dann begann sich der Prinz im Raum zu bewegen, unruhig, trotzdem wurde er deutliche Worte los, auf die die junge Frau zunächst nichts erwiderte. Sollte er sich aussprechen, ihre Stimme wäre gerade sowieso zu nichts zu gebrauchen gewesen. Es wunderte sie ja schon, dass sie überhaupt noch aufrecht stand, weil ihr die Knie so verflucht weich wurden. Hassen? Ja sicher… Hass war eines der Dinge, die sie Thasos gegenüber mit Sicherheit NICHT empfand. Unter normalen Umständen wäre sie vielleicht auch durchaus wütend geworden, weil er mit so einem Unsinn kam. Aber dadurch, dass sie seine Stimmung spüren konnte, empfand sie nur den Drang etwas dagegen zu unternehmen. Dumm nur, dass sie sich selbst gerade ein wenig überfordert fühlte. Unterdessen kam er immer näher, Melyanna betrachtete das, was vor sich ging, in der Fensterscheibe vor ihr. Schließlich stand der Prinz ganz dicht hinter ihr, sie konnte seine Körperwärme in ihrem Rücken fühlen, seine Signatur, sie hörte ihn Atmen und sein Geruch stieg ihr in die Nase. All das sorgte dafür, dass sie die Arme automatisch nicht mehr ganz so fest an ihren Körper presste. Und das, was er dann sagte, ließ sie die Arme ganz entknoten. Langsam drehte sie sich zu ihm um, allerdings ohne auch nur einen Zentimeter nach hinten zu wanken.

Er sieht so mitgenommen aus. Das wurde ihr gerade erst richtig bewusst. Er sah aus, wie sie selbst sich fühlte, was nicht sehr angenehm war. Dennoch, irgendetwas löste sich in ihr, irgendetwas, was sie eingeengt hatte. Langsam und vorsichtig hob sie die Arme, legte die Hände an Thasos Brust und… lächelte. Sie lächelte ein aufmunterndes und irgendwie auch glückliches Lächeln. Dann war es jetzt wohl raus, was los war. Damit konnte sie etwas anfangen, damit ließ sich umgehen. Was sie zwar irgendwie überraschte, aber dennoch ließ sich damit umgehen. Die Stimme der jungen Königin war leise, weich und drückte all das aus, was sie für Thasos empfand. „Es gibt nichts, was man dir, mir, oder uns ersparen müsste. Es ist, wie es ist. Immer. Ohne, dass man viel dagegen tun kann.“ Das Lächeln verschwand und ihr Blick wurde nachdenklich, selbst wenn er nichts von dem Ausdruck der Zuneigung verlor. Die Fingerspitzen einer Hand legten sich ganz zaghaft an das Gesicht des Prinzen, so als müsse Melyanna sich versichern, dass er wirklich hier vor ihr stand und gesagt hatte, was er gesagt hatte. „Dich zu hassen war nie eine Option und wird es auch in Zukunft niemals sein, Thasos.“ Kaum merklich schüttelte sie den Kopf, was diese Aussage nochmals unterstrich. „Und dabei ist es mir so vollkommen egal, was du tust oder auch nicht tust. Es wird sich nichts daran ändern.“ Und wenn er die Herzen kleiner Kinder zum Frühstück aß, es war ihr so verflucht egal. Weil SIE es bereits akzeptiert hatte, dass es war, wie es war.

