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Tindomerel
Königin




Link zur Bio: Tindomerel Numen
Weitere Charaktere: Naldariel, Mara, Emerwen, Moiraine, Firuz, Kjara, Cilya, Shahrazad, Keeva

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Eigentlich hatte Merel nichts anderes erwartet, als dass der Kriegerprinz beteuerte, dass einige Dinge nicht mehr vorkommen würden. Wenn sie ehrlich war musste sie wohl auch zugeben, dass sie an seiner Stelle höchstwahrscheinlich nichts anderes getan hätte. Sie glaubte ihm ja auch durchaus, dass er stabil und gesund werden wollte. Aber es war eine Sache, etwas zu wollen und eine andere Sache, etwas zu können und tatsächlich umzusetzen. Merel wollte ihm auch vertrauen, so bedingungslos wie früher, und konnte es momentan einfach nicht. Daher sah sie ihren ausgewählten Bruder mit einem etwas seltsamen Blick an und senkte dann ihren, während sie ihre Schultern anzog und somit wieder eine angespanntere Haltung einnahm. Etwas steif ließ sie sich in den Arm nehmen und seufzte, dabei schloss sie kurz die Augen und presste die Kiefer fest aufeinander. „Hör auf…“, murmelte sie leise. Ihr Tonfall war eine Mischung aus Verzweiflung und vielleicht sogar ein bisschen Ärger. „Ich will dich nicht wegschicken!“, stieß sie barsch hervor und löste sich abrupt von dem Dhemlaner. Merel rappelte sich auf, um aufzustehen, weil sie einfach Abstand brachte. Mit zu Fäusten geballten Händen fing sie an, sich im Zimmer zu bewegen. „Du KANNST keine Garantien abgeben, Caelan!“ Die Königin wurde wütend und obwohl sie sich gerade noch danach gesehnt hatte, eher wütend statt verzweifelt zu sein, war sie sich jetzt nicht mehr so sicher. Die Verzweiflung war immernoch da und aus ihr kam die Wut hervor. Eine fragile, unbeständige Kombination. „Ich will dir glauben; will ich wirklich.“ Fahrig glitten ihre Finger durch ihre Haare, während sie kleine Schritte in die eine Richtung ging, herumwirbelte und ein paar kleine Schritte in die entgegensetzte Richtung lief. „Aber du kannst nicht… du weißt nicht…“ Eine Mischung aus schnauben und seufzen kam von der Kleinterreilleanerin. „Du hast ja keine Ahnung!“, fuhr sie ihn an und schließlich erklang ein freudloses, verzweifeltes kurzes Lachen, das fast einen Hauch von Wahnsinn beinhaltete.

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18 May, 2013 14:33 30 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




Link zur Bio: Caelan Noctis
Weitere Charaktere: Alvaro, Andras, Ayana, Bhaal, Damien, Diana, Elena Noctis, Kem, Maeve, Merida, Phelan, Rana, Rianne, Sasha, Sophie, Tiyaris, Vhaidra

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Sie spannte sich an und nur widerwillig liess sie sich halten, ehe sie ihn von sich stieß. Ihre Wut war voller Verzweiflung in ihre Stimme scharf, als sie ihm befahl, den Mund zu halten und ihm deutlicher als je zuvor zeigte, wie viel zerbrochen, fort und vergangen war. Er konnte nichts versprechen. Er konnte keine Garantien geben. Sein Wort galt nichts mehr. Und es fühlte sich so an, als galt auch seine Zuneigung, seine Treue.. seine Loyalität nichts mehr. Er fühlte sich an, als sei ihm etwas vor den Kopf gestoßen worden, er war benommen, gleichzeitig allerdings ruhig und still, wie ein tiefer See und eine ebensolche Klarheit meinte er zu verspüren. Allerdings war die Klarheit eines Sees trug, denn sie verzerrte die Sicht auf die Dinge.
"Du willst, aber du kannst nicht." brachte er tonlos hervor. "Weil ich zersprungen bin und nichts halten kann, es reicht eine Scherbe und es zerinnt dahin, verliert sich und bricht. Wenn ich keine Ahnung habe, so kläre mich auf. Und wenn du mich nicht aufklären kannst, so will ich gehen und erst wieder kehren, wenn es Worte gibt, die ich halten kann und Dinge geben kann, die mehr Wert haben als jetzt." Sein Gesicht war unbewegt, seine Augen blickten tief und dunkel und ernst, doch keine Emotion lag in ihm, nicht in seiner Stimme, nicht in seinem Gesicht, nicht in seiner Signatur.
Er wusste nicht, ob er wütend war, oder verletzt, verzweifelt oder traurig. In diesem Moment spürte er sich selbst nicht, als wäre er von sich getrennt. Vielleicht würde Merel es ihm erklären. Vielleicht würde er verstehen. Vielleicht auch nicht. Doch in diesem Moment konnte er nur zuhören und zu verstehen hoffen.. oder gehen. Denn es gab nichts, was er ihr geben konnte. Kein Wort. Kein Versprechen. Keinen Halt. Keinen Schutz. Keine Freundschaft, keine Zuneigung und keine Liebe - alles hatte seinen Wert verloren.

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Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

18 May, 2013 19:57 59 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




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Es schien, als würde Merel gar nicht zuhören, während sie auf und ab lief und auf und ab und auf und ab. Aber sie hörte zu und sie war wie ein Fass, das gleich überlief. Der Pegel stieg und stieg, unaufhaltsam und schnell, und in dem eisigen, klaren Wasser schwammen Wut und Verzweiflung und Enttäuschung und noch ganz viele andere Dinge. Der Gedanke, dass Caelan gehen wollte, wusste die Dunkelheit wohin, machte sie so… so… sauer. Die Königin hätte ihn beinahe angeschrien. Sie musste irgendetwas tun. Sie war wütend und verzweifelt, eine Mischung die es dringend erforderte, irgendetwas zu tun. Und vielleicht… vielleicht würde sie dann reden können. Was blieb ihr anderes übrig, als es zu versuchen? „Du bleibst hier. Warte… bei dir Zuhause.“ Sie drehte sich zur Tür. „Bitte.“, presste sie noch hervor und lief dann los. Raus aus diesem Zimmer, raus aus dem Haus, weg von dem ganzen Grundstück und bis zum nächsten Landenetz. Dort sprang sie auf die Winde auf und sprang erst wieder ab, sobald sie ein ganzes Stück vor der Hauptstadt war. Hier war ein kleiner Wald zu finden, rundherum Felder und Merel lief so schnell sie konnte zwischen die Bäume. Schilde legten sich in einem Radius von ein paar Metern um sie, dazu ein Hörschutz. Dann ließ sie ihre Wut an einer alten, standhaft aussehenden Buche aus. Sie schrie und tobte, bis ihre Stimme heiser und ihre Hände aufgeschürft waren, schrie und schlug und nutzte dann noch einen guten Teil ihrer Juwelen, bis sie völlig erschöpft war. Ausgelaugt und leer und bereit, sich zu ergeben, weil ihr nichts anderes mehr übrig blieb. Sie hatte keine Kraft mehr, war zu erschöpft, um sich gegen irgendetwas zu wehren, sei es dagegen mit Caelan zu sprechen oder irgendetwas anderes zuzulassen.

