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Delyth
Schwarze Witwe/ Heilerin




Link zur Bio: Delyth Nieve
Weitere Charaktere: Naldariel, Tindomerel, Keeva, Firuz, Shahrazad, Mara, Moiraine, Kjara, Emerwen, Cilya

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Man konnte zusehen, wie sich die Schüssel mit der geschmolzenen Schokolade immer mehr leerte, bis etwas mehr als die Hälfte verbraucht war. Das war auch genug, Delyth wollte ja nicht, dass einem von ihnen beiden vielleicht noch schlecht wurde. Es war ohnehin so weit, dass sie ihr Ziel fast erreicht hatte, weil sie es geschafft hatte, dass Caelans Körper allmählich übersensibel wurde. Durchgängig hatte sie ihn gereizt und erregt, manchmal stärker, manchmal weniger stark. Außerdem hatte ja nicht nur sie Schokolade von Haut geleckt sondern es auch zugelassen, dass der Kriegerprinz bei ihr das Gleiche tat, wenn auch nicht so oft. Immerhin war sie ja diejenige, die ihn verführen und erregen wollte. Das hatte sie nun offensichtlich auch geschafft, weil er sie plötzlich festhielt und etwas grober als sonst biss. Die Schwarze Witwe und Heilerin vergrub die Fingernägel einer Hand in seinem Nacken und keuchte leise auf, während auf ihren Lippen ein wissendes Lächeln lag. Bei seinen Worten verstärkte sich das Lächeln, wuchs sich zu einem Grinsen aus und sie legte die Hände an seine Schultern, um ihn ein bisschen von sich weg und ganz zurück in die weichen Sofapolster zu drücken. Notfalls würde sie auch Kunst verwenden – im Moment gehörte Caelan ihr, nicht umgekehrt. Delyth gab ihm einen verlangenden, stürmischen Kuss, rutschte wieder ganz auf seinen Schoß und hielt sich leicht an ihm fest. Zwischen ihren Beinen konnte sie seine Erregung mehr als deutlich spüren; nunja, er im Gegenzug ihre wahrscheinlich auch. Aber jetzt würde sie ihn nicht weiter triezen, die Grenze war erreicht und sie gab nach. Nachdem sie sich in Position gebracht hatte senkte sie ihr Becken ab und ließ so zu, dass Caelan in sie eindrang. Dabei löste sie den Kuss und gab ein leises Stöhnen von sich, das einerseits einfach da war, andererseits aber wieder diese definitiv absichtliche verführerische Note hatte. Dann begann sie sich zu bewegen. Nicht langsam, aber auch nicht zu schnell, gerade so, dass es dafür sorgte, dass seine Erregung weiter anstieg und er nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Um ihre eigene Erregung ging es ihr im Moment nicht, sie konzentrierte sich völlig auf Caelan, ergötzte sich an der Situation und seinen Reaktionen und legte es darauf an, ihn zum Höhepunkt zu bringen. Ab jetzt auf geradem Weg – sie hatte ihn lange genug hingehalten und immer wieder abgebremst.

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02 Feb, 2012 12:31 02 Delyth ist offline Beiträge von Delyth suchen Nehmen Sie Delyth in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

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Sonnenlicht flutete in den Raum und mit einem Brummen öffnete Caelan die Augen und blinzelte. Er lag auf dem großen Sofa im Wohnzimmer, Delyth war an ihn geschmiegt. Es dauerte einen Moment, bevor er die Situation wieder halbwegs zusammen bekam. Die letzten Tage, seinen Kontrollverlust, die Zeit mit Merel, das Gespräch mit Delyth.. und das, was sie danach getan hatten. Er errötete bei dem Gedanken, musste aber grinsen. Es war.. doch, es war gut gewesen. Und er fühlte sich so wohl bei Delyth. Etwas entspannter schloss er die Augen und blieb noch etwas liegen, ehe er sich dann doch versuchte, unter ihr heraus zu schälen. Frühstück war immerhin eine wunderbare Idee.
Also ging er schnell duschen und dann in die Küche, um Frühstück zu machen. Der Morgen mit Delyth verlief relativ ruhig, sie verloren nicht viele Worte über den Vortag sondern redeten über dies und das, belangloses.. und das war für den Moment ganz angenehm. Ein wenig später machten sie sich auf den Weg zum Anwesen, Caelan wollte nach Merel sehen - aber sie befand sich in Fallon. Seufzend bedankte er sich also für die Auskunft und verbrachte die nächsten tage damit, halbwegs Ordnung in sein leben zu bringen.. und die Zeit mit Delyth zu genießen. Immerhin fühlte es sich einfach fantastisch an, Zeit mit ihr zu verbringen, ihre Nähe war so.. erfrischend. Auch wenn sie immer wieder aneinander gerieten, weil sich ihre Auffassungen von diversen Dingen stark unterschieden.

Seit dem Vorfall waren inzwischen fast zwei Wochen vergangen, die Merel in Fallon gewesen war - aber an diesem tag hatte er die ihm so bekannte Signatur endlich wieder gespürt und war ohne Umschweife zu ihr aufgebrochen. Delyth war sowieso mit ihrer Arbeit beschäftigt, sie legte viel Wert darauf, Zeit für sich zu haben, so dass er vollkommen ungestört endlich zu Merel konnte. nachdenklich wippte er auf den Fußballen hin und her, ehe er an Merels Tür klopfte. Er konnte nicht einschätzen, in welcher Stimmung und Laune er seine Schwester antreffen würde, ob entspannter oder gehetzter.. konnte nicht einschätzen, ob es ihr besser ging oder sie einfach nur die Zeit genutzt hatte, um ihren Panzer aus zu bauen und besser tun zu können, als wäre alles okay.. und sich selbst damit weiter an den Abgrund zu treiben.

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Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

02 Jul, 2012 22:29 29 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




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Knapp zwei Wochen hatte sie in Fallon verbracht, in ihrem Elternhaus. Wobei es wirklich anstrengend gewesen war, vor ihren Eltern ein Gebilde aufrecht zu erhalten, das eigentlich gar nicht existierte. Sie hatte zusehen müssen, dass sie sich nicht ‚komisch‘ verhielt oder den Verdacht auf den Plan rief, dass irgendetwas nicht stimmte. Ihre Eltern wussten sehr wohl, dass sie manchmal ein bisschen… depressive Verstimmungen hatte, aber man hatte sich damit arrangiert. Dabei sollte es auch bleiben, entsprechend gab sie sich Mühe. Es war ein steter Wechsel zwischen dem Verbunkern in ihrem Zimmer und niemand wusste, was sie da drin tat und Weggehen. Einfach raus. Ein bisschen durch die Stadt, alte Freunde besuchen, Plätze mit guten Erinnerungen aufsuchen, ein bisschen Kleinterreille unter den Füßen spüren, frische Luft atmen. Es hatte geholfen. Sie kam ein bisschen runter, konnte geordnet vorgehen, wenn es darum ging, ein bisschen Ordnung in ihrem Kopf zu schaffen; auseinander zu klauben und dann in Schubladen zu stecken, um das jeweilige Problem bei Bedarf hervorzuholen zu können. Etwas, das sie nie machte, wenn es nicht sein musste, aber diesen Umstand ignorierte die junge Königin einfach mal geflissentlich. Nach diesen knapp zwei Wochen war sie zurück nach Goth gegangen, da sie sich sicher war, dass alles so war, wie es sein sollte. Außerdem… vermisste sie… ihr Zuhause. Alessandro und Surin und vor allem ihren Bruder. Sie wollte es sich zwar nicht so sehr eingestehen, aber ihr Verhältnis zu Caelan war zur Zeit ein bisschen schwierig – von ihrer Seite aus. Sie versuchte es nicht so schwierig zu sehen, versuchte einfach so zu sein wie immer, zu denken wie immer, sich zu verhalten wie immer, aber so richtig gelingen wollte es ihr nicht. Ihr Kopf hatte die Situation geklärt, es war alles gut und es gab keinen Grund, sich irgendwie anders zu verhalten… aber der Rest von ihr wollte nicht so wie ihr Kopf.