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28 Jun, 2011 01:09 18 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Sein Atem ging schneller als gewöhnlich und auch seine Augen zeigten eine gewisse Anspannung. Nachdem was er gesagt hatte starrte Thasos nur noch das Spiegelbild Melyannas im Fenster an. Es war endlich gesagt. Er verspürte eine Erleichterung. Vorbei war es deswegen jedoch noch nicht. Nach seiner Begegnung mit Wayn hatte er sich nicht so erledigt gefühlt wie jetzt. Es hatte ihn innerlich aufgefressen. Verbrannt. Jetzt konnte er dieses Feuer aus seinem Innersten an die Oberfläche steigen lassen, wo es Platz und Luft finden würde.
Während er einfach nur auf ihr Spiegelbild achtete drehte Melyanna sich langsam zu ihm um. Thasos zog seinen Kopf zurück um sie anzusehen. Und dann wartete er einfach ab. Wartete auf eine Reaktion. Eine Antwort. Er bekam sie auch. Der Ausdruck in ihrem Gesicht war deutlicher als es Worte sein konnten. Und dann spürte er ihre Hände auf seiner Brust. Er spürte kein Zittern oder sah ein Zeichen von Angst bei ihr.
Als sie jedoch meinte, dass es nichts gäbe was man ihr, ihm oder ihnen ersparen müsste konnte er nicht anders und lachte leicht verbittert. "Glaub mir es gibt eine ganze Menge was ich dir gerne ersparen würde. Es reichen schon meine Feinde. Die würde ich dir gerne ersparen." Es gab mehr Menschen, die ihn lieber tot sehen würde als lebendig.
Eine ihrer Hände war zu seinem Gesicht gewandert. Es war ein merkwürdiges Gefühl. So hatte ihn noch niemand berührt. Vermutlich weil er allen anderen den Arm abgerissen hätte bei dem Versuch es zu tun. Er mochte es nicht, wenn man ihn im Gesicht berührte. Wobei es sich eher auf Schläge bezog. Aber trotzdem war es ungewohnt nicht diesen Abwehrdrang zu spüren. Er neigte sogar leicht seinen Kopf, damit seine Wange in ihrer Handfläche lag.
Ihre abschließenden Worte wandelten seine Stimmung. Thasos wurde ruhiger und ausgeglichener. Dabei wäre Hass so viel einfacher. Menschen brauchen nicht einmal einen Grund dafür. "Es sollte dir aber nicht egal sein was ich mache. Zumindest nicht wenn es um dich geht. Ich möchte weder Zweifel, noch Angst oder Schmerz in deinen Augen sehen. Schon gar nicht, wenn ich so etwas mache." Thasos ließ seine Arme sinken und schloss sie um Melyanna. Dabei zog er sie automatisch näher an sich heran. "Deswegen bin ich kurz davor irre zu werden und halte uns jetzt auch für verrückt." Kurz sah er Melyanna an und senkte seinen Kopf. Das würde kein flüchtiger Kuss auf die Wange werden, wie er ihn gestern von ihr bekommen hatte. Dies würde ein Kuss sein, wie er sein sollte, wenn ein Mann einer Frau zeigte welche Gefühle er für sie hatte.

28 Jun, 2011 01:09 29 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
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Der erschöpfte Ausdruck war gewichen, ebenso die Anspannung die daher gerührt hatte sich darauf einzustellen, dass sie ihre Koffer zu packen und zu gehen hatte. Und jetzt? Jetzt stand sie hier bei Thasos und musste für sich selbst feststellen, dass er das Einzige war, was sie gerade aus tiefstem Herzen wollte. Sie brauchte seine Nähe nicht nur; wäre sie dazu in der Lage gewesen noch wirklich klar zu denken, so hätte sie sich eingestehen müssen, dass sie die Nähe auch WOLLTE. Die blaugrauen Augen der Königin blitzten auf in einer Mischung aus Überraschung und Freude, als der Prinz den Kopf leicht neigte. Seine Haut schmiegte sich an ihre Hand, fühlte sich warm an und alles um Melyanna herum wurde unwichtig. Sie hatte nur noch Augen für Thasos, für das Gesicht, welches sie schon gefürchtet hatte womöglich nie mehr wieder zu sehen. Ein leichtes Kribbeln breitete sich in ihr aus, welches sie vor lauter Faszination zuerst gar nicht bemerkte. Zu hingerissen war sie von dem innerlichen Taumel, bedingt durch Erleichterung, Freude und… Neugierde. Ich bin nicht so zerbrechlich, dass du mir alles ersparen müsstest. Nur ein Gedanke, der zwar für sie feststand, den sie ihm aber nicht mitteilen würde. Er verschwand auch so schnell, wie er gekommen war, denn Thasos redete etwas davon, dass er weder Zweifel oder Schmerz noch Angst bei ihr sehen wollte. Bei was?