Merel hatte gerade so viel ihrer Energiereserven behalten, um noch zurück zu reisen und relativ unbeschadet bei Caelans Haus anzukommen. Sie war das Stück vom Landenetz bis zu ihm auch noch gerannt, damit bloß die Erschöpfung nicht nachließ. Es war ein guter Zustand, ein friedlicher Zustand, den sie instinktiv behalten wollte. Und in dem sie ihrem ausgewählten Bruder bereitwillig in die Arme fiel, sobald er ihr die Tür aufmachte. „Jetzt können wir reden.“, murmelte sie mit einem seltsamen Lächeln auf den Lippen und es klang erleichtert. Im Gegensatz zu ihrem äußerlichen Zustand – verschwitzt, zerzaust, mit blutigen Händen und einer heiseren Stimme – war sie innerlich endlich mal wieder ganz ruhig.

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19 May, 2013 14:51 07 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




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Ihre verzweifelte Wut flammte noch deutlicher auf, als sie ihm befahl zu bleiben und sich anschließend korrigierte, dass er zu sich gehen sollte. Caelan nickte. Als sie zur Tür ging, zuckte er kurz, als wolle er sie aufhalten, senkte dann nur demütig den Kopf. Er diente. Er gehorchte. Er befand sich in keiner Position, die ihm gestattete, mehr tun zu dürfen, als zu gehorchen und hin zu nehmen. Dennoch blieb er lange, lange Zeit stumpf und leer in dem Raum sitzen, ehe er sich endlich dazu aufraffen konnte, zu gehen.
Er kam bei sich Zuhause an und noch immer stillschweigend, brütend, nachdenklich, verrichtete er einfache arbeiten. Er räumte auf, putzte, spülte Geschirr, kochte und aß etwas. Er musste zunehmen, denn auch das gehörte dazu. Zu Essen, Zu zu nehmen, ein ausreichendes Gewicht für seine Größe zu erreichen, nicht zu erbrechen.. genug Sport zu machen, um in Form zu bleiben, aber ohne sich dabei zu überfordern und zu verausgaben. Kein Selbstverletzen mehr. Kein Weglaufen mehr. Und eine Schwarze Witwe, die sich um seinen Geist kümmern konnte, auch wenn er sich nicht sicher war, wen er wählen sollte. Er empfand viel für Delyth, aber es gab zu viele Schattenseiten, zu viel, das er nicht mit ihr teilen wollte - nicht so. Sie fiel dementsprechend weg. Er brauchte eine gute, dunkle Schwarze Witwe, die zuverlässig arbeitete und stillschweigen bewahren konnte. Der Preis war in diesem Fall egal, Caelan konnte es sich leisten, mit Geld verschwenderisch zu sein. Mit diesem Problem beschäftigte er sich, während er sich um das Haus kümmerte und anschließend schweigend im Garten saß, mit einer Hand immer wieder gedankenverloren durch das Gras strich und ansonsten sehr wenig am Geschehen um sich herum teilnahm.
Erst, als Jemand den Schellenzug der Tür bediente, stand er auf, beinahe schlafwandlerisch, und ging zur Tür. Als er sie öffnete, fiel ihm Merel in den Arm, vollkommen erschöpft und verausgabt, aber deutlich entspannter als zuvor. Ob sie momentan versteht, warum ich so oft die ganze Nacht laufen gehe? Viel anders war - was auch immer sie getan hatte - vermutlich auch nicht gewesen. Sich derart zu verausgaben, dass man endlich Ruhe fand, vor dem inneren Gefühl, getrieben zu sein. Endlich die Unruhe los zu sein, den Drang.
Schweigend brachte er sie ins Wohnzimmer, in dem von ihm bereits eine Teekanne stand und ein Glas, zu dem er ein weiteres stellte. Die Glaskanne stand auf einem Stövchen aus dunkel gefärbten Keramik, das ein zierliches Relief besaß. Die Kerze in dem Stövchen brannte hell und warf durch flackernd Muster auf den Tisch, während sie den Tee auf unmagische Art und Weise warm hielt.
Er schenkte ihnen beiden Tee ein und liess sich auf dem Sofa nieder, abwartend, ob sie ihm versuchen würde, es zu erklären.. oder nicht. Er überliess es außerdem Merel, ob sie sich neben ihn setzen oder anlehnen wollte.. oder ob sie es verzog, auf dem Sessel gegenüber Platz zu nehmen. Er sehnte sich nach ihrer Nähe, aber er war nicht in der Position, darum bitten zu dürfen. Stattdessen erwiderte er nur leise. "Ich werde zuhören und versuchen, zu verstehen."

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Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

19 May, 2013 15:25 22 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




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Es kostete die Kleinterreilleanerin ziemlich viel Kraft und Konzentration, um wirklich zu gehen, statt Caelan einfach nur hinterher zu stolpern. Sie hatte auch keinerlei Blick für ihre Umwelt, sie sah nur stur gen Boden, folgte ihrem ausgewählten Bruder und registrierte letztlich nur ganz beiläufig, dass sie im Wohnzimmer angekommen waren. Mit ein paar müden Blicken sah sie, dass der Kriegerprinz sich auf das Sofa setzte und ohne darüber nachzudenken tapste sie in die gleiche Richtung, allerdings ohne sich neben ihn zu setzen. Weiterhin nicht nachdenkend sank sie vor ihm auf die Knie, ganz ähnlich, wie er es zuvor an diesem Tag schon getan hatte, und ließ ihren Kopf auf seinen Schoß sinken, das Gesicht nach unten gerichtet. Ihre Arme hingen schlaff und regungslos an ihren Seiten hinab, die Haare fielen wie ein Vorhang an ihrem Gesicht entlang, sodass lediglich ihr braunes Haar zu sehen war. Kurz verharrte sie so, dann drehte die junge Königin den Kopf, damit sie mit einer Wange auf Caelans Oberschenkel lag. Die sichtbare Gesichtshälfte wurde weiterhin zu einem großen Teil von ihren offenen Haaren bedeckt, aber man konnte sehen, dass ihre Augen geschlossen waren. „Es ist so schwer, großer Bruder. Es ist alles so schwer.“, murmelte sie vor sich hin. Dann seufzte sie erneut und öffnete die Augen, jedoch ging ihr Blick ins leere und sonst regte sie sich nicht. „Es ging uns beiden nicht gut und dann sind wir weg und es wurde besser und dann…“ Sie brach ab, seufzte erneut, schloss kurz die Augen und schluckte, bevor sie die Lider wieder öffnete. „Dann wieder nicht mehr. Aber wir haben uns was versprochen und ich wollte, dass es dir besser geht. Ich hätte so viel dafür gemacht. Alles.“ Das letzte Wort war nur noch ein Flüstern. Bittere Traurigkeit mischte sich in ihre Signatur und Merel schloss nochmals die Augen, wobei nicht so ganz ersichtlich war, ob aus Erschöpfung oder aus anderen Gründen. „Und dann wachst du auf und hast vergessen. Einfach so. Was hätte ich denn machen sollen, wenn du gleich ganze Wochen oder Monate vergessen hättest?“ Die junge Frau klang unendlich müde, aber noch etwas anderes mischte sich in ihre Stimme: nackte Angst. Tränen begannen sich in ihren Augen zu sammeln. „Ich wäre mitten in der Wildnis gesessen mit jemandem, für den ich eine Fremde bin…“ Sie schluchzte nicht, rührte sich keinen Zentimeter, aber ein paar vereinzelte nasse Tropfen begannen über ihre sichtbare Wange zu kullern.