Trotzdem bildete sie sich einfach ein, dass alles gut war. Es hatte alles gut zu sein, damit hatte sich das. Einfache Geschichte. Merel war gerade zurückgekommen, hatte ihre Sachen ausgepackt und nicht wirklich mitbekommen, dass ‚Besuch‘ da war, der zu ihr nach oben geschickt wurde, bis es an ihrer Tür klopfte. Mental überprüfte sie, wer es war und lächelte. Und sie entschied, dass sie zu faul war, aufzustehen. „Komm rein“, rief sie daher nur und klappte das Buch zu, das sie gerade in den Fingern hatte. Merel hatte nasse Haare, weil sie eben duschen gewesen war und war in eine Sofadecke eingewickelt, die sie auch über dem Kopf hatte und damit nur ihr Gesicht und ihre Arme zu sehen waren. Sie trug eine bequeme Hose und ein weites Oberteil. Eigentlich sah sie so aus, als würde sie bald ins Bett gehen wollen, obwohl es mitten am Tag war. Absoluter Gammel-Look. Machte aber nichts, Caelan hatte sie schon oft genug in so einem Aufzug gesehen. Außerdem schlief sie zur Zeit sowieso, wie es ihr gerade passte. Hier zwei Stunden, da zwei Stunden, je nach Müdigkeitsgrad. Weil sie nicht regelmäßig und lange schlief, sah sie zwar ein bisschen müde aus, aber lange nicht so derart durch wie noch vor zwei Wochen. Sie schenkte dem Kriegerprinzen ein ehrliches Lächeln, das die Freude darüber, ihn zu sehen, deutlich widerspiegelte. „Hey! Wie geht’s dir?“ Sie legte das Buch neben sich auf das Bett und sah ihn unter ihrer Decke hervor mit schief gelegtem Kopf an. Gerade so unterdrückte sie das Bedürfnis, die Arme auszustrecken wie ein Kind, das gedrückt werden wollte. Sie war schon groß… meistens jedenfalls. „Wie läuft es mit Delyth?“ Sie grinste und grinste und grinste. Wie eine neugierige, hinterlistige kleine Schwester. So viel also zu ‚sie war schon groß‘.

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02 Jul, 2012 22:59 34 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




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Sie bat ihn herein und Caelan zögerte nicht, die Tür zu öffnen und ein zu treten. Er trug eine schlichte schwarze Hose und einen ebenso schlichten dünnen Pulli, der einen etwas V-förmigen Ausschnitt aufwies. Er schenkte Merel ein strahlendes Lächeln, schloss die Tür hinter sich und nahm sie einfach in den Arm, ehe er sich neben sie auf das Bett setzte.
Sie sah müde aus und ein bisschen unter den decken vergraben.. davon abgesehen aber okay. Bei ihrer Frage musste er grinsen. "Mhm, läuft ganz gut, denke ich. Es prallen zwar regelmäßig Welten aufeinander, aber bisher kommen wir beide damit zurecht. Sie ist da ein bisschen eigen in manchen Dingen und ich bin da ein bisschen eigen in anderen Dingen."
Seine blauen Augen funkelten, während er daran dachte, wie wohl er sich bei Delyth fühlte und wie viel Spaß er hatte. In den letzten Tagen hatten sie oft zusammen gescherzt, waren unterwegs gewesen.. und er hatte wirklich frei lachen können. Sie hatte eine unglaublich unbeschwerte und freie Art an sich, die Caelan gelegentlich an seinen Zwillingsbruder erinnerte.
Mit einem zufriedenen Seufzen schloss er Merel erneut in seine Arme und küsste sie sanft auf die Schläfe. Süße Dunkelheit, wie hatte er seine Schwester vermisst! Besonders, da er tatsächlich Ordnung in sein Leben gebracht hatte. Die letzten zwei Wochen hatte er genutzt, um etwas an sich zu arbeiten und bisher klappte auch das ganz gut. Er aß mehr oder weniger regelmäßig, hatte sich weder übergeben noch selbst verletzt und Sport hielt sich in Grenzen - alles in allem also sehr gut. Er fühlte sich halbwegs stabil und hatte inzwischen sogar mit den Erinnerungen abschließen können, die ihn die ersten Tage nach dem Kontrollverlust heimgesucht hatten. Sein Augenmerk lag nun darauf, stabil genug zu werden, um Merel Halt bieten zu können. "Und, was hat meine kleine Schwester die letzten zwei Wochen getrieben?" fragte er milde lächelnd nach. Auch eine indirekte Frage danach, wie es ihr ging, die sie umschiffen konnte.. wie sie es so oft tat. Aber das machte nichts, da er sie in der Regel dennoch verstand.

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Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

02 Jul, 2012 23:21 26 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




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Sie drückte sich kurz an ihn, als Caelan sie in den Arm nahm und sah ihn dann neugierig an, wartend, dass er erzählte, wie es ihm so ging und wie es so lief. Die Antwort bekam sie auch und sie nickte bedächtig, mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen. Es war gut, dass es zwischen ihm und der Dhemlanerin bisher funktionierte – Merel gönnte es dem Kriegerprinzen so sehr. Außerdem musste sie grinsen. „Nichts Neues, dass du manchmal ein bisschen eigen bist.“, brabbelte sie vor sich hin und kicherte leise, wobei sie das hinter der Decke versuchte zu verstecken. Dafür gab sie ein ziemlich zufriedenes Geräusch von sich, als Caelan sie erneut in den Arm nahm. Ganz leicht schmiegte sie sich an ihn und schloss für einen Moment die Augen. Es war… nicht gut, dass sich in ihr nur zwei Sekunden später der Reflex meldete, sich zurückzuziehen, Abstand zu nehmen, aus der Situation heraus zu gehen. Das waren die Dinge, die mit dem seltsamen Verhältnis zu dem Dhemlaner derzeit gemeint waren. Natürlich hatte sie immer schon bei so manchen Sachen einen Fluchtreflex gehabt, hatte sofort dicht gemacht und so weiter und so fort. Aber schon lange nicht mehr bei solchen Sachen. Weil sie ihren Bruder eigentlich vermisst hatte, weil sie es genoss, ein bisschen mit ihm zu schmusen. Daher zwang sie sich auch dazu, es einfach gut sein zu lassen, zu bleiben, wo sie war. Sie zwang sich dazu, nicht nachzudenken über… so manche Dinge und sich verflucht nochmal wieder so zu verhalten, wie sie es sonst immer Caelan gegenüber getan hatte. Dieses dumpfe, lästige Gefühl von Beklemmung, Unsicherheit und... Angst ignorierte sie dabei einfach. Das gehörte nicht hierher. Nicht bei ihm, nicht jetzt. Nie. Ganz einfach.
Bei seiner Frage erwiderte sie das Lächeln, dennoch konnte sie nicht verhindern, dass es nicht mehr ganz so ehrlich wirkte. Sie zuckte etwas mit den Schultern. „Dies und das.“ Das Lächeln wurde entschuldigend und sie rang sich dazu durch, es nicht bei dieser nichtssagenden Antwort zu belassen. „Hab ein bisschen alte Freunde und Bekannte besucht und sowas. Viel gelesen.“ Wieder zuckte sie mit den Schultern. „Wie immer.“ Sie steckte ja ständig ihre Nase in irgendwelche Bücher, das war nicht ungewöhnlich. Bevor ihr Lächeln aber doch noch unecht wurde, sorgte sie lieber dafür, dass der Kriegerprinz ihr nicht mehr ins Gesicht sehen konnte. Also gab sie sich einen Ruck, rutschte ein bisschen umher, nahm dann die Arme mitsamt Decke hoch und begrub sich und Caelan einfach unter der Decke, um sich an ihn zu schmusen. Sie hatte ja nicht gelogen, aber sie wurde das Gefühl nicht los, dass es trotzdem nicht so ganz richtig gewesen war, was sie ihm geantwortet hatte. „Papa macht sich immernoch Sorgen. Weil Goth ist gefährlich und so…“, kicherte sie vor sich hin. Klar war Goth gefährlich, je nach dem, in welchem Stadtteil man sich befand. Aber gar so schlimm war es nun auch nicht. Außerdem hatte sie eh ständig jemanden an den Hacken kleben, der meinte auf sie aufpassen zu müssen.

