RegistrierungMitgliederlisteAdministratoren und ModeratorenHäufig gestellte FragenSucheZum PortalZur Startseite

Living Myth - Ein Schwarze Juwelen Foren-RPG » Backstage » Gaudi-RPG » Künstlerisches Zusammensitzen » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Seiten (48): « erste ... « vorherige 37 38 39 40 41 42 [43] 44 45 46 47 48 nächste » Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Er macht nicht auf. Zähneknirschend und mit verbissenem Gesicht zog sie ein letztes Mal an der Schnur, bis sie ihren Frust schlichtweg an der Haustür ausließ und einmal fest dagegenschlug, wohl wissend, dass sie davon nicht kaputt gehen würde. Per mentalem Faden versuchte sie noch eine Weile den Kriegerprinzen dazu zu bringen, ihr aufzumachen, was nichts brachte. Also hörte sie damit auf. Anschließend konzentrierte sie sich und ihre Hand glitt durch das Holz, gefolgt vom Rest des Körpers, während sie ein paar Schritte nach vorn machte, um in das Haus zu gelangen. Vorsichtshalber stellte sie sich auf alles ein und sie bemerkte, je weiter sie kam, die Absicherungen, die Caelan überall angelegt hatte. Also wusste er, dass sie sich Zutritt verschafft hatte. Und wenn er das wusste und ihr trotzdem nicht entgegenkam, war er entweder völlig ruhig und zeichnete oder malte nur vor sich und wartete, bis sie zu ihm kam, oder… Ihre Schritte beschleunigten sich, da ihr ungutes Gefühl wuchs und sobald sie in die Nähe des Ateliers kam wusste sie ganz sicher, dass mit ihrem Bruder etwas ganz und gar nicht stimmte. Schlösser an der Tür, und nur mit ein bisschen vorfühlen konnte sie nichts ertasten, was bedeutete, dass er wohl auch mentale Schilde gemacht haben musste. Notfalls würde sie hinter diese Tür kommen, aber nur mit viel Anstrengung und eigentlich wollte sie nicht… einbrechen. Also pochte sie an das Holz, laut und deutlich. „Caelan!“, rief sie. Merel klang sehr eindringlich, allerdings nicht panisch. Ruhe bewahren. Immer schön Ruhe bewahren. Die Erholung des sehr langen Schlafes dank der Medikamente war weg – aber glücklicherweise hatte sie sie gehabt, weil ihr Böses schwante bei dem Gedanken daran, was hinter dieser Tür sein mochte. „Caelan, mach auf!“ Das ging eine geschlagene Minute so, bis sich endlich etwas tat. Es war nicht sichtbar, nur spürbar. Und als das Schloss endlich verschwand, wollte die junge Königin schon die Tür aufreißen, aber das brauchte sie gar nicht, weil ihr ausgewählter Bruder von selbst öffnete.

Sie hatte gar keine Zeit, wegen seines Anblicks zu erschrecken, weil er ihr in die Arme fiel. Für einen ganz kurzen Moment stand sie nur da und rührte sich nicht, dann allerdings hoben sich ihre Arme und ganz vorsichtig umschloss sie damit den Kriegerprinzen. Eine Hand legte sich an seinen Rücken, die andere an seinen Hinterkopf und sachte, aber dennoch wahrnehmbar drückte sie ihn leicht an sich. Es war ihr egal, dass ihre Klamotten dadurch mehr als nur ein bisschen dreckig wurden oder dass sie sich im Moment solchen Situationen besser nicht aussetzte. Merel hielt ihren ausgewählten kleinen Bruder einfach nur fest und streichelte ihm über den Kopf, während sie leise tröstend in sein Ohr murmelte: „Alles gut. Ich bin hier. Es kommt alles wieder in Ordnung.“ Als er die Tür geöffnet hatte, hatte sie einen kurzen Blick auf ihn werfen können und die Wunden an seinem Körper machten ihr Sorgen, auch, wenn sie sie gerade kaum sehen konnte. So schlimm hatte Caelan jedenfalls noch nie ausgesehen. Aber damit musste sie jetzt umgehen. Eine Weile blieb sie einfach nur stehen und streichelte den Kriegerprinzen tröstend, allerdings streckte sie dabei ihre Sinne aus, in Richtung ihres Zuhauses. Sie kannte Delyth noch nicht gut genug, als dass sie einfach so einen privaten Faden hätte nutzen können, aber sie würde es zumindest versuchen. Vielleicht klappte es ja, auch wenn es ein bisschen anstrengend war, sozusagen die richtige Frequenz zu finden. Letztlich gelang es ihr aber und sie sandte an die Dhemlanerin: *Ich brauche eine Heilerin. Für Caelan. Bei ihm Zuhause.* Dabei klang die Königin ruhig und gefasst, dennoch eindringlich, sodass klar war, dass die andere Frau sich umgehend auf den Weg machen sollte.

Nachdem Delyth bestätigt hatte, dass sie sich auf den Weg machte – Merel hoffte, dass Surin sie bis zur Tür begleiten würde, dann gab es keine Probleme damit den Weg zu finden – bewegte sich die Kleinterreilleanerin ein bisschen, um auf sich aufmerksam zu machen. „Caelan…“, meinte sie leise und versuchte ihn an der Schulter ein kleines bisschen wegzuschieben, damit sie ihn ansehen konnte. „Komm mit ins Bad. Wir müssen dich ein bisschen sauber machen. Du brauchst eine Heilerin.“ Liebevoll legte sie eine Hand an seine Wange und lächelte ihn aufmunternd an. Es ging ihr nur darum, ihn weg vom Atelier zu bringen und in einen Raum, den man erstens leichter sauber machen konnte und in dem Delyth sich um die Wunden kümmern konnte. Merel hatte einen kurzen Blick in das Atelier erhaschen können, deshalb wollte sie ihren kleinen Bruder gerade auch nicht dorthin zurückbringen, solange er nicht versorgt worden war. „Komm schon…“ Sie zog leicht an ihm, damit er ihr ins Bad folgte und hoffte dabei, dass er sich nicht wie ein sturer Kriegerprinzen-Esel verhalten würde.

_______________

08 Jan, 2012 20:04 59 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Als Merel ihn tröstend in die Arme schloss, fühlte er sich erleichtert und die Momente, die sie ihn einfach festhielt, halfen ihm, sich wieder halbwegs zu fangen. Dann meinte sie, dass er sich sauber machen musste.. und dass er eine Heilerin brauchte. Caelan sagte nichts, sondern schloss die Tür zum Atelier folgte Merel einfach, bis sie im Badezimmer waren. Dort ging er auf die Dusche zu, hielt aber inne, da er ja noch die Hose trug. Er wollte sie sich aus ziehen, allerdings hielt Merel ihn auf und meinte, dass duschen keine so gute Idee wäre. Caelan nickte nachdenklich. "Oh.. okay.. ich habe mich eigentlich immer geduscht, wenn.." sein Blick fiel auf einige Schnitte an seinem Arm und er legte die Hand darüber. Sie blutete noch immer und mit etwas Heilkunst versuchte er, die Blutung zu stillen, was allerdings nicht so gelang, wie er es sich erhofft hatte. Dabei fiel ihm auf, dass er den goldenen Ring noch immer in der Hand hielt. Seufzend liess er sich auf einem Stuhl nieder, auf den er normalerweise die Kleidung legte, die er nach dem Duschen tragen wollte. Seine Gedanken fühlten sich träge an und irgendwie war alles.. weit weg, als wäre ein Schild zwischen ihm und der Realität. "Es tut mir Leid.." murmelte er leise. "Dir geht es nicht gut. Ich wollte eigentlich.. ich wollte eigentlich fertig werden und alles aufräumen, bevor Jemand kommt. Und jetzt hast du das ganze Chaos gesehen." Sein Blick ging Richtung Tür, dann fiel ihm etwas ein. "Du.. hast du Lyssa Bescheid gesagt? Weil du meintest, eine Heilerin.." Merel meinte, dass sie nicht Lyssa, sondern Delyth Bescheid gesagt hatte, und Caelan sprang auf, wobei ihm schlecht und schwindelig wurde. Er schwankte leicht, blieb jedoch stehen. "Nein.. sie.. ich will nicht.. in diesem Zustand.. und.. ich muss sauber machen.." allerdings spürte er bereits, wie Delyth das Haus betrat und ergeben liess sich Caelan wieder auf dem Stuhl nieder. "Ich wollte nicht weglaufen. Wirklich. Ich wollte es aufarbeiten, ich wollte mich dem stellen, aber.. ich schaffe es nicht. Ich will nicht, dass sie denkt, ich wäre weg gelaufen. Ich.. ich wollte daran arbeiten. Mich damit auseinander setzen." Er bemerkte kaum, dass Delyth den Raum betrat, sondern hing seinen Gedanken weiter nach. "Ich muss dahin. Ich muss nach Tarraco, ansonsten werde ich nie frei sein. Ich muss ihr das hier zurück geben..." Er betrachtete den Ring des Gehorsams und in seinem Kopf festigte sich der Entschluss, Giachetta einen Besuch ab zu statten, weiter. In seinen Augen gab es keine andere Möglichkeit, das Geschehene auf zu arbeiten - er musste hingehen, ihr den Ring geben und deutlich machen, dass er frei war, dass er nicht mehr ihr Spielzeug war und es auch nie wieder sein würde.

_______________



Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

08 Jan, 2012 20:30 31 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Caelan folgte ihr ins Badezimmer und als bemerkte, dass er vor hatte zu duschen, hielt sie ihn auf, indem sie ihn vorsichtig am Arm packte, möglichst an einer Stelle, an der keine Verletzung war. Bei dem ganzen Blut war das aber stellenweise schwer auszumachen. „Duschen ist nicht so gut.“, meinte sie nur sanft und versuchte ihn in Richtung eines Stuhls zu drängeln. Dabei fragte sie sich, was der Stuhl hier im Badezimmer suchte, allerdings war das gerade nicht besonders wichtig. Es war gut, dass er da war. Nachdem sich der Kriegerprinz darauf hatte sinken lassen, sah sich Merel kurz um und machte ein, zwei Schubladen und Schränke auf, bis sie zwei Handtücher gefunden hatte. Ohne allzu weit von ihrem Bruder wegzugehen machte sie das eine davon nass und wrang es aus, dann kniete sie sich vor den Stuhl und lächelte wieder ihr aufmunterndes Lächeln, während Caelan vor sich hinredete. „Mir geht es gut genug.“ Es klang ein wenig barscher als beabsichtigt, allerdings lag die ganze Zeit über ein warmer Ausdruck im Gesicht der jungen Königin, der das ganze etwas abmilderte. „Und in meinem Zimmer ist manchmal größeres Chaos.“, fügte sie etwas scherzend hinzu. Allerdings meistens nicht dieser Art. Es war besorgniserregend, was hier passiert war. Aber aufgrund dessen, was der Dhemlaner danach weiter vor sich hinbrabbelte, nicht sonderlich überraschend. Wenn er wirklich versuchte, alles aufzuarbeiten, dann konnte so etwas öfter vorkommen, Merel wusste das. Es wäre ihr nur irgendwie lieb gewesen, wenn sie eine Vorwarnung bekommen hätte. Es ist wie es ist.
Bezüglich dessen, dass der Kriegerprinz aufsprang, als sie erwähnte, dass sie Delyth gerufen hatte, unternahm sie nichts. Er setzte sich sowieso gleich wieder und sie hätte ihm nur sagen können, dass er lieber froh sein sollte, wenn sie kam. Die junge Königin betrachtete das ein bisschen als… Schocktherapie. Allerdings für die Schwarze Witwe und Heilerin. Wenn sie mit solchen Dingen hier nicht umgehen konnte, dann war auch nur so was Ähnliches wie eine Beziehung mit Caelan sowieso Blödsinn.

