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Melyanna
Königin





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Leise seufzte die junge Königin. Was sollte sie sagen? Was wäre die richtige Erwiderung gewesen auf das, was Thasos sagte? Sie lehnte sich wieder zurück und versuchte eine entspannte Haltung einzunehmen. Vor allem aber versuchte sie die Gedanken und Gefühle, die in ihr umhergeisterten, nicht zu denken und zu fühlen. Die Vorsicht, während ich unter deinem Dach bin? Sicher… genau dort, wo du mich eigentlich gar nicht haben willst. Schmerzlich verzog sie das Gesicht, schob den Gedanken beiseite. Es bereitete ihr dennoch Sorge wie der Prinz geklungen hatte. Betrank er sich gerade? Es hatte sich zumindest ein wenig so angehört. Aber selbst wenn… sie dachte nicht daran etwas dagegen zu unternehmen. Es konnte ihr egal sein. Somit beschloss sie ihn in Ruhe zu lassen, zumal sie ihn offensichtlich sowieso gekränkt hatte. *Es war nie so gemeint gewesen. Auch jetzt nicht.*, gab sie tonlos zurück, bevor sie sich mental abschirmte um das Gespräch an dieser Stelle zu beenden. Verbittert schloss sie die Augen und versuchte krampfhaft das Chaos in ihrem Inneren zur Ruhe zu bringen. Es gelang ihr nicht. Sie wusste nicht, wie lange sie einfach so dalag, aber irgendwann bemerkte Melyanna, dass das Wasser bereits kalt war. Steif kletterte sie aus der Wanne. Eigentlich hätte das Bad unter anderem dazu beitragen sollen sich zu entspannen, aber sie fühlte sich belasteter als jemals zuvor.

Etwa zehn Minuten später verließ sie das Badezimmer. Dafür, dass es relativ warm war, hätte man ihre Kleidung wohl als Vollvermummung bezeichnen können, denn allen anderen wäre es wohl in Rollkragenpullover und langer Hose zu warm gewesen. Keine zwei Schritte war sie gegangen als sie darüber informiert wurde, dass der Verwalter bald eintreffen würde. Ihr leerer Blick richtete sich auf den Bediensteten und ihre Stimme klang hohl: „Lass mich entschuldigen. Ich verschiebe den Termin.“ Dann drehte sie sich auch schon wieder um und wollte sich, mitsamt dem blutbefleckten Bündel Kleidung in der Hand, zurück zu ihrem Zimmer begeben, bevor sie sich noch einmal umdrehte. „Und den Termin morgen früh auch.“ Sekunden später fiel die Zimmertür hinter der jungen Frau ins Schloss und sie schmiss das Bündel wahllos in eine Ecke. Obwohl es mitten am Tag war sorgte sie für künstliches Licht, die Vorhänge wurden zugezogen um so den Raum abzudunkeln und nichts von draußen herein zu lassen. Einen kurzen Moment überlegte sie, dann ging Melyanna zum Bett und rief sich ihre Zeichensachen herbei. Irgendwie musste sie sich ablenken bis zum nächsten Tag, dann würde sie zu Jade gehen und über den heutigen Vorfall berichten, bevor sie noch hinzitiert wurde. Bis dahin gab es viel Zeit tot zu schlagen, denn sie hatte nicht vor bis dahin ihr Zimmer zu verlassen oder zu schlafen. Sie wollte im Moment einfach von nichts etwas wissen. Die Königin verkrümelte sich halb unter die Decke und machte es sich bequem, um zeichnen zu können. Dabei vergingen Stunden, in denen sie auf das leere Blatt starrte, ohne einen einzigen Strich zu tun. Aus ihren zermürbenden Gedanken wurde sie gerissen, als es an der Tür klopfte. Offensichtlich war das nicht der erste Versuch gewesen, denn eine Frau schlüpfte ins Zimmer um Melyanna zu fragen ob sie etwas bräuchte und dass sie was essen könne wenn sie denn wolle. Sie hat einfach so das Zimmer betreten! Und warum? Weil ich wegen IHM keinen Schild darum errichtet habe! Ich werde nachlässig. Sie bemühte sich um Freundlichkeit, doch ihre Augen waren kalt. „Nein, danke. Und ich möchte bis morgen keinen mehr sehen.“ Als sich die Tür wieder schloss und Melyanna allein war holte sie ihr Versäumnis nach und errichtete starke Barrieren an der Tür, nur um dann weiter auf ihr leeres Blatt Papier zu starren.

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27 Jun, 2011 23:58 19 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
NSC
Alles und Nichts




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Ker Vakarian - Prinz (Opal/Saphir), 1932

Eigentlich hätte er über die Aufforderung, ihm zu helfen sich zu betrinken gelacht, wenn Thasos nicht schon solch einen schwankenden Ton an den Tag gelegt hätte. Es klang als hätte Thasos dieses Gebräu auf nüchternen Magen in sich hinein gekippt. "Du hast ohne mich angefangen. Also hör auf dich zu beschweren."
Immer wieder schien Thasos abgelenkt zu sein. Nach einer kurzen Überprüfung wusste Ker auch warum. Die Schwingungen in der Luft waren zu deutlich. Thasos unterhielt sich über einen Speerfaden und es war nun wirklich nicht schwer zu erraten mit wem. Die Frau würde ihn noch umbringen. Er verstand so wieso nicht warum Thasos sie mitgebracht hatte. Er persönlich hätte der Königin mit freundlichen Worten gesagt wohin sie sich ihre Ideen schieben konnte und hätte die Verbannung auf sich genommen. Alles war besser als unter der Fuchtel einer Frau zu stehen. Das hatte er schon gesehen, mitgemacht und hinter sich gelassen.
Kaum hatte er sein erstes Glas geleert ertönte auch schon Thasos Erklärung, dass man verlorene Dinge auch wiederfinden konnte. Außerdem erinnerte er ihn an die Zeit als sie sich das erste Mal begegnet waren.
Seufzend füllte Ker sein Glas aufs Neue und rief eine weitere Flasche herbei. "Wie wahr. Doch du vergisst dabei eine Sache. Ich hatte keine Wahl. Mich hat so eine kranke Braut gezüchtet, weil sie nicht als Provinzkönigin versauern wollte und der Meinung war das eine Wache voller gezüchteter Prinzen und Kriegerprinzen ihr zum Aufstieg verhelfen könnte. Zum Glück ist es beim Versuch geblieben." Ker dachte nur ungern an seine Zeit im Dienste der Königin. Außer dem Trainingsplatz und der Krankenstation hatte er nicht viel kennengelernt. Auch heute war es teilweise noch schwer einige Dinge zu akzeptieren. 1000 Jahre waren nur schwer zu vergessen.

Die Zeit verstrich und Gläser wurden geleert während sie sich über die alten Zeiten unterhielten. Nach fast 2 Stunden stieß auch Nim zu ihnen. Er brachte Neuigkeiten. Melyanna hatte die Termine mit den Verwaltern verschoben. Beunruhigt und etwas genervt hob Ker eine Augenbraue. Hat sie etwas vor bei uns einzuziehen? Heute kann ich ja nachvollziehen, aber auch den morgen? Seiner Meinung nach konnte die Frau nicht schnell genug verschwinden. Er wollte keine Frau um sich haben. Schon gar nicht den ganzen Tag.
Nim setzte sich schließlich auch zu ihnen und genehmigte sich ebenfalls ein Glas. Nur um dann zu erklären dass es bei diesem einen Glas bleiben würde, da er nicht so besoffen enden wollte wie sie. Sicher. Wenn wir eines wissen ist es, dass du am Ende wieder am vollsten bist.
Ker stellte sein leeres Glas auf den Tisch, der sich bereits gefährlich schnell bewegte. Verflixt, warum kann keiner dieses Zimmer festhalten. "Erinnert ihr euch an die letzte langlebige Königin gegen die wir uns erhoben haben? Wie hieß sich doch gleich? Amraz... Armaras..." Der Tisch sah inzwischen aus wie die Theke einer Kneipe. Das Zimmer roch streng nach Alkohol.

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27 Jun, 2011 23:59 00 NSC ist offline Beiträge von NSC suchen Nehmen Sie NSC in Ihre Freundesliste auf
Thasos
Prinz





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Sehr weit kam seine Unterhaltung mit Melyanna nicht, da sie ihn nach einer knappen Antwort einfach aussperrte. Es machte ihn ein wenig sauer. Die hat vielleicht Nerven. Ihre ganze Körpersprache sagt es und trotzdem versucht sie es abzustreiten. Weiber. Zur Hölle mit ihr und am besten Jade gleich noch hinterher, nur so zum Spaß. Er war verärgert und betrunken. Keine gute Mischung. Und allein das Wissen um, dass was heute vorgefallen war und was ihren Freunden zugestoßen war hielt ihn davon ab es laut auszusprechen und wirklich ernst zu meinen.

Ker holte ihn zurück in den Salon und zu dem was sie hier machten. Eilig leerte er sein Glas und nickte Ker zu als dieser ihn an sein früheres Leben erinnerte. Und wie er sich daran erinnerte. Er hatte schon einige verrückte Königinnen erlebt, aber Kers damalige Königin legte einen ganz neuen Maßstab fest. "So viel besser war meine Wahl auch nicht. Verbannung oder mich mit ihr befassen. Die Königinnen werden es nie lernen. Sie mögen herrschen und führen, aber das Herz lässt sich nicht befehligen." Und trotzdem verliere ich es an meine Instinkte genau wie ich meinen Verstand verliere. Thasos rieb sich über die Stirn und kniff die Augen zusammen als er Ker betrachtete. Wie viel sein Weggefährte wohl ahnte. "Langsam habe ich das dumme Gefühl die Verbannung wäre die klügere Wahl gewesen. Königinnen machen mich auf Dauer einfach irre." Kers Nicken war ihm Antwort genug.