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20 May, 2013 04:46 58 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




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Anstatt auf dem Sessel oder auf dem Sofa Platz zu nehmen, liess sie sich vor ihm zu Boden sinken und vergrub ihr Gesicht an seinen Oberschenkeln. Ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht, während er vorsichtig die Hand an ihren Kopf hob und sie streichelte.Als sie leise murmelte, dass es schwer war, nickte er leicht. "Ja.. ist es." Sie seufzte und öffnete ihre Augen, doch ihr Blick ging ins Leere, als ob sie in weit entfernte Welten sah, oder in die Vergangenheit. Leise versuchte sie, zu sagen, was in ihr lose war. Ja, ihnen war es beiden nicht gut gegangen. Er erinnerte sich an die Nacht im Atelier, daran, wie sie nach Nharkhava gegangen waren. Doch dort irgendwo gab es eine Lücke in seinen Erinnerungen und was immer in diesem Moment geschehen war.. darin lag der Ursprung der Kluft, die nun zwischen ihnen stand, so unüberbrückbar, scharfkantig und schrecklich tief. Als sie weiter sprach, musste er schlucken.
Irgendetwas hallte dumpf in ihm wieder, nur flackernd, schwach, undeutlich. Wie sie da lagen, in der Höhle aneinander geschmiegt, aber er konnte sich kaum an den Inhalt erinnern. Ein Versprechen. Eine Abmachung. Ehrlichkeit, der Kompromiss. Er seufzte. "Wir haben uns versprochen, ehrlich zueinander zu sein. Und.. dass wir beide an uns arbeiten müssen, aber ich kann mich kaum an etwas erinnern. Ich habe den ganzen Tag.. oder die ganzen Tage vergessen, verdrängt, nur Bruchstücke sind übrig." Er schluckte, schloss die Augen und streichelte Merel weiter. "Aber dich habe ich nicht vergessen, Merel. Ich habe Situationen vergessen und verdrängt, Gespräche, Stunden, Tage.. aber ich habe nie einen Menschen vergessen, der mir etwas bedeutet. Ich weiß, dass das passiert. Mal häufiger. Mal seltener. Ich hätte dich vor warnen können, aber es ängstigte mich, dass ich Dinge vergesse. Der Grund dafür ist, dass mein Kelch.. nicht mehr intakt ist. Scherben mit den Erinnerungen brechen einfach heraus. Wenn ich ganz zerbrechen würde.. dann vielleicht. Aber wenn ich gänzlich zerbräche, dann wäre es sowieso egal, weil ich womöglich einen Baum nicht mehr von einem Menschen unterscheiden könnte. Deswegen muss ich meinen Kelch.. ich muss zu einer Schwarzen Witwe. Mein Kelch muss wieder gänzlich zusammen gesetzt werden. Und dann muss ich mich den ganzen Dingen stellen, die mich beinahe gänzlich zerbrachen. Muss mit den Erinnerungen leben.. sie annehmen und akzeptieren. Für mich gibt es keinen anderen Weg mehr - zerbrechen, sterben oder mich all dem stellen. So lange mein Kelch nicht intakt ist, kann es immer wieder vorkommen, dass ich vergesse. Und so lange ich vergesse, so lange kann ich dir keinen Halt geben."
Seine Stimme war leise, aber klar, während er mehr laut dachte. Dann beugte er sich hinab und küsste Merel auf ihren braunen Haarschopf. "Ich wünschte, ich könnte dir ein besserer großer Bruder sein, als ich jetzt bin. Es tut mir Leid, dich so verletzt zu haben. Ich wünschte, ich könnte es ungeschehen machen, doch alles, was ich tun kann.. ist ganz zu werden, damit es nicht mehr vorkommt. Und damit ich endlich etwas habe, was ich dir geben kann." Es war ein Weg, den er gehen musste. Und, da er Merel so verletzt hatte, ohne sie. Vielleicht war es besser, ihr ging es so schlecht, sie konnte ihm keinen Halt geben, sie war viel zu zerbrechlich dafür.

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Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

20 May, 2013 13:54 25 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




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Sie spürte die Streichelbewegungen an ihrem Kopf und noch mehr Tränen flossen. Es waren nach wie vor stille Tränen, nicht begleitet von Schluchzen, nur hin und wieder vielleicht ein ganz leises Schniefen. Es war auch nicht so ganz klar, ob sie Caelan überhaupt zuhörte, weil sie völlig abwesend wirkte, wie sie auf einen unbestimmten Punkt starrte und sich sonst nicht bewegte. Die junge Königin hörte zwar zu, aber so richtig aufnahmefähig war sie nicht unbedingt. Oder aber die Worte hatten relativ wenig Bedeutung für sie. Sie schwieg kurz und redete dann einfach weiter: „Du hast mir schon viel gegeben.“ Es war ein Murmeln, aber sie hatte es sagen müssen. Es stimmte nicht, dass er ihr nichts gab. Es reichte bereits aus, dass sie einander gefunden und sozusagen adoptiert hatten; allein seine Anwesenheit, seine Existenz reichte für Merel aus, um ihn als Bereicherung zu empfinden. Man mochte es im Moment vielleicht nicht glauben, dennoch war es so. Natürlich war es derzeit schwierig und schlimm und es wäre einfach besser, wenn es ihnen beiden gut ginge, aber… sie würde ihren ausgewählten Bruder niemals missen wollen, unter keinen Umständen. „Ich… kann dir im Moment nicht helfen. Ich will, aber ich kann nicht.“ Diese Erkenntnis war so bitter und so enttäuschend, dass es sich in ihrer Stimme und in ihrer Signatur zeigte. „Ich hab es versucht und ich hab mir immer wieder gut zugeredet. Ich wollte nicht, dass ich mich so sehr davon beeinflussen lasse, was passiert ist. Aber es geht nicht.“ Kurz schniefte die junge Frau und eine kurze Bewegung war zu sehen, als nun doch ein kleiner Schluchzer sie schüttelte, bevor sie wieder völlig regungslos vor dem Kriegerprinzen kniete. „Es fühlt sich so schlimm an. Es fühlt sich an… als hättest du uns beide verraten, Caelan. Wir haben uns was versprochen und dann entziehst du dich dem Ganzen und vergisst einfach alles.“ Die Wut darüber war eigentlich schon weg, geblieben war die Enttäuschung. Ja, sie wusste, dass er nichts dafür konnte. Aber sie konnte auch nichts an dem ändern, wie es sich für sie anfühlte. „Und lässt mich einfach mit allem allein.“