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02 Jul, 2012 23:41 45 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




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Er merkte, wie Merels Lächeln.. verrutschte. Nicht mehr so echt wirkte und sie irgendwie.. distanzierter wirkte. Hatte er etwas falsches gesagt? Ihre Antwort war nichtssagend und sie fügte zwar noch etwas hinzu aber.. es blieb nichtrs sagend. Alte Bekannte, viel gelesen.. mhm. Und erneut beschlich ihn das Gefühl, dass etwas mit Merel nicht in Ordnung war.. und sie sagte es ihm nicht. Da war sie wieder, diese seltsame Distanz, die bereits seit Nharkhava zwischen ihnen war. Und die durch seinen Kontrollverlust auch nicht besser geworden war, ganz im Gegenteil.
Ihr Lächeln verrutschte noch etwas mehr, dann plötzlich bewegte sie sich, zog an der Decke und vergrub sich an ihm.. während sie sowohl sich als auch ihn unter der Decke begrub. In einem Reflex schloss Caelan die Arme um Merel, kraulte ihren Rücken und genoss diese unverhoffte Zärtlichkeit. Er genoss es, mit Merel zu kuscheln.. und er genoss es auch, wenn er das Gefühl hatte, ihr Schutz und Sicherheit bieten zu können. Konnte er das? Vertraute sie ihm noch genug dafür? Er wusste es nicht. Aber er würde den Bruch kitten, es brauchte einfach nur Zeit, um zu heilen. Zeit, in der dieser derzeit so fragilen Bindung nicht noch mehr Schaden zugefügt werden durfte.
"Goth ist auch gefährlich." meinte Caelan, während er auch etwas schmunzeln musste. "Immerhin scheint es hier ja regelmäßig vor zu kommen, dass junge, ahnungslose Königinnen einfach von irgendwelchen Kriegerprinzen umgerannt werden. Und dass sie diese dann nicht einmal mehr los werden, sondern sich entsprechende Männer zu echten Plagen entwickeln und regelmäßig Begleiter spielen und sich nerviger weise auch noch auf das Protokoll berufen.." Und dabei meinte Caelan noch viel mehr seinen großen Bruder, als sich selbst. Es wunderte ihn ja, dass Mehrunes es ohne weiteres hingenommen hatte, dass Merel die Zeit über ohne Begleitung nach hause ging..

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Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

05 Jul, 2012 21:27 25 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




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Unter der Dunkelheit der Decke schmuste sie sich an ihren ausgewählten Bruder und schloss die Augen. Er begann über ihre Rücken zu streicheln und die junge Königin gab ein zufriedenes Geräusch von sich, während sich ein Lächeln auf ihre Lippen stahl, ohne dass sie es bewusst bemerkte. Aber sie lächelte meistens, wenn er ihr den Rücken kraulte. Bei seinen Worten musste sie leise lachen und vergrub ihr Gesicht an seinem Hals. Es roch so vertraut. Mit diesem Geruch verband sie die ganzen Nächte im Atelier oder sonstwo, die kleinen Streicheleinheiten, von denen sie nie vor anderen zugeben würde, dass sie sie genoss und haben wollte. Sie verband damit Sicherheit und das Gefühl, dass… alles in Ordnung war. Gerade konnte sie das auch so empfinden, auch wenn sich in letzter Zeit hin und wieder ein bitterer Beigeschmack zu Wort meldete. „Papa hat sowieso ein Kriegerprinzen-Problem.“, murmelte sie abwesend vor sich hin. Gerade ließ sie sich ganz gern ein bisschen einlullen von dem Rückenkraulen, entspannte sich merklich und vergrub sich an ihrem Bruder, während sie halb auf ihm lag. „Aber wer hat das nicht?“ Sie lachte leise, dann rollte sie sich zumindest ein bisschen von dem Kriegerprinzen herunter, sodass nur noch ihr Kopf auf seiner Brust lag. Die Decke lag zumindest noch komplett über ihr, über Caelan größtenteils auch. „Ich hab dich vermisst.“, nuschelte sie. Es war kaum verständlich, weil es gen Ende in einem unterdrückten Gähnen unterging. Merel war müde. Nicht einmal so sehr körperlich, obwohl sie in den letzten Wochen kaum Schlaf gefunden hatte. Aber die Nähe ihres ausgewählten Bruders sorgte gerade einfach dafür, dass sie sich so weit entspannte, um ein bisschen lockerer lassen zu können. Es war vielleicht nicht schlecht, dass sie sich knapp zwei Wochen nicht gesehen hatten. Der Bruch, den sie vorher verspürt hatte, war nicht mehr gar so deutlich vorhanden und die Anzeichen konnte sie gerade gut ignorieren, sodass sie sich entspannen und ein bisschen los lassen konnte. Der Nachteil davon war, dass sie sie schläfrig wurde, weil ihr Körper jede Gelegenheit wahrnahm, die sich bot, um an Schlaf zu kommen. Und trotzdem hielt der Schlaf derzeit dann nie lange an. Immer nur zwei, drei Stunden, bis sie sich wieder verspannte, weil sie schlecht träumte und im Schlaf so viel sprach, dass sie danach einen trockenen Mund hatte.

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05 Jul, 2012 21:52 53 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




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Das Geräusch, das Merel von sich gab, liess Caelan grinsen. es war so.. gewohnt. Ein Stück Normalität, die dafür sorgte, dass er sich entspannte. Und dann lachte sie sogar, was ihn nun wirklich grinsen liess. In diesem Moment war es einfach.. wie so oft, Merel war einfach seine kleine Schwester, die er gern hatte, mit der er kuschelte und die er über alles liebte. Und ich werde an mir arbeiten. Für mich und für sie. Er war lange genug weg gelaufen und er hatte oft genug versucht, rabiat etwas durch zu setzen, nur um daran zu scheitern und sich quasi selbst zu beweisen, dass er es eben 'einfach nicht konnte' - aber das war Unsinn. Er konnte. Er musste nur andere Wege gehen und sich selbst mehr Zeit geben.
Er musste lernen, auch Mal etwas aus zu halten.. auch aus zu halten, dass manche Dinge Zeit brauchen und heilen Kraft kostet, er aber Geduld lernen musste.. dass es eben nicht von jetzt auf gleich ging und Fehlschläge dazu gehörten. Und er würde das lernen. Er hoffte nur, dass er es schnell genug lernen würde. Er hatte alle Zeit, aber Merel.. Er drückte sie an sich, liess sie aber gehen, als sie ihre Position veränderte.
"Ich habe dich auch vermisst, kleine Schwester." murmelte er ebenso leise und strich ihr durch das lange Haare. "Sehr sogar." Natürlich hatte er sie vermisst - Merel war ihm so verdammt wichtig. Aber es war gut gewesen, etwas Abstand zu haben. Damit sie beide die Möglichkeit hatten, aus dieser seltsamen Situation raus zu kommen, Abstand zu gewinnen. Und es würde auch wieder besser werden.
Caelan bemerkte, dass Merel sich noch etwas bequemer hin legte und sich entspannte, auch wenn er sie nicht sehen konnte, weil sie unter der Decke begraben lag. Auch ihre Signatur wurde entspannter. Sie muss schrecklich müde sein.. schoss es Caelan durch den Kopf. Und er hoffte sehr, dass sie etwas schlafen würde.. er würde auf sie aufpassen. und sie trösten, wenn sie schlecht schlief. Wie so oft früher..

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Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

06 Jul, 2012 21:53 08 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




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Am Rande bekam sie mit, was Caelan sagte, und gab nur ein Geräusch von sich: „Hmh…“ Der Tonfall verriet nichts darüber, was das bedeuten sollte, es zeigte lediglich an, dass sie den Kriegerprinzen gehört hatte. Ob sie ihm nun glaubte, es einfach nur registriert hatte oder sonst etwas. Eigentlich war es ihr gerade auch gar nicht so wichtig. Es war so vertraut, das alles, die ganze Situation. Merel konnte einfach bei ihrem Bruder liegen, sich ein bisschen kraulen lassen, sich entspannen und vielleicht auch schlafen. Er würde auf sie aufpassen, bedeutete Sicherheit und alles war in Ordnung. Etwas anderes wollte die junge Königin nicht zulassen, fertig. Deshalb behielt sie auch die Augen geschlossen und schon kurz darauf nickte sie einfach ein. Aus dem leichten Dösen wurde nur deshalb nicht so schnell richtiger Schlaf, weil sie die Decke noch über dem Kopf hatte. Daher wachte sie auch kurz auf, schob den Stoff so weit beiseite, dass sie gut Luft bekam, schmuste sich an den Dhemlaner und döste dann sofort wieder ein, ohne groß nachzudenken. Und weil er sie nicht störte, nur nebenbei ein bisschen kraulte und so dafür sorgte, dass sie entspannt blieb, schlief Merel dann auch tatsächlich über eine Stunde ganz friedlich vor sich hin. Dann aber vermischten sich in ihrem Unterbewusstsein ein paar Dinge miteinander. Die üblichen Gegebenheiten, wenn sie eine schlechte Phase hatte, in Form von komischen Träumen traten wieder auf. Es war eigentlich kein richtiger Alptraum, zumindest noch nicht. Sie wurde nur ein bisschen unruhiger, rutschte etwas mehr hin und her aber wann immer sie merkte, dass sie an jemandem lag, blieb sie auch wieder still liegen.