Die Gläser wurden gefüllt und geleert. Ihre Köpfe begannen sich zu drehen und die Stimmung wurde etwas ausgelassener.
Nim hatte sich irgendwann zu ihnen gesellt. Er konnte sich aber nicht so recht erinnern wann und auch konnte er sich nicht erinnern über welche Verwalter der Krieger sprach. War ja auch egal. Sie waren nicht hier um zu verwalten, sondern um zu trinken.
Lachend betrachtete er wie Nim sein erstes Glas füllte und schluckweise leerte. Nim tat immer so zurückhaltend, aber je später es wurde umso ausgelassener wurde der Krieger.
Immer wieder unterhielten sie sich über vergangene Abenteuer. Ker sprach irgendwann den letzten Kampf gegen eine Königin an. Er konnte sich nur zu gut an diese verrückte Ziege erinnern. "Sie hieß Amaranthe und sie war ein verflucht gefährliches Miststück. Die hat nicht richtig getickt sag ich euch. Ernsthaft. So wie sie sich benommen hatte könnte man meinen sie wäre viel lieber ein Mann gewesen." Schmerzerfüllt verzog Thasos das Gesicht und rutschte auf seinem Sessel unruhig hin und her. "Weißt du noch was wir tun mussten um sie abzulenken, damit der Rest die letzten Vorbereitungen für ihren Sturz durchführen konnten." So wie Ker das Gesicht verzog erinnerte er sich wohl noch sehr gut daran. "Genau, mir tut mein Hintern noch heute weh, wenn ich daran denke. Eines muss man hier lassen. Sie war verdammt erfinderisch. Und am Ende wurde ihr Arsch und nicht ihr Kopf auf einem Silbertablett serviert." Es wäre vielleicht sogar witzig gewesen, wenn man die Umstände betrachtete. Nur war es für Ker und Thasos nicht wirklich lustig, da sie erlebt hatten weshalb es so geendet hatte.

Sie unterhielten sich noch einige Zeit und auch Nim leerte mehr als ein Glas. Irgendwann waren sie nach und nach eingeschlafen. Wer immer das Zimmer betreten würde und sie so fand, würde vermutlich eine Heilerin rufen um zu überprüfen ob sie noch am Leben waren oder an einer Alkoholvergiftung gestorben waren.

27 Jun, 2011 23:59 30 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
Melyanna
Königin





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Es waren bereits Stunden vergangen, draußen war es längst dunkel geworden, auch, wenn Melyanna davon nichts mitbekam. Noch immer saß sie auf dem Bett und machte den Eindruck als hätte sie sich kein Stück bewegt. Nur ein paar zerknüllte Papiere waren um sie herum verstreut auf der Matratze zu finden. Die Finger mit den recht langen Nägeln hielten ein Stück Zeichenkohle und die Königin schien ganz darin vertieft zu sein, etwas Anständiges auf das Blatt zu bringen. Wie viel Erfolg sie damit bisher gehabt hatte war mehr als deutlich um sie herum zu sehen. Beim Feuer der Hölle, warum komme ich nicht über die schemenhafte Zeichnung einer einfachen Landschaft hinaus? Genervt schmiss sie den Zeichenblock beiseite, mit einem lauten Klatschen landete er auf dem Boden, die Kohle verschwand und hinterließ lediglich schwarze Fingerkuppen. Wenigstens hatte sie sich auf die gewollte Zeichnung konzentrieren können und war so ungebetenen Gedanken aus dem Weg gegangen. Seufzend rutschte sie zur Bettkante und wollte aufstehen, als sie sich schließlich den Bauch hielt und wieder zurücksank, da sich Schmerz ausgebreitet hatte. Doch lächelte die junge Königin genau wegen dieser Tatsache, es war ein Lächeln, das Genugtuung ausdrückte. Schön, dann also zurück in mein altes Leben. Je mehr sie dieses wuchernde und grollende Bündel in sich mit Schmerzen fütterte, die sie einfach nicht empfinden wollte, desto mehr schlug sich das tatsächlich auf ihren Körper nieder. Für sie war es im Moment ein gutes Zeichen, dass die gelegentlichen Bauchschmerzen zurückkehrten, es bedeutete, dass sie es einigermaßen hinbekam ihre Träume und Empfindungen beiseite zu schieben.

Die Zähne zusammenbeißend stand sie schließlich auf und machte sich auf den Weg in das kleine angrenzende Badezimmer, vor dessen Spiegel sie stehen blieb. Als sie hineinsah erschrak sie. Allerdings nicht wegen ihres eigenen Spiegelbildes sondern deswegen, weil sie im Fenster hinter sich sehen konnte, dass sich ganz leicht die Morgendämmerung ankündigte. So lang sitz ich schon hier rum? Sie schüttelte den Kopf. Dann machte sich Melyanna daran sich zumindest so weit herzurichten, dass sie sich unter Menschen begeben konnte – auch wenn davon auszugehen war, dass sich um diese Zeit noch nicht allzu viele Menschen draußen herumtreiben würden. Nachdem sie fertig war zeigte sich bereits ein Silberstreif am Horizont, er erinnerte sie unweigerlich an Thasos. Und daran, dass sie ihn vielleicht wissen lassen sollte, dass sie sich noch vor Sonnenaufgang auf den Weg zum Schloss machen würde. So konnte sie vorher noch ein wenig Zeit in den Gärten verbringen, sie hatte einfach das Bedürfnis danach. Ich werde es sowieso dem Haushofmeister erklären müssen. Also könnte ich später eigentlich gleich zu dem und muss Jade nicht stören. Das erschien ihr für den Moment zumindest die beste Lösung zu sein. Immerhin war ein Haushofmeister dazu da sich unter anderem um solche… Vorfälle… zu kümmern und sie in Akten oder dergleichen aufzunehmen. Die junge Königin zog sich Schuhe an und schmiss sich eine dünne Jacke über – zusätzlich zu dem Rollkragenpullover und der langen Hose ergab das ein Bild, das nicht so recht zu den angenehmen Temperaturen draußen passen wollte. Ihr selbst war jedoch kein bisschen warm darin.

Nachdem sie die Schilde und Schlösser an ihrer Tür entfernt hatte trat sie in den Gang hinaus, nur um selbige dann wieder zu errichten, damit niemand das Zimmer betreten konnte. Zumindest keiner der Bediensteten. Sie verhielt sich sehr leise und überlegte, wie sie dem Prinzen am besten mitteilen konnte, wo sie war, ohne ihn zu wecken. Unwillkürlich streckte sie ihre Sinne nach ihm aus und runzelte die Stirn bei der Erkenntnis, dass er sich offensichtlich nicht in seinem Schlafzimmer befand, sondern unten irgendwo. Ohne zu Zögern folgte sie der mentalen Spur, bis sie vor einem Salon stand. Sie klopfte ganz leise, sodass es nur jemand hören würde, der wirklich wach war, und machte die Tür dann gerade so weit auf, dass sie den Kopf durch den Spalt stecken konnte. Der Geruch, der ihr entgegenschlug, ließ sie zurückzucken. Hat er puren Alkohol in sich reingeschüttet? Ihre Nase hatte sich jedoch bald daran gewöhnt und so schob sie sich in den Salon hinein. Offensichtlich hatte Thasos nicht allein getrunken, denn insgesamt lagen drei völlig friedlich aussehende Männer schlafend auf Sesseln und Sofas. Melyanna schüttelte nur den Kopf und zog ihre Schuhe aus, damit sie keinen Lärm machte, bevor sie sich ganz in das Zimmer schob und zu einem der Fenster hinüberschlich. Behutsam öffnete sie es und zog die Läden davor zu, damit man nicht nach innen schauen konnte, aber es musste dringend gelüftet werden, wenn man nicht schon von zehn Atemzügen betrunken werden wollte. Das Fenster knarrte leise als sie es ganz aufzog, das Geräusch ließ sie zusammenzucken. Bevor sie jemanden weckte wollte sie sich daher lieber zurückziehen und schlich zurück zur Tür. Muss ich eben einen Zettel hinterlassen.

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27 Jun, 2011 23:59 44 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Betrunken, aber glücklich war Thasos eingeschlafen. Am nächsten Tag würde er vermutlich nicht mehr so glücklich sein, aber für den Moment konnte er in Ruhe und frei von Sorgen und lästigen Gedanken schlafen. Entspannt hing er im Sessel und schlief. Links von ihm schlief Ker und rechts von ihm schlief Nim, der ganz leicht schnarchte.
Zu Thasos Glück war es ein traumloser Schlaf. Nichts verfolgte ihn. Bezahlen würde er dafür mit einem bösen Kater sobald er wieder erwachen würde.

Er wusste nicht wie spät es war, aber plötzlich begann er doch zu träumen. Auch in seinem betrunkenen Zustand war er in der Lage unterbewusst seine Umgebung wahr zu nehmen. Oder zumindest bildete er sich ein Melyannas Signatur in seiner Nähe zu spüren.
Ein Geräusch des Protests verließ seine Kehle. Es war nicht bewusst, aber es war eine Reaktion auf den Traum. Er wollte nicht träumen. Es holte nur die Dinge wieder in sein Bewusstsein von denen er nichts mehr wissen wollte. Das Leben und Frauen insbesondere waren einfach viel zu kompliziert.
Sein Traum war formlos, aber dennoch wusste er worum es ging und wichtiger noch um wen es ging. Thasos brummte und mit einem leichten Singsang in seiner Stimme, in der nun auch der Akzent der anderen Hälfte seines Erbes zu hören war murmelte er vor sich hin. Er klang ein wenig wie Dekkar, da auch dieser dhemlanisches Blut in sich trug. "Lauf nicht vor ..... .... mein." Seine Sätze waren unvollständig, doch sein Kopf hatte sich automatisch in die Richtung von Melyanna gedreht.
Neben ihm grunzte Ker kurz. Es klang als störte ihn das Murmeln. Vielleicht war es aber auch ein Versuch gewesen sich zu äußern. Es hätte ein "Nur noch eine halbe Stunde" sein können. Oder aber "Komm später wieder". Von Nim war nichts zu hören außer dieses seltsame schnarchende Geräusch.