Vorsichtig hatte sie damit begonnen, mit dem nassen Handtuch über Caelans Arme zu wischen und zu tupfen, schnell verfärbte sich der Stoff. Es roch nach Eisen und ihr wurde schlecht davon, aber das ließ sie sich nicht anmerken. Aus vielen der Schnitte quoll bereits wieder Blut nach, aber auch das war nicht so schlimm. Es ging ihr eigentlich nur darum, irgendetwas zu tun, sich irgendwie zu kümmern. Dass ein par der Verletzungen so tief waren, dass sich auf jeden Fall eine Heilerin darum kümmern musste, wurde nun noch deutlicher. Manchmal drückte sie das Handtuch etwas aus und ein Blut-Wasser-Gemisch tropfte auf den Boden, bevor sie mit dem trockenen Tuch über die Haut fuhr und darauf wartete, dass Delyth eintraf. Das tat die Langlebige auch bald, allerdings wurde Merels Aufmerksamkeit sehr schlagartig abgelenkt Abrupt hielt sie in ihren Bewegungen inne, als Caelan von Giachetta anfing und seine Hand öffnete. Ihr war bis dahin gar nicht aufgefallen, dass er sie die ganze Zeit geschlossen gehalten hatte, doch jetzt wusste sie warum. Überrumpelt starrte sie mit großen Augen auf den goldenen Ring in Caelans Hand und wurde erst davon losgerissen, als Delyth schwungvoll näher kam und sich offensichtlich sofort um den Kriegerprinzen kümmern wollte, ohne ein Wort und ohne den Ring überhaupt zu beachten. Die Königin stand auf und blieb neben dem Stuhl stehen, eine verschmierte Hand dabei tröstend auf Caelans Schulter, wobei sie bald dazu überging, sanft über die Haut zu streichen oder ihm fürsorglich durch das schwarze Haar zu fahren. „Nein, du musst da nicht hin. Nicht jetzt.“, ging sie schließlich auf seine Worte ein, bückte sich ein bisschen und griff nach dem Ring, obwohl sie ihn am liebsten angewidert irgendwohin geschmissen hätte. Wenn er ihn ihr gab, würde sie ihn zumindest so lange bei sich behalten, bis die Schwarze Witwe und Heilerin hier fertig war.



Delyth hatte sich sofort auf den Weg gemacht und die Dea al Mon, die ihr sehr nett erschien, hatte sie dankenswerterweise zu Caelans Haus begleitet, damit sie sich nicht verlaufen konnte. Dort angekommen war Surin dann wieder nach Hause gegangen, während die Dhemlanerin sich hineinbegeben hatte. Zielstrebig spürte sie Merel und den Kriegerprinzen auf, fand die beiden im Bad vor und musste hart schlucken bei dem Anblick, der sich ihr bot. Ohne zu zögern und ohne ein Wort ging sie sofort auf Caelan zu und nickte der jungen Königin dankbar zu, dass sie etwas Platz machte und sich neben dem Stuhl platzierte. Sie hatte keine Ahnung, wovon die beiden gerade redeten, aber es war auch nicht wichtig. Es war auch erst einmal nicht wichtig, was überhaupt passiert war, sondern nur, dass sie die Wunden schnell versorgte. Offensichtlich hatte die kleine Königin schon ein bisschen das Blut abgewischt, sodass Delyth sich einen besseren groben Überblick verschaffen konnte. Sie kniete nun ihrerseits vor dem Stuhl, zapfte ihre grünen Juwelen an und unterstützte mit Kunst die Untersuchung mit ihren kundigen Fingern. Ein paar der Wunden waren tief und sie brauchte kein zweites Mal hinsehen um zu wissen, dass es unter anderem Schnittwunden waren. Vorerst beachtete sie Caelan gar nicht weiter sondern war voll und ganz auf die Behandlung der Verletzungen konzentriert. Sie rief ein mittelgroßes Heilendes Netz herbei, schätzte ab, ob es ausreichte und stach sich mit einer Nadel in den Finger. Sie hätte ein kleineres nehmen können und dafür aber mit dem Besingen des Netzes unterstützen können, aber das dauerte ihr zu lange und sie machte es auch nicht so gerne. Delyth verwendete lieber größere Netze, verbrauchte dafür im Regelfall aber auch mehr Juwelenkraft, allein für die Herstellung. Sie legte den Holzrahmen auf Caelans Schoß, griff nach seiner Hand und legte sie auf den Rahmen. „Hier, halt das.“, meinte sie und sah nun das erste Mal zu ihm hoch. Besorgnis stand in ihren goldenen Augen, aber keinerlei Zorn oder Wut.
Nachdem das Netz nun sicher lag und seine Arbeit verrichtete, half sie sozusagen manuell noch mit, indem sie sich um kleinere Kratzer und Schnitte selbst kümmerte. Sie legte ihre Finger auf, konzentrierte sich und wandte gezielte Heilzauber an, sodass das Netz sich vornehmlich um die schlimmeren Sachen kümmern konnte. Als die Fäden sich ganz schwarz verfärbt hatten und die Kraft dadurch aufgebraucht war, waren nur noch zwei oder drei kleinere Verletzungen zu sehen. Sobald der Körper wieder ganz sauber war, würde man dort, wo besonders schlimme Wunden gewesen waren, rote Haut sehen. Ein Zeichen dafür, dass die Haut noch sehr dünn war und geschont werden musste, bis alles vollständig so war wie noch vor vielleicht drei oder vier Stunden. Seufzend und ein bisschen erschöpft lehnte sie sich zurück, eine Hand auf Caelans Knie und beiläufig darüberstreichelnd, während sie zwischen ihm und Merel hin und her sah. „Okay, fertig. Will mir jetzt jemand erklären, was passiert ist?“

_______________

08 Jan, 2012 21:01 50 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Dass Merel mit den Handtüchern versuchte, das Blut weg zu wischen, bemerkte Caelan nicht wirklich, aber er bemerkte, wie sie Platz machte und Delyth sich vor ihn kniete. Sie drückte ihm ein großes Heilendes Netz in die Hand, dann begann sie sich um die anderen Wunden zu kümmern. Caelan sah schweigend zu, allerdings behielt er den Ring in seiner Hand. Er wollte ihn Merel nicht geben, stattdessen schloss er die Hand wieder darum. "Nein, nicht jetzt.." stimmte er nur leise zu.
Nach einer halben Ewigkeit war Delyth fertig und lehnte sich zurück. Sie sah müde und erschöpft aus und es war irgendwie falsch, dass sie auf dem Boden saß und Merel stand, während er den Stuhl hatte.
"Ich habe angefangen, auf zu räumen." antwortete er zögernd auf Delyths Frage. "Aber ich wurde nicht fertig und ohne Hilfe schaffe ich das vermutlich auch nicht." Er seufzte und fuhr sich mit einer noch immer blutigen Hand durch seine verklebten Haare. "Es muss eine andere Lösung geben, so wird das nicht funktionieren. Wenn ich es wieder auf diese Art und Weise versuche, wird es vermutlich wieder so.. stark, dass ich die Kontrolle verliere. Aber.. das ist egal. Jedenfalls werde ich mich damit beschäftigen. Und das nächste Mal finde ich vielleicht eine Möglichkeit, mit der ich besser zurecht komme, damit so was nicht mehr passiert. Zumindest nicht mehr in dem Ausmaß." Er schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln, als wäre alles gut und sie müsste sich keine Sorgen machen, als wären die Wunden tatsächlich nur ein kleines Missgeschick, dass man nicht weiter beachten brauchte. In seinen Augen war es das auch, Caelan hatte viele negative Verhaltensweisen, sei es nun, sich zu übergeben oder der zu viele Sport oder wie in diesem Fall, sich zu schneiden - für ihn war das nicht besonders erwähnenswert. Allerdings war Caelan auch noch nicht wieder ganz bei sich, noch immer fühlte sein Kopf sich seltsam wattig an und die ganze Situation irreal.
"Und wenn ich geduscht und vielleicht etwas gegessen habe, werde ich nach Tarraco reisen. Dann werde ich Giachetta den Ring zurück geben. Ich werde nicht mehr davon laufen. Ich bin nicht mehr ihr Spielzeug." Die letzten Worte sagte er nachdenklicher. Er wollte nicht mehr Giachettas Spielzeug sein. "Ich möchte endlich frei sein. Damit ich dir irgendetwas bieten kann, dass es wert wäre, von dir geliebt zu werden."

_______________



Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

08 Jan, 2012 21:23 26 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Merel war schon erleichtert, dass er ihr zustimmte, dass jetzt kein guter Zeitpunkt war nach Tarraco zu gehen. Und so schnell wird der Zeitpunkt auch nicht besser sein. Aber das sagte sie ihm nicht. Er erschien ihr gerade nicht wirklich zurechnungsfähig und wenn er davon reden wollte, dass er zu Giachetta gehen und ihr den Ring geben musste, sollte er davon reden. Dorthin gehen würde er jedenfalls nicht.
Während die Schwarze Witwe und Heilerin ihr Werk verrichtete, streichelte Merel ihren kleinen Bruder einfach weiter, hörte seinem stellenweise doch sehr blödsinnigen Worten zu und dachte nach. Sie erwiderte nichts, sondern war einfach nur hier, zumal sie sich auch nicht ganz im Klaren darüber war, wie viel sie vor Delyth gegebenenfalls würde überhaupt erwidern wollen, also hielt sie den Mund. Interessiert jedoch blickte sie zuerst zu Caelan und dann zu der Dhemlanerin, nachdem der Kriegerprinz davon gesprochen hatte, dass er dieser gern etwas zu bieten hätte, weswegen sie ihn lieben konnte. Oh oh. Vorsichtshalber hob sie schon einmal ein bisschen die Hand, um sie ihrem kleinen Bruder vor den Mund halten zu können, falls er gedachte noch mehr so… Zeug zu sagen. Vor allem, weil die Königin bei Delyth bereits deren goldene Augen hatte aufblitzen sehen und von ihrer mentalen Signatur war auch einen winzigen Augenblick der Anflug von Zorn ausgegangen. Worüber sich Merel bei so einem Schwachsinn allerdings nicht sonderlich wunderte. Anerkennenswert war im Gegenzug die Reaktion der Langlebigen, weil sie sich offensichtlich unter Kontrolle hielt, sich sogar ein Lächeln abrang und Caelan über die Wange streichelte. „Du kannst mir genug bieten.“, meinte Delyth nur sehr eindringlich und völlig ehrlich, bevor sie sich ein bisschen abstützte und aufstand.

Dass die Erklärung, die der Kriegerprinz abgegeben hatte, nur unzureichend und für die andere Frau wahrscheinlich teilweise völlig unverständlich gewesen war, erklärte sich von selbst. Genauso fiel der Blick auch aus, den die Schwarze Witwe und Heilerin ihr zuwarf. Merel unterdessen wandte sich per privatem Faden, der jetzt bei dieser geringen Distanz recht einfach zu benutzen war, an sie: *Was Essen machen betrifft bin ich nicht gerade eine Spezialistin.* Och, ein paar Sachen bekam sie durchaus hin, allerdings war sie sich nicht so sicher, was man Caelan jetzt am Besten gab und eigentlich wollte sie ihn auch nicht allein lassen. Wohingegen sie sich sehr sicher war: Die beiden Frauen waren sich einig, dass Caelan zwar duschen und etwas essen würde, dass er den Rest seines Plans allerdings vergessen konnte. Erleichtert war Merel hingegen, als sie Antwort von der anderen Frau bekam: *Ich kümmere mich ums Essen. Ich…* Kurz sah sich Delyth um, zerknirscht und irgendwie auch ratlos, besonders als ihr Blick auf die Handtücher fiel, mit denen die Königin das Blut abgewischt hatte. *…weiß sowieso nicht, was ich hiermit anfangen soll.* Es klang fast schon ein bisschen hilfesuchend und mit einem sehr milden Lächeln und schief gelegtem Kopf sah sie ihr Gegenüber an. *Ich geb dir nachher eine Erklärung, mit der du was anfangen kannst.*, versprach sie leicht amüsiert. Offensichtlich was sie derzeit hier die Einzige, die einen Überblick über die Situation hatte. Wie schön, noch mehr Verantwortung. Immer her damit. Ich hab davon noch nicht genug. Und von Stress und schlechtem Schlaf auch nicht. Anders als mit beißendem Humor konnte sie ihre Gesamtsituation mittlerweile nicht mehr betrachten, wenn sie nicht völlig daran verzweifeln wollte. Delyth unterdessen lächelte Caelan noch einmal kurz an, nickte Merel dankbar zu und verschwand dann mit der Aussage, dass sie mal in die Küche sehen würde.