Diese Frage klärte sich nur Sekunden darauf von selbst, als er die Arme um sie legte, sie ein Stück näher zu sich zog. Zuerst war sie völlig überrascht davon, dann schmiegte sie sich ihm entgegen, wie von selbst und unbewusst. Das, was er sich über längere Zeit hinweg gedacht haben musste, wurde ihr klar. Dadurch, dass sie immer eine so panische Angst an den Tag gelegt hatte, wenn es um Männer ging, war er zu dem objektiv einzig richtigen Schluss gekommen: Dass es sich bei Thasos genauso verhielt. Das hätte Melyanna vielleicht zunächst unterschrieben, da sie selbst überhaupt nicht hatte einschätzen können, dass sie so auf den Prinzen reagieren würde. Aber in letzter Zeit, besonders in den letzten Stunden, war ihr viel zu viel klar geworden. Ab da hatte sie gewusst, dass es sich bei ihm anders verhielt. Ihr Herz schlug schneller und sie schluckte, sah ihn mit glänzenden Augen an und nahm nichts sonst mehr wahr außer den warmen Männerkörper an ihrem eigenen Leib, warme Haut unter ihrer Hand, dort, wo sie sein Gesicht berührte, und die silbernen Augen. „Ich hab nie wegen dir Angst oder Schmerz empfunden. Du warst der Einzige, der nie so was bei mir ausgelöst hat. Weil du anders bist… für mich. Ich habe nur viel zu lange gebraucht, um das zu begreifen.“, murmelte sie, ein wenig klang es so als wäre sie außer Atem. Unterdessen hatte Thasos sich zu ihr gebeugt, sie konnte seinen Atem bereits auf ihren Lippen fühlen. Schließlich streckte sie sich ihm entgegen und beider Lippen legten sich aufeinander. Melyanna schloss die Augen und die Hand auf der Brust des Prinzen vergriff sich leicht in seinem Hemd. Ein Sturm aus wohltuenden, warmen Emotionen brach in ihr los, sickerte durch den müden Körper und ließ Blut in ihre Wangen schießen, die sich dadurch röteten.

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28 Jun, 2011 01:09 41 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Anstelle der Angst, Furcht und Abscheu, die Thasos erwartet hatte zu sehen war da Überraschung und dann ein wenig Entspannung in ihren Augen zu sehen. Melyanna lehnte sich ihm sogar entgegen. Unerwartet. Stimmt es am Ende doch? Manchmal muss man alles setzen und wagen um zu gewinnen. Oder in diesem Fall die Wahrheit zu erkennen. Wäre Thasos nicht im Augenblick zu sehr mit Melyanna beschäftigt gewesen, dann wäre seinem Verstand vermutlich die Idee gekommen dass ihr entspanntes etwas anderes bedeuten könnte. Sein verstand hatte schließlich alles daran gesetzt ihn von Melyanna fern zu halten und Distanz zu schaffen. Was wäre da besser geeignet als zu denken, dass die Frau die man wollte einen nicht als Mann betrachtete, da die übliche Reaktionsweise fehlte.
Zu ihrem Glück verschwendete Thasos keine Gedanken mehr an seinen Verstand als ihren Mund für sich eroberte. Er küsste sie auf eine sehr deutliche Weise, die keine Fragen offen ließ. An manchen Orten wurde diese Art zu küssen sicherlich als fast schon unanständig betrachtet.
Noch bevor er ihre Lippen berührt hatte, hatte Melyanna versucht ihm zu versichern dass sie nie wegen ihm Schmerz oder Angst empfunden hatte. Ganz überzeugen konnte sie ihn nicht, da er ihre Reaktion im Bücherladen hautnah miterlebt hatte.
Nachdem sich seine Lippen wieder von Melyanna gelöst hatten antwortete er, "Manchmal brauchen wir alle etwas länger um etwas zu verstehen. Es wird sicherlich auch nicht das letzte Mal sein." Ihre Wangen hatten sich inzwischen gerötet und ihre Finger umschlossen noch immer den Stoff seines Hemdes. Sie wirkte nicht mehr ganz so müde und auch wieder lebendiger. Auch seine Hautfarbe war ein wenig dunkler geworden. Das Blut hatte Feuer gefangen und floss wild. Es färbte seine Haut.
Mit einem Finger strich er Melyanna über die Wange und folgte der Linie ihres Kinns, nur um dann zurück zu wandern und langsam an der Seite ihres Halses hinab zu streichen. Sündhafte Gedanken machten sich breit. Nicht, dass diese Gedanken nicht schon früher gehabt hatte. Allerdings waren diese Gedanken nun einen Schritt weiter von reiner Fantasie entfernt.
"Hast du die letzten Stunden überhaupt geschlafen?" Seine Stimme hatte wieder jenes samtene und dunkle Timbre angenommen, dass er schon einmal bei ihr benutzt hatte. Da waren sie jedoch in seinem Schlafzimmer gewesen und er hatte es aus einem anderen Grund verwendet. Jetzt war jedoch noch etwas anderes in dieser Stimme. Etwas undefinierbares. "Ich sollte dich jetzt wohl eigentlich alleine lassen damit du schlafen kannst." Sein Blick fiel auf das Bett und bekam etwas spekulatives. "Aber irgendwie habe ich dazu im Augenblick absolut keine Lust." Thasos lächelte ein klein wenig. "Mich wirst du wohl nur mit einer Verbannung los."
Die ganze Zeit über hatte er Melyanna im Arm gehalten. Ihre Reaktion während des Kusses hatte ihm klar gemacht, dass sie ihn vielleicht wirklich akzeptieren konnte. Selbst mit seinem offensichtlichen Geburtsfehler. Dem Fehler ein Mann zu sein. Heute würde er sich erneut betrinken, jedoch nicht mit Alkohol. Sondern an Melyannas Signatur und ihrem süßen Duft. "Also? Verbannst du mich?"