Gerade als Melyanna wieder zur Tür geschlichen war und diese erreicht hatte ging ein Ruck durch Thasos Körper. "Nein." Sein Gesicht wurde zu einer Maske von Zorn und seltsamerweise Mitleid. "Niemals ... ... erfahren." Sein Traum wurde verwirrender.
Als Reaktion auf seinen kleinen Ausbruch schwang Kers Arm in seine Richtung und traf leicht sein Knie. Der andere Prinz schien alles andere als glücklich zu sein, dass jemand seinen Schlaf zu stören drohte. Ein wenig wirkten die Drei ja wie Brüder.

27 Jun, 2011 23:59 56 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
Melyanna
Königin





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Sie hatte etwa wieder die Hälfte des Raumes durchquert, als Geräusche aus der Richtung der drei Schlafenden kamen. Ruckartig blieb sie stehen und drehte den Kopf. Es waren andere Laute als das leise Schnarchen, das schon die ganze Zeit durch den Raum gegeistert war und das sie nicht zuordnen konnte. Eigentlich auch egal, wer von den Dreien das fabriziert hat. Ihr Herz schlug schneller vor Aufregung, da sie ja keinen der Männer wecken wollte, und sie verhielt sich ganz still und bewegte sich nicht. Da hörte sie plötzlich leises Gemurmel, das sie sehr wohl einer bestimmten Person zuordnen konnte. Auch wenn der Akzent der nur angedeuteten Worte irgendwie fremd klang. Irgendwoher kenn ich das… Und dann fiel ihr auch ein woher, oder sie bildete es sich zumindest ein. Der Haushofmeister an Jades Hof hatte auch so einen ähnlichen Akzent. Was im Moment aber auch gar nicht weiter wichtig war. In dem Moment dachte Melyanna aber auch wieder daran, dass sie zu eben diesem Haushofmeister ja gehen wollte und sie schon längst hatte weg sein wollen. Also setzte sie sich auf leisen Sohlen wieder in Bewegung und gerade, als sie wieder bei ihren Schuhen angekommen war und die Tür erreicht hatte war hinter ihr ein Geräusch zu hören, dass sie erschreckte. Gerade so schaffte sie es zu verhindern, einen kleinen erschreckten Laut von sich zu geben, nachdem Thasos sich so ruckartig bewegt hatte und eindringlicher vor sich hin brummelte.

Ihr Kopf wandte sich um, nur schemenhaft konnte sie die Männer erkennen, da Zwielicht herrschte. Aber wie viel sie von dem Gesichtsaudruck des Prinzen erkennen konnte reichte ihr bereits, um einen schmerzhaften Stich irgendwo tief in ihrem Inneren zu hinterlassen. Und da dieser auch nicht weggehen wollte sondern den Drang auslöste zu Thasos zu gehen seufzte sie. Nur ein seltsamer Drang. Hat nichts mit Gefühlen zu tun. Und weil sie sich das einredete konnte sie sich selbst erlauben zu ihm zu schleichen. Vorsichtig, um nicht noch weiter unnötig Lärm zu verursachen und um nicht versehentlich einen der anderen beiden zu berühren, ging sie schräg neben dem Sessel auf die Knie. Langsam streckte sie eine Hand aus in Richtung eines Armes des Prinzen, der auf der Lehne ruhte. Ihre Finger legten sich kaum spürbar an seine und verhakten sich leicht darin. Melyanna legte ihren Kopf auf seinen Arm, schloss die Augen und seufzte wieder. Dieses Mal allerdings nicht aus Bedauern oder verzweifelter Resignation. Ein paar Minuten konnte sie ja so bleiben, vielleicht beruhigte Thasos das wider Erwarten und beendete seine schlechten Träume. Das war natürlich der einzige Grund, warum sie das tat. Nicht etwa, weil sie selbst Energie für ihren übermüdeten Geist daraus zog, in der Nähe des Prinzen zu sein…

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28 Jun, 2011 00:00 15 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Sein anhaltendes Gemurmel schien Ker zu nerven, aber nicht wirklich zu wecken. Der Prinz machte immer wieder leise Geräusche des Protests bis er sich schließlich umdrehte und weiter schlief.
Thasos selbst war noch immer in diesem formlosen Traum gefangen, während er sich Melyannas Signatur im Raum einbildete. So betrunken wie er war sollte er eigentlich gar nicht träumen, aber scheinbar war er nicht betrunken genug gewesen. Während er träumte fragte er sich auch wie er Ruhe finden konnte. Sie verfolgte ihn inzwischen ja überall.
Was ihn jedoch ein wenig verwirrte war dass sich die Signatur sogar im Traum um ihn herum bewegte. Er konnte es nicht verstehen, aber auch nicht aufwachen. Irgendwann kam die Signatur doch ganz in der Nähe zur Ruhe. Thasos verarbeitete noch immer die Dinge, die für Melyanna bestimmt gewesen waren.
Während dieses Traumes kam Thasos zu einer Entscheidung. Es blieb nur zu hoffen, dass er sich nach dem aufstehen noch daran erinnern konnte. Nharkhava war weitestgehend gefestigt. Sein Ziel in greifbarer Nähe und sobald das Treffen der Königinnen vorüber war würde er es zu Ende bringen. Und dann war es an der Zeit weiter zu ziehen. Nur was er mit Melyanna machen sollte wusste er noch nicht. Einerseits hoffte er noch immer sie würde zurück zu Jade gehen, aber andererseits .... Eigentlich gab es kein andererseits. Sie vertraute ihm nicht und war zu schreckhaft für seine Art von Leben. Er hatte einfach keine Zeit den verknallten jungen Mann zu spielen. Selbst wenn er sich im Augenblick so idiotisch benahm.
Konnte man in Träumen Kopfschmerzen von zu viel nachdenken bekommen? Seine Gedanken rauschten gerade in die verschiedensten Richtungen. Später würde er vermutlich Knoten im Verstand haben. Warum war es so schwer mit Melyanna? Mit jeder anderen Frau hätte er inzwischen geschlafen und wäre über sie hinweg. "Warum?", war das Einzige was er noch murmelte während Melyanna neben ihm war. Diese Frage deckte so unendlich viele Dinge ab.

28 Jun, 2011 00:00 24 Thasos ist offline Beiträge von Thasos suchen Nehmen Sie Thasos in Ihre Freundesliste auf
Melyanna
Königin





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Die ganze Zeit über hatte sie versucht an nichts anderes zu denken als daran, wie sie wohl am Besten und Bericht erstatten könne, ohne dabei allzu viel preiszugeben. Und vor allem ohne dabei irgendetwas in sich aufzuwühlen. Es war gerade schon schlimm genug für die junge Königin, weil die Nähe zu Thasos an ihr rüttelte und Mauern ins Wanken brachte, die unter allen Umständen stehen bleiben mussten. Wenn die Barrieren nachgaben würde es unschön werden und sie wusste, dass sie es nicht verkraften würde all die Gefühle und Erinnerungen zu verarbeiten, die sie so sorgfältig wegzuschließen versuchte. Melyanna hatte keine Ahnung, wie lange sie einfach nur neben dem Sessel kniete, sie riss erst die Augen auf und zuckte zusammen, als der Prinz ein seltsam klingendes ‚Warum’ murmelte. Zuerst dachte sie er wäre wach, doch glücklicherweise war dem nicht so. Trotzdem zog sie sich insofern zurück, dass sie den Kopf hob und Thasos kurz ansah. „Ich habe keine Ahnung…“, flüsterte sie ganz leise zu sich selbst und löste dann auch die Hand von seiner. Sie stand auf und konzentrierte sich völlig auf das, was zunächst wichtig war: Das Gespräch mit dem Haushofmeister. Zeit zu gehen. In wie vielerlei Hinsicht würde sich noch zeigen. Sich von ihrer Umwelt und allen möglichen Geräuschen abschottend schlich sie zurück zur Tür und schlüpfte in ihre Schuhe. Bevor sie das Haus verließ machte sie sich noch die Mühe einen Zettel zu schreiben und diesen unter der Tür des Salons durchzustecken mit der Aufschrift ‚Bin bald zurück – Melyanna’. Besser niemand wusste wo sie war, es war allein ihre Sache den Vorfall zu berichten und es sollte wenn möglich auch sonst niemand damit zu tun haben. Und bevor Thasos sich wieder aufregte, dass sie ohne Schutz unterwegs war, würde sie sich beizeiten lieber eine Lüge einfallen lassen um ihn davon zu überzeugen, dass dem nicht so gewesen war.

Draußen war es bereits heller geworden, wenn sich auch die Nacht noch nicht ganz zurückgezogen hatte. Nur wenige Menschen waren unterwegs, doch sie umgab sich trotzdem mit einem Schild und überlegte. Dann stapfte sie einfach los. Sie hatte sich dafür entschieden zu Fuß zu gehen, auch wenn sie dafür wohl über eine Stunde brauchen würde, aber sie wollte laufen, sich einfach nur bewegen ohne ein störendes Dach über dem Kopf oder Wände um sich herum. Und da das Schloss etwas außerhalb der Stadt lag konnte sie die frische Luft genießen und sich den Kopf darüber zerbrechen, wie sie am besten Bericht erstattete. Sie war damit noch nicht fertig, doch die Tore zum Schloss waren bereits in Sicht und dort angekommen nahm sie eine gerade Haltung ein. Mittlerweile war es hell geworden, sie hatte sich Zeit gelassen und deshalb viel länger gebraucht, trotzdem wurde sie von den Wachen mit einem seltsamen Blick bedacht, den sie sich jedoch sparten als sie den eisigen Ausdruck in ihren Augen sahen. Nach einer kurzen Erklärung was sie wollte wurden die Tore geöffnet und Melyanna sah sich um. Ob ich mich hier jemals wirklich Zuhause gefühlt hätte? Sicher, sie mochte Jade und irgendwie auch die anderen Hofmitglieder – bis auf eine Ausnahme – aber ob sie sich hier tatsächlich wirklich wohl gefühlt hätte wusste sie nicht. Seufzend riss sie sich von ihrer Umgebung los, als einer der Butler auf sie zugelaufen kam und sie bat mitzukommen, der Haushofmeister wäre bald verfügbar. Schließlich wartete sie mit vor der Brust verschränkten Armen und stoischem Gesichtsausdruck vor dessen Arbeitszimmer darauf, dass er Zeit hatte. Sie wusste nicht, ob er überhaupt bereits wach war, andererseits war es ihr auch egal, ob sie eine Stunde oder mehr warten musste. Thasos wird sich eher freuen wenn ich nicht so schnell wieder da bin. So ganz konnte sie ihre Verbitterung aus diesem Gedanken dann aber doch nicht heraushalten.