Der Traum, den sie Träumte, war auch kein neuer. Am Anfang begann auch alles noch relativ harmlos, aber dieses Mal, bevor es schlimm wurde, veränderte sich der weitere Verlauf. Dadurch, dass sie unterbewusst die Signatur des Kriegerprinzen wahrnehmen konnte, schlich sich dieser Umstand auch in den Traum ein und zumindest für ein paar Minuten wurde es fast schon zu einem guten Traum. Merel hatte ihren ausgewählten Bruder bei sich. Im Schlaf murmelte sie leise seinen Namen und klang ziemlich zufrieden dabei, während sie sich an ihn kuschelte und zufrieden seufzte. Kurz darauf allerdings begann sie regelmäßiger zu murmeln und wieder unruhiger zu werden. Merel verarbeitete während sie schlief die letzten Wochen. Alles, was so passiert war. Die Momente, in denen sie geglaubt hatte ihren kleinen Bruder zu verlieren, aus welchen Gründen auch immer. Die Momente, in denen es ihm so schlecht gegangen war. Dann bestanden ihre Träume aus Schatten, Schemen, Nebel. Aus Blut und Farbe und einem eigentlich so schönen, fein geschnittenen Männergesicht, das wie Wachs zerlief, wenn man Feuer daran hielt. Das waren die Zeitpunkte, in denen sie ebenfalls seinen Namen von sich gab, während sie stoßweise atmete. Aber es war kein Murmeln mehr, sondern fast schon ein Rufen, ein Flehen und ein Weinen, entstanden aus der Angst, dass ihr Bruder ihr… verloren ging. Weil sie nicht genug aufpasste, weil sie es nicht schaffte, etwas zu unternehmen. Dann, ganz plötzlich, wachte die junge Königin auf und schreckte hoch. Ihre blaugrauen Augen waren ängstlich geweitet und ihr Kopf ruckte herum. Sie starrte Caelan einfach nur an, total angespannt und so, als müsse sie sich erst einmal zurechtfinden. Ihre Lippen waren geöffnet, aber sie bekam keinen Ton heraus. Daher schluckte sie und versuchte dann, etwas zu sagen. „Dir geht es gut?“ Es klang rau und so, als hätte sie Halsschmerzen. Es war auch nur leise, aber da es ansonsten still war, konnte man sie trotzdem verstehen.

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07 Jul, 2012 16:24 24 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




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Caelan streichelte Merel schweigend weiter, während er seinen eigenen Gedanken nachhing. Schnell merkte er, dass Merel bereits eindöste und ein leichtes Lächeln legte sich auf seine Lippen. Es war einfach so normal, so gewohnt, tat so gut. Fast so wie früher. dachte er und schloss entspannt die Augen. Kurz darauf allerdings bewegte Merel sich nochmals, allerdings nur, um die Decke so weit weg zu ziehen, dass sie auch Luft bekam, dann schlief sie weiter. Ein weiterer Grund, der Caelan veranlasste zu glauben, dass Merel wirklich erschöpft war.
Wie wohl ihre letzten Tage gewesen waren? Wie es ihr wohl ergangen war, wie sie wohl über die letzten Monate dachte? An sich war es die letzten Wochen nicht gut gelaufen. Er konnte nicht mehr wirklich benennen, ab wann es so gekippt war. Ab der Nacht im Atelier? Ab Nharkhava? Oder schon vorher? Er wusste es nicht, konnte sich auch kaum wirklich an diese Zeit erinnern. Und das beschäftigte ihn. Er war es gewohnt, sich an Dinge in der Vergangenheit nicht erinnern zu können, er war es gewohnt, schlechte Phasen zu verdrängen. Aber war es ihm wirklich so schlecht gegangen? Er wusste es nicht.
Muss es wohl. Immerhin hat sich eine Schwarze Witwe um meinen Kelch kümmern müssen.. Sanft strich er über Merels Rücken und ihre Haare, um Merel musste sich auch Jemand kümmern, doch das konnte nur schief gehen. So lange Merel sich so sehr dagegen sperrte, sich helfen zu lassen oder auch nur ein zu sehen, dass sie Hilfe brauchte. Er selbst hatte zwei Jahrhunderte gebraucht, um überhaupt an einen Punkt zu kommen, an dem wirklich Behandlungsbedarf so ersichtlich wurde, dass sich etwas tat - und selbst so war es nur mehr oder weniger eine wirkliche Einsicht gewesen. Aber Merel hatte keine Jahrhunderte Zeit...
Als Merel unruhiger wurde, merkte Caelan auf, allerdings schlief Merel noch. Etwas unruhig, aber noch nicht zu sehr. Also begann er nur einfach wieder, ihr beruhigend über den Rücken zu streichen. Nur als sie immer wieder seinen Namen murmelte und dabei so.. verzweifelt klang, konzentrierte er sich wirklich auf sie. Der Kriegerprinz musste nicht überlegen, was wohl die Gründe dafür waren, dass sie ihn in ihrem Alptraum so verzweifelt rief.. immerhin hatte sie ihm deutlich genug gesagt, wie schlimm es für sie gewesen war, ihn innerhalb so kurzer Zeit mehrmals fast zu verlieren.
Als sie aufschreckte und ihn so verzweifelt ansah, bereute er nicht zum ersten Mal die letzten Wochen so sehr, dass er wünschte, sie wären so niemals passiert.. selbst, wenn er Delyth dann nicht kennen gelernt hätte. "Ja... mir geht es gut." antwortete er nur leise mit einer Spur Trauer in der Stimme, ehe er Merel in seine Arme schloss, fest hielt und ihr über den Rücken strich. "Mir geht es gut.. und ich bin hier." Drei einfache Worte: Ich bin hier. Dieselben Worte, die er ihr während ihres Alptraumes immer wieder gesagt hatte.

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10 Jul, 2012 13:10 27 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
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Ihr kleiner Bruder antwortete, dass es ihm gut ging, aber Merel brauchte ein bisschen, bis das bei ihr ankam. Mit etwa einer Sekunde Verzögerung registrierte ihr Verstand, dass diese Antwort dafür sorgen sollte, dass sie sich entspannen konnte. Aber sie konnte es nicht. In ihrem Kopf kam es an, aber nicht im Rest von ihr. Zunächst reagierte die junge Königin auch gar nicht, als Caelan die Arme um sie schloss. Sie saß nur da, schluckte, fixierte irgendeinen Punkt und versuchte sich klar zu machen, dass alles in Ordnung war; dass sie nur geträumt hatte und mit ihrem ausgewählten Bruder auch alles gut war, so weit zumindest. Und dann zuckte sie zusammen. Ich bin hier…Ich bin… Ich… Das riss sie aus der Starre und es kam eine Bewegung ihrerseits. Sehr langsam hob sie einen Arm, dann legte sich ihre Hand an Caelans Schulter. Merel seufzte und sackte ein bisschen in sich zusammen, während sie die Luft wieder ausstieß. Sie wirkte mit einem Mal nicht mehr so angespannt, so verkrampft und mehr wie im Hier und Jetzt denn irgendwie wie in Gedanken versunken. Die Kleinterreilleanerin schloss die Augen, legte ihren Kopf auf die andere Schulter des Kriegerprinzen und seufzte erneut. So verharrte sie ein bisschen, ohne sich großartig zu rühren, doch irgendwann löste sie sich von ihm. Sie rutschte ein kleines Stück von ihm weg, legte sich auf den Rücken, legte einen Arm über ihre Augen und schwieg einfach. Im Grunde rang sie mit sich. Eigentlich wollte sie etwas sagen. Sie wollte… irgendetwas tun. Das Gefühl, etwas zu brauchen, irgendeine Art von Nähe und Trost zu benötigen, war so stark, dass sie es nicht ignorieren konnte. Auf der anderen Seite war da Angst. Und etwas, das sie zum Verzweifeln brachte: Misstrauen. So bitter und schwer diese Erkenntnis war: Sie traute der Situation nicht. Sie… traute ihrem ausgewählten Bruder nicht so, wie sie es sonst getan hatte.