28 Jun, 2011 01:09 56 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
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Melyanna fühlte sich wie im Rausch, völlig benebelt und absolut unzurechnungsfähig. Es war nicht so, dass sie noch nie einen Mann geküsst hatte – auch wenn das die meisten wahrscheinlich vermuteten – aber das war vor ihrer Zeit am Hof in Klein Terreille gewesen und im Vergleich zu dem, was da gerade ablief, wären diese Küsse auch nur schwerlich als solche zu bezeichnen gewesen. Auch als sich ihre Lippen wieder voneinander gelöst hatten war die junge Königin froh, dass sie so an Thasos lehnte und sich mehr oder weniger an ihm festhielt, sie traute ihren eigenen Beinen so ganz und gar nicht, nicht nach der Flut von körperlichen sowie emotionalen Reaktionen. Sie konnte gar nicht so wirklich über das nachdenken, was er sagte. Wenn sie es gekonnt hätte, dann hätte sie ihm Recht gegeben bezüglich der Sache, dass das nicht das letzte Mal gewesen sein dürfte, bei dem man länger braucht um zu begreifen. Melyanna schluckte, um den Kloß im Hals los zu werden und das Gefühl, dass ihr das Herz gleich aus der Brust springen könnte. Es schlug so heftig, dass sie sich einbildete, dass es noch meilenweit zu hören sein musste. Und es wurde auch alles andere als besser, als der Prinz ihre Wange entlangstrich, bis hin zum Kinn und schließlich am Hals entlang. Geschlafen? Ein paar Mal blinzelte sie ein wenig verdutzt, sichtlich darum bemüht, überhaupt ordentlich auf die Frage antworten zu können. Überhaupt konnte sie keinen klaren Gedanken mehr fassen, so vereinnahmt war sie von den Sinneseindrücken, die auf sie einstürmten und sie trunken machten.

Ihre blaugrauen Augen funkelten nur so vor sich hin; das Funkeln wurde zu einem Strahlen bei dem Anflug eines Lächelns, das sich auf seinen Lippen zeigte, nachdem er meinte, dass er überhaupt keine Lust dazu hatte sie schlafen zu lassen. An Schlaf dachte sie schon lange nicht mehr. „Es war genug Schlaf.“, murmelte sie abwesend vor sich hin und löste ihre Hand aus seinem Hemd. Stattdessen legte sie sie – Zurückhaltung in Perfektion anwendend – an seine Brust und fuhr mit den Fingerspitzen über den Stoff. Darunter konnte sie die warme Haut erfühlen, während die andere Hand völlig unsicher über Thasos Schulter strich. Aber sie konnte nichts dafür, sie musste dem Drang ihn zu berühren einfach nachgeben. Er sollte dieses hässliche Wort ‚Verbannung’ dringend aus seinem Wortschatz streichen. Es war ein fast schon geschmollter Gedanke, trotzdem entlockten ihr seine Worte ein liebevolles und glückliches Lächeln. Ganz leicht schüttelte sie den Kopf. „Ich hätte gerade schon ein Problem damit dich in eine Verbannung zu schicken, die sich nur einen halben Meter von mir weg befindet.“, gab sie mit heiserer Stimme zu. Ihre Wangen röteten sich noch mehr, dieses Mal allerdings mehr aus Schamgefühl, weil sie das eben wirklich gesagt hatte. Schnell blickte Melyanna zur Seite, um nicht noch mehr von dem zu offenbaren, was gerade so in ihr vorging. Sie war es immerhin nicht gewohnt derlei… Dinge… offen zu zeigen.