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28 Jun, 2011 00:00 38 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Dekkar Domenico, Kriegerprinz, 2325

Die Planung für das Treffen der Königinnen nahm einen Großteil seiner Zeit in Anspruch. Es waren nur noch wenige Tage bis die ersten Königinnen eintreffen würden. Trotzdem gab es immer wieder Unterbrechungen. Es gab immer jemanden der etwas zu melden hatte oder der bei einem Problem Hilfe benötigte.
Es gab Momente in denen sich Dekkar gerne taub gestellt hätte oder gerne einen Stellvertreter beantragt hätte. Doch er beklagte sich nicht bei Jade. Er würde durchhalten und es irgendwie hin bekommen, selbst wenn er sich nicht in vervielfältigen konnte.

Mitten in der letzten Überarbeitung des Plans wie die Gästezimmer vergeben wurden, damit die Höfe nicht getrennt wurden, aber die Ränge innerhalb der Höfe berücksichtigt wurden, erreichte ihn ein Speerfaden. Königin val Sin wünschte ihn zu sprechen. Das hat mir gerade noch gefehlt. Klagen wegen Wayn oder diesem stressigen Prinzen, der nicht mal zum Hof gehört. So ruhig Dekkar nach außen hin auch immer wirkte und auch im Augenblick noch wirkte, so war er in den letzten Tagen doch ein wenig reizbarer wie sonst. Trotz all der Kontrolle blieb er doch ein Kriegerprinz.
Er beauftragte den Bediensteten die Königin zu seinem Arbeitszimmer zu führen und ihr mitzuteilen, dass er sie in kürze empfangen würde.
Vorher wollte er jedoch diesen Plan aus seinem Kopf bekommen, damit er sich mit was auch immer die Königin wollte auseinandersetzen konnte.

In etwa 20 Minuten später öffnete sich die Tür zu seinem Arbeitszimmer und Dekkar, der nur einen einfachen dunklen Anzug trug, bat die junge Königin herein. Ein Blick auf die Frau und Dekkar wurde wachsamer. Sie wirkte losgelöst, müde und als könnte sie nichts wirklich berühren. Es war anders, aber trotzdem erinnerte es ihn an einen Blick in den Spiegel.
Dekkar deutete eine formelle Verbeugung an und sah Melyanna dann wieder an. "Lady. Verzeiht die Verzögerung." Sie wusste sicher noch was in kürze hier auf dem Schloss los sein würde. Dekkar wartete bis Melyanna eingetreten war und führte sie dann zu seinem Schreibtisch. "Was führt euch zu mir? Um ehrlich zu sein hätte ich nicht so schnell mit einem Besuch gerechnet." Wenn er den Ruf des Prinzen bedachte, dann hätte er gar nicht mehr mit einem Besuch gerechnet. Es hatte ihn einiges gekostet, doch die alten Verbindungen waren noch da und versorgten ihn weiter mit Informationen, wenn die Bezahlung stimmte. Es hatte seine Vorteile Informationshändler zu sein. Selbst wenn es nur eine Freizeitbeschäftigung gewesen war während er in den Territorien der Langlebigen unterwegs gewesen war.

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28 Jun, 2011 00:01 08 NSC ist offline Beiträge von NSC suchen Nehmen Sie NSC in Ihre Freundesliste auf
Melyanna
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Stunden hatte sie nicht warten müssen, nur etwa eine knappe halbe Stunde, bis sich die Tür des Arbeitszimmers öffnete und sie hereingebeten wurde. Sie bedachte den Haushofmeister mit einem höflichen Nicken, sogar mit einem Lächeln, welches aber nicht ihre Augen erreichte. Die blieben irgendwie matt und machten einen stumpfen Eindruck. „Ich bin froh, dass Ihr trotz der vielen Vorbereitungen, die sicher getroffen werden müssen, Zeit für mich findet, Prinz.“, erwiderte sie förmlich und ließ sich zum Schreibtisch führen. Trotz ihrer Müdigkeit ließ sie sich recht elegant davor nieder, während ihr Gesicht nichts davon verriet, dass sie einen doch sehr unerfreulichen Vorfall berichten musste. „Ich hätte Eure kostbare Zeit auch nicht in Anspruch genommen, wenn es nicht wichtig wäre.“ Melyanna klang höflich, wenn auch distanziert, ihre blaugrauen Augen richteten sich auf den Kriegerprinzen. „Aber es gab gestern einen Vorfall, den ich Euch persönlich berichten wollte, bevor es jemand anderes tut.“ Kurz räusperte sie sich und nahm eine aufrechte Haltung ein. Ein Bein wurde über das andere geschlagen und die Arme auf die Lehnen gebettet, der Rücken durchgestreckt. Der Kopf der jungen Königin war hoch erhoben, fast schon trotzig, obwohl die Augen kalt blieben. Ja, sie fügte sich in ihre Rolle. Sie zwängte sich in ein viel zu enges Gewand aus selbst auferlegten Grenzen und versuchte damit alle Empfindungen in ihr zu ersticken. Es hat drei Jahre funktioniert, es wird weiter funktionieren.

Nach kurzer Pause begann sie völlig sachlich zu berichten, innerlich erstickte sie dabei jede aufkommende Emotion im Keim. „Gestern Nachmittag habe ich zufällig jemanden getroffen, den ich von meinem Leben am Hof in Klein Terreille her kenne. Edmond Alimar, ein Prinz, der am Hof meiner Tante diente und, wie er sagte, auf der Durchreise war. Er brachte Neuigkeiten mit, die ich erfahren wollte, wodurch wir uns in ein Café in Tajrana zurückzogen. Die Neuigkeiten, die er mir mitteilte, waren alles andere als erfreulich, doch denke ich nicht, dass sie im Moment eine Rolle spielen.“ Sie machte eine kurze Pause um sich ihre nächsten Worte zu überlegen. Außerdem versuchte sie krampfhaft nicht an entsprechende Informationen zu denken. Melyanna unterdrückte einfach sofort alles, was sich nach oben drängen wollte. Leider schlugen sich solche Aktionen immer schnell auf ihren Körper nieder, weshalb sich auch die stechenden Bauchschmerzen zurückmeldeten. Nur kurz verzog sie das Gesicht, ließ sich ansonsten nichts anmerken. „Es genügt wohl zu wissen, dass mich das Gesagte ein wenig aus der Fassung gebracht hat, allerdings nicht so sehr wie die nun… nennen wir es zudringliche Art des Prinzen.“ Das war sehr milde ausgedrückt, aber sie war ja auch nicht hier um sich auszuweinen sondern um Bericht zu erstatten. „Wir hatten uns bereits voneinander verabschiedet, als ich mich kurz ins Band zurückzog um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Offensichtlich sah sich Prinz Alimar gezwungen mir zu folgen und mich als Freiwild zu betrachten. Denn er setzte die Kraft seiner Juwelen ein um mich zu überraschen, festzuhalten und mich an Stellen zu berühren, die ihn – wie er wusste – nichts angehen.“ Sie würde detaillierte Angaben machen, wenn Dekkar es verlangte, ansonsten würde sie es bei dieser Formulierung belassen. Die junge Königin hatte es im Moment schon schwer sich nicht allzu genau daran zu erinnern. „Aufgrund meines aufgewühlten Zustandes war es mir nicht möglich mich so weit unter Kontrolle zu halten um zu verhindern, dass sich meine Kräfte verselbstständigen. Da der Prinz Opal trug war die Folge, dass ich in einem Reflex seine Fesseln und Schilde gesprengt habe und unbedachterweise eine wegstoßende Geste losgeworden bin mit dem Zusatz, durch Haut und Fleisch hindurchzugreifen.“ Auch jetzt verzog sich ihre Miene kein Stück, nur in ihren Augen flackerte kurz so etwas wie zornige Genugtuung auf. „Ich habe ihm die Brust aufgerissen und – wie ich glaube – auch ein paar Rippen zersplittert. Zudem war der Zugang zu dem Raum mit Hexenfeuer abgeriegelt, genährt durch das Überkochen meiner Emotionen. Ich habe erst hinterher begriffen, dass mich offensichtlich die kalte Wut erfasst hatte. Es ist…“ Kurz stoppte sie und überlegte. Wenn sie sich recht erinnerte benutzte Thasos zweierlei Namen und sie überlegte fieberhaft, unter welchem er hier am Hof bekannt war. „Es ist Prinz Magosa zu verdanken, der von dem Vorfall mitbekommen hatte, dass nicht mehr zu schaden gekommen ist als die Toilettenräume. Und Prinz Alimar natürlich, der nicht mehr unter den Lebenden weilt.“ Das war im Großen und Ganzen die Geschichte des gestrigen Tages. Dass sie sehr wohl wusste hatte, dass Thasos dem Leben Edmonds ein vorzeitiges Ende gesetzt hatte, sagte sie nicht. Sie war sowieso der Meinung, dass Edmond ohnehin maximal nur noch 2 Minuten länger überlebt hätte.