Wie lange würde es dauern, bis bei ihm der nächste derart große Einbruch kam, dass sie wirklich Angst um ihn haben musste? Wie lange, bis sie nachts aus dem Schlaf gerissen wurde, weil etwas wirklich Schlimmes passiert war? Wie lange, bis er wieder einfach vergaß, weil sein Unterbewusstsein es für besser befand ganze Wochen, Monate, vielleicht Jahre zu streichen? Merel hatte Angst. Eigentlich nicht nur Angst, sondern fast schon Panik. Das waren die Dinge, die sie in den letzten Wochen beschäftigten und auch belastete, neben all den anderen Wunden, die dadurch wieder aufgerissen wurden oder nie zugeheilt waren. Dieses durch Panik ausgelöste Misstrauen stand zwischen ihr und Caelan – und sie wollte eigentlich nicht, dass dem so war. Weil sie ihn nicht verlieren wollte, auf keine erdenkliche Art und Weise. Also grübelte sie. Und versuchte dabei, dieses hässliche Gefühl loszuwerden, zurückzudrängen und zu ignorieren. Der Drang, dass alles so war wie immer, danach, in dem Kriegerprinzen für den Moment einen Zufluchtsort zu finden war ebenfalls groß. Groß genug, dass sie letztlich verbissen zu einer Entscheidung kam. Sie hatte keine Lust darauf, dass irgendetwas zwischen ihr und ihrem kleinen, großen Bruder stand. Deshalb ging sie nun endgültig dazu über, dieses dumpfe, unangenehme Gefühl einfach zu ignorieren. Sie nahm den Arm von ihrem Gesicht, seufzte, setzte sich auf und rief etwas aus ihrem Juwelengepäck herbei. Es war eine Papierrolle, zusammengerollte Zeichnungen und ein paar Blätter mit irgendwelchen losen, scheinbar zusammengewürfelten Sätzen darauf. Triste, oft genug rätselhafte und kalte Wörter, aneinandergereiht und manchmal zu einem einigermaßen sinnvollen Satz verbunden. Diese Rolle war das Ergebnis der letzten Wochen. Oder zumindest ein Teil davon. Dinge, die ihr einfach so in den Kopf gekommen waren und die sie zu Papier hatte bringen können, sei es nun in Zeichnungen oder losen Sprüchen gewesen, die ihr in die Finger geflossen waren. Die Bilder waren… unbeständig. Sie wirkten durcheinander, obwohl man nicht genau sagen konnte, woran es lag. Es waren überwiegend irgendwelche leicht ausgearbeiteten Skizzen von Landschaften, die nur manchmal etwas mit der Realität gemein hatten. Aber obwohl alles irgendwie am richtigen Platz erschien, bekam man beim Betrachten das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Dass etwas durcheinander und falsch und unvollständig war.

Merel hielt die Rolle, die mit einem Bändchen zusammengehalten wurde, in ihren Händen und betrachtete sie. Hätte sie nicht geatmet und hin und wieder geblinzelt hätte man meinen können, es handle sich bei der jungen Frau um eine Statue. Dann biss sie die Zähne zusammen und etwas wie Entschlossenheit huschte über ihr Gesicht. „Ich bin mal im Bad.“, deklarierte sie dann ganz plötzlich und schenkte Caelan ein Lächeln. Sie schob ihm die Papierrolle hin und stand dann einfach auf, wobei sie darum bemüht war, nicht einfach regelrecht ins Bad zu flüchten. Oder es sich doch anders zu überlegen und die Rolle wieder an sich zu reißen. Sie verspürte diesen Reflex, aber sie zwang sich dazu, ihm nicht nachzugeben. Weil sie instinktiv wusste, dass es eigentlich schlecht war, wenn sie sich noch mehr in sich selbst verkrümelte und nicht einmal mehr Caelan zumindest einen Hauch davon mitbekam, wie die allgemeine Lage bei der jungen Königin so war. Es wäre… falsch. Ihr Kopf wusste das bereits.

Im Bad brachte sie sich in einen einigermaßen ansehnlichen Zustand. Sie kämmte sich die Haare, die ein bisschen sehr verknotet waren dadurch, dass sie mit nassen Haaren geschlafen hatte, wobei sie sich ziemlich viel Zeit ließ. Merel versuchte nicht zu viel nachzudenken. War schon richtig so. Das sagte sie sich immer wieder und hoffte einfach, dass der Dhemlaner das Angebot einfach annahm und sich ansah, was sie ihm zugeschoben hatte. Andererseits… scheute sie sich davor, zurück zu gehen – in ihr eigenes Zimmer! Am liebsten hätte sie sich gerade verkrochen. Sie dachte auch nicht darüber nach, warum sie sich entgegen allem Gefühl, allem Drang und allem Reflex dafür entschieden hatte, ihm manche der Sachen der letzten Zeit zu zeigen oder überhaupt die gewohnte Nähe zuzulassen. Hätte sie darüber nachgedacht, hätte sie nämlich feststellen müssen, dass sie es tat, weil sie sonst ganz und gar den Halt zu verlieren drohte. Wenn sie sich selbst jetzt auch noch den Menschen nahm, der sie noch am ehesten verstand… war es vorbei. So ziemlich alles. Sie wusste es. Aber sie wollte es nicht wissen. Also machte sie das, was sie immer tat: Es einfach ignorieren. Es war in Ordnung, ihr ging es verhältnismäßig gut und sie hatte nur eine kleine schlechte Phase, nicht dramatisch. Mit dieser Einstellung, die sie sich mal wieder soeben bewusst gemacht hatte, tapste sie zur Tür und öffnete sie gerade so weit, dass sie den Kopf hindurchstecken konnte. So spähte sie in ihr Zimmer, unschlüssig, ob sie wieder aus dem Bad kommen wollte oder sich lieber gleich wieder versteckte. Es war nicht so, dass sie Angst vor irgendeiner Reaktion Caelans hatte. Ob er das Zeug nun angesehen hatte oder nicht. Derzeit war Merel einfach mit sich selbst so sehr im Unreinen, dass sich diese Verunsicherung gerade sehr deutlich zeigte, indem sie weder ein noch aus wusste. Im wahrsten Sinne des Wortes, wie sie da so zwischen Tür und Angel stand.

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12 Jul, 2012 00:20 51 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




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Starr saß sie auf dem Bett, in seinen Armen leblos wie ein Stück Holz, ohne sich zu rühren, irgendwohin starrend. Oder viel eher nirgendwohin. Ewig dauernde Sekunden verstrichen, dann schluckte sie, ehe sie urplötzlich zusammen zuckte. Caelan unterdrückte den Reflex, sie los zu lassen und zurück zu weichen, stattdessen löste er sich nur wieder von ihr, gerade so weit, dass sie sich ihm entwinden konnte, wenn sie wollte. Allerdings hob sie den Arm und legte ihn an seine Schulter, ehe sie in sich zusammen sackte und auch ihren Kopf an ihn schmiegte, plötzlich so schlaff wie eine Puppe.
Er hielt sie fest, streichelte über ihren Rücken und schwieg.. und schwieg. Es gab gerade keine Worte, aber er brauchte auch keine. In solchen Momenten sagte die Stille meistens mehr. Als sie ihn dann von sich schob, liess er sie sofort los und ihr ihr schweigend zu, wie sie sich auf den Rücken fallen liess, das Gesicht mit dem Arm bedeckte und sah ihr beim schweigen zu. Etwas stand zwischen ihnen. Eine Mauer, aber keine, gegen die er irgendwann lief und sie bemerkte, sondern eher eine solche die Anlauf nahm und ihm dann schmerzhaft gegen den Kopf krachte. Die ganzen Wochen, die ganzen Ereignisse, an die er sich kaum mehr erinnerte, standen zwischen ihnen. Und gerade die Tatsache, nicht zu wissen, was passiert war, machte ihn betroffen und schmeckte bitter. Und zu fragen würde es nur noch schlimmer machen. Er vermisste Merel, vermisste.. sie. Würde es jemals wieder so wie früher werden? Er wünschte es sich, aber er wusste, dass es vergeblich war. Vielleicht, mit viel Glück und viel Arbeit, würde es wieder gut werden. Aber nie wieder wie früher.
Als Merel den Arm von ihrem Gesicht hob und seufzte, blickte er auf und betrachtete sie aus nachdenklichen blauen Augen, als sie sich aufrichtete. Sie rief etwas herbei, eine Rolle mit Papier, stellenweise dickes Papier, das er selbst ebenfalls zum Zeichnen verwendete, stellenweise dünneres, das er zum Schreiben von inoffiziellen Briefen oder Gedichten bevorzugte. Merel hielt die Rolle in ihren Händen, verbissen, ehe sie sich scheinbar einen Ruck gab und deklarierte, dass sie ins Bad ging. Caelan zuckte unmerklich zusammen. Wenn er in einer solchen Situation ins Bad ginge.. mit Sicherheit würde er sich nicht pfleglich behandeln. Merels Lächeln verursachte ihm Magenschmerzen, aber er liess sie gehen, seufzte und griff zögernd nach der Papierrolle, die sie ihm zugeschoben hatte. Beinahe eine Aufforderung.. oder eher eine Bitte?