Die junge Königin wandte sich wieder an ihren kleinen Bruder, strich ihm über den Kopf und lächelte ihn an. „Du kannst dir aussuchen, ob du duschen oder baden gehst. Aber ich bleibe hier.“ Ungeachtet der ganzen Blutflecken beugte sie sich zu ihm und gab ihm einen schwesterlichen Kuss auf die Stirn. „Du darfst mich heute nicht wegschicken.“, fügte sie leise hinzu. Einerseits stimmte das – sie würde sich verrückt machen, wenn sie jetzt ging und nicht auf ihn aufpasste. Andererseits sollte er ruhig merken, dass er sie damit verletzen würde, wenn er auch nur auf die Idee kam, sie wegschicken zu wollen. Sei es auch nur aus dem Badezimmer. So weit kam es noch, dass sie ihn in seinem Zustand unbeaufsichtigt ließ. Am Ende soff ihr ihr kleiner Bruder noch ab, nur, weil sie gegangen war.

_______________

08 Jan, 2012 21:48 55 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Kurz spürte Caelan Wut von Delyth aufflackern, dann legte sie ihm die Hand an die Wange und sagte etwas.. von dem er einfach nicht wusste, wie er darauf reagieren sollte, also schmiegte er einfach nur seine Wange an ihre Hand. "Danke.." hauchte er leise. Er war wirklich dankbar.. dankbar darum, dass er ihr wohl irgendetwas bieten konnte, dankbar darum, dass sie ihn nicht von sich stieß, sondern bei ihm war. Eine Weile saß er einfach so da, mit dem Gesicht an Delyth geschmiegt, während in seinem Kopf die Gedanken rasten, ohne, dass irgendetwas vernünftiges dabei zustande kam, dann löste sie sich von ihm und erklärte, dass sie in der Küche nach etwas zu Essen sehen würde. Caelan nickte und seufzte. Er wollte nicht, dass sie ging.. aber er sah ein, dass es wohl so schon besser war, sie hatte immerhin viel Kraft verbraucht und brauchte das Essen.

Nachdem Delyth gegangen war, streichelte Merel ihm über den Kopf und meinte, dass er die Wahl hatte. Duschen." stellte er klar. "ich.. habe eine Abneigung gegen Badewannen.." fügte er leiser hinzu bei dem Gedanken an die Wasserspielchen mit Giachetta. Als sie ihm einen schwesterlichen Kuss auf die Stirn gab, gab er ein unwirsches Geräusch von sich, das allerdings sehr liebevoll klang. "Als ob ich dich überhaupt los würde.." murmelte er und stand auf. Nachdenklich strich er sich über seine Arme, die sich glatt anfühlten, wenn auch empfindlich. Er seufzte. "In meinem Kopf dreht sich alles. Ich.. kann nicht klar denken." Er seufzte nochmals, dann fasste er sich an die Gürtelschnalle seiner Hose - ohne Gürtel hielt sie nicht mehr. Ohne nach zu denken, öffnete er den Gürtel und zog sich aus, dann tapste er nackt unter die Dusche und stellte das Wasser an, ohne es mit Kunst zu erwärmen. Er hoffte, dass das kalte Wasser seine wirren Gedanken klären würde. Mit einem Seufzen lehnte er seine Stirn an den kühlen Stein und liess die letzten Stunden - so weit wie möglich - Revue passieren.

"Ich.. es tut mir Leid." murmelte er irgendwann. "Die Erinnerungen.. die Bilder.." er schüttelte sich kurz bei dem Gedanken daran. "Es.. hat mich wahnsinnig gemacht." Er seufzte und öffnete die Hand, in der noch immer der Ring lag. "Ich muss zu ihr. Ich muss.. damit abschließen. Sonst.. werde ich nie ganz werden. Sonst werde ich nie frei werden. Ich.. habe die Kontrolle verloren. Eigentlich.. eigentlich wollte ich mich nicht verletzen. Ich wollte die Erinnerungen aufmalen.. aber.. ich habe.. wohl einen Aussetzer gehabt. Mein Kopf ist immer noch ganz.. wattig." Caelan sprach im Grunde die Wand an, aber er wusste, dass Merel ihm zuhörte.
"Ich habe Angst davor, dass es wieder passieren könnte. Und wieder. Alleine.. alleine schaffe ich es einfach nicht, die ganze Scheiße auf zu arbeiten!" Verzweiflung klang aus seiner Stimme. "Aber wenn ich es nicht aufarbeite,. werde ich Delyth verlieren aber.. wenn ich es aufarbeite.. könnte so etwas wieder passieren. Und.. du.. dir.. ach Merel. Sag mir doch, was ich tun soll.. bitte..." Aus seiner Stimme klang Verzweiflung - und die absolute Hoffnung, dass Merel irgendetwas finden würde, irgendeine Lösung. Caelan schluckte und griff nach der Seife, um sich das restliche Blut und die Farbe vom Körper zu waschen, dann drehte er sich zu Merel um. Ihn störte es nicht, dass sie ihn nackt sah - immerhin war sie seine Schwester. Schatten lagen in seinen Augen und noch immer waren Erinnerungen, Bilder und Fetzen in seinem Kopf, die er am liebsten vergessen würde, noch immer war der Drang vorhanden, sich selbst zu verletzen oder zu übergeben - aber bei weitem nicht mehr so stark, wie zuvor. Außerdem wusste Caelan, dass er sich nicht übergeben durfte - erst recht nicht, nachdem sein Körper erneut so stark belastet wurde, sowohl durch den Blutverlust, als auch durch die Heilung - wenn er sich jetzt übergab, würde er am Ende noch bewusstlos werden. Er schluckte. "Sehe.. sieht man etwas davon, dass ich.. kämpfe?" Er wollte wissen, ob sich sein Körper veränderte, ob es überhaupt irgendeinen positiven Effekt hatte, sich so zu bemühen. Wenn er schon nicht stabil sein konnte.. wollte er wenigstens körperlich halbwegs auf der Höhe sein.

_______________



Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

10 Jan, 2012 20:55 56 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Die junge Königin ließ das Ding mit ‚Abneigung gegen Badewannen’ völlig unkommentiert und zeigte keinerlei Reaktion, sondern nahm es so hin. Nach außen hin zumindest. Gedanklich versuchte sie sich von der Vorstellung zu distanzieren, warum Caelan Badewannen nicht mochte und an etwas anderes zu denken. Allzu schwer war das nicht unbedingt, es gab genug, das überdacht und durchdacht werden musste. Zum Beispiel, wie es weiterging, sobald ihr kleiner Bruder mit duschen fertig war. Und mehr denn je war er ihr KLEINER Bruder, ein anderes Gefühl konnte die Situation gar nicht bei Merel hinterlassen. Irgendwie krieg ich das schon hin. Eigentlich hatte sie das Bedürfnis völlig kopflos durch die Gegend zu rennen oder die Schotten dicht zu machen, sich zurückzuziehen und so zu tun, als sei überhaupt nichts gewesen. Aber… das war nicht richtig. Also ließ sie es bleiben, biss die Zähne zusammen, machte einen völlig ruhigen und gefassten Eindruck und setzte sich auf den Rand der Badewanne, während der Kriegerprinz sich auszog. Die Kleinterreilleanerin schwieg, stützte sich mit den Händen auf dem kühlen Wannenrand ab und sah die nächste Wand an, wartend, aber konzentriert zuhörend. Während sich Caelan duschte versuchte sie nicht so viel nachzudenken. Das würde alles später noch kommen, wie sie sehr wohl wusste, irgendwann, wenn Ruhe eingekehrt war und Zeit und Raum dafür war, sich damit zu beschäftigen. Merel würde sich damit auseinandersetzen – schon allein, weil ihr Unterbewusstsein ihr das diktierte – aber besonders toll würde das vermutlich nicht werden. Zum Glück lief das Wasser und sie konnte leise seufzen, ohne dass man es hörte. Meine Grenze ist noch nicht erreicht. Ein bisschen geht noch. Ein bisschen musste noch gehen. Bis morgen würde sie jedenfalls bei Caelan bleiben, ob er wollte oder nicht. Sei es nur in diesem Haus, aber sie würde nicht gehen. Und währenddessen konnte sie sich notfalls ein bisschen ablenken, sich kümmern, dafür sorgen, dass zumindest eine gewisse Ordnung einkehrte, die so stabil war, dass sich die junge Königin für ein, zwei Tage zurückziehen konnte, ohne Angst haben zu müssen, dass Katastrophen passierten.

Unmerklich zuckte sie zusammen, als bei den verzweifelt klingenden Bitten und Aussagen unter anderem mehr oder minder das Flehen dabei war, dass sie ihm sagen solle, was er tun sollte. Das kann ich nicht! Sie fühlte sich abgestumpft, wusste aber, dass das genau das Richtige für diese Umstände hier waren. Innerliche Abgestumpftheit, bis alles einigermaßen geregelt war, eben damit sie etwas dafür tun konnte, die Dinge irgendwie zu regeln. Andernfalls hätte sie soeben ihre Hand in den Spiegel geschlagen und einfach nur noch wütend und verzweifelt vor sich hingeschrien, bis sie nicht mehr hätte schreien können. Schlechter Zeitpunkt dafür, dachte sie sich bitter und drehte den Kopf zu dem Kriegerprinzen, weil er eine Frage an sie gerichtet hatte. Motivierend lächelnd legte sie den Kopf leicht schief und betrachtete ihn von oben bis unten. Es machte Merel nichts aus, ihn nackt zu sehen. Sie verband mit ihm absolut nichts Sexuelles, von daher war es ihr ziemlich Schnuppe. Sie liebte ihn so sehr als Bruder, dass sie nicht einmal Phelan mit ihm im Moment in Verbindung brachte, obwohl sie Zwillinge waren. Allerdings gab es für sie ja auch gerade dringendere Probleme Phelan – wobei es sich irgendwie… gemein… anfühlte ihn auch nur ansatzweise als Problem zu sehen. „Du siehst besser aus.“, meinte sie sanft und nickte dabei unterstützend. „Besser als noch vor zwei Wochen. Und besser als vor einer halben Stunde allemal.“ Es war fast schon ein Scherz. War ja auch nicht sonderlich schwer besser auszusehen als völlig mit Blut beschmiert, zerwuschelt und aufgelöst. Natürlich war Caelan noch immer viel zu dünn, aber um ihn zu motivieren und aufzubauen würde sie ihm notfalls das Blaue vom Himmel herunterlügen.