Kurz blickte sie zu einem der Fenster, sah in den Himmel hinaus und überlegte, ob sie etwas Notwendiges vergessen hatte. Dann wandte sie den Blick wieder dem Haushofmeister zu und nickte abschließend. „Das war alles.“ Nichts in ihrem Gesicht verriet, dass ihr das irgendwie nahe ging oder sie in irgendeiner Weise berührte. Das wabernde Bündel in ihr grollte und pulsierte, doch Melyanna ignorierte es. Nur ihr Körper tat das nicht, denn die Schmerzen in der Magengegend waren schier unerträglich und sobald sie wieder Zuhause war würde sie sich wohl hinlegen müssen.

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28 Jun, 2011 00:01 23 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Dekkar Domenico, Kriegerprinz, 2325

Mit einem Nicken nahm Dekkar zur Kenntnis, dass sie die entstandene Verzögerung verstand. Es gab wirklich einiges zu tun. "Für die Angehörigen des Hofes findet sich immer ein wenig Zeit. Zumindest versuche ich die Zeit zu finden." Seine Stimme verriet ein klein wenig der Anstrengungen dieser Tage.
Nachdem sich die junge Königin gesetzt hatte, nahm auch Dekkar platz und wartete auf den Grund ihres Besuchs. Es dauerte nicht lange bis sie zu erklären begann. Ihre Haltung verriet mehr wie ihre Stimme. Es war wirklich etwas Ernstes. Seine Stirn legte sich leicht in Falten als sie erklärte sie wollte berichten bevor es jemand anderes tat. Das klang wirklich sehr ernst, wenn es jemand anderen dazu veranlassen würde ihm einen Besuch abzustatten.

Dekkar unterbrach sie jedoch nicht sondern ließ ihr die Zeit sich zu sammeln und zu berichten. Von Zeit zu Zeit nickte er oder sah sie kurz fragend an. Während dieser ganzen Zeit blieb er still und auch sein Ausdruck veränderte sich nicht wirklich. Dekkar machte der Königin keine Vorwürfe oder versuchte sie zu belehren. Er akzeptierte es und sah auch nicht besorgt aus. Sollte sich jemand beschweren, dass sich eine Königin gegen einen Prinzen gewehrt hatte, der das Wörtchen "Nein" nicht verstand, dann würde es dieser Person vermutlich wie erwähntem Prinzen ergehen. Er verstand keinen Spaß, wenn es um die Sicherheit und Wohlergehen einer Lady ging. Auch, wenn er nach außen hin nicht so wirken mochte.
Am Ende ihrer Ausführungen legte Dekkar seine Hände auf seinen Schreibtisch und atmete einem ruhig und tief durch. "Ich verstehe. Darf ich fragen wie es euch geht? Wie fühlt ihr euch nach dem Geschehenen?" Seine Stimme klang ruhig, aber die Erklärung hatten ihn nicht wirklich ruhig gelassen. Dekkar verspürte die Lust etwas unter seiner Faust zu zerschmettern. Es kostete ihn einiges an Selbstbeherrschung nicht zu fragen, wo ihre Begleiter gewesen waren als dies geschehen war. Er hatte so eine Ahnung wie die Antwort ausfallen würde und wie er darauf reagieren würde. Und da er wusste wie sie den Prinzen Magosa verteidigte, war es keine gute Idee es darauf ankommen zu lassen.
"Wir haben also ein leicht beschädigtes Café und einen toten Mann. Gibt es Überreste, die an Verwandte zu überstellen wären? Oder anderweitig zu entsorgen wären?" Mit Magosa würde er persönlich noch ein Wörtchen wechseln ohne, dass irgendjemand davon Wind bekam. "Habt ihr noch einen Wunsch? Ansonsten kann meine Assistentin, dies schriftlich aufnehmen. Ich habe meine Zweifel, dass jemand dumm genug ist sich deswegen hier zu beschweren."

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28 Jun, 2011 00:01 55 NSC ist offline Beiträge von NSC suchen Nehmen Sie NSC in Ihre Freundesliste auf
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Der Haushofmeister hatte sich alles angehört und machte einen ziemlich gefassten Eindruck, was Melyanna sehr entgegen kam. Damit hatte sie dieses lästige Übel des Berichtes hinter sich gebracht und hätte eigentlich aufatmen können, wenn da nicht Dekkars Frage gewesen wäre, wie es ihr denn ginge. Ihr Gesicht war wie in Stein gemeißelt, die einzige Regung war ein tiefes Luftholen, bevor der Atem langgezogen in einem Seufzen wieder ausgestoßen wurde. Wobei es eigentlich eher einem Schnauben glich, da die junge Königin jetzt mit Sicherheit nicht weinend im Arbeitszimmer des Haushofmeisters sitzen würde um zu klagen, dass es ihr ganz furchtbar ginge. Sicher, wenn sie es zuließe dann ginge es ihr furchtbar, da dem aber nicht so war fiel ihre Antwort auch anders aus: „Mir geht es gut. Ich fühle mich so, wie ich mich fühlen sollte.“ Das war keine Lüge, denn ihrer Meinung nach war alles richtig wie es im Moment war. Ihr Körper sah das etwas anders, aber das interessierte sie nicht. Sie würde die Zähne zusammenbeißen und jegliche Reaktionen einfach ertragen. Damit war das Thema über ihr Befinden für sie dann auch erledigt und sie bedachte den Kriegerprinzen mit einem Blick, der davor warnte genauer nachzufragen.

Schließlich zuckte sie leicht mit den Schultern. „Was Überreste anbelangt müsst Ihr Prinz Magosa fragen. Er war so zuvorkommend dafür zu sorgen, dass sich um alles gekümmert wurde, damit ich mich… zurückziehen… konnte.“ Und das hatte sie, mehr, als man aus diesen Worten schließen konnte. Es ist gut wie es ist. Wie lange und oft sie sich das wohl immer wieder sagen musste? Eigentlich war es auch egal, sie würde es einfach immer wieder machen, wenn es sein musste. „Selbst wenn sich niemand direkt hierher begibt um den Vorfall zu berichten: Es wird wohl Gerüchte und Getuschel geben, aber das wisst Ihr wahrscheinlich selbst. Ich wollte vermeiden, dass der Hof, dessen Mitglied ich immerhin auch bin, von nichts weiß.“ Höflich lächelte sie, nickte sogar dankend, dass Dekkar sich die ganze Sache so geduldig angehört hatte. „Für mich wäre damit alles geklärt. Sofern Ihr nichts mehr wissen wollt werde ich mich, nachdem alles festgehalten wurde, zurück nach Hause begeben.“ Melyanna merkte selbst gar nicht, dass ihr das Wort ‚Zuhause’ wie von selbst über die Lippen ging, wann immer sie von Thasos Stadthaus sprach. Das lag allerdings nicht an dem Haus – das war nur ein Gemäuer wie jedes andere auch. Vielmehr lag es daran, dass der Prinz dort wohnte, zumindest derzeit. Deshalb war es ihr Zuhause, deshalb sprach sie so selbstverständlich dieses Wort aus. Doch wenn ihr das in diesem Moment klar gewesen wäre wäre wahrscheinlich ihre Welt zusammengebrochen. Das Letzte, was sie derzeit gebrauchen konnte, waren solche Erkenntnisse. Unwillkürlich legte sie sich eine Hand auf den Bauch. „Oh… eine Sache wäre da allerdings vielleicht doch noch…“ Sie lächelte, obwohl es ziemlich künstlich aussah. „Ich wäre sehr dankbar, wenn mich vielleicht zwei Wachen zurück in die Stadt begleiten könnten, damit ich nicht ohne Schutz unterwegs bin.“ Allein dieser Satz stieß ihr schon sauer auf, aber es war ihr lieber als zu riskieren, dass Thasos die Fassung verlor weil er sich einbildete, dass eine Königin nicht ohne Schutz unterwegs sein durfte.

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28 Jun, 2011 00:02 14 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Dekkar Domenico, Kriegerprinz, 2325

Seine eigentlich freundlich gemeinte Frage nach ihrem Befinden wurde von der jungen Königin nicht besonders gut aufgenommen und so gleich abgewehrt. Sie behauptete, dass es ihr gut ginge und sie sich fühlen würde wie sie sich fühlen sollte. Dekkar unterdrückte ein Knurren und einen bissigen Kommentar, aber nicht wegen ihres Blickes. So weit würde es noch kommen, dass er sich von einem so jungen Ding Angst machen ließe. Kurzlebige Kinder. So tapfer und so naiv. Glaubte sie wirklich sie könnte ihn mit einer solchen Halbwahrheit täuschen? Er glaubte ihr sofort, dass sie sich fühlte wie man sich nach so einem Vorfall fühlen sollte oder zwangsläufig fühlen musste, aber das es ihr gut ging, daran hatte Dekkar so seine Zweifel. "Gut. So lange ihr euch Nharkhava nicht von einer Person aus eurer Vergangenheit verderben lasst..." Nur für einen kurzen Augenblick sah er Melyanna nachdenklich und mit einer fast schon väterlichen Nachsicht an. Seinen Satz beendete er jedoch nicht. Sollte sie ein wenig nachdenken das würde sie ablenken.
In dem älteren Kriegerprinzen schlummerte noch so viel. Dinge, die verborgen blieben, sogar vor ihm selbst. Dinge, die sie ab und zu einen Weg an die Oberfläche bahnte um sich für einen kurzen Augenblick zu zeigen, nur um dann wieder zu verschwinden so als wären sie nie dagewesen.