Ein erneuter kleiner Schluchzer, dann wieder Stille, während ihre Tränen langsam Caelans Hose durchnässten. Sie dachte über die letzte Zeit nach und konnte nur mit Mühe ein Zittern unterdrücken. Caelans Kelch war so gut es ging behandelt worden, so gesehen war der Kriegerprinz einigermaßen intakt, auch wenn er noch viel an sich arbeiten musste und sich vor allem nicht weiter schädigen durfte. Eigentlich brauchte er sie dafür und sie wollte da sein, aber… sie konnte nicht. So sehr sie es wollte: in ihrer momentanen Verfassung konnte sie einfach nicht. „Ich kann damit nicht umgehen. Nicht mit dem Gefühl betrogen worden zu sein, weil irgendetwas in dir sich dazu entscheidet, einfach zu vergessen, wenn es ganz schlimm wird. Und niemand kann was dagegen tun…“ Merel schluckte. Normalerweise ließ sie sich nicht so sehr auf jemanden ein, wie sie es bei Caelan getan hatte. Und wenn sie es tat, brauchte sie verflucht viele Sicherheiten – die sie so plötzlich nicht mehr hatte, dass sie fast dabei war überzuschnappen. „Ich würde dir gerne helfen, wenn es so schlimm wird, aber… ich kann nicht. Ganz offensichtlich kann ich nicht.“

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20 May, 2013 20:08 59 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
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Merel weinte weiter, seine Hose wurde nass, aber das kümmerte den Dhemlaner nicht weiter, stattdessen streichelte er weiter über ihren Kopf, strich durch ihre braunen Haare, kraulte ihren Nacken und hin und wieder strichen seine Finger über ihren Rücken. Als sie leise murmelte, dass er ihr schon viel gegeben habe, nickte Caelan kurz. "Ja, vielleicht habe ich das." Aber nicht genug. Nicht so viel, wie du verdienst. Als sie weiter sprach, klang ihre Stimme bitter, verzweifelt und traurig, ihre Signatur spiegelte ebenfalls diese Bitterkeit und Enttäuschung darüber wieder, dass Merel glaubte, für ihn da sein zu müsse... aber dazu nicht in der Lage zu sein. Sie musste nicht für ihn da sein, sich nicht um ihn kümmern. Caelan hatte sich so fest vorgenommen, für Merel stabil zu werden, und um Jemandem, dem es gut ging, musste man sich ja nicht kümmern, richtig? Zumindest nicht so. Allerdings sprach er es nicht aus, Merel hörte ihm vermutlich doch nicht zu, außerdem begann sie erneut zu sprechen.
Ihre nächste Worte trafen Caelan und einen Moment fühlte es sich wie ein Schlag an, ins Gesicht, in den Magen. Er fühlte erneut dieses dumpfe Gefühl und darunter einen überwältigenden Kummer. Uns beide verraten. Merel verraten. Ihr Vertrauen missbraucht.. und verloren. Allein gelassen Caelan fühlte sich spröde an, allerdings biss er die Zähne zusammen. Er durfte sich jetzt nicht gehen lassen und musste mit den Folgen von seinem Handeln leben. Oder Nicht-Handeln, wie man es eben definierte. Nur wie sollte er Merels Vertrauen nur wieder zurück gewinnen? Ich kann es nicht erzwingen. Ich muss es mir verdienen.
Als Merel zitterte, legte er einen leichten Wärmezauber auf sie und schmiegte sich an, sie, auch wenn er wusste, dass es nicht helfen würde. Der Grund ihres Zitterns lag nicht in der Temperatur. Sie redete allerdings einfach weiter, dass sie damit nicht umgehen konnte, dass irgendetwas in ihm ihn vergessen liess, die ganzen Dinge, die er nicht verarbeiten konnte, verdrängte. Was passierte in solchen Momenten? Warum verdrängte er? War es zu viel? Zu Schwierig? Würde er ohne diesen Mechanismus vielleicht ganz zerbrechen? Oder war es nur einfach ein Zeichen dafür, dass sein Kelch schon längst am Zersplittern war? Letztendlich war es egal. Caelan liess sich ebenfalls zu Boden gleiten und schlang die Arme um Merel, die so verzweifelt klang, so verzweifelt war... seinetwegen. "Schht, es ist okay, Merel. Du hilfst mir so viel, aber du darfst dich nicht vergessen. Ich möchte nicht, dass es dir meinetwegen schlecht geht. Ich möchte generell nicht... dass es dir so schlecht geht. Ich möchte auch für dich da sein.. aber ich kann es wohl genauso wenig." Die Erkenntnis war bitter, doch es lag kein Groll und nichts negatives in seiner leisen Stimme. Er lehnte seine Wange an ihren Kopf und seufzte leise, weil er nicht wusste, wie er für Merel da sein sollte.. wie er sie trösten konnte, wie er ihr Halt geben sollte.. wie er dafür sorgen konnte, dass es wieder gut wurde, oder wenigstens okay zwischen ihnen. Er hatte so fürchterliche Angst, sie zu verlieren.

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Geburtsjuwel | Aufstiegsjuwel