Er löste das Band und betrachtete das erste Bild. Das nächste. Und das danach. Las sie Worte, die auf dem Papier standen, Worte, die wie in die Luft geschossene, vergiftete Pfeile zischten und stechend trafen, bissige, garstige, dunkle Worte, die voller Schatten, Leid, Kummer, Wut und Schmerz waren. Die Bilder zeigten ihm karge, verbogene Landschaften, Splitterwelten, unvollständig, zerborsten, verloren. Das zumindest war es, das er bei ihrem Anblick empfand. Leere, Trauer, Schmerz, das Gefühl, als zerbröckle der Boden unter den Füßen und der Abgrund darunter nur leer, kalt und voll beängstigender Schatten. Alles daran wirkte verschoben, unwirklich, ungeordnet... verloren. "Ach Merel.." seine Stimme war voll Trauer und Zärtlichkeit, während seine Finger federleicht und sanft über das Papier strichen. Er liebte sie so sehr, doch konnte er nichts für sie tun. Zumindest nicht momentan. Tränen stiegen ihm in die Augen, eine Mischung aus Schmerz und Trauer und dem Gefühl eines tiefen, schmerzhaften Verlustes.
Er hörte die Tür und blickte auf. Auf seinen feinen, aristokratischen Zügen lag ein melancholischer Ausdruck und ein schwaches, trauriges Lächeln. Er legte das Papier behutsam zur Seite und machte eine kleine Geste, die ihr zeigte, dass sie zu ihm konnte, dass er sie halten würde.. aber es okay war, wenn sie es gerade nicht wollte. Oder nicht konnte.

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15 May, 2013 17:56 32 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
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Im Grunde hasste die junge Königin dieses Gefühl von Unsicherheit, aber etwas dagegen tun konnte sie im Moment auch nicht. Sie spähte nur zur Tür hinaus, hätte fast wieder den Blick gesenkt, sobald er auf das Bett gefallen war und sie ihren ausgewählten Bruder gesehen hatte. Aber sie zwang sich, ihn anzusehen. Wie sonst sollte sie entscheiden, ob sie sich nicht doch lieber noch einmal ins Bad verkroch oder nach draußen trat? Mit unsteten, blaugrauen Augen sah sie Caelan an, blieb schließlich mit dem Blick an seinem Gesicht haften. Sein Lächeln war traurig und Merel musste schlucken. Kurz griffen ihre Hände fester zu, dort, wo sie die Tür hielt, um sie einen Spalt offen zu halten, dann schob sie die Tür auf und trat zurück in das Zimmer. Die Kleinterreilleanerin versuchte sich kurzzeitig an so etwas wie einem aufmunterndem Lächeln, ließ es dann aber bleiben. Ihr war nicht nach lächeln zumute, so wie der Kriegerprinz aussah ging es ihm ähnlich. Mit einem leisen Seufzen ließ sich Merel an der Bettkante nieder und seufzte noch einmal. Mit einer Hand fuhr sie sich durch die Haare und schloss kurz die Augen, sonst tat sie nichts. Sie rutschte nicht näher, sah den Dhemlaner auch erst einmal nicht an. Insgesamt wirkte sie nachdenklich und unentschlossen, weil sie nicht wusste, was sie sagen sollte oder ob sie überhaupt etwas sagen sollte. Schließlich aber drehte sie sich etwas, sodass sie nicht mehr mit dem Rücken zu Caelan saß. Mit gesenktem Kopf – noch immer vermeidend, ihrem Bruder in die Augen zu sehen – streckte sie einen Arm etwas aus und strich mit den Fingerspitzen über eines der Blätter, die im Bett lagen. Ein paar Textfragmente standen darauf, komisch angeordnet, sodass es eine Art Spirale gab, die unterschiedliche Farben hatte; alle davon dunkel. Verschiedene Graustufen, Schwarz, Braun, Dunkelblau, Blutrot. „Ich…“, setzte sie an, brach dann aber ab. Es klang erstickt und ihr blieben die Worte regelrecht im Hals stecken. Unwillkürlich spannte sie sich an und mahlte mit den Kiefern. Merel wusste einfach nicht, was sie sagen sollte; es gab so viel und gleichzeitig so wenig zu sagen. Sie zog die Schultern an und ließ sie dann wieder hängen, bevor sie endlich einmal den Kopf hob. Sie sah Caelan an die Augen, wobei ihr Blick gehetzt wirkte, unstet und getrieben. Wie wenn irgendetwas hinter ihr her wäre, sie sich aber dazu zwang, ruhig zu bleiben und nicht völlig kopflos zu reagieren. Noch könnte sie ihren Satz beenden, mit allem Möglichen, damit man ihr ihre Hilflosigkeit nicht so sehr anmerkte. Aber die Worte wollten einfach nicht kommen, ihre Lippen waren fest aufeinandergepresst.

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15 May, 2013 19:30 21 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




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Wie ein gehetztes Tier starrte sie ihn an, ein Reh, das den Jäger durch das fahle Laub des Waldes stehen sieht, in dessen Augen sich die Waffe bereits spiegelt. Ihre Blicke trafen sich, einen Augenblick, und die Tür wankte kurz, als ihre Hände sich fester um die Kante legten, so fest, dass er ihre Knöchel auf die Entfernung weiß hervor treten sah. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, zu kommen. Aber er wusste, dass er es sich nie verziehen hätte, wäre er nicht gekommen.
Sie schien sich zu entscheiden, die Tür wurde aufgestoßen und zaghaft trat sie in das Zimmer. Er wusste nicht, was er in Merels Augen sah. War es Vorsicht? War es Trauer? Misstrauen? Verzweiflung? Oder vielleicht auch von allem ein wenig. Das Lächeln, das sie auf ihr Gesicht zwang, zerbröselte noch während dem Versuch, es wehte von ihrem Gesicht wie Sand und hinterliess nur eine nachdenklichen, verkniffenen Ausdruck. Sie bewegte sich auf das Bett zu, liess sich darauf sinken, ausreichend Abstand zwischen ihnen haltend, ihm den Rücken zugewandt, und seufzte einmal, zweimal, während sie ihre offensichtlich frisch gekämmten Haare verwirrte. Ihre Körperhaltung war gleichzeitig in sich zusammen gesunken und angespannt, unentschlossen und unsicher, ihr Blick von ihm abgewandt.
Schweigen. Stille. Der Stoff der Decke raschelte, als sich die so verletzlich wirkende Königin drehte, leicht, um ihm nicht weiter den Rücken zu zu wenden, doch ihr Kinn lag an ihrer Brust, ihr Blick folgte dem Boden, vermied den seinen. Als sie die Hand hob, legten sich ihre Finger beinahe so leicht auf eines der Bilder, wie es zuvor die Finger des Kriegerprinzen getan hatten, und folgten der Spirale düsterer Worte hinab in die Tiefe, die Dunkelheit. Es war die Dunkelheit, die sie als Blutleute ehrten, die Dunkelheit, die ihnen Macht verlieh, aber es lagen viele Schatten in ihr, die Caelan nicht verstand, seine Gedanken verdüsterten. Als Kind hatte er sich oft gefragt, warum etwas, das sie verehrten derart Furcht erregend und beängstigend war, und erst Jahre später hatte er begriffen, dass sie alle diese Dunkelheit mit sich führten, manche mehr, manche weniger, doch jeder, der Blut war, trug sein persönliches Schlachtfeld in seinem Innern.
Merels Stimme brach wie Eis in der Stille, ein kaum gehauchtes Wort, das zwischen ihnen dröhnte und verhallte. Viele Worte folgten, doch keines wurde ausgesprochen, das Schweigen füllte die Luft aus mit all den Dingen, die zwischen ihnen standen, bildeten eine harte, kalte Mauer, deren Undurchdringlichkeit Caelan frösteln liess. Jeder Muskel im Körper der Frau an seiner Seite spannte sich an, fluchtbereit, als wolle sie jeden Moment aufspringen und reißaus nehmen, vor den ganzen Dingen, die sie gleichzeitig einsperrten und voneinander weg trieben, die sie jagten und verfolgten und denen sie beide nicht entfliehen konnten. Selbst, wenn sie es noch so sehr versuchten.
Ihre Schultern flogen hoch, eine defensive Haltung, ehe ihr Körper in sich zusammen sackte und sich der hilflose, verzweifelte und gehetzte Blick ihrer blaugrauen Augen in der melancholischen Trauer seines Blaus spiegelte. Caelan, der sich die gesamte Zeit nicht bewegt hatte, nicht ein Muskel seines edlen Gesichts hatte sich gerührt, rutschte von dem Bett und kniete sich vor Merel, ehe er das Haupt senkte und nach Merels Hand griff. Er diente ihr, er würde ihr immer dienen. Er wollte und würde ihr Schild und ihr Schwert sein, ihr Hafen und ihr Anker, wenn der See ihrer Seele stürmte und sie unter zu gehen drohte, der Fels, der sie vor dem harten Wind schützte und die Hand, die sich ihr entgegen streckte, wenn sie in einem tiefen Graben gefangen lag. Caelan legte seine Stirn an ihre Hand, schweigend, dann hob er den Kopf und blickte in ihr Gesicht. Seines war noch immer unbewegt, unergründlich und eine tiefe Stille lag in seiner Signatur. Keine Ruhe, viel mehr die glatte Oberfläche eines Sees, in dessen Tiefe dunkle Geheimnisse vergraben lagen. Einer eingebung oder viel mehr einem Bedürfnis folgend rief er einen kleinen, silbernen Kelch herbei, der gerade das Fassungsvermögen eines Schnapsglases haben mochte. Filigrane Reliefmuster zierten das edle Metall. Mit dem Kelch zusammen erschien ein schmaler, ebenfalls edler Dolch, dessen scharfe Klinge glänzte. Ruhig rollte er den Ärmel seines Ärmels hoch, im Begriff, eines der Rituale des Blutes aus zu führen. Blut an zu bieten war ein Zeichen der Wertschätzung, der Loyalität - wenn man dem Protokoll folgte und die richtigen Worte und Gesten kannte, um es dar zu bieten.