Seine Frage wie es um die sterblichen Überreste des Mannes stand und ob diese überführt werden mussten, beantwortete die junge Königin deutlich genug. Nachdem was er wusste, würde er Magosa sicher nicht fragen müssen. Es würde nicht von dem Mann übrig sein, aber das würde er Melyanna sicher nicht auf die Nase binden. Am Ende würde sie noch Angst vor ihrem momentanen Gastgeber bekommen.
Ihre Bedenken bezüglich aufkommender Gerüchte wischte Dekkar mit einer Handbewegung beiseite. "Gerüchte und Getuschel würd es immer geben. Selbst wenn ihr euch wie eine Musterschülerin aufführen würdet. Macht euch keine Sorgen. Hier am Hof werden Gerüchte behandelt als das was sie sind. Nur Gerüchte." Und sollte ein Gerücht eine Bedrohung sein, dann gab es genug Mittel und Wege sich damit zu befassen und es aus der Welt zu schaffen. Diese Spielchen kannte Dekkar zu genüge. Er war sich nur nicht sicher wo es schlimmer war. An einem Hof oder in der Geschäftswelt.

Ihre Unterhaltung war bereits dabei sich dem Ende zu nähern als Melyanna meinte, dass sie gerne nach Hause gehen würde, wenn alles schriftlich festgehalten worden war.
Dekkars Augen veränderten sich. Seine dunkle Signatur strömte in den Raum. Sein Gesicht wurde kalt und hart, während seine Augen in einem dunklen Goldton zu leuchten begannen. Binnen weniger Augenblicke wurde der Zorn Dekkars greifbar. Es war jedoch nicht die Aussage Melyannas, die seine Reaktion hervor gerufen hatte. Viel mehr war es ihre Haltung. Ihr künstliches Lächeln, die Anspannung und die Art wie sie ihre Hand auf ihren Bauch legte, so als wollte sie sich schützen.
Dekkars Blick blieb auf Melyannas Hand hängen, wie sie sich auf ihren Bauch gelegt hatte. Das Feuer brannte hell in Dekkar. Intensiv. Im Moment war er ganz der Kriegerprinz. Mehr noch. Seine verlorenen Jahre zeigten sich in seiner Signatur. In diesen wenigen Minuten war Dekkar ein anderer Mann. "Hat er euch wirklich nur berührt?" Seine Frage war etwas Dunkles. Es versprach kein Entkommen. Nur war nicht zu erkennen wen Dekkar meinte. Den Mann aus dem Café oder gar Magosa.
"Natürlich werde ich euch die Wachen zur Seite stellen. Ein Wort von euch und sie werden jedes Problem für euch aus der Welt schaffen." Egal wie es heißt. Ohne eine Sekunde zu verschwenden rief Dekkar über einen Speerfaden zwei Wachen herbei, denen ER vertraute. Es wären Männer welche er persönlich ausgewählt hatte und in den Dienst am Schloss aufgenommen hatte. Natürlich nicht ohne Jade davon in Kenntnis zu setzten. Er hatte nur verschwiegen in welchen Verhältnis sie zu ihm standen.

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28 Jun, 2011 00:02 26 NSC ist offline Beiträge von NSC suchen Nehmen Sie NSC in Ihre Freundesliste auf
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Wenn Melyanna derzeitig dazu in der Lage gewesen wäre, eine derartige Beurteilung zu machen, hätte sie den Haushofmeister von Jade vielleicht tatsächlich als sympathisch befunden. Sicherlich, sie war ihm in der Vergangenheit schon einige Male über den Weg gelaufen, hatte hier und da auch mal kurz mit ihm gesprochen, aber das war nicht vergleichbar mit den Umständen gewesen, wegen denen man sich gerade traf. Zum Glück, sollte man annehmen. Dann jedoch veränderte sich etwas an Dekkar, was die Königin innerlich zusammenzucken ließ, äußerlich verzog sie keine Miene, nur die blaugrauen Augen machten einen über-wachsamen Eindruck. Woher kommt denn jetzt dieser plötzliche Wandel? Das konnte sich die junge Frau nicht wirklich erklären und es beunruhigte sie irgendwie. Der Kriegerprinz war wütend, das konnte man spüren, es wunderte sie sogar, dass man das, was da von hinter dem Schreibtisch kam, nicht anfassen konnte. Ihre Mundwinkel verspannten sich, auch sonst versteifte sie sich ein klein wenig, gerade so viel, dass man es wahrscheinlich bemerken würde. Offensichtlich hatte dieser Stimmungswandel auch etwas mit ihr zu tun, weil der Haushofmeister nachfragte, ob sie auch wirklich nur berührt worden war. „Ich habe Euch nicht angelogen. Mit keinem Wort, Prinz.“, gab sie kühl zurück. Zeit zu gehen, und zwar schnell!

Ungeachtet des stechenden Schmerzes in der Bauchgegend erhob sich Melyanna so entspannt wie es ihr möglich war – also nicht sehr. Das Lächeln war von ihren Lippen verschwunden, was aber auch gut so war, denn es hatte ohnehin aufgesetzt und irgendwie gebrochen gewirkt. Die Stimmung des Kriegerprinzen machte ihr insgeheim Angst, sie versuchte das zu verdrängen und beiseite zu schieben, größtenteils auch mit Erfolg. Trotzdem griff der Fluchtreflex unheimlich gut und sie verabschiedete sich hastiger und distanzierter, als es nötig und richtig war. „Vielen Dank für Eure Zeit und Eure Mühen.“ Knapp nickte sie ihm zu und verließ fluchtartig den Raum. Sie war ja schon stolz auf sich, dass sie den Drang hatte unterdrücken können einen Schild um sich aufzubauen – das hätte man durchaus als Beleidigung auffassen können. Sie hatte schon genug am Hals, den Haushofmeister des Hofes, an dem sie diente, zu verärgern, sollte sich nicht noch zu den anderen Problemen dazugesellen. Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss und die junge Königin musste einmal tief durchatmen, um die Maske der Gleichgültigkeit aufrecht erhalten zu können und die aufkommenden Gefühle ganz weit unten zu vergraben, dort, wo sie ihrer Meinung nach hingehörten. Ich kann es mir schlichtweg nicht leisten, anders zu sein. Damit hatte sich die Sache für sie erledigt. Es dauerte auch keine Minute, bis zwei Männer sich zu ihr begaben, jene Wachen, um die sie gebeten hatte. Männliche Gesellschaft… tja, damit musste sie wohl leben, zumindest bis sie zurück im Stadthaus war. Und dort… wartete ebenfalls männliche Gesellschaft, auf irgendeine Art und Weise zumindest. Nur welche, die sie ertragen konnte. Die sie ertragen wollte.

Bevor sie weiter über solche Dummheiten nachdenken konnte setzte sie sich aber dann in Bewegung, um aus dem Schloss zu kommen. Es war sogar schon eine kleine Kutsche bereitgestellt worden, worüber Melyanna dieses Mal froh war. Sie wollte einfach nicht länger als unbedingt nötig die zwei Wachen am Hals haben. Während sie einstieg zuckte sie zusammen, weil sich der Schmerz kurz ausbreitete und ihr Körper somit wohl Protest ausdrücken wollte. Es war ihr egal, einfach nur egal, sodass sie es ignorierte. Während der ganzen Fahrt zurück zur Hauptstadt starrte sie einfach nur aus dem Fenster, das Gesicht ernst und die blaugrauen Augen matt. Sie versuchte sich so wenige Gedanken wie möglich zu machen, so gut wie möglich das pulsierende, immer weiter wachsende Paket in ihr drin zu ignorieren. Damit war sie vollends beschäftigt und noch nicht einmal fertig, als die Kutsche anhielt und die junge Königin mitsamt Wachen vor dem Stadthaus ausstieg. Höflich bedankte sie sich bei den beiden und meinte, dass sie sie ab hier nicht mehr brauchen würde. Als ob Wachen mir derzeit wirklich helfen könnten. Verbitterung, tiefgehende und bösartige Verbitterung, die sich in diesem Gedanken Luft machte. Während sie zur Tür ging und diese öffnete hörte sie bereits, wie die Kutsche zurück zum Schloss fuhr, was ein unbewusstes Aufatmen der jungen Frau zur Folge hatte. Sie hatte keine Ahnung, wie spät es war, aber ihrer Vermutung nach, was Thasos am Abend zuvor alles in sich reingeschüttet hatte, war der Prinz wahrscheinlich sowieso nicht ansprechbar. Gut, so konnte sie sich umgehend wieder in ihrem Zimmer verkriechen. Sollte nicht wieder irgendjemand irgendetwas von ihr wollen – und wenn es sich nicht um den Hausherren persönlich handelte war im Moment nicht sicher, ob sie nicht einen kleinen genervten Ausbruch deshalb haben würde – dann würde sie sich zurück in ihr Zimmer begeben und hinter ihren Schilden und Barrieren sitzen bleiben, bis irgendein anderer Pflichtakt anstand.

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28 Jun, 2011 00:02 38 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Dekkar Domenico, Kriegerprinz, 2325
Seine Augen blieben dunkel und wachsam während sich das Verhalten der Königin weiter veränderte. Sie wurde vorsichtiger. Dekkar konnte die Angst fast schmecken. Sie versuchte es zu verbergen, aber ihr Rückzug machte es wieder deutlich sichtbar. Und auch ihre Verteidigung ließ es erahnen.
Obwohl er noch immer Kriegerprinz war und sich seine Sorge mit Wut gepaart hatte, schlich sich diese väterliche Nachsicht in seine Augen. "Habe ich auch nie behauptet." Ich habe nur das Gefühl ihr verschweigt zu viel. Es war seltsam. Dekkar musste für einen kurzen Moment an etwas denken, dass er erlebt oder geträumt hatte, bevor er einige Zeit auf Chaillot verbracht hatte. War es vielleicht eher eine Vision gewesen? Noch immer wusste er nicht ob er es damals wirklich erlebt hatte oder nur geträumt hatte. Was immer es auch gewesen war... Melyanna erinnerte ihn daran. Weshalb er sie auch nicht daran hinderte das Zimmer zu verlassen. Er sagte nichts sondern sah Melyanna einfach nur nachdenklich an. Selbst nachdem sie das Zimmer verlassen hatte starrte er noch einen Moment einfach nur die Tür seines Arbeitszimmers an.