22 May, 2013 04:15 43 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
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Beiläufig registrierte sie den Wärmezauber, den der Kriegerprinz auf sie legte. In einer weniger bitteren Situation hätte sie vielleicht kurz gelächelt – schließlich wussten sie vermutlich beide, dass ein Wärmezauber nichts ändern würde, weil ihr nicht auf diese Weise kalt war. Eigentlich wollte sich Merel auch nicht bewegen, aber sie musste, sobald ihr Bruder ebenfalls von dem Sofa rutschte. Am liebsten hätte sie weiter einfach vor ihm gekniet, den Kopf auf seinen Beinen. Dass sie sich jetzt nahezu auf Augenhöhe befanden fühlte sich… nicht richtig an. Die junge Königin fühlte sich dafür im Moment nicht groß genug, nicht eigenständig genug und nicht stabil genug; aber sie biss die Zähne zusammen und es wurde besser, sobald Caelan sie in die Arme nahm. Wie in Zeitlupe hob sie ebenfalls einen Arm und legte ihn kaum spürbar um seinen dünnen Körper, während der andere Arm weiterhin schlaff an ihrer Seite hinabhing, so als wäre sämtliche Energie aus ihr gewichen. Auch lehnte sie sich dem Kriegerprinzen entgegen, sodass er sie im Moment aufrecht hielt, ohne dass Merel großartig etwas dazu beitrug. Man konnte meinen, dass sie einfach nach vorn fallen und liegen bleiben würde, würde der Dhemlaner jetzt weggehen. „Ich weiß nicht, was ich machen soll.“, sagte sie tonlos, während ihr Kopf an seiner Schulter lag. Die Worte klangen dabei so dumpf und hohl, dass sie gar keine Intonation brauchten um zu erahnen, welche Gefühle dahinterstecken mochten. „Weiß ich eigentlich schon nicht mehr, seit ich gemerkt hab, dass… du dich an manche Sachen nicht mehr erinnerst.“ Merel schluckte deutlich. „Und dann später… ich…“ Erneut schluckte sie. Caelan konnte es zwar nicht sehen, aber ihre Augen waren geöffnet und sie starrte einfach vor sich hin, längere Zeit ohne zu blinzeln. Nur wenn die Tränen Überhand nahmen zuckten ihre Augenlider kurz zu. „Ich hätte dich fast verloren. Und ich… ich kann dich doch nicht verlieren. Ich hab dich doch erst gefunden.“ Ihre Stimme wurde immer leiser und immer brüchiger. Und sie klang ziemlich stark nach einem Kind, das einem gerade die fürchterlichen Ängste erzählte, die es durch einen Alptraum erlitten hatte.

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09 Jun, 2013 03:38 09 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




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Als Caelan zu Boden glitt, spannte sich Merel an, allerdings sackte sie kurz darauf vollkommen in sich zusammen. Ein Arm lag lose um seinen Körper, sie lehnte sich an ihn, schlaff, unbewegt, so dass sich Caelan beinahe sicher war, dass sie vermutlich einfach umfallen würde, wenn er ihr jetzt ihren Halt nahm. Aber er würde nicht weg gehen, und süße Dunkelheit, er würde sie auch ganz bestimmt nicht los lassen - außer sie machte ihm deutlich, dass sie seine Nähe gerade nicht wollte. Bei ihren Worten, ihrer Stimme, die so dumpf, leer und emotionslos klang, zog sich in dem Dhemlaner alles zusammen. Es tat ihm weh, so weh, dass er sämtliche Selbstbeherrschung aufbringen musste, um nicht zusammen zu zucken - oder vor Verzweiflung zu weinen, wie ein kleines Kind. Aber seine Selbstbeherrschung reichte, er hielt Merel fest, die Augen geschlossen, während er ihr zuhörte. Zuhörte, wie sie von ihrer Angst beinahe erstickt wurde. Selbstvorwürfe kamen in ihm auf, ein Anflug von unversöhnlichem Selbsthass, weil er Merel so enttäuscht, so verletzt und so selbstsüchtig gehandelt hatte, allerdings zwang er diese Gefühle nieder.
Waren es nicht genau diese Gefühle, die dazu geführt hatten, dass er so selbstsüchtig reagiert hatte? Er hatte sich seinem Kummer hingegeben und vernachlässigt, dass es wichtigeres gab. Dass er Verpflichtungen hatte, Menschen, die ihn brauchten und es feige und falsch war, sich dem einfach zu entziehen, weil es gerade so schön passte. Und in dem Fall war es egal, ob er sich dem entzog, indem er vergaß.. oder indem er sich beinahe selbst umbrachte. Das Ergebnis war letztendlich dasselbe. Dass er die Menschen verletzte, die er liebte.

Und wie groß der Schaden war, den er angerichtet hatte, konnte er nicht einmal jetzt ermessen, während Merel voller Verzweiflung in seinen Armen lag, alles an ihr förmlich schrie vor Kummer und Schmerz, den er ihr nehmen wollte.. aber nicht nehmen konnte, weil er der Auslöser war. Weil er all ihre Bemühungen, ihm zu helfen, damit entlohnte, dass er verdrängte, vergaß und sich immer weiter selbst zerstörte, ohne, dass er den Menschen, die ihn liebten, wirklich eine Chance gab, etwas daran zu ändern. Dass er sich vor ihren Augen Stück für Stück selbst umbrachte.
Und selbst die Versuche, die er momentan unternahm, waren allenfalls halbherzig. Er aß. Und er beschäftigte sich mit den Dingen, die schief gelaufen waren. Er liess sich von Delyth in so weit behandeln, dass sie ihm dabei half, körperlich wieder wenigstens stabil zu werden. Außer Lebensgefahr, in die er sich momentan jederzeit wieder bringen konnte, indem er nur etwas zu viel Sport machte, seine Juwelen etwas zu sehr strapazierte.

Und deswegen konnte er Merel nicht versprechen, dass es nicht passieren würde. Weil ein Unfall ausreichen würde, eine Unachtsamkeit. Der Pfad, dem er derzeit folgte, war zu schmal, zu unsicher, um versprechen zu können. Dass er es trotzdem versuchte gab Merel Recht damit, dass sie ihm nicht vertrauen konnte. Dass er in keiner Situation war, in der er es sich anmaßen durfte und konnte.
Er schluckte und vergrub sein Gesicht an Merels Haar, versuchte die Tränen zurück zu halten, ohne wirklich Erfolg zu haben, und hielt sie einfach fest. "Und ich habe Angst, dich zu verlieren. Oder verloren zu haben." murmelte er leise. "Aber zumindest jetzt bin ich hier. Und bin bei dir. Und solange du mich nicht weg schickst, werde ich bei dir sein." Er würde nicht gehen. Egal, wie schmerzhaft, wie anstrengend, wie schlimm es werden würde.. er würde nicht gehen. Er würde Merel nicht damit alleine lassen. Und er würde nicht davon laufen. Nicht an diesem Tag, und so ihm die Dunkelheit gnädig war und er die Kraft dazu aufbrachte, auch die nächsten Tage, Wochen und Monate nicht mehr. Er vergrub sich weiter bei ihr, ohne sie los zu lassen, er gab ihr Halt, sie gab ihm Halt. "Aber weißt du, wir können das schaffen.." er murmelte leise und schluckte. "Auch wenn es sich vielleicht gerade anders anfühlt.. wir sind nicht schwach. Wir hätten nicht so lange überlebt, wenn wir schwach wären."

Ganz unvermittelt überrollten ihn die Erinnerungen, Erinnerungen, die bereits vorher immer wieder ansatzweise aufgetaucht waren, doch nun hatte er die Situation deutlich vor Augen. Sein Gespräch mit Merel. Das Versprechen. Der Weg, den wir gehen, ist schwer und er tut weh. Aber du bist genauso wenig alleine, wie ich es bin, hörst du? Wir beide sind an einem Punkt, an dem wir wissen, dass es uns nicht weiter bringt, so weiter zu leben wie bisher. Wir können es überwinden, wir können es schaffen und selbst wenn die Welt über uns zusammenbricht, wir haben uns. Wenn du es willst. - Du weißt, was es bedeutet, wenn wir sagen, dass wir den anderen nicht allein lassen, ja? Du weißt, was das heißt? - Ja ich weiß, was das heißt. Entweder wir beide oder keiner.
Und der Kompromiss, den wir schließen, ist ganz einfach: Ehrlichkeit. Wenn etwas zu viel ist, du dich schwach fühlst, zerbrechlich und Jemanden zum anlehnen brauchst, wirst du es mir sagen, anstatt zu lächeln und so zu tun, als wäre alles Okay. Dasselbe gilt allerdings auch für mich. Wir wissen doch, dass es eh nichts bringt, dass ich es sowieso immer bei dir merke.. und du bei mir.