Ihr Gesichtsausdruck wurde jedoch ernster und für einen sehr langen, eindringlichen Moment sah sie ihm direkt in die Augen, bevor sie den Kopf wieder abwandte. „Es hat niemand von dir verlangt, dass du das alles alleine machst. Außer du selbst vielleicht.“ Der letzte Satz klang ein bisschen genervt und verärgert. Die Augen schließend schüttelte sie leicht den Kopf. „Und wenn du mich fragst – was du sowieso viel zu selten tust – solltest du das auch nicht alleine machen. Du siehst, was dabei rauskommt.“ Es war kein Vorwurf in Merels Stimme zu hören, nur eine gewisse Resignation. Sicher, sie war hier und sie würde auch das nächste Mal wieder hier sein, wenn eine solche Situation auftauchte. Aber eigentlich wollte sie nicht. Oder vielmehr: Eigentlich konnte sie nicht. Die junge Königin stieß an ihre Grenzen und sie hatte keine Ahnung was passierte, wenn sie sie übertreten würde. Bis es so weit war, würde sie weitermachen, immer weiter, jeden Tag. Aber mittlerweile konnte sie nicht mehr so richtig einschätzen, wie viele solcher Tage es noch geben würde, bis sie einfach einbrach. Davon wusste niemand etwas, darauf legte sie ja auch großen Wert, und eigentlich wollte sie es auch selbst nicht wissen, wie lange es noch dauerte. Aber bis Caelan wieder einigermaßen… zurechtkam, würde es noch gehen. Um jeden Preis. Wenn sie sofort danach zusammenklappte, okay. Dann war das eben so. Sie würde schon wieder auf die Beine kommen und sich aufrappeln. Irgendwie ging das. Vorerst galt es ihrem kleinen Bruder dabei irgendwie zu helfen, mit seiner Vergangenheit klarzukommen. Ungeachtet dieser Gedanken redete sie trotzdem einfach weiter: „Niemand kann so was völlig alleine bewältigen. Und du traust Delyth offensichtlich auch wenig zu, wenn du gleich davon ausgehst, dass du sie verlierst, wenn solche Aktionen wie eben vorkommen. Ganz ehrlich: Wenn sie damit nicht umgehen kann, hat sie in deiner Nähe sowieso nichts verloren. Wenn du ehrlich zu dir selbst wärst, wüsstest du das.“ Merel klang eindringlich, aber dennoch nicht wirklich aufgebracht. Ihre Wut und ihre Hilflosigkeit behielt sie schön für sich, weil alles andere gerade überhaupt nichts bringen würde. „Bis es so weit ist, dass du vielleicht auf ein paar Dinge kommst, wie zum Beispiel, dass es völliger Wahnsinn ist, mit dem ganzen Mist aus deiner Vergangenheit klarzukommen, gehe ich einfach davon aus, dass so etwas wie heute öfter vorkommen wird.“ Sie lachte leise auf, freudlos und traurig. „Selbst wenn du das anders sehen willst. Du weißt, dass es sich so verhält. Ich werde da sein, Caelan. Immer. Das nächste Mal, wenn du es allein versuchst und halb verblutest, sitze ich wieder hier und wische dir behelfsmäßig das Blut vom Körper. Ich werde wieder hier sein und hoffen, dass es das letzte Mal war. Und egal, was du sagst, wird sich meine Meinung und Einschätzung darüber nicht ändern. Auch das weißt du.“

Wieder drehte die junge Königin den Kopf zu dem Dhemlaner und lächelte ihn schwach an. Ein bisschen traurig, ein bisschen resigniert, aber wenigstens ehrlich. „Und wenn du es nicht weißt, wirst du es ja sehen.“ Sie zuckte nur mit den Schultern, als sei das alles gar nicht wichtig, was sie in den letzten zwei Minuten gesagt hatte. Für sie… waren es auch nur Tatsachen. Merel wollte die Kraft, zu beschönigen und zu verschweigen, was sie von so mancher Sache hielt, gerade nicht aufbringen. Immerhin würde sie ihre Kräfte für andere Dinge brauchen. Sie liebte Caelan, sehr sogar. Aber gerade… hätte sie ihm liebend gern eine gescheuert und ihn angeschrieen, dass das so alles nicht richtig war und ihn geschüttelt, bis er vernünftig wurde.

_______________

10 Jan, 2012 21:41 23 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Merel meinte, dass er besser aussah und Caelan nickte. Das war wenigstens etwas. Er ging zu einem Schrank und holte ein Handtuch heraus, mit dem er sich abtrocknete und das er anschließend lose um seine Hüfte band. "Stimmt.. vielleicht war es dumm von mir, das alleine lösen zu wollen.." Caelan seufzte und fuhr sich durch die nassen, Pechschwarzen Haare. "Allerdings.. möchte ich irgendwann mit allem klar kommen, Wahnsinn oder nicht.. immerhin ist mein Kelch wieder intakt. Warum kann ich dennoch nicht damit umgehen?" Er gab ein entnervtes Geräusch von sich und schüttelte den Kopf. Inzwischen fühlte Caelan sich wieder stabiler und mehr wie er selbst, wenn auch noch immer etwas neben der Spur - vor allen Dingen war er aber frustriert darüber, dass er versagt hatte.
Als Merel weiter sprach, zuckte er zusammen. Aus ihrem Mund klang das alles viel.. dramatischer. Halb verblutet? Ihn fröstelte, immerhin war ihm nicht bewusst gewesen, dass er.. derart die Kontrolle verloren hatte. Er ging auf Merel zu und berührte sie vorsichtig an der Schulter. "Darf ich.. dich in den Arm nehmen? Bitte?" Merel nickte und Caelan schloss die Königin in seine Arme. Seufzend schmiegte er seine Wange an ihre Haare und atmete ihren beruhigenden Geruch ein. "Auch wenn ich es nicht versprechen kann.. werde ich versuchen, dass so etwas nicht nochmal passiert. Uns geht es beiden nicht gut.. dann muss ich nicht auch noch so einen Mist bauen." Zärtlich strich er ihr über den Rücken, immerhin wusste er, wie sehr Merel das mochte. Er beugte sich zu ihr und gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange.
"Was hältst du davon, wenn du zu Delyth runter gehst, während ich kurz in mein Zimmer gehe und mir etwas zum Anziehen besorge?" Ein weicher, brüderlicher Ausdruck trat in seine Augen, während er ihr ein zwar etwas brüchiges, aber echtes Grinsen schenkte. "Außer natürlich, du möchtest mir bei der Wahl meiner Kleidung zur Seite stehen. Dann kannst du gerne bleiben. Ich dachte vielleicht an etwas buntes, vorhin trug ich violett."
Merel beschloss bei ihm zu bleiben und Caelan nickte, er fasste Merel an der Hand - loslassen wollte er sie nicht - und zog sie hinter sich her, bis an den Rand seines Zimmers. Erst dort liess er ihre Hand los. "Mein Zimmer ist etwas düster. Und.. chaotisch. Ich bin noch nicht dazu gekommen, sauber zu machen." Erklärte er kurz, ehe er die Tür öffnete. Merel ging sowieso nicht in sein Zimmer, genauso wenig wie in das von Mehrunes oder Bhaal, daher musste er sich wenig Gedanken machen, allerdings war die Signatur auch schon vom Türrahmen aus spürbar und er wollte, dass sie vorgewarnt war.
Caelan liess die Tür einfach offen, so das Sichtkontakt bestand, und ging zum Schrank, wo er sich zuerst eine schwarze, eng anliegende Hose aussuchte, die er anzog. Dann holte er zwei Hemden heraus - ein dunkelblaues und das violette von vorher, die er sich abwechselnd vor die Brust hielt. "Was meinst du, blau oder violett?" Immerhin hatte er sie unter dem Vorwand, ihm bei der Kleidungswahl zu helfen, mitgenommen, also sollte sie das auch tun.

_______________



Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

11 Jan, 2012 21:38 40 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Merel hoffte sehr, dass ihr kleiner Bruder wirklich dauerhaft der Auffassung sein würde, dass es Wahnsinn war, allein mit allem klarkommen zu wollen. Es konnte auch gut sein, dass er, sobald er wieder völlig klar war und die ganze Situation sich gelegt hatte, wieder anderer Meinung sein würde. Während er sich abtrocknete stand sie langsam auf und wischte mit einer Hand über den beschlagenen Spiegel, wohl wissend, dass sie damit Schlieren hinterlassen würde. Wäre die Situation nicht so ernst gewesen und die junge Königin entspannt und nicht selbst insgeheim in einer recht schlechten Verfassung, hätte sie Caelan ganz dreist ein lachendes Gesicht mit dem Finger auf den Spiegel gemalt. So aber sah sie nur kurz hinein, machte sich selbst Mut, dass sie gut und ausgeruht aussah, was dank der Medikamente ja auch stimmte, und drehte sich wieder um. Gelassen erwiderte sie auf seine in den Raum gestellte Frage: „Viele Dinge gehen nicht von heute auf morgen.“ Als der Kriegerprinz fragte, ob er sie umarmen dürfe, wurden ihre Gesichtszüge ganz weich, ebenso wie ihr Lächeln und sie nickte kurz. Vorsichtig schloss sie die Arme um ihn und legte ihren Kopf an seine Schulter, während sie kurz die Augen schloss. Merel gab sich diesen einen kurzen Moment der Entspannung, provoziert dadurch, dass ihr ausgewählter Bruder ihr über den Rücken strich. Sie mochte das. Es war manchmal fast wie ein Schalter, den man bei ihr drücken konnte, um sie ganz geschmeidig und ruhig zu machen. Caelan hatte das irgendwann herausgefunden und tat es seither öfter. „Ist schon gut.“, meinte sie nur knapp und schmiegte ihren Kopf leicht seiner Wange entgegen, wie eine kleine Katze, die sich kurz ihre Streicheleinheiten abholte, bevor sie wieder davon flitzte. Sie hätte sogar beinahe so was wie ein Schnurren von sich gegeben, bei dem brüderlichen Kuss, den sie bekam. Aber so viel Selbstbeherrschung besaß sie noch, dass sie es sich verkniff. Ganz instinktiv schnappte sie nach jedem Strohhalm, der ihr vorgesetzt wurde, um sich selbst ein bisschen was Gutes zu tun. Sonst gab sie es so gut wie nie zu, aber besonders, wenn sie nicht so ganz… auf der Höhe war… taten ihr irgendwelche kleinen Zuneigungsbekundungen wie ein Küsschen oder ein kurzes Drücken oder ein bisschen Streicheln ganz gut.

Ihre Augenbraue wanderte immer ein Stückchen weiter nach oben, während Caelan ihr vorschlug, zu Delyth zu gehen. Ihr Gesichtsausdruck machte mehr als deutlich, dass sie das nicht tun würde und bei ihm bleiben würde. „Aha. Violett. Naja… für dich ist das wohl bunt. Und ich komme mit.“, grinste sie mit ein bisschen Vorwurf in der Stimme und ließ sich von dem Kriegerprinzen aus dem Bad ziehen. Wenn er es nicht von selbst getan hätte, hätte sie ihn wahrscheinlich hinter sich hergezogen – sie wollte ihn nicht loslassen. Glücklicherweise ließ er sie kurz vor seiner Zimmertür los, was lästige Erklärungen und Betretenheiten ersparen würde, weil sie mal wieder unter keinen Umständen das Zimmer betrat. Was nicht daran lag, dass negative Signaturreste darin zu finden waren, das wusste sie sowieso. Deshalb zuckte sie bei den Worten des Dhemlaners auch nur mit den Schultern und lehnte sich mit der Schulter in den Türrahmen, während sie wartete, und sah zum Fenster hinaus. Es war bereits dunkel draußen geworden. Erst bei seiner Frage sah sie ihn wieder an, legte prüfend den Kopf schief und deutete dann auf das blaue Hemd. „Blau.“ Violett war so… es passte ihrem Empfinden nach nicht zu ihm. Oh, er sah bestimmt gut darin aus, wie immer. Aber… wahrscheinlich lag es daran, dass sie violett in den meisten Fällen einfach nicht so mochte. Blau dagegen schon. „Wir sollten in die Küche. Du solltest was essen. Aber vor allen Dingen etwas trinken.“ Die Besorgnis war in ihre Stimme zurückgekehrt und ihre blaugrauen Augen wirkten wieder sehr ernst. „Und danach schlafen.“ Das sagte sie schlichtweg als Tatsache, nicht als Vorschlag. Er würde schlafen, ganz einfach. Und nicht… irgendwelche Dummheiten machen. Merel war nur gespannt, ob er wieder damit anfangen würde davon zu reden, zu Giachetta zu gehen. Wenn ja… nun, sie würde sich noch überlegen, ob sie anfing mit ihm zu streiten.