Wenige Minuten später wurde Dekkar darüber in Kenntnis gesetzt, dass sich die Lady in der Kutsche befand und sie sich jetzt auf den Weg machen würden. Der Schleier um seinen Verstand hatte sich langsam wieder zurückgezogen. Ruhe kehrte ein.
Dekkar schloss die Augen und konzentrierte sich auf die Kutsche und die junge Königin. Er verfolgte ihre Fahrt. Glaubte sie wirklich sie könnte vor dem Leben davonlaufen oder sich verstecken? Er machte sich ernsthaft Sorgen um die junge Königin. Es war seine Aufgabe als Haushofmeister sich nicht nur um den Schriftverkehr, die Finanzen oder Verträge aller Art zu kümmern. Ihm war auch an den Menschen des Hofes gelegen. Und nachdem was er eben erlebt hatte machte er sich noch mehr Sorgen. Hoffentlich habe ich dieses Mal Unrecht.

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28 Jun, 2011 00:02 52 NSC ist offline Beiträge von NSC suchen Nehmen Sie NSC in Ihre Freundesliste auf
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Ker Vakarian - Prinz (Opal/Saphir), 1932

Ker war etwa eine Stunde vor der Rückkehr Melyannas aus seinem "Koma" erwacht. Sein Kopf brummte leise vor sich hin. Schlimmer waren die Gliederschmerzen, welche er sich durch seine unfreiwillig ausgesuchte Schlafstätte zugezogen hatte. Er fühlte sich irgendwie steif. Seine Gelenke knackten verdächtig als er sich streckte.
Leise stöhnend rieb er sich die Augen und ließ seine Hand danach über sein raues Kinn fahren. Er konnte sich gut vorstellen wie er aussehen musste. Sein Blick fiel zurück auf den kleinen Tisch und die leeren Flaschen. Ja, er musste wirklich großartig aussehen. Einfach zum davonlaufen. Sein Blick wanderte weiter zu einem immer noch schnarchenden Krieger und dann zu Thasos, der aussah als wäre er einfach nur im Sessel eingeschlafen. Sobald Thasos aufwachte würde dieser vermutlich genauso aussehen wie er. Irgendwie zerknautscht.
Mit einem Gähnen drehte er sich um und sah das offene Fenster. Deswegen riecht man nichts. Aber wer? Seine Frage beantwortete sich als er einen kleinen Zettel fand. Kurz überflog er den Zettel und legte ihn dann zurück.

Eilig hatte Ker das Zimmer verlassen und sich in sein eigenes Schlafzimmer zurückgezogen. Das eher spartanisch eingerichtete Zimmer beherbergte nur ein einfaches Bett, einen Schrank, sowie einen Tisch und einen Stuhl. Es gab keine Bilder oder Teppiche. Es fehlte jegliche persönliche Note.
Ker ließ sich auf dem Stuhl nieder, dann rief er Blatt Papier und etwas Tinte herbei. Es war Zeit etwas zu unternehmen. Er würde sicher nicht daneben stehen und nichts tun, denn selbst wenn Thasos es nicht so sah war der Prinz das was für Ker einem Freund am nächsten kam. Es gab so viele Geheimnisse zwischen ihnen, aber sie akzeptierten diese. War das nicht auch Vertrauen? Sie arbeiteten und lebten zusammen, obwohl sie von den Geheimnissen des Anderen wussten. Irgendwie vertrauten sie darauf, dass sie einander nicht in den Rücken fielen. Aber genau dass musste jetzt vermutlich getan werden. Ich bin bereit unsere Freundschaft zu opfern, damit es eine Zukunft gibt. Hoffentlich bist du klar genug, dass irgendwann zu erkennen. Ker wusste nicht genau ob es klug war oder diese Gedanken nur durch den Restalkohol so logisch erschienen.
Nach einiger Zeit war der Brief fertig. Ker steckte ihn ohne Unterschrift in einen Umschlag und schob ihn anschließend unter der Tür von Melyannas Schlafzimmer durch.

Der Brief wies darauf hin, dass es an der Zeit war weiterzuziehen, da es ihm unmöglich war weiter dabei zuzusehen, wie der Prinz wegen einer Lady langsam Stück für Stück starb. Er stellte ihr ebenso die Frage ob es ihr nicht bewusst war, dass sie den Mann quälte. Ker war kein Poet und kein Mann, der Dinge schonend anging. Er sprach frei aus, was gerade in seinem Kopf vorging. Es kotzte ihn an Thasos so zu sehen und alles nur wegen einer Frau. Ker sorgte lediglich dafür, dass nichts im Brief auf ihn hindeutete. Er wollte die Lady dazu bekommen nachzudenken und vielleicht aus ihrem Leben zu verschwinden. Und wenn das schon nicht klappte, dann sollte sie sich mit Thasos endlich zusammenraufen, damit das Leben "normal" weiter gehen konnte.

Nachdem dies erledigt war zog sich Ker zurück um eine lange heiße Dusche zu nehmen und sich langsam wieder in etwas ansehnliches zu verwandeln.

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28 Jun, 2011 00:03 27 NSC ist offline Beiträge von NSC suchen Nehmen Sie NSC in Ihre Freundesliste auf
Melyanna
Königin





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Schon als sie die Zimmertür noch gar nicht aufgemacht hatte wusste sie, dass irgendetwas nicht stimmte. Möglicherweise bildete sie es sich nur ein, aber sie meinte ganz schwach die Rückstände einer Signatur wahrnehmen zu können, die ihr bekannt vorkam. Kurz dachte sie nach und konnte es dann auch zuordnen. Dieser Prinz, der sie manchmal so böse ansah, als hätte sie ihm irgendetwas getan. Hab ich? Nicht, dass sie deshalb ein schlechtes Gewissen plagen würde, derlei Dinge hatte sie am Tag zuvor abgestellt und bisher lief das ganz gut. Es war vielmehr die Frage an sich selbst, ob sie irgendetwas nicht mitbekommen hatte, von dem sie hatte mitbekommen sollen. Melyanna öffnete die Tür und trat in ihr Zimmer, noch bevor die Tür ganz geschlossen war sah sie einen Umschlag auf dem Boden. Misstrauisch beäugte sie das Papier und schloss die Tür, errichtete die üblichen Schilde und Barrieren und starrte ein paar Minuten auf den Umschlag ohne sich zu rühren. Schließlich hob sie ihn auf, setzte sich auf ihr Bett, auf dem noch immer die zerknüllten Zeichenversuche lagen, und öffnete ihn. Je mehr sie von dem darin enthaltenen Brief las desto härter wurden ihre Augen, desto angespannter ihre Haltung. Am Ende hielt sie das Schriftstück so fest in Händen, dass sie mit ihren Nägeln fast das Papier durchbohrte. Ihre Hände zitterten unter der Anstrengung sich zusammenzureißen. Die junge Königin zerknitterte den Brief in einer Hand, als sie ihn fest umschloss, stand vom Bett auf und rauschte zum Fenster hinüber, an dem sie die Vorhänge aufriss.

Tageslicht bahnte sich seinen Weg in das Zimmer, der Himmel war wolkenschwer und kündigte Regen an. Ich quäle ihn also, ja? Er leidet wegen mir?! Sie zitterte am ganzen Körper, teils vor Wut, teils vor bitterer Verzweiflung. All die Gefühle sickerten in ihre Signatur und fluteten den Raum ohne dass sie es bemerkte. Zu sehr hatte sie damit zu kämpfen sich unter Kontrolle zu halten, sich nicht diesen Gefühlen hinzugeben und darin zu versinken. Der Brief war nicht unterzeichnet, somit konnte sie nur Vermutungen anstellen und Schlussfolgerungen ziehen aufgrund der Andeutung der Signatur, die sie vor dem Zimmer bemerkt hatte. Warum? Diese Frage spukte ihr im Kopf herum, hämmerte gegen ihr Hirn und verursachte Schmerzen. Es gab so viel, bei dem sich nach dem Warum fragen ließ, so viel, was sich nicht beantworten ließ, weil sie im Moment ihre Gedanken gar nicht ordnen konnte. Sie hatte ihre Vernunft von ihrem Gefühl losgekoppelt am Tag zuvor, und nun versuchte sich Letzteres wieder einen Weg zu bahnen und mit dem Rest von ihr eine Einheit zu bilden. Nein! Nein! Nein! Sie schloss die Augen und fasste sich mit beiden Händen an den Kopf, griff sich in die Haare und bebte. Stumm bahnten sich vereinzelt Tränen ihren Weg und die Königin kämpfte darum nicht die Fassung zu verlieren. Wie kann er wegen mir leiden? Er interessiert sich ja nicht mal richtig für mich! Ich tu ihm doch gar nichts! Dennoch verletzte es sie tief, dass auch nur die Möglichkeit bestand, dass es Thasos schlecht ging. Wegen ihr. Damit kam sie nicht klar. Sie kam mit dem klar, was am Tag zuvor passiert war, kam mit ihren eigenen Schmerzen sowohl körperlicher wie auch psychischer Natur klar, so zumindest ihre Meinung, aber nicht damit, dass Thasos leiden könnte. Ich muss mich zusammenreißen. Ich muss wissen, was das zu bedeuten hat. Und wenn es tatsächlich so war, dass es ihm schlecht ging, nur weil sie sich in seiner Nähe befand, dann würde sie gehen. Sie würde ihre Sachen packen und gehen, selbst wenn das für sie bedeutete, dass sie einging wie ein verhungerndes Tier.