Caelan schluckte. Wie hatte er das nur vergessen können? Wie hatte er das nur vergessen können? Er brauchte einen Moment, bis er sich wieder orientiert hatte, bis er wieder ganz in der Realität angekommen war, allerdings fühlte er sich dumpf an. In diesem Moment war er so überzeugt davon gewesen. Er hatte so sehr geglaubt, dass sie es schaffen konnten. Und dann hatte er es einfach vergessen. Und sie beide damit verraten. Jetzt, wo ihn diese Erinnerung so unverhofft und heftig getroffen hatte, konnte er wirklich nachvollziehen, warum Merel sich so verraten fühlte. Warum sie so verbittert und wütend gewesen war. Aber jetzt ist es auch zu spät. Er seufzte und strich Merel durch das lange, braune Haar und fragte sich zum tausendsten Mal, nur dieses Mal noch viel verzweifelter, als zuvor, wie er diesen Vertrauensbruch jemals kitten, wie sie diese Lücke jemals wieder schließen sollten. "Es tut mir so Leid, was ich uns angetan habe." Die Worte waren ausgesprochen, ehe er überhaupt realisierte, dass er sprach und nicht nur dachte.

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12 Jun, 2013 12:17 41 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
Tindomerel
Königin




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Zuerst war sich Merel gar nicht im Klaren darüber, was dafür sorgte, dass sie zumindest ein Stück weit aus dieser dumpfen Leere auftauchte, die sich in ihr ausgebreitet hatte. Aber sobald sie auch den anderen Arm gehoben hatte, um ihn an Caelans Kopf zu legen und leicht über sein Haar zu streichen, wusste sie, dass es der Reflex gewesen war, sich um ihn kümmern zu wollen. Sie merkte mittlerweile ganz instinktiv, wenn er es vielleicht brauchen konnte, ein bisschen gestreichelt und vielleicht sogar getröstet zu werden, sodass sie gar nicht mehr darüber nachdachte. Nun huschte sogar ein trauriges Lächeln über ihre Lippen und sie hing nicht mehr ganz so schlaff an dem Kriegerprinzen. Zwar lehnte sie sich noch immer an ihn, doch wenigstens zeigte sie ein bisschen Eigeninitiative und schmiegte sich eher an ihren ausgewählten Bruder, als dass sie ihn mit ihrem vollen Gewicht belastete. Bei seinen abschließenden Worten, bei denen sie sich nicht sicher war, ob er sie wirklich hatte aussprechen wollen, seufzte die junge Frau leise – danach wurde sie etwas entspannter, auch wenn die Tränen noch nicht gänzlich versiegten. Ein bisschen erleichtert fühlte sich Merel mittlerweile, auch wenn die bittere Enttäuschung noch vorhanden war. Caelan hatte Recht, es ging nicht so schnell mit dem Verzeihen, auch wenn die Königin es noch so sehr wollte; auch wenn sie es notfalls sogar erzwingen wollte. „Wir müssen… das irgendwie wieder…wieder hinbekommen.“, flüsterte sie stockend und mit rauer Stimme. Dabei strich sie abermals über die schwarzen Haare des Kriegerprinzen und schluckte, vergrub unterdessen ihr Gesicht an ihm. Anschließend seufzte die Kleinterreilleanerin erneut und richtete sich dann zumindest so weit auf, dass sie mit einer Hand über ihre nassen Wangen wischen konnte – was relativ sinnfrei war, da sowieso noch Tränen nachkamen, wenn auch nicht mehr so schnell und so viele auf einmal.

„Vielleicht… sollten wir von vorne anfangen?!“ Ihre Stimme war leise und ihr Blick gesenkt, so als würde sie sich für irgendetwas schämen. Außerdem klang sie unsicher und vielleicht sprach sie auch mehr mit sich selbst. „Einfach nochmal weg von hier und… ein paar Tage entspannen. Einfach so.“ Als ob das alles so einfach wäre. Aber gerade wünschte sich Merel, dass es so einfach sein würde und manchmal waren ja auch die einfachen Ideen die besten. „Wir beide. Sowas wie… wie Urlaub.“ Nun hob sie gerade so weit den Blick, dass sie Caelan ansehen konnte. Ein kurzes, unsicheres Lächeln blitzte auf, bevor sie das Gesicht wieder gen Boden senkte und auf einen unbestimmten Punkt auf dem Oberkörper des Kriegerprinzen sah. Nochmals musste sie schlucken. So genau wusste sie nicht, was sie tun sollte; was sie beide tun sollten. Aber die Idee war das erste seit langer Zeit, was ihr überhaupt eingefallen war und… irgendetwas mussten sie tun. Merel wollte nicht, dass es so war wie jetzt. Schlimmer konnte es ihrer Meinung nach nicht werden, warum also nicht versuchen, noch einmal gemeinsam irgendwo ein paar Tage zu verbringen und zu sehen, was das gab?

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12 Jun, 2013 13:05 32 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
Kriegerprinz