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15 May, 2013 20:35 41 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
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Sie merkte gar nicht, dass sie die Luft anhielt, bis sie merkte, dass sie langsam mal wieder neuen Sauerstoff brauchte. Zu diesem Zeitpunkt kniete Caelan bereits vor ihr und der Blick ihrer blaugrauen Augen war ihm die ganze Zeit über gefolgt. Von ihr ging noch immer Unsicherheit aus, wobei sich nun auch etwas Verwirrung darunter mischte. Erst nur schleichend, während er seine Stirn an ihre Hand lehnte. Mit ihrer freien Hand stricht sie ganz, ganz leicht über seinen Kopf, für ihn war es vermutlich kaum spürbar, während sie ein Seufzen zurückhielt. Trotzdem stahl sich ganz kurz ein Lächeln auf ihre Züge, das liebevoll, aber auch traurig aussah. Merel wusste gerade nichts mit der Situation anzufangen und sie bewegte sich daher auch erst einmal nicht großartig, sondern blieb einfach sitzen und sah zu ihrem ausgewählten Bruder. Auch beobachtete sie ihn, als er sich wieder aufrichtete und etwas herbeirief. Zuerst runzelte sie nur die Stirn, ihre Verwirrung nahm sichtlich zu. Doch dann begriff sie recht schnell, was er vor hatte – sobald er einen Dolch herbeirief. Die Königin schluckte und kurz machte sich wahnsinnige Panik in ihr breit. „Mach das nicht.“, brachte sie heiser hervor und griff nach seiner Hand, die gerade einen Ärmel nach oben schob. „Caelan… nicht jetzt… nicht…“ Ihr Mund fühlte sich staubtrocken an. Freiwillig gegeben… Abermals schluckte sie und sah den Kriegerprinzen an. Ihre Augen waren nass geworden und abermals musste sie daran denken, das Atmen nicht zu vergessen. Während eine Hand die seine noch festhielt, legte sie die andere an sein Gesicht und strich sanft mit dem Daumen über seine Wange, während sie ihm in die Augen sah. Schmerz und Kummer aber auch so unglaublich viel Zuneigung war in ihrem Blick zu finden. „Nicht nach… all dem, was passiert ist. Nicht, solange wir…“ Nicht solange ich dich nicht wieder völlig bedingungslos lieben kann. Ja, der Gedanke war ziemlich theatralisch, aber er stimmte. „Wir haben so viel zu klären.“, brachte sie schließlich noch gerade so mit rauer Stimme heraus. Auch das stimmte, auch wenn sie nicht wusste, was sie alles sagen wollte. Und wie viel sie überhaupt herausbringen konnte, selbst wenn sie sich dazu zwang. Mit flehendem Blick sah sie den Dhemlaner an; Merel weinte nicht, aber allzu weit davon entfernt war sie in ihrer Verzweiflung auch nicht.

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15 May, 2013 21:08 42 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
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Noch während er den Stoff des Ärmels hoch schob, bat Merel ihn mit brüchiger Stimme, er möge es nicht tun. Seine Hand hielt in der Bewegung inne und er sah zu ihr auf, sah ihr in die Augen, während sie heiser stammelnd seine Hand fest hielt und hervor brachte, dass er das nicht tun sollte, so lange.. So lange? Sie setzte mehrfach an, brach jedes Mal ab, bis sie erklärte, dass es einfach zu viel zu klären gab. Caelan neigte schweigend seinen Kopf, noch immer mit unbeweglicher Miene, und liess Kelch und Dolch verschwinden. Die Ablehnung traf ihn. Aber nichts davon drang nach Außen, seine Zügen blieben unverändert, seine Augen zeigten denselben Blick wie zuvor, als er den Kopf demütig senkte und damit in ihren Wunsch einwilligte.
Viel zu klären. Das gab es durchaus, es stand so viel zwischen ihnen. Er spürte die Mauer zwischen ihnen, doch sie war undurchdringlich. Zu viel, an dass er sich nicht erinnerte, zu viel, das er nicht wusste, zu viel, das er einfach nicht verstand. War es doch ein Fehler gewesen? Er neigte den Kopf weiter und legte ihn vorsichtig, zaghaft, an Merels Knie. Er spürte Merels Verzweiflung, aber es gab nichts, das er dagegen tun konnte. Durch die Bilder ahnte er zumindest, welche Gefühle Merel womöglich beherrschten, welche Gedanken sie beschäftigten.. allerdings änderte es nichts daran, dass es zwischen ihnen stand. Was tun? Was sagen? Sein Mund fühlte sich trocken an, und er zweifelte nicht daran, dass seine Stimme ebenso heiser, rau und brüchig klingen würde, wie die seiner auserwählten Schwester."Ich liebe dich so sehr dass... ich nicht weiß, was ich tun soll." Tatsächlich war es mehr ein heiseres Flüstern, leise, aber dennoch melodisch und darin schwang sowohl seine tiefe Zuneigung mit, als auch sein Kummer darüber, dass so vieles zwischen ihnen stand.

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15 May, 2013 21:42 25 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
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Es war schwer zu sagen, was in Caelan vorging, zumal die junge Königin selbst viel zu übervoll war, um besonders viel darüber nachdenken zu können. Sie schluckte, erwiderte seinen Blick und der Sturm tobte weiterhin in ihren Augen, auch wenn sie ansonsten sehr ruhig wirkte. Ob es eine Ruhe vor dem Sturm war, auch das war schwer zu sagen. Merel hatte sich unwohl damit gefühlt, zu wissen was der Kriegerprinz vorgehabt hatte, aber in etwa genauso unwohl fühlte sie sich jetzt, als er Kelch und Dolch verschwinden ließ. Vermutlich gab es keine richtige Lösung, trotzdem schmerzte irgendetwas. Ein namenloser, tiefsitzender Schmerz, für den ihr die Worte fehlten. Es war, als wäre die Kleinterreilleanerin in einer Art Starre gefangen, festsitzend zwischen all den Gefühlen, die so schwer zu fassen waren und die sie eigentlich gar nicht haben wollte. Aus dieser Starre wurde sie gerissen, sobald Caelan seinen Kopf an ihr Knie lehnte. Fast wäre sie zusammengezuckt und sie musste den starken Reflex unterdrücken, sich ihrem Bruder einfach an den Hals zu werfen und ihn nicht mehr loszulassen. Abermals vorsichtig legte sie erneut die Hand auf seinen Kopf, strich über seine schwarzen Haare, liebevoll und ganz sanft, obwohl ihr danach war, sich einfach an ihn zu drücken, die Augen zu schließen und… Ruhe zu haben. Aber sie konnte nicht. Sie konnte einfach nicht. Und als er sprach… dieser Kummer in seiner Stimme fühlte sich an wie ihr Kummer. Der Inhalt seiner Worte waren wie der Inhalt ihrer Worte, wenn sie etwas zu sagen gehabt hätte. Das heisere Flüstern war ihr heiseres Flüstern, als sie antwortete: „Ich weiß.“ Sie schob ihn ein bisschen von sich, damit sie ebenfalls zaghaft von der Bettkante rutschen konnte. Auf dem Boden kniend schlang sie nun einfach die Arme um ihren ausgewählten Bruder, drückte ihn an sich und legte das Kinn auf seine Schulter. „Ich dich auch. Und ich…“ Nochmals brach sie ab und holte tief Luft, schloss die Augen und versuchte sich irgendwie zu sammeln, um weitersprechen zu können. „…ich hab gedacht, dass es mir nichts ausmacht. Dass ich einfach nur kurz Zeit brauche, um… nicht mehr an die letzten Wochen zu denken…“ Nochmals holte sie zittrig Luft und wusste nicht, was sie noch sagen, was sie noch tun sollte. Sie hielt sich lediglich an Caelan fest, als wäre er das Einzige, das sie noch hatte. Im Moment fühlte es sich auch so an. Und nun drohte ihr dieser einzige Halt auch noch verloren zu gehen, weil sie es nicht schaffte, über gewisse Dinge hinweg zu kommen.