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28 Jun, 2011 01:10 10 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Irgendwie entwickelte sich die Sache nun da der Knoten der Gefühle geplatzt war plötzlich sehr schnell und in eine Richtung die ihm und auch ihr zu gefallen schien. Selbst nachdem er seine Lippen von ihren gelöst hatte lehnte sie sich immer noch gegen ihn. Dieses Mal machte sich Thasos jedoch keine Sorgen über irgendeine Reaktion Melyannas. Oder seines Körpers. Unterdrücken konnte er es sowieso nicht mehr. Ihre Nähe und Präsenz war einfach zu deutlich. Und seine Haut war auch nicht betäubt. Er konnte Melyanna spüren.
Als Melyanna ihn dann ansah wirkte sie wie er sich fühlte. Berauscht. Ihr Gesicht leuchtete auf als er bekundete, dass er keine Lust hatte sie jetzt in Ruhe zu lassen. Außerdem bestätigte sie leise, dass sie genug Schlaf gehabt hätte. Thasos bezweifelte es, aber im Augenblick war es relativ egal. An Schlaf war nicht zu denken. Langsam hatte sie auch ihre Finger aus dem Stoff seines Hemdes gelöst, aber sie zog sich nicht zurück. Sie fuhr damit fort ihn zu berühren. Es fiel ihm schwer, aber er noch konnte er ein schnurrendes Geräusch unterdrücken. Es gefiel ihm. Zumindest wenn sie es war. Jeder anderen Person hätte er die Hand bereits auf sehr unsanfte Art entfernt. Für immer.
Die gehauchten Worte die auf seine Frage folgten ob sie ihn verbannen würde. Sorgten für warme Schauer in seinem Inneren. Sein Herz schlug und sein Blut rauschte durch seinen Körper. Er konnte das Blut in seinen Ohren rauschen hören. Seine Männlichkeit zuckte kurz. Scheinbar schämte sie sich für ihre Worte, denn sie wurde rot und blickte zur Seite. Bestimmt berührten seine Finger Melyannas Kinn und zogen ihren Kopf zurück, damit sie ihn ansah. "Ich glaube ich weiß was du meinst." Er stich nur flüchtig mit seinen Lippen über die Ihren. Im Moment könnte sie ihn verbannen so viel sie wollte, denn Thasos würde das Nein hören und verstehen, doch ob er seinen Körper dazu bringen konnte zu verstehen war etwas anderes.
Als er sicher war, dass sie ihren Kopf nicht sofort wieder zur Seite drehen würde, lösten sich seine Finger von ihrem Kinn und streichelte ihren Arm hinunter. Er war behutsam und ungewohnt einfühlsam. Er hatte so etwas noch nie getan, aber seine Instinkte leiteten ihn. Es war jemand, der für ihn persönlich wichtig war. Nicht nur eine Pflicht. Jetzt konnte er das schnurrende Geräusch in seiner Kehle nicht mehr unterdrücken. Seine Augen veränderten sich mit der Zeit. Warm, weich und einladend. Trotzdem überließ Thasos Melyanna ein gewisses Maß an Kontrolle, damit sie sich auf jeden Fall sicher fühlen konnte und keine Panik aufkommen konnte. Er wusste um ihre Vergangenheit und auch wenn sie sich sonst zusammennahm war dies doch eine Situation, die ein wenig anders war. "Sag mir was du jetzt gerne machen würdest. Heute ist alles möglich." Thasos beugte sich leicht herunter und senkte seine Lippen auf die kleine Mulde zwischen Hals und Schulter.
Es war seltsam. Sie hatten sich gegenseitig auf einen Abgrund zugetrieben und am Ende waren sie gesprungen nur um jetzt eine andere Seite an einander zu erkennen.

28 Jun, 2011 01:10 27 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
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Königin