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Caelan merkte, wie Merel auch den anderen Arm um ihn legte, ihm durch die Haare strich und sich an ihn schmiegte. Süße Dunkelheit, er konnte nicht einmal wirklich erfassen, wie sehr er das brauchte, wie sehr er sie brauchte.. wie sehr sein Leben inzwischen mit Merels Leben verwoben war. Bei ihren stockenden Worten, lachte er leise, wenn auch humorlos auf. "Müssen eigentlich nicht, aber ich möchte es, ich möchte es so sehr." Er flüsterte ebenfalls und spürte Merels Seufzen, lockerte allerdings seine Umarmung als er merkte, dass sie sich aufrichtete. Er richtete sich ebenfalls auf und wischte sich über das Gesicht um die verräterischen Tränen zu beseitigen. Seine langen Wimpern klebten dennoch aneinander und seine glänzenden Augen standen noch immer etwas feucht von den Tränen. Er schaffte es gerade so, genug Contenance zu behalten, um sich nicht einmal mit dem Ärmel über die dezent triefende Nase zu fahren, wie er es als Kind getan hatte. Aber er war kein Kind mehr.
Als sie erneut die Stimme hob, legte Caelan den Kopf schief und blickte sie nachdenklich aus seinen ungewöhnlichen Augen unter dunklen Wimpern hervor an, ein Funken Neugierde im Blick. "Urlaub also?" Ein Grinsen huschte über seine Züge, ehe er einfach lachte und Merel vielleicht etwas stürmisch umarmte. "Gerne. Ich würde nichts lieber tun, als dich ein zu packen und irgendwohin zu gehen und... neu an zu fangen." Er seufzte und schüttelte den Kopf, während ihm das Lachen noch immer auf der Zunge lag. "Aber dieses Mal sollten wir das Unternehmen vielleicht etwas besser planen. Damit ich nicht wieder etwas gegen den Kopf bekomme, was bei meinem... wenig effizientem Gedächtnis nicht gerade förderlich ist." Er seufzte und schmiegte seine Wange an Merels. "Ich weiß nicht, ob es jetzt überhaupt noch einen Unterschied macht, aber ob die Mutter der Nacht sich einfach einen Scherz erlauben wollte oder nicht, mir ist zumindest ein beachtlicher Teil des letzten.. Ausfluges wieder eingefallen." Er schluckte und senkte den Kopf, zwang sich dann aber dazu, Merel in die Augen zu sehen. "Mir ist meine.. Rede wieder eingefallen. Meine Überzeugung in dem Moment, unser Kompromiss. Was immer passiert, wir haben uns. Entweder wir beide oder keiner und.. und Ehrlichkeit." Erneut füllten Tränen seine Augen. "Es tut mir so Leid, jetzt, wo ich wieder weiß, was ich vergessen hatte, ist.. kann.. ach Merel, ich kann einfach nicht glauben, wie ich das nur vergessen.. verdrängen konnte. Und.. wie.. wie das für dich.." seine Stimme erstickte und er senkte den Kopf, nicht mehr in der Lage, den Mut auf zu bringen, sich dem zu stellen, was er in ihren Augen sehen könnte. Und nicht mehr in der Lage, weiter zu sprechen, während er für sich ganz genau wusste, dass er es wieder versuchen würde, sich an den Kompromiss halten würde, dass er für Merel da sein würde.. und gleichzeitig wusste, dass er das alles zerstört hatte. Und es keine Versprechen mehr gab. Nicht momentan, nicht zwischen ihnen.

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12 Jun, 2013 14:13 51 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
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Königin




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Einen ganz kurzen Moment runzelte Merel dir Stirn, weil sie sich nicht sicher war, ob Caelan sich gerade über ihren Vorschlag lustig machte, immerhin lachte er. Aber als er sie stürmisch umarmte erschien auch ein Lächeln auf dem Gesicht der jungen Königin und sie legte locker die Arme um ihren ausgewählten Bruder. Auch sie schmiegte sich an ihn und murmelte kleinlaut: „Ich passe aber nicht in einen Koffer.“ Sie drückte ihm kaum merklich einen Kuss auf die Wange, löste sich aber von ihm, sobald er sich etwas zurückzog und wieder ernster wurde. Da bei ihr sowieso nur der Hauch von guter Laune aufgekommen war, fiel es ihr nicht schwer, ebenfalls ernst zu werden. Wenigstens blieben ihr die übriggebliebenen Tränen in den Augen stehen und trauten sich im Moment nicht mehr hinter den Lidern hervor. Was sich änderte, je mehr Caelan sagte. Ja, sie konnte sich auch an bestimmte Dinge erinnern, gerade vor allem an den Kompromiss, den der Dhemlaner ansprach – sie hatte das die ganze Zeit mit sich herumgetragen. Den Wortlaut des Versprechens, das sie sich gegeben hatten und zeitgleich die Verzweiflung und Enttäuschung, dass dieses Versprechen nicht einmal einen Tag Bestand gehabt hatte. Caelan hatte so überzeugt davon geklungen und letztlich hatte sich die junge Königin darauf eingelassen, war bereit dazu gewesen, das wirklich zu machen. Fehler… Und dieses Empfinden zu haben – das Empfinden, dass es ein Fehler gewesen war, weil Caelan das Versprechen im Prinzip mit Füßen getreten hatte , wenn auch unbewusst – löste diese unermessliche Trauer in ihr aus. Das fehlende Vertrauen bei dem einzigen Menschen, dem sie jemals dieses Ausmaß an Vertrauen entgegengebracht hatte, war es, was diesen Schmerz in ihr auslöste. Und dass sie sich nicht so ganz sicher war, ob sie all das wiederfinden würde.

Erneut kullerten ein paar Tränen über ihr Gesicht, aber sie zwang sich dazu, den Blick nicht zu senken. Und als Caelan das tat, hob sie einen Arm und legte ihre Hand sachte an sein Gesicht, strich mit dem Daumen über seine Wange und schluckte. „Schon gut.“ Nein, es war nicht gut, das wussten sie beide. Aber was sollte sie sonst sagen? „Wir kriegen das irgendwie wieder hin, ganz bestimmt.“ Merel wollte an gar nichts anderes glauben, sie durfte an nichts anderes glauben – weil sie sonst ihrem Empfinden nach etwas ganz entscheidendes verloren hatte. „Vielleicht schon ein bisschen, wenn wir zusammen weg sind. Du… du könntest mir Dhemlan zeigen? Oder ich zeig dir ein paar Ecken von Kleinterreille?“ Noch immer strich sie über seine Wange, ohne ihn zu zwingen den Kopf zu heben, wenn er das nicht wollte. „Oder beides. Oder… was auch immer. Irgendwas fällt uns schon ein, was uns beiden gefällt.“

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12 Jun, 2013 17:38 08 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
Caelan
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Caelan spürte Merels Hand an seiner Wange und ganz automatisch schmiegte er sich leicht an. Er vermisste sie, süße Dunkelheit, er vermisste sie so sehr! Bei ihren Worten, zuckte er unmerklich zusammen. Nichts ist gut. Es war nichts gut. Und es würde auch nicht so schnell gut sein, gut werden. Er wollte es so sehr glauben, wollte glauben, dass es wieder gut werden würde, aber er würde hart an sich arbeiten müssen. Es war seine Schuld. Er musste den Preis zahlen, er war es, der sich ihr Vertrauen verdienen musste. Nicht Merel, sondern er. Als sie weiter sprach, musste er aber bereits wieder lächeln.