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15 May, 2013 23:31 46 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
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Er spürte die zaghafte Berührung, als Merel ihm kaum merklich durch die Haare strich. Als sie antwortete, schluckte er. Es war alles.. falsch, zerbrochen, zerstört und die Schuld lastete bitter auf ihm. Er spürte, dass sie ihn vorsichtig von sich zu verschieben versuchte, so dass er den Kopf leicht anhob und etwas von ihr abrückte. Merel liess sich, sobald sie den Platz dazu hatte, ebenfalls zu Boden gleiten. Kaum, dass ihre Knie den Boden berührten, schlang sie die Arme um ihn und legte ihr Kinn an seine Schulter. Beinahe automatisch schloss Caelan die Arme um sie und schmiegte seine Wange an ihren Kopf, vergrub sein Gesicht in ihren braunen Haaren. Ihre Stimme klang genauso brüchig, verletzlich, wie seine, So leise, so zaghaft, so rau, als sie versuchte zu erklären, dass sie geglaubt hatte, es käme so wieder in Ordnung, aber er schüttelte nur leicht den Kopf. "Nein, das wird es nicht. Ich habe dich zu sehr verletzt. Verzeihen braucht Zeit. Das geht nicht sofort, nicht in ein paar Tagen oder Wochen. Es kann Monate dauern. Jahre." Oder ein Leben. Er küsste Merel leicht auf die Wange. "Erzwing es nicht. Gib dir.. und nimm dir die Zeit. Wenn du, sprechen willst, werde ich da sein, und dir zuhören, und wenn du halt brauchst, werde ich da sein." Seine Hand, die zuvor über ihren Rücken gestrichen hatte, strich ihr nun durch das Haar. Es fiel ihm so schwer. Es fühlte sich alles so falsch an, so zerbrochen und der Schmerz darüber traf ihn so hart, dass ihm jeder Atemzug schwer fiel. Er hatte Zeit, Er hatte so viel Zeit, doch Merel.. sie war kurzlebig. Wenn es ein Leben dauern würde, dann ihres... nicht seines. Sie hatten nur so wenig Zeit, die ihnen zusammen vergönnt war, und dieser Gedanke löste jedes Mal eine unermessliche Panik in ihm aus. Merel fühlte sich für ihn an, als sei sie immer in seinem Leben gewesen und würde es immer bleiben. Zu wissen, dass sie - egal, wie sehr er sie liebte - nur einen kurzen Abschnitt in seinem Leben bedeutete, das brachte ihn fast um den Verstand. Und er wollte die Zeit, die sie hatten, nutzen.. sie mit ihr verbringen. Und nun hatte er womöglich alles zerstört und ihnen all die Jahre genommen.

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16 May, 2013 06:36 04 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
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Die ganze Situation kam Merel so furchtbar fragil vor, einfach weil sie sich selbst so fragil fühlte. Ständig musste sie aufpassen, nicht bei irgendetwas zusammen zu zucken, sei es nun wegen Worten oder auch nur, weil der Kriegerprinz leicht den Kopf schüttelte. Was er sagte… die Königin wusste nicht recht, was sie davon halten sollte. Zu verzeihen gab es so gesehen nichts, es war irgendwie nicht das richtige Wort dafür. Aber was dann? Vergessen vielleicht. Aber sie wusste, dass sie das nicht konnte. Also musste sie einen Weg finden, irgendwie mit den letzten Wochen umzugehen. Sie war selbst schon nicht ganz stabil gewesen und die ganzen Vorkommnisse hatten ihr mehr oder minder den Rest gegeben. Ihr Vertrauen zu Caelan war bitter erschüttert – ja, das war das Problem, wenn man genauer darüber nachdachte. Erschüttertes Vertrauen und Angst; bittere, kalte, nackte Angst um ihren Bruder, um sich, um sie beide. Davor, nicht rechtzeitig da zu sein und davor, da zu sein und er… vergaß. Vielleicht nur ein paar Stunden, vielleicht Tage, vielleicht ganze Wochen und Monate. Wer konnte ihr versichern, dass er nicht die kompletten letzten Monate – und damit auch sie – vergaß? Niemand. Selbst wenn Caelan es versuchen würde, sie könnte ihm nicht glauben. Und dieser Umstand schmerzte bis ins Unermessliche.

Als der Dhemlaner ihr über die Haare strich schloss die Königin die Augen und schmiegte ihren Kopf seiner Hand entgegen. „Aber so geht es nicht.“, brachte sie leise hervor. So viel Verzweiflung lag in diesen wenigen Worten. „Ich will nicht, dass es…“ Abermals fischte sie nach den richtigen Worten, angestrengt und verbissen. „…dass es SO ist.“ Besser konnte sie es gerade nicht einmal ausdrücken, auch wenn sie wusste, dass es nicht besonders aussagekräftig war. „Ich nicht diese ständige Angst, dich zu verlieren. Und ich will… will das alte Vertrauen haben. Ohne die Angst davor, dass du…“ Merel schluckte und spannte sich an, aber verflucht, sie musste einfach weiterreden! „Dass so viel Schlimmes passiert wie in letzter Zeit.“ Ja, ganz toll. Sehr präzise und sehr hilfreich. Wenn sie wenigstens wütend darüber sein könnte, dass sie sich kaum ausdrücken konnte! Aber im Moment steigerte es eigentlich nur ihre Verzweiflung über die gesamte Situation.

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16 May, 2013 14:02 23 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

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So ging es nicht? Er verzog den Mund etwas, unterdrückte ein erneutes Seufzen und lauschte stattdessen den Worten der Königin, die so voller Verzweiflung waren, dass seine Seele blutete. Er wollte auch nicht, dass es so war.. aber er wusste nichts, keinen Weg, es zu ändern. Ihre Worte schnitten scharf und tief, so viel Verzweiflung, so viel Angst, so viel Kummer. Und Caelan fasste und bekräftigte erneut den Entschluss, den er bereits gefasst hatte. Er schob Merel von sich, suchte ihren Blick und heilt ihn, in seinen Augen und seiner Signatur war eine neue Stärke. "Es wird nicht mehr vorkommen. Ich werde meinen Kelch behandeln lassen. Ich werde intakt werden. Narben werden bleiben, aber ich werde wieder ganz." Er schluckte, und schloss die Augen. "Und wenn keine Scherben mehr fehlen, wenn die Sprünge geschlossen und der Kelch wieder stabil ist, werde ich nicht mehr vergessen." Er schluckte. "Und werde mich an alles erinnern können. An die letzten Wochen. Und an.. Tarracco. An Giachetta. Und ich werde damit umgehen können."
Er öffnete die Augen wieder und lächelte schwach und sanft, obwohl sein Gesicht ernst blieb. "Ich werde stabil. Und vielleicht werde ich dadurch stärker, als ich es jemals war. Wenn du möchtest, kehre ich nicht wieder, ehe mein Kelch wieder zusammen gefügt und meine Erinnerungen komplett sind. Aber.. wenn du mich rufst, werde ich kommen. Und wenn du mich brauchst, werde ich da sein. Was kommen wird, weiß ich nicht zu sagen aber.. ich weiß, wonach ich mich sehne. Danach bei dir zu sein, hinter dir zu stehen oder vor dir.. oder zu deiner Seite. Dich zu schützen, zu stützen und bei zu stehen. Er schloss seine Arme erneut um Merel und hielt sie fest. "So lange du mich willst, werde ich dein großer Bruder sein, aber selbst, wenn du mich fort schickst, wirst du immer meine Schwester sein." Bei den Dingen, die er sagte, war er sich absolut sicher, seine Stimme war sanft, aber fest... und voll der Zuneigung für die so fragile, zerbrechliche Hexe in seinen Armen, die er mehr liebte, als jeden anderen Menschen.

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16 May, 2013 14:19 35 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
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