_______________

11 Jan, 2012 23:02 04 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Für ihn war violett tatsächlich bunt, da er üblicherweise eher zu schwarz oder weiß, selten auch zu grau tendierte. Da waren diese Farbtupfer in seiner Kleidungsauswahl schon außergewöhnlich, dennoch ging er nicht auf Merels Kommentar ein, als er sie zu seinem Zimmer hinter sich her zog.
Merel riet ihm zu dem blauen Hemd und mit einem Nicken zog er es an. "Ja, ich werde dann etwas essen und trinken." Und schlafen.. wenn ich kann. Caelan fühlte sich müde und vollkommen ausgelaugt, aber er hatte Angst davor, zu schlafen. Auch essen wollte er nicht, aus Angst, sich zu übergeben - aber sein Körper brauchte das. Also würde er essen. Merel fügte das Schlafen sogar hinzu, wobei das beinahe wie ein Befehl klang. Okay, also werde ich auch schlafen... Wenn sie diesen Tonfall hatte, war es sowieso sinnlos, mit Merel zu diskutieren - außerdem hatte sie ja Recht.
Er richtete sich Kragen und Manschettenknöpfe, dann drehte er sich Merel mit erhobener Augenbraue zu. Der Blick war eine deutlich sichtbare Frage - die Frage danach, wie er aussah. Caelan wusste, dass ihm das Hemd gut stand, genauso wie die Hose. Er besaß eigentlich auch keine Kleidung, die ihm nicht stand.
Er ging auf Merel zu und schloss die Zimmertür, dann machte er sich auf den Weg in Richtung der Küche. Unterwegs kam er an der Tür des Ateliers vorbei und warf dem Raum einen nachdenklichen Blick zu. Er wusste nicht mehr genau, wie groß das Chaos darin war, aber er musste dringend aufräumen - bald. Noch während er die Tür betrachtete, zupfte Merel ihn am Ärmel und zog ihn mit sich, so dass ihm nichts anderes übrig blieb, als weiter zu laufen. Dennoch behielt er sich im Hinterkopf, dass er nicht vergessen durfte, sich um das Atelier zu kümmern.

In der Küche fand er Delyth vor, die in der recht kurzen Zeit dennoch einiges an Essen gemacht hatte, allerdings noch nichts angerührt. "Du hättest nicht warten müssen." meinte er sanft, während er auf sie zu trat. Allerdings blieb er in etwas Entfernung zu ihr stehen, unsicher, wie er handeln sollte. Eigentlich wollte er zu ihr, wollte sich an sie schmiegen.. aber er wusste nicht, ob sie wütend war. Andererseits war ihr Blick eher überfordert. Zögernd, so dass sie jederzeit gehen konnte, ging er auf sie zu und schloss die Arme um sie. Dann küsste er sie locker auf den Haarschopf und sog ihren Duft tief in sich auf. Meins.
Seine Hand strich über ihren Rücken und ungewollt die Konturen ihres Kunstwerkes entlang. "Wie gehts dir?" Er wusste nicht so recht ein zu ordnen, wie sie damit zurecht kam, wie die Situation auf sie wirkte. Merel hatte er nicht fragen brauchen, natürlich ging es ihr nicht gut damit, aber genauso natürlich würde sie das ignorieren und auf seine Fragen mit ausweichenden Egal-Antworten reagieren. Das hatten sie schon häufiger durch, wenn auch noch nicht wirklich in diesem Ausmaß. Bei Delyth allerdings sah die Sache schon etwas anders aus, bei ihr wusste er es einfach noch nicht. Und wie Merel zuvor festgestellt hatte, wäre die Sache zwischen ihm und Delyth sowieso zum Scheitern verurteilt, wenn sie nicht damit zurecht kam.

_______________



Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

12 Jan, 2012 22:36 47 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Bei seinem fragenden Gesichtsausdruck nickte Merel nur. Er sah gut aus. Natürlich sah er gut aus. Er sah immer gut aus. Okay, sie revidierte das auf ‚fast immer’ in Anbetracht dessen, wie er vor einer halben Stunde ausgesehen hatte. Nachdem Caelan fertig war, gingen sie zusammen zurück, allerdings blieb er nachdenklich vor der Ateliertür stehen. Sie ließ ihm die paar Momente, aber als es ihr zu lange wurde streckte sie einfach den Arm, zupfte an seinem Ärmel und zog ihn dann weiter den Flur entlang. Mit einem Gesichtsausdruck, der absolut als mürrisch zu bezeichnen war. Unten und in der Küche angekommen stellte sie fest, dass Delyth in der kurzen Zeit einiges bewerkstelligt hatte, wenn sie sich das Essen auf dem Tisch so ansah. Sie schenkte der anderen Frau ein Lächeln, das ein bisschen entschuldigend aber auch zuversichtlich wirkte, und kümmerte sich dann zunächst nicht weiter um die Schwarze Witwe und Heilerin. Das tat Caelan schon. Und weil man andere Leute nicht beobachtete, wenn sich da gerade etwas zwischen ihnen abspielte, das niemanden etwas anging, ignorierte Merel die Situation einfach und tapste durch die Küche, um den Rest des Essens auf den Tisch zu bringen. Außerdem durchstöberte sie kurz die Vorratskammer, um eine Flasche Wein daraus hervorzuholen. Für ihren ausgewählten Bruder würde es davon nichts geben, für sie allerdings schon. Und sie entdeckte dabei auch Hochprozentigeres und beschloss, bei nächster Gelegenheit eine Flasche davon aufzumachen. Wenn Caelan schlief oder irgendwie so etwas. Ja, ihr Egoismus suchte sich schon seine Wege, wenn die Situation insgesamt eher fürsorgliches Verhalten verlangte. Imaginär klebte sie auf den Schnaps bereits ein Schild mit ihrem Namen – die Flasche gehörte ihr und sie würde keinen Tropfen davon teilen. Das hatte sie sich verdient.



Nachdem Delyth nach unten gegangen war fühlte sie sich beklommen. Sie richtete etwas zu essen her, aber eher abwesend, weil in ihrem Kopf die Gedanken wie Mühlsteine ihr Hirn zu zermahlen schienen. Was war hier nur los? Sie verstand es nicht. So sehr sie sich auch bemühte und so sehr sie auch die verschiedensten Gedankengänge einzuschlagen versuchte, sie hatte keine Ahnung, was diese Situation zu bedeuten hatte. Die Dhemlanerin wusste nur, dass sie nichts damit anfangen konnte und dass man sich besser heraushielt, wenn man keine Ahnung hatte. Die kleine Königin machte das schon. Also unterstützte sie, so weit sie es konnte und richtete etwas zu essen her. Nach einer Weile kamen die beiden anderen auch zu ihr in die Küche und mit zwar wachsamem, aber auch weichem Blick sah sie zu Caelan. Merels Lächeln erwiderte sie knapp und als sie merkte, dass der Kriegerprinz zögerte, trat sie einen kleinen Schritt auf ihn zu und ließ sich umarmen, wobei sie ebenfalls die Arme in einer zärtlichen, streichelnden Geste um seinen Körper legte. Bei seiner Frage, wie es ihr ginge, konnte sie ein amüsiertes aber auch tadelndes Schnauben nicht unterdrücken. „Ganz gut. Und im Vergleich zu dir bin ich wahrscheinlich der glücklichste Mensch, der herumläuft.“ Sie nahm den Kopf zurück und sah ihn in ihrer gewohnt frech-arroganten Art an. Auch ihr Tonfall war nicht schnippisch oder böse gewesen. Es zeigte sich nur wieder dieses Unverständnis und die Ratlosigkeit in ihren goldenen Augen, weil sie nicht wusste, was sie tun sollte. Und sie würde es sehr befürworten, wenn sie endlich mal jemand aufklärte. Aber sie würde auf eine passende Gelegenheit warten, bis die Kurzlebige ihr erklärte, was vor sich ging. Drängeln war in diesem Moment unangebracht. „Komm schon, lass uns was essen.“, meinte sie nur mit einem fröhlichen Lächeln, allerdings war die Besorgnis nicht ganz von ihr gewichen und ging noch immer von ihr aus.

Nachdem sie sich an den Tisch gesetzt hatte richtete sie ihre Aufmerksamkeit auch wieder etwas mehr auf Merel, die sich dezent zurückgehalten hatte und bereits angefangen hatte hier und dort eine Kleinigkeit zu essen. Augenscheinlich völlig unbeeindruckt von der Gesamtsituation. Delyth wusste nicht so recht, ob das nun gut oder schlecht war. Allerdings bot die andere Frau ihr Wein an und dankbar ließ sie sich ein Glas einschenken – nur um kurz danach amüsiert zu beobachten, wie die junge Königin Caelan ganz einfach überging und nicht einmal in Erwägung zog, ihm was von dem Wein abzugeben. Scheinbar hatte Merel bereits entschieden, dass es für den Kriegerprinzen keinen Alkohol geben würde, was Delyth mit wachsender Belustigung aber auch Zustimmung registrierte. Sie selbst aß ausgiebig und schielte immer mal wieder zu dem Dhemlaner um zu überprüfen, ob er ebenfalls genug essen würde. Die Königin hingegen klaute sich nur hier und dort mal eine kleine Tomate, ein Stückchen Käse oder auch mal eine halbe Scheibe Brot, aber Delyth sagte nichts dazu und reagierte auch sonst in keiner Weise darauf. Für sie war es nur fraglich, wie es nach dem essen weitergehen würde. Sollte sie hierbleiben? Wie lief das überhaupt ab mit Caelan und was gedachte die kleine Königin zu tun? Da sie sich hier null auskannte, hier nicht einmal Zuhause war und keine Ahnung hatte, was sie mit der Situation anfangen sollte, hielt sie sich einfach zurück und wartete ab.

_______________

12 Jan, 2012 23:10 57 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Während Caelan sich bei Delyth aufhielt, trug Merel die letzten Speisen zum Tisch und holte eine Weinflasche aus der Vorratskammer. Allerdings schenkte er dem vorerst nicht wirklich Beachtung.. Delyth war wichtiger. Sie sah verwirrt aus, ratlos. Er lächelte matt auf ihre Antwort hin. "So schlecht geht es mir auch nicht. Zumindest nicht mehr." Er wusste eigentlich gar nicht, wie es ihm ging. Gut? Schlecht? Er war müde und aufgewühlt, aber er konnte nicht definieren, wie er das einordnen sollte. Gut war es nicht. Aber ihm war es auch schon bedeutend schlechter gegangen. Sie schlug vor, etwas zu essen und mit einem knappen Nicken setzte Caelan sich an den Tisch. Er hatte keinen Appetit - aber er würde essen. Delyth und Merel zuliebe. Merel schenkte Delyth Wein ein - und überging ihn einfach. Allerdings nahm er das einfach hin. Er hatte Blut verloren und Alkohol war da wohl keine besonders gute Idee. Er würde also Tee trinken.
Mit etwas Überwindung befüllte er sich den Teller mit Nahrung und begann zu essen. Delyth aß wie immer viel - was wohl in Anbetracht ihrer Juwelen und der Heilung, die sie an ihm vorgenommen hatte, wohl auch nötig war, Merel aß kaum etwas, aber das konnte Caelan ihr auch nicht verdenken - wenn er die Möglichkeit hätte, würde er auch weniger essen. Nach dem Essen seufzte er und schob den Teller von sich - es war in Anbetracht seiner Größe und seines Juwels eine kleine Portion gewesen, vielleicht die Hälfte von dem, was er zu Essen versuchte, aber mehr schaffte er in diesem Moment nicht. "Ich esse vielleicht später noch etwas.. aber jetzt bin ich satt..." murmelte er leise. Er war müde, allerdings musste er noch aufräumen, bevor er sich schlafen legen konnte. "Ich.. geh mal ins Atelier und räume auf. Ich glaube, das wird nötig sein.." Er rechnete mit Einspruch, allerdings musste er aufräumen und putzen, so konnte er das nicht bleiben lassen - und er würde es auch Niemand anderen machen lassen. Dafür waren die Bilder zu privat. Allerdings würde er sich beim Aufräumen helfen lassen... ein Kompromiss. Wenn Delyth und Merel denn überhaupt einen Kompromiss zuließen. Er wollte nicht streiten - aber er musste einfach aufräumen.