Mit einem Seufzen schloss er die Augen und drückte seine Wange an ihre Hand, ehe er Merel einfach in seine Arme zog. "Wo auch immer du hin willst." flüsterte er leise in ihr Ohr und strich ihr über den Rücken. Dann liess er sie los und suchte ihren Blick, etwas verweint zwar, aber mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen, einem winzigen Funken Hoffnung in den verzweifelt blickenden Augen. "Dhemlan hat viele schöne Stellen. Zum Beispiel in Richtung Askavi zum Gebirge hin... oder an der Grenze zu Kleintereille. Wir.. wir.. könnten ans Meer reisen. Oder... ich weiß es nicht. Was immer du willst..." Caelan war sich nicht sicher, was Merel mochte, was sie gerne tat. Er selbst war natürlich meistens sportlichen Aktivitäten nachgegangen, wenn er Territorien bereist hatte, war geklettert, geschwommen. Aber er war sich nicht sicher, ob Merel Gefallen daran fand, klettern zu gehen, zu schwimmen oder vielleicht aufs Meer hinaus zu segeln, ob sie reiten konnte und es ihr Spaß machte.. oder ob sie lieber ins Theater, in Museen gingen, Stadtführungen machten... für Kurzlebige waren solche historischen Führungen oft interessanter. Caelan konnte einen Ort bereisen, und bereits zwei Jahrhunderte später konnte dort alles anders sein, dabei war das nur ein Bruchteil von dem Leben, das er noch vor sich hatte. Merel würde niemals so alt werden. Er würde sie unweigerlich verlieren, bevor er auch nur ein Zehntel seiner Lebensspanne erreicht hatte. Umso dringender wünschte er sich, dass sie es irgendwie schafften. Wenn er bei Merel war, hatte Zeit eine andere Bedeutung, jede Sekunde und jede Stunde wurde unendlich viel kostbarer, als sie es je zuvor gewesen war.. und er verschwendete die kurze Zeit, die sie beide hatten, damit.. dass er sie verletzte, ihr Vertrauen brach und alles zwischen ihnen zerstörte.

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13 Jun, 2013 11:43 46 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
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Auch Merel konnte wieder ein bisschen besser lächeln mittlerweile, was sie merkte, während sie sich kurz an ihren Bruder drückte, sobald er sie in die Arme gezogen hatte. Als sich dann bei ihm auch ein Lächeln zeigte, verstärkte sich ihr eigenes und sie nickte. Sie würden schon etwas finden, was ihnen beiden gefiel. Allein Kleinterreille hatte schon ziemlich viel anzubieten, von ganz Kaeleer ganz zu schweigen. Nur nach Nharkhava wollte die junge Königin definitiv nicht; vorerst zumindest. „Wir könnten ja im Nordosten von Kleinterreille anfangen und dann… immer weiter Richtung Norden bis nach Dhemlan?“, schlug sie vorsichtig vor. „In Hispalis gibt es schöne Strände und ganz viele andere tolle Dinge und wenn ich Acacia bescheid sage, dann können wir bestimmt ein paar Tage bei ihr bleiben. Ich hab mich lang nicht mehr gemeldet…“ Den letzten Satz murmelte sie nur so vor sich hin, wobei sie gen Boden blickte und sich ein bisschen schämte. Aber das verdrängte sie ganz schnell und hob den Kopf wieder, fast schon wieder so etwas wie ein freudiges Funkeln in den Augen in Anbetracht der Pläne, die sie hier gerade zusammen zu spinnen begann. „Und wenn wir genug davon haben reisen wir einfach weiter hoch oder… oder auch wieder nach Hause, je nach dem.“ Sie zuckte mit den Schultern und lächelte schwach. Frei nehmen konnte sie sich auch getrost für über eine Woche, weil sie schon viele Extrastunden gemacht hatte – und entsprechend auch gut gefüllte Geldbeutel. Sie hatte ja kaum etwas ausgegeben. Wann und wofür auch? Entweder sie hatte ihre Unterrichtsstunden am Bezirkshof in Goth gegeben oder sie hatte sich irgendwo verkrochen, dafür brauchte man nachweislich kein Geld. Außerdem brauchten sie ja sowieso ein bisschen Vorbereitungszeit, somit würde Merel auch die nächsten Tage noch arbeiten gehen. „Wir können ja vielleicht zusehen, dass wir… naja… mal veranschlagen, so in einer Woche oder in zehn Tagen aufzubrechen?“ Gerade versuchte die Kleinterreilleanerin auch ziemlich verzweifelt, der Euphorie die Oberhand zu lassen statt der schlechten Stimmung und den unguten Gefühlen. Dass sie dabei vielleicht gleich ein bisschen viel redete und ein bisschen schnell machte fiel ihr erst jetzt allmählich auf. Deshalb bremste sie auch ein wenig ab, lächelte scheu und linste zu Caelan. „Oder wie es dir eben passt.“, fügte sie kleinlaut hinzu.

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14 Jun, 2013 01:55 58 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
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Caelan nickte bei Merels Vorschlag, einmal quer durch Kleintereille in Richtung Dhemlan auf zu brechen und sein Lächeln wurde etwas breiter und ehrlicher, während Merel einfach plapperte, etwas schnell vielleicht, aber ihm gefielen ihre Vorschläge. "In einer Woche bis zehn Tagen klingt gut. Dann schaffe ich es vorher sogar noch zum Schneider. Wenn wir Lady Acacia Lajon besuchen, sollte ich mir vielleicht wenigstens zwei dem Anlass angemessene Anzüge in mein Gepäck packen, die mir weder zu groß noch zu klein sind. Wenn.. solltest du nichts dagegen haben könnten wir.." Caelan zögerte, zuckte dann jedoch die Schultern. "Ich würde Mutter gerne sehen. Wenn.. wenn dir das nicht zu viel ist, könnten wir Dhemlans Hauptstadt besuchen. Ich war seit.. seit langem nicht mehr dort, aber es gibt schöne Theater und eine tolle Oper, eine Philharmonie, die sich lohnt, ein großes Museum und ein Künstlerviertel, in dem sich die ein oder andere Ausstellung mit Sicherheit lohnt. Wir.. wir müssen auch nicht am Hof bleiben, wir haben noch ein Stadthaus.. also.." Caelan zuckte die Schultern und fühlte sich etwas unbeholfen. "Dhemlan ist wirklich schön. Und jetzt, wo ich Mehru und Phelan wieder gesehn habe.. ich vermisse einfach Nocturne und Luthias und.. meine Mutter." Caelan seufzte, hob dann allerdings abwehrend die Hände. "Natürlich kann ich das auch irgendwann anders machen, alleine, du musst nicht mitkommen!"
Er lächelte verlegen und fuhr sich durch die Haare. "Wir können uns ja.. einfach die nächste Woche Gedanken machen? Ich.. ich muss sowieso noch ein paar Dinge erledigen, Delyth Bescheid sagen.. wobei ich nicht glaube, dass es sie stört. Sie ist nicht so.. so.. anhänglich. Ich glaube sie ist eher froh, wenn sie mal wieder eine Weile ihre Ruhe hat. Wir haben die letzten zwei Wochen jeden Tag fast die ganze Zeit miteinander verbracht und ich kann mir vorstellen, dass ich auf Dauer ziemlich anstrengend bin." Er zuckte erneut die Schultern, während er mit einem warmen Lächeln an Delyth dachte. Sie hatten viel Spaß zusammen, gingen gemeinsam weg, unternahmen etwas und ihre leichte, unbeschwerte Art machte die Zeit mit ihr so.. angenehm. Natürlich hatten sie so ihre Differenzen und waren