Einige Minuten dauerte es bis sie sich wieder so weit gefangen hatte, dass sie die Tränen zurückhalten konnte und wieder ihre Maske der Emotionslosigkeit aufsetzen konnte. Obwohl in ihren Augen Wut und Verzweiflung standen. Sie wischte sich mit dem Ärmel die salzige Flüssigkeit aus dem Gesicht, straffte sich und ließ die Schilde sinken, nur um einen hautengen Schild um ihren Körper zu legen. Schnellen Schrittes war sie aus dem Zimmer und suchte mental die Umgebung ab, um den zu finden, den sie suchte – Ker. Die ganze Sache konnte furchtbar nach hinten losgehen, aber sie verließ sich jetzt einfach mal auf ihren Verstand und ihre Intuition und ging davon aus, dass er es gewesen war, der den Brief verfasst hatte. Wenn nicht… tja, vielleicht würde sie trotzdem ihre Antworten bekommen. Melyanna war wütend und verzweifelt, das konnte man sowohl in ihrer Signatur wie auch in ihren Augen erkennen. Im krassen Gegensatz dazu standen die aufrechte Haltung und die unbewegten Gesichtszüge, die auch dann noch vorhanden waren, als sie die Tür zu Kers Zimmer aufstieß, sodass es krachte. Einen ebenso lauten Schlag tat es, als sie eben diese Tür hinter sich zuschmiss und ihre Wut und Verzweiflung die Luft verpestete. Der Prinz hatte offensichtlich gerade geduscht, zumindest roch es danach und er war auch nur halb angezogen. Was Melyanna vollkommen egal war. Ruckartig riss sie den Arm nach oben, hielt die Hand mit dem Brief darin aufrecht und starrte den Mann mit bohrendem Blick an. Wie hieß es immer so schön: Wenn Blicke töten könnten. Gleichzeitig baute sich ein massiver saphirner Schild hinter ihr an der Tür auf. Das hier ging im Moment niemand anderen etwas an.

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28 Jun, 2011 00:03 50 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
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Ker Vakarian - Prinz (Opal/Saphir), 1932

Schmerzen zu ertragen war eine der ersten Lektionen, die man ihm und seinen "Brüdern" beigebracht hatte. Allerdings bezogen sich diese Lektionen eher auf Schläge und Schnittwunden, aber jetzt war es noch immer nützlich. Vermutlich war es nie dafür gedacht gewesen.
Trotz seiner Kopfschmerzen schallte aus einem Kristall die einzige Musik die Ker erträglich fand. Er hatte gerade die Dusche verlassen und erleichtert festgestellt, dass das steife Gefühl aus seinen Gliedern verschwunden war. Es hielt jedoch nur kurz vor, denn Ker spürte schnell dass sich jemand seinem Quartier nährte. Er stieg schnell noch in eine Hose bevor auch schon die Tür aufflog und kurz darauf wieder zugeschmettert wurde. Die Musik hämmerte noch immer durch den Raum und Ker blickte auf die Furie, die so ungebeten in sein Reich eingedrungen war. Sein nasses Haar fiel nach vorne in sein Gesicht. Es fiel ihm bis in die Region der Augen. Es war eindeutig wieder Zeit für einen Schnitt. Langes Haar war meist nur im Weg.
Als die Königin dann auch noch ein Schluss erschuf und ihn mit ihr einsperrte veränderte sich die Haltung und der Ausdruck in seinen Augen. Ein Sog entstand, der drohte ihn zurück in seine Vergangenheit zu ziehen. Er sah sie nicht länger gelangweilt an, sondern mit den Augen eines Kriegers. Entsprechend kalt fiel auch seine Begrüßung aus. "Was soll das? Ich habe euch nicht eingeladen. Warum dringt ihr also ungebeten in mein Zimmer ein?" Sein Ton klang mehr nach, "Wie könnt ihr es wagen in mein Revier einzudringen?".
Irgendwie wurde seine Frage ja auch beantwortet als Melyanna ihren Arm hob und den Brief in der Hand hielt. Er sah das Stück Papier einige Minuten an. Es war sein Brief, aber das musste er ihr ja nicht auf die Nase binden, aber er wusste warum sie gekommen war. Eine feine Spur seiner Signatur war zu erkennen. "Ihr habt Post. Ist das ein Grund so in mein Zimmer zu stürmen? Ihr wart schließlich nicht da."

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28 Jun, 2011 00:04 01 NSC ist offline Beiträge von NSC suchen Nehmen Sie NSC in Ihre Freundesliste auf
Melyanna
Königin





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Der Prinz vor ihr war also verärgert, wie man merken konnte – gut, das war sie auch. Irgendwie. Die junge Königin blendete alles in ihrer Umgebung aus außer ihr Gegenüber, von dem sie keine Sekunde die Augen ließ und das tatsächlich so scheinheilig fragte, ob die erhaltene Post ein Grund sei, einfach so das Zimmer zu betreten. Es war ja schon irgendwie seltsam, denn normalerweise hätte sie den allergrößten Abstand davon genommen, einfach so in das Zimmer eines Mannes zu stürmen, der noch dazu halb nackt vor ihr herumstand. Es hätte eine der üblichen panischen Anfälle zur Folge gehabt, nur nicht jetzt, nicht heute. Und warum? Wegen Thasos! Was machte dieser Mann eigentlich mit ihr, dass sie plötzlich Sachen tat, vor denen sie unter anderen Umständen Angst gehabt hätte? „Es ist mir völlig egal, ob ich Euer Zimmer betreten darf oder nicht. Wenn Ihr mir schon so hübsche Sachen schreibt dann solltet Ihr mehr als zwei funktionstüchtige Hirnzellen aktivieren und daran denken, dass ich das vielleicht nicht einfach so stehen lassen möchte.“ Melyannas Stimme klang völlig unterkühlt, nicht etwa bissig oder aufgebracht, wie man vielleicht hätte denken sollen.

Unbeirrt redete sie weiter, rührte sich keinen Zentimeter, nur ihre Lippen bewegten sich. „Was hat das zu bedeuten?“, mit einer Kopfbewegung deutete sie auf den Brief in ihrer Hand, die noch immer auf der Höhe ihres Gesichtes erhoben war. „Ich quäle Thasos also? Mit was denn? Ich tu ihm ja gar nichts!“ Die zuvor noch feste und unnachgiebige Stimme bekam erste Risse, indem sich brüchige Stellen einschlichen, die davon zeugten, dass ihr das vielleicht doch nahe gehen könnte. Als Melyanna merkte, dass sie kurz davor war, dass ihr Tränen in die Augen stiegen, rief sie sich selbst zur Ordnung. Nicht jetzt! Du willst Antworten haben, also beschaff dir die Antworten! Danach kannst du dich wieder verkriechen, damit dich niemand so sieht! Noch immer war ihr Blick fest auf Ker gerichtet, die Wut war ein wenig abgeklungen, hatte mehr der Verzweiflung Platz gemacht.

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28 Jun, 2011 00:04 23 Melyanna ist offline Beiträge von Melyanna suchen Nehmen Sie Melyanna in Ihre Freundesliste auf
NSC
Alles und Nichts




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Ker Vakarian - Prinz (Opal/Saphir), 1932

Der Prinz war kampfbereit und das war auch der Grund warum er sich von Melyanna nicht aus der Ruhe bringen ließ. Gefühle hatten in einem Kampf nichts zu suchen. In dem Melyanna wie eine Furie in sein Zimmer gestürmt war, hatte sie den Kampf eröffnet. Nun galt es den Gegner zu verunsichern.
Langsam bewegte Ker sich Ker zu seinem Bett und glitt in ein frisches Hemd. Er verbot es sich selbst, dass ihn die Gefühle der Königin berührten. Er war durch mit diesen Frauen. Königinnen waren die schlimmste Sorte unter den Frauen.
Erst hatte er ja fragen wollen, was was zu bedeuten hätte, aber da Melyanna in Rausch ihrer Worte war erledigte sich diese Frage von selbst. Lass es eine Frau erledigen. Die brauchen für ein Gespräch nicht einmal einen Partner. Sie beantworten ihre Fragen sogar selbst.
Seine Stimme war kalt und frei von jedem Gefühl als er endlich antwortete. "Was eure heilige Unfehlbarkeit lässt euch vermuten, dass ich euch irgendetwas schreibe? Offen gesagt ist es mir egal ob ihr etwas so stehen lasst oder nicht." Wenn es nach mir ginge, dann wäre euer königlicher Arsch hier sicher nicht eingezogen. Es gibt genug Hotels in der Stadt. Ein wenig Hohn klang nun in seiner Stimme mit als er lächelnd weitersprach. "Allerdings frage ich mich warum ihr hier seit. Ihr beantwortet eure Fragen doch selbst. Ist es so schwer die eigenen Antworten zu verstehen? Seit ihr sicher dass ich der mit dem Gehirnzellenproblem bin?" Ker schnaubte verächtlich. "Von wem dieser Brief auch sein mag, die Fragen sind ja wohl deutlich genug. Aber ich habe auch noch ein paar. Warum seit ihr hier? Warum hängt ihr euch an Thasos? Was wollt ihr von ihm?"
Es war ein wenig wie eine Offensive. Ker machte einen Schritt nach vorne mit seinen Fragen. "Der Prinz hat kein Interesse an einer Königin die sich an ihn klammert und dann doch nur wie eine Dekoration in der Landschaft steht. Nichts zu tun ist manchmal schlimmer als alles andere." Jemandem etwas zu tun, musste nicht unbedingt etwas schlimmes sein. Man konnte Menschen auch gute Dinge antun. Auch wenn Ker vermutlich andere Dinge als gut ansah, wie die Königin.
Plötzlich drehte sich Ker wieder um und ging zurück zu seinem Bett. Er war es einfach nur Leid. Königinnen bedeuteten am Ende immer nur Probleme. "Und jetzt verschwinde aus meinem Zimmer. Meine Geduld neigt sich dem Ende zu. Ich bin nicht Thasos." Im Gegensatz zu Thasos hatte Ker nur für zwei Menschen so etwas wie Liebe übrig. Melyanna gehörte leider nicht zu diesen Menschen.

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28 Jun, 2011 00:04 40 NSC ist offline Beiträge von NSC suchen Nehmen Sie NSC in Ihre Freundesliste auf
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