_______________



Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

14 Jan, 2012 21:46 00 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Viel aß Caelan nicht, wie der jungen Königin auffiel, aber etwas anderes hatte sie auch gar nicht erwartet. Trotzdem hätte sie nichts dagegen gehabt, zur Abwechslung mal positiv überrascht zu werden. Süße Dunkelheit, ich weiß wieder, warum ich niemals irgendetwas regieren werde. Sie schaffte es ja nicht einmal, die Verantwortung für sich selbst und eine Hand voll Leute zu tragen. Die Verantwortung für einen ganzen Bezirk oder gar eine Provinz? Im Leben nicht! Merel wollte nach Hause. Sie wollte die Zimmertür hinter sich zumachen, schreien, bis sie nicht mehr konnte und dann weinen, bis sie auch das nicht mehr konnte und nur noch schlafen. Wenn man geschlafen hatte war meistens alles besser. Nicht gut, aber zumindest besser. Aber sie konnte nicht nach Hause. Verflucht nochmal, sie konnte nicht einmal zehn Meter von dem Kriegerprinzen weg, ohne Panik schieben zu müssen, dass irgendetwas passierte! Von diesen schier erdrückenden Gedanken bekam allerdings niemand etwas mit, da sie sich gut genug im Griff hatte und nach außen hin abschirmte. Sie aß beiläufig hier und dort etwas, trank Wein und wartete, bis sowohl Delyth wie auch Caelan so weit fertig waren. Die ganze Zeit über hatte die Königin nicht gesprochen und auch nur sehr selten Blicke mit irgendjemandem ausgetauscht, vielmehr hatte sie die Position des stillen Beisitzers eingenommen. Des Aufpassers, wenn man es so wollte. Erst, als Caelan meinte, dass er ins Atelier ginge, um aufzuräumen, kam unvermittelt eine Reaktion. Ihre Hand knallte mit einer solchen Heftigkeit auf den Tisch, dass das Geschirr klimperte und sogar ein recht leeres Glas verdächtig wackelte. Ihr Kopf ruckte nach oben und ihre blaugrauen Augen bohrten sich geradezu in den Kriegerprinzen hinein. Wenn Blicke töten könnten, wäre er in diesem Moment vom Stuhl gefallen.

Ein paar sehr lange Augenblicke geschah sonst gar nichts, nur Delyth hatte sich auf dem Stuhl versteift und starrte die junge Königin einfach nur an. Was diese allerdings gerade herzlich wenig interessierte. „Nein.“, presste Merel aus zusammengebissenen Zähnen hervor. Trotzdem klang es klar und sehr heftig. Die Schwarze Witwe und Heilerin warf einen schnellen Blick zwischen ihr und Caelan hin und her, bevor spürbar wurde, dass sie sich zurückziehen würde. Bestätigt wurde das, als sie sich rührte und zwar noch immer ruhig, aber lang nicht so fröhlich wie sonst nachfragte: „Ist es in Ordnung, wenn ich den Rest des Tages vielleicht noch mit Surin bei euch im Anwesen verbringe?“ Merel drehte ihren Kopf zu der Dhemlanerin, die bereits aufgestanden war und lächelte sie an. Dieses warme und sogar dankende Lächeln stand im starken Kontrast zu dieser vorherigen Entgleisung dem Kriegerprinzen gegenüber. Kurz ließ sie ihre Sinne schweifen und stellte still schmunzelnd fest, dass sich die Dea al Mon sowieso schon bereithielt und wachsam war, auch, wenn sie nach Hause zurückgekehrt war. Surin würde innerhalb von fünf Minuten hier sein, Merel wusste das. Vor allem in Anbetracht dessen, welche Stimmung von der jungen Königin ausging, die sie der Hexe ein bisschen mitübermittelte. „Sicher. Ich sage ihr bescheid, dann holt sie dich binnen weniger Minuten von hier ab.“ Die Schwarze Witwe und Heilerin wusste, dass es hier gleich ungemütlich werden würde und offensichtlich gedachte sie sich nicht einzumischen. Kluge Entscheidung. „Ich warte draußen.“, bekundete sie und das mit einer Entschlossenheit, die besagte, dass es für sie keine Alternative gab.

Bevor Delyth sich weiter bewegte, beugte sie sich allerdings kurz zu Caelan und gab ihm einen kurzen Kuss, gefolgt von einem warmen, aber auch ein bisschen mitleidigen und entschuldigenden Lächeln. Merel unterdessen hatte ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Kriegerprinzen gerichtet. Bis auf ihren Kopf hatte sich nichts bewegt und sobald ihr Blick wieder auf ihren ausgewählten Bruder gefallen war, war das vorherige freundliche Lächeln, das sie Delyth gegenüber gezeigt hatte, schlagartig aus ihrem Gesicht gewischt. Ihre Züge waren hart, aber in ihren blaugrauen Augen fanden sich viele Emotionen wieder. Wut, Aufgebrachtheit, tiefsitzender Zorn, Enttäuschung. Aber auch die Zuneigung, aus der all diese Gefühle entsprangen.

_______________

14 Jan, 2012 22:13 12 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Kaum, dass er zu ende gesprochen hatte, knallte Merel eine Hand auf den Tisch und durchbohrte ihn mit einem tötenden Blick. Caelan versteifte sich und richtete sich gerade auf, den Blick unnachgiebig erwidernd. Wenn sie streiten will, dann werden wir eben streiten. dachte er angesäuert. Auch Delyth hatte sich versteift und sie beide betrachteten Merel abwartend, bis diese ein 'nein' Zwischen den Zähnen hervor presste – das Caelan allerdings herzlich egal war. Nicht egal war ihm, dass Delyth gehen wollte. Toll. Wunderbar. Er wollte nicht, dass Delyth ging, aber es bestand durchaus die Möglichkeit, dass es zwischen ihm und Merel gleich hässlich wurde, und dann war es besser, wenn sie nicht mehr daneben stand. Sie bekundete, dass sie draußen warten würde und stand auf. Leere machte sich in ihm breit bei dem Gedanken, dass sie einfach gehen würde, allerdings beugte sie sich nochmals zu ihm hinab und gab ihm einen kurzen Kuss. Als sie sich zurückziehen wollte, hielt er sie kurz fest und gab ihr einen sehnsuchtsvollen Kuss. "Darf ich heute Abend bei dir schlafen?" Wenn sie es ihm verweigerte, würde er daneben leben – er würde damit leben müssen. Allerdings nickte sie und ein wenig erleichtert liess er sie gehen.
Kaum, dass sie das Haus verlassen hatte, drehte Caelan sich zu Merel um und erwiderte ihren Blick unnachgiebig. Sie war wütend, sie war enttäuscht und sie war verletzt. Er konnte verstehen, dass sie das war – aber nur, weil er aufräumen wollte?
"Ich werde aufräumen. Ich werde die Bilder nicht so offen herum liegen lassen und das Blut muss auch aufgewischt werden, ansonsten kann ich das gesamte Atelier renovieren lassen. Und erstaunlicherweise mag ich es eigentlich so, wie es gerade ist. Wenn du mich nicht alleine lassen möchtest, kannst du das von mir aus tun. Ich bin sogar froh um deine Gesellschaft, auch wenn ich nicht denke, dass du dir diesen Anblick antun musst - aber aufräumen werde ich dennoch, ob es dir passt, oder nicht. Und wenn ich fertig mit aufräumen bin, werde ich auch noch etwas essen und mich schlafen legen, aber bevor das Zimmer nicht sauber ist, werde ich nichts dergleichen tun." Sein Tonfall machte deutlich, dass er von diesem Standpunkt nicht abweichen würde. So sehr er seine kleine Schwester auch liebte und so leid es ihm auch tat, dass sie das hatte miterleben müssen – er würde sich das nicht verbieten lassen. Immerhin war sie nur seine Schwester, nicht seine Königin. Von ihm aus konnte sie Bhaal und Mehrunes herumkommandieren, ihn jedoch nicht. Wenn er auf sie hörte, dann, weil er sie als Mensch und als Schwester schätzte, aber nicht, weil er ihr gehorchte. Und er bot ja von sich aus einen Kompromiss an, er wollte ja vernünftig sein und kooperieren, allerdings nicht bloß zu ihren Bedingungen, weil es ihr gerade so passte.

_______________



Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

15 Jan, 2012 12:43 18 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Sobald die Haustür ins Schloss fiel, begann Caelan zu sprechen. Merel rührte sich nicht und sah ihn einfach nur an. Gen Ende hin verkrampften sich ihre Finger aufgrund der Anspannung, die nun mehr als deutlich wurde und die Fingernägel der Hand, die auf dem Tisch lag, kratzten über das Holz. Es tat weh, aber das lenkte sie ein bisschen ab und sorgte dafür, dass sie nicht sofort in die Luft ging. Sie würde ihn ausreden lassen, ganz zivilisiert und ordentlich, wie sich das gehörte. Als er fertig war, zapfte sie ihren Opal an und ein Hörschutz legte sich um den gesamten Raum, erst dann bewegte sich die junge Königin nach scheinbar endlos langer Zeit wieder. Sie beugte sich nach vorn, legte die Unterarme auf den Tisch, verschränkte die Hände ineinander und das alles ohne auch nur eine Sekunde den Blick von dem Kriegerprinzen abzuwenden. „Es ist mir – milde ausgedrückt – scheißegal, ob gerade dein Ordnungswahn oder sonst irgendetwas greift.“, sagte sie ganz ruhig und mit dem Anflug eines Lächelns im Gesicht, das nicht unbedingt freundlich wirkte. Ruckartig stand Merel auf und der Tisch wackelte dabei. „Hast du eine Ahnung, wie du vorhin ausgesehen hast?“ Ihre Stimme wurde ein bisschen lauter und war nun durchzogen von dem Anflug von Wut. Sie sah an sich hinunter, auf die Blutflecken auf ihrer Kleidung, die so aussahen, als hätte sie gerade ein Tier ausgeweidet. Demonstrativ griff sie in den Wollmantel, zog ein bisschen daran, als wollte sie ihn Caelan entgegenhalten, und sprach weiter: „Hast du eine Ahnung, wie viel Blut du verloren hast?“ Sie schrie nicht. Noch nicht.