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Bestimmt aber nicht grob legten sich Fingerspitzen unter ihr Kinn und drehten ihren Kopf zurück, sodass sie gezwungen war Thasos anzusehen. Normalerweise hätte sie wohl das Gefühl verspürt, sich dagegen sträuben zu müssen, aber nicht jetzt und nicht bei ihm. Irgendwie erleichterte es sie auch, dass er zumindest sagte, dass er wohl wüsste, was sie meinte, gefolgt von einem angedeuteten Kuss. Der zur Folge hatte, dass sie den Prinzen nur noch mehr wollte als ohnehin schon. Melyanna kannte sich so gar nicht, ganz davon zu schweigen, dass sie jemals so eine Reaktion von sich selbst erwartet hätte, aber ihr Körper verlangte nach Berührung und Nähe. Und trotzdem war es so viel mehr als nur das; so viel mehr, das sie noch gar nicht begriff und erfassen konnte. Unterdessen strich der Prinz ihren Arm entlang, während die junge Königin sich gar nicht mehr von seinen Augen lösen konnte. Sie hatte ihn noch nie so gesehen, noch nie diesen Ausdruck in den silbernen Iriden, der sie so beschlagnahmte. Weich und so viel ausdrückend, dass Melyanna glaubte platzen zu müssen durch ihre eigenen, sie überschwemmenden Gefühle. Vorsichtig, fast so als hätte sie Angst, irgendetwas kaputt zu machen, strich sie mit einer Hand über Thasos Brust, als sie merkte, wie sich seine Lippen auf ihre Haut senkten. Wie von selbst neigte sie leicht den Kopf und gab damit mehr von ihrem Hals frei, ein tiefes, wohliges Seufzen entwich ihr. Selbiges hinderte sie auch daran, irgendetwas zu antworten. Die junge Frau schloss einfach nur die Augen und genoss das Gefühl von seinen Lippen auf ihrer Haut, alles andere verblasste für einen langen Moment. Sie konnte ihn fühlen, riechen, seine Signatur spüren, die Nähe, die sie nicht bereit war irgendjemandem sonst zu gewähren, weil sie sich nur bei diesem sonst so unnahbaren Prinzen sicher fühlte und weil nur er es fertig gebracht hatte, Dinge in ihr aufzuwecken, die sie sonst vielleicht für immer hätte schlafen lassen. Gerade gab es so viel, was sie gerne tun würde, nichts davon brachte sie über die Lippen. Also umging sie das einfach, indem sie sich an ihre damalige Faszination erinnerte, die sie in seinem Schlafzimmer gefangen genommen hatte, als sie die Tätowierungen sah. Die Fingerspitzen einer Hand wanderten zu dem obersten geschlossenen Knopf an Thasos Hemd, an dem sie herumzupfte, ohne sich zu trauen, ihn zu öffnen. „Ich würde so gern das Kunstwerk eingehender studieren…“, flüsterte sie leise. Wobei nicht ganz klar war, ob sie mit ‚Kunstwerk’ tatsächlich nur die Tätowierungen meinte. Wieder zupfte sie an dem Knopf, um zu unterstreichen, was sie meinte. „Darf ich?“ Letztendlich war Melyanna trotz allem scheu und hatte nicht wirklich Ahnung, was sie tun sollte. Sie konnte lediglich auf ihre Instinkte hören und dem Drang nachgeben, mehr von der Haut des Prinzen unter ihren Fingern fühlen zu wollen.

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28 Jun, 2011 01:10 44 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
Thasos
Prinz





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Inzwischen ritt Thasos auf einer Welle die er nicht mehr aufhalten konnte. Fraglich war ob sich Melyanna darüber im Klaren war. Er hatte auf seine Art versucht ihr zu verstehen zu geben das ein Teil der Kontrolle bei ihr lag und immer liegen würde. Sie war in der Lage ihn zu stoppen sollte sie nicht weiter gehen wollen. Sicher es gab wie immer im Leben auch hierbei Ausnahmen, aber das war etwas anderes.
Langsam hob er seinen Kopf und strich mit seiner Wange über ihr Haar. Seine Frage beantwortete Melyanna leise und etwas schüchtern. Ein Mundwinkel zuckte kurz nach oben als er verstand was sie wollte. Dafür hatte er sich dieses Kunstwerk zwar nicht stechen lassen, aber es machte sich eben jetzt auf diese Weise nützlich. Immer wieder zupfte Melyanna an den Knöpfen seines Hemdes.
Langsam löste sich Thasos, so dass ein winziger Abstand zwischen ihnen herrschte. Seine Hände waren frei und so ließ er seine Finger an die Arbeit gehen. Er löste einen Knopf und hörte wieder auf. Er griff nach ihren Händen und löste den Zweiten Knopf mit ihr. Durch den geringen Abstand streiften sie sowohl über seine Brust wie auch ihre. Wieder ließ er ihre Hände los und öffnete einen Knopf alleine und den Nächsten mit ihr zusammen. Er führte dieses Spielchen fort bis das Hemd geöffnet war. Der Stoff teilte sich und gab einen ersten Blick auf seine Tattoos frei. Seine tiefe Stimme schien sich direkt neben ihrem Ohr zu befinden. "Studier es so lange du willst." Oder so lange er die Geduld und Selbstbeherrschung aufbringen konnte nicht auch auf Erkundungstour zu gehen.

28 Jun, 2011 01:11 02 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
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