Ungläubig schüttelte sie den Kopf, schloss kurz die Augen dabei und brachte dann ein paar Schritte Abstand zwischen sich und den Kriegerprinzen. Merel traute sich selbst gerade nicht so sehr über den Weg, da war Sicherheitsabstand keine schlechte Idee. „Ich hab zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen befürchten müssen, dass ich dich verliere. Du hast ausgesehen, als würdest du gleich umfallen und tot liegen bleiben. Du isst und trinkst nicht genug, du bist fertig mit dir und deinem Leben und kaschierst es immer noch ein bisschen weiter. Du sitzt hier, siehst furchtbar aus, machst jedem in deiner Umgebung für mindestens eine geschlagene Stunde eine Höllenangst, riskierst es, Löcher in irgendwelche Beziehungen zu reißen, von denen ich eigentlich dachte, dass sie dir wichtig wären. Und jetzt willst du mir erzählen, dass du dein beschissenes Atelier aufräumen willst?“ Jetzt schrie sie. Die junge Königin war noch ein paar Schritte weiter zurückgewichen und explodierte förmlich. „Du willst mir allen Ernstes erklären, dass du dir jetzt einfach so einen Putzeimer schnappst und dein scheiß Blut vom Boden wischen willst, weil das wichtiger ist als sich vielleicht mal darum zu kümmern, dass du dich erholst?“ Wut ging von ihr aus. So unnachgiebig und vulkanartig, dass sie sich über ihre mentale Signatur in den Raum ergoss und jeden Zentimeter davon auszufüllen schien. „Ich sag dir was: Es ist völlig egal, ob die Bilder da noch einen halben Tag länger liegen oder nicht. Verflucht, Caelan! Es ist niemand hier, außer ich und wenn du mir jetzt nicht einmal mehr so weit vertraust, dass ich mir die beknackten Bilder nicht ansehe, wenn du sie mir nicht zeigst, dann gehe ich. Dann ist wirklich niemand mehr hier und du kannst tun und lassen, was du willst! Richte dich zugrunde, bitteschön. Tu es, wenn du das für toll hältst. Fang gar nicht erst an zu lernen, was vielleicht ausnahmsweise mal angebracht für deine eigene Gesundheit wäre. Bitteschön! Ich schreibe dir nichts vor! Aber eins sage ich dir: du brauchst niemals wieder denken, dass ich nochmal in irgendeiner Weise bereit dazu bin, mich auf dich einzulassen. Ich habe keine Geduld, keine Kraft und in Anbetracht meiner Kurzlebigkeit auch nicht genug Zeit, um mich von dir dauernd so verletzen zu lassen, weil ich ständig Angst um dich und für dich haben muss!“ Ihre Stimme klang mittlerweile heiser und sie atmete schwer. In ihren blaugrauen Augen tobte ein Sturm und sie stand mit zu Fäusten geballten Händen da, während ihre Fingernägel sich in ihre Haut drückten.

_______________

15 Jan, 2012 13:19 38 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Merel legte einen Hörschutz um den Raum. Das war nicht gut. Dennoch blieb Caelan gerade aufgerichtet und angespannt einfach auf seinem Stuhl sitzen und wartete ab, was nun kommen würde. Sie erklärte ihm ruhig lächelnd, dass es ihr scheißegal war, warum er aufräumen wollte. Er schwieg und wartete ab, auch wenn leichter Zorn in seinen Augen aufglühe. Er würde sich nicht von ihr herumkommandieren lassen!
Dann stand sie ruckartig auf, der Tisch wackelte leicht, während sie ihn mit erhobener Stimme fragte, ob er eine Ahnung habe, wie er ausgesehen hatte.. wie viel Blut er verloren hatte. Die Frage brachte ihn aus dem Konzept, während er die Blutflecken auf Merels Oberteil bemerkte, wirklich registrierte. Es waren viele.. und große. Ihm war das vorher nicht aufgefallen. Merel schüttelte den Kopf und nahm Abstand, während Caelan sitzen blieb, abwartete. Seine Wut war verraucht - Merel wollte ihm keine Befehle machen. Sie wollte ihn beschützen.
Sie schrie ihn an, machte ihm deutlich, wie absolut dumm und irrational er sich verhielt. Wenn er überlegte, wie er an Merels Stelle reagieren würde, wenn sie nicht aß, nicht trank, sich selbst verletzte und dann noch aufräumen wollte.. er würde auch an die Decke gehen, und das nicht zu knapp. "Merel.." setzte er an, doch sie sprach weiter, und er zuckte unter den Beschuldigungen zusammen. Er vertraute Merel! Sie wäre die einzige Person, der er die Bilder überhaupt zeigen würde, die einzige Person, der er wirklich glaubte.. und die einzige Person, die er so sehr liebte. natürlich empfand er etwas für Delyth, aber das war nicht vergleichbar. Wenn Delyth ihn abwies, würde es ihn verletzen.. wen Merel ihn zurückwies, würde es ihn umbringen.
Und als sie fertig war, heiser und mit zu Fäusten geballten Händen ging er vorsichtig auf sie zu, unsicher, ob sie ihn bei sich haben wollte. Davor, dass sie ihn schlagen könnte oder ähnliches hatte er keine Angst, das war ihm egal.. er wollte ihr nur nicht zu nahe kommen, wenn sie seine Nähe gerade nicht ertrug. Vielleicht einen halben Meter von ihr entfernt blieb er stehen, ihren Blick erwidernd, allerdings nun.. verzweifelt, und dennoch voller Zuneigung für sie. "Ich vertraue dir, mehr als jedem anderen." Sogar mehr als Phelan. "Und.. es tut mir Leid. Ich.. habe nicht nachgedacht." Er seufzte und strich sich über die Stirn. "Das scheine ich in letzter Zeit sowieso höchst selten zu tun. Ich werde nicht putzen, nicht aufräumen oder sonst irgendetwas.. anstrengendes tun. Stattdessen werde ich noch etwas trinken.. versuchen noch etwas zu essen.. versuchen zu schlafen.. und auf meinen Körper achten." Er hoffte, dass sie die Entschuldigung annehmen würde. Aber wenn sie dennoch nie mehr dazu bereit wäre, sich auf ihn ein zu lassen.. dann wäre es eben so. Dann müsste er eben lernen, mit der Situation zu leben. Und vielleicht wäre das für Merel sogar besser, sogar einfacher. Ich muss endlich mit meiner Vergangenheit abschließen. Ich muss stabil werden. Ich muss.. einfacher werden. Merel hat diese Kraft nicht. Mir darf es nicht mehr so schlecht gehen. Nie mehr, unter keinsten Umständen, darf so etwas jemals wieder passieren. Diesen Entschluss fasste er für sich - er würde versuchen, nie wieder irgendetwas zu tun, das Merel so stark belasten könnte. Er würde essen. Er würde keinen übertriebenen Sport machen. Er würde sich unter Kontrolle halten. Er konnte das. Er würde alles in den Griff bekommen, so, dass man sich keine Sorgen mehr wegen ihn und um ihn machen musste.

_______________



Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

15 Jan, 2012 16:49 56 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Die junge Königin sprühte förmlich und es war verwunderlich, dass sie nicht an spontaner Selbstentzündung litt, so sauer wie sie war. Sie hatte gerade auch keinerlei Interesse daran, das irgendwie zu aus ihrer Signatur zu unterdrücken. Merel war richtig, richtig wütend. Wut war besser als Besorgnis und Enttäuschung ihrer Meinung nach. Also war sie wütend. Sie bewegte sich nicht, atmete nur hörbar ein und aus ließ Caelan nicht mehr aus den Augen, sobald dieser aufstand und auf sie zukam. Je näher er kam, desto mehr verspannte sie sich weiter, wich allerdings nicht zurück. Bei seinen ersten Worten, dass er ihr mehr vertraute als jedem anderen, konnte sie nur ungläubig schnauben, es klang fast schon abfällig. Ihre Fingernägel gruben sich noch mehr in ihre Handflächen, so fest, dass es weh tat, als die Spannung ihren Höchstpunkt erreichte. Sie musste sich wieder runter bringen, sonst konnte sie keine Garantien mehr dafür übernehmen, wie das hier weiter verlief. Also schluckte sie deutlich hörbar – sie schluckte zumindest einen Teil ihres Ärgers hinunter und versuchte einen ruhigeren Atemrhythmus zu bekommen. Es gelang ihr nur mühsam. „Es geht mir nicht darum, ob du irgendwas Anstrengendes tust.“ Merels Stimme klang rau und irgendwie düster, aber sie schrie nicht mehr. Ihre Kiefer mahlten aufeinander, man sah ihr an, dass sie sich anstrengte. „Trink einfach was. Schütte am Besten einen ganzen Liter in dich rein.“ Es klang immer noch etwas gepresst und ihr Blick war abgewandt, bevor sie die Augen schloss und tief durchatmete. Alles gut. Nicht die Kontrolle verlieren. Der kleine Ausraster von eben war genug gewesen, weiter durfte sie nicht gehen, wenn ihr das Ganze hier nicht aus den Händen gleiten sollte. „Und leg dich hin.“ Obwohl ihr Tonfall noch immer recht hart war, schwang eine Bitte darin mit. „Nicht in dein Bett. In irgendein anderes. Oder aufs Sofa oder irgendwohin.“ Ihre verkrampften Hände lösten sich und an einer Hand sah man ein paar kleine Blutspuren, allerdings nicht schlimm. Fahrig fuhr sie sich mit der anderen Hand durch die braunen Haare und seufzte. „Geh einfach. Ich komme gleich nach.“ Die junge Königin klang erschöpft und sie drehte sich von Caelan weg, um sich an der nahen Küchentheke abstützen zu können. Sie senkte den Kopf, hatte die Augen geschlossen und stützte sich ab, als könne sie nicht mehr ohne diese Hilfe stehen. Mutter der Nacht, sie fühlte sich als wäre sie einen Marathon gelaufen! „Geh einfach.“, fügte sie noch einmal flüsternd und erschöpft hinzu und lauschte, wartend auf das erlösende Geräusch sich entfernender Schritte. Merel brauchte nur ein oder zwei Minuten, um sich wieder zu sammeln.

_______________

15 Jan, 2012 17:23 25 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Das Schnauben, das sie von sich gab, traf ihn. Sie glaubte ihn nicht. Aber.. dann war es eben so. Caelan schluckte, dann sperrte er die Gefühle einfach weg. Ein kleiner Schritt, den er gehen musste, damit es ihm egal wurde, wenn sie ihm nicht glaubte. Sie wird mir sowieso nichts mehr glauben. Merel sagte ihm, dass er irgendetwas trinken und sich irgendwohin legen sollte. Caelan nickte und nahm sich nebenbei noch einen Krug mit Wasser mit, dann verließ er wortlos die Küche.
Seine Schritte führten ihn in sein Esszimmer, wo er sich ein Glas aus dem Schrank holte und damit dann ins Wohnzimmer ging. Dort befüllte er sich das Glas und trank es in einem Zug aus, genauso verfuhr er weiter, bis der Krug leer war, ohne, dass Merel gekommen war.
Er seufzte und betrachtete das Sofa - immerhin, auch wenn es zu klein für seinen langen Körper war, es war zumindest bequem. Also rollte er sich auf dem Sofa zusammen und schloss die Augen. Einfach schlafen und alles vergessen. Einfach schlafen, tun was sie mir sagt, und alles vergessen. Süße Dunkelheit, ich möchte nach Hause.. Er seufzte. Er wollte zu irgendeinem Ort, der sich nach einem Zuhause anfühlte, zu irgendjemanden, der ihm das Gefühl von Sicherheit gab. Bei Merel, da war er sich sehr sicher, würde er das nicht mehr bekommen. Vielleicht zerstöre ich jetzt auch einfach alles. Es ist ein guter Moment, um mit allem ab zu schließen, mit Merel und mit Delyth. Und wenn ich Niemandem mehr etwas bedeute, kann ich auch Niemanden mehr verletzen. Und wenn ich Niemanden mehr verletze, dann kann ich auch einfach alles beenden. Es wird sowieso Zeit. Wäre ich damals nicht so feige gewesen, hätte ich Merel viel Unglück, Kummer und Schmerz erspart. Caelan gab ein unwilliges Geräusch von sich und rollte sich mehr zusammen. Unsinn. Ich sollte mich mehr zusammen reissen. Mein Selbstmitleid bringt Niemanden etwas. Ich sollte stattdessen stabil werden und irgendwie dafür sorgen, dass ich.. sie wert werde. Dass ich ihnen irgendetwas bieten kann, was den ganzen Kummer mit mir rechtfertigt. Wenn ich stabil bin, wenn ich das alles hinter mir lassen kann, dann kann ich auch Merel helfen. Dann muss sie nicht mehr denken, sich meinetwegen zurücknehmen zu müssen. Wenn sie das dann noch möchte. Ich sollte nicht mehr darüber nachdenken, ich sollte gar nicht mehr nachdenken. ich sollte schlafen.. Caelan wollte schlafen, allerdings liessen ihn die Gedanken keine Ruhe, die Situation mit Merel, die Situation mit Delyth, die Erinnerungen an Giachetta.. all das rotierte in seinem Kopf, während sein Herz schnell in seiner Brust schlug. Als er Merels Schritte hörte, rissen sie ihn aus seinen Gedanken. Langsam und ruhig atmen. Tu einfach so, als ob du schläfst. Das macht es euch beiden einfacher.

_______________



Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Caelan am 15 Jan, 2012 17:58 44.

15 Jan, 2012 17:44 23 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Nachdem Caelan gegangen war, sackte Merel einfach in sich zusammen. Sie drehte sich um, rutschte mit dem Rücken an der Küchentheke nach unten, schlang die Arme um die Knie und schluchzte. Sie vergrub ihren Kopf an den Knien und war froh, dass sie den Hörschutz vorhin gemacht hatte. Allerdings riss sie sich zusammen, sie kämpfte dagegen an zu weinen weil sie wusste, dass sie sich nicht mehr würde fangen können, wenn sie die Tränen jetzt zuließ. Also verkrampfte sie sich und unterdrückte die ganze Verzweiflung, sodass zwar ein paar Tränen flossen und auch angestrengtes Schluchzen zu hören war, sie aber nicht völlig die Fassung verlor. Okay, alles in Ordnung. Alles gar nicht so schlimm. Kein Problem. Das und Ähnliches sagte sie sich immer wieder, bis sie sich wieder so weit im Griff hatte, dass das Schluchzen aufhörte. Merel hob den Kopf, blinzelte ein bisschen, um nicht mehr so verschwommen zu sehen, und atmete ganz tief durch. Mit den Ärmeln wischte sie sich übers Gesicht, atmete noch einmal tief durch und lehnte sich, einen Moment die Augen schließend, mit dem Hinterkopf an das Holz. „Okay, alles in Ordnung. Alles in Ordnung.“, flüsterte sie sich selbst heiser zu und seufzte anhaltend. Dann öffnete sie die Augen wieder und rappelte sich auf. Die Königin sah an sich hinunter und verzog das Gesicht. Dann knöpfte sie ihren Mantel auf und zog ihn aus, schmiss ihn achtlos über einen Küchenstuhl und stellte sich an die Spüle. Mit hohlen Händen drückte sie sich eiskaltes Wasser ins Gesicht, um möglichst alle Spuren zu verwischen und hoffte, dass ihre Augen nicht gerötet waren. Es waren etwa fünfzehn Minuten vergangen, seit der Kriegerprinz die Küche verlassen hatte und Merel wusste, dass es höchste Zeit war zu ihm zu gehen.

Also trocknete sie sich das Gesicht ab, stählte sich innerlich und glättete ihre Gesichtszüge. Der dünne Pullover hatte nur oben ein paar kleinere Blutflecken abbekommen, um die sie sich nicht weiter kümmerte. Dann ließ sie den Hörschutz fallen und ging aus der Küche. Sie fand Caelan im Wohnzimmer, zusammengerollt auf dem Sofa und einen Augenblick blieb sie zögernd in der Tür stehen. Er war ihr Bruder und sie liebte ihn – und sie würde ihn nicht allein lassen. Alles in Ordnung. Mir geht es so weit gut. Sie hatte sich ein bisschen Luft gemacht, nun ging es besser. Also ging sie weiter und weil sie sich nicht sicher war, ob der Dhemlaner schlief, bewegte sie sich leise. Vorsichtig ließ sie sich auf Höhe seiner Brust neben dem Sofa auf dem Boden nieder, registrierte einigermaßen zufrieden die leeren Gefäße auf dem Tisch und lehnte sich dann mit dem Rücken an das Sofapolster. Ihre Beine waren angezogen und eine Hand oben auf ein Knie gelegt. Nachdenklich betrachtete sie Caelan, bevor sie vorsichtig einen Arm ausstreckte und dem Kriegerprinzen sanft über den Kopf strich. Sie war sich noch immer nicht sicher, ob er schlief oder nicht, aber sie gedachte diesen Umstand auszunutzen. Wenn er schlief, würde er nichts von dem mitbekommen, was sie ihm sagte. Wenn er wach war, dann konnte sie sich zumindest einreden, dass er nicht alles von ihren Worten mitbekommen würde, weil er ja bestimmt mehr geschlafen hatte. „Manchmal jagst du mir wirklich Angst ein.“, flüsterte sie und streichelte weiter durch sein schwarzes Haar. „Letztens, als wir noch in Nharkhava waren und heute auch. Wenn ich nicht weiß, welche Bilder gerade in deinem Kopf herumspuken, kann ich nicht wissen, wie du reagierst. Und du weißt es glaube ich manchmal auch nicht. Und dann habe ich Angst.“ Merel beugte sich so weit nach unten, dass sie mit dem Kopf knapp unter Caelans Kinn auf dem Sofa lag. Abwesend vollführte ihre Hand noch immer Streichelbewegungen. „Nicht unbedingt vor dir, aber um dich. Vielleicht auch ein bisschen vor dem, was du mit dir herumträgst.“ Selbst wenn er wach war – oder mittlerweile wach war – war das im Moment nicht schlimm. Notfalls konnte sie in ein oder zwei Tagen, wenn sich alles ein bisschen gelegt hatte, einfach alles ein Stück weit verdrängen, auch das, was sie zu ihm gesagt hatte. Hauptsache, sie hatte es gesagt.

_______________

15 Jan, 2012 18:06 49 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Ihre Schritte stoppten und Caelan bemühte sich weiter darum, ruhig und gleichmäßig zu atmen, so, als ob er schließe. Er hörte, wie Merel weiter lief, leiser und vorsichtiger, als zuvor. Von weitem zumindest schien er also glaubhaft. Das war okay. Er ging davon aus, dass Merel sich wohl irgendwo in die Nähe setzen würde, um ein Auge auf ihn zu haben, aber weit genug weg, um ihre Distanz zu ihm zu wahren. Als sie sich dann allerdings neben dem Sofa auf den Boden setzte, war er verwirrt. Als sie dann eine Hand an seinen Kopf legte und ihm zärtlich über die Haare strich, war er wieder aus dem Konzept, allerdings konzentrierte er sich einfach auf seine Atmung, darum bemüht, nicht schneller zu atmen oder zu stocken. Sie begann zu sprechen, erklärte, dass sie Angst hatte, nicht einschätzen konnte, wie er reagierte... und glaubte, dass er es selbst nicht wusste. Das stimmte. Solche Situationen waren für ihn Ausnahmesituationen, Momente, in denen er die Kontrolle völlig verlor, zum Teil den Bezug zur Realität verlor und Probleme hatte, auseinander zu halten, was Erinnerung war.. und was nicht. In solchen Situationen spielten seine Gefühle verrückt und wenn er sich nicht rechtzeitig abbremste, wurde es hässlich - dann schnitt er sich oder schlief wahllos mit Frauen, dann sucht er sich irgendwelche Dinge, mit denen er sich und die Erinnerungen in Schach halten konnte, bis es besser wurde. Das hatte er schon getan, als Merel nicht einmal geplant gewesen war und es zwar bisher immer überlebt - aber auch immer mal wieder nur knapp. Ihre Sorgen, ihre Ängste.. waren berechtigt. Allerdings hatte Caelan sowieso vor, das zu ändern.. sich zu ändern. Er war alt genug, er musste langsam damit abschließen. Er wusste nur nicht, wie. Aber es war nicht der richtige Augenblick, großartige Ideen zu haben. Er merkte selbst, wie erschöpft und ausgelaugt er war. Außerdem versuchte er zu genießen, wie nahe Merel ihm war.. immerhin konnte er sich nicht sicher sein, wann er das nächste Mal in diesen Genuss kommen würde.
Und irgendwann, beruhigt durch Merels Nähe, ihre mentale Signatur, ihre Berührungen, schlief er tatsächlich irgendwann vor Erschöpfung ein. Wirre Bilder verfolgten ihn ins einen Träumen, eine Mischung aus schlechten Erinnerungen und bizarren Gestalten, die fremd und seltsam wirkten. Unruhig brummte er im Schlaf einiges unverständliche Dinge und rollte sich weiter zusammen, entspannte sich allerdings, als er Merels Nähe wahrnahm, ihren Geruch einatmete und ihre Berührung spürte. Diese Phase dauerte nur einige Minuten an, dann wurde sein Schlaf wieder tiefer, ruhiger - sein Körper erholte sich von den Verletzungen und dem Blutverlust, das erforderte Kraft und Ruhe. Erst viele Stunden später - der nächste Tag war bereits angebrochen - wachte er wieder auf, mit schmerzendem Kopf und bitterem Geschmack im Mund.
Halb stöhnend öffnete er die Augen und versuchte sich auf zu richten. Jede Bewegung tat ihm weh und ihm war schwindelig. Er brachte sich in eine sitzende Position und hielt die Augen geschlossen, während er darauf wartete, dass das Schwindelgefühl sich legte. In diesem Moment wurde ihm recht deutlich bewusst, wie viel er seinem Körper am Vortag zugemutet hatte. Nach wenigen Momenten legte sich das Schwindelgefühl jedoch so weit, dass es sich wieder in einem normalen Rahmen befand. Sein Blick glitt in Richtung Fenster - es war hell draußen. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es bereits wieder Morgen war. Hoffentlich hat Delyth nicht gewartet... Sein Blick glitt neben zur Seite, wo Merel saß. "Guten Morgen.." murmelte er kaum hörbar. Er musste auf Toilette allerdings war er sich nicht sicher, was Merel davon halten würde, wenn er einfach aufstand - andererseits wollte er ihr das auch nicht unbedingt sagen. Letztendlich entschied er sich dafür, ihr lieber Bescheid zu sagen. Er wollte nicht noch mehr streiten. Leicht errötend drehte er den Kopf beiseite. ich müsste mal.." nuschelte er derart leise und undeutlich, dass Merel gerade so würde verstehen können, was er ihr mitteilen wollte. Ohne eine Reaktion ab zu warten stand er auf. Ihm wurde nicht schwindelig und auch nicht schlecht, zumindest nicht mehr als vorher auch, und er drehte sich in Richtung Tür, um zum Badezimmer zu gehen. Hoffentlich folgt sie mir jetzt nicht, um auf mich auf zu passen.

_______________



Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

15 Jan, 2012 19:02 24 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Seiten (48): « erste ... « vorherige 37 38 39 40 41 42 [43] 44 45 46 47 48 nächste »  
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Gehe zu:
Living Myth - Ein Schwarze Juwelen Foren-RPG » Backstage » Gaudi-RPG » Künstlerisches Zusammensitzen » Hallo Gast [anmelden|registrieren]

radiosunlight.de Geblockte Angriffe: 65 | prof. Blocks: 1051 | Spy-/Malware: 13277
CT Security System lite v3.0.4: © 2006 Frank John & cback.de

Vote für die Seite:

Hier gehts zur Topliste/Foren Rollenspiele hier abstimmen


Impressum | Datenschutzerklärung Impressum

Forenhosting bei Board-4You
Powered by Burning Board Lite 1.0.2pl3 © 2001-2007 WoltLab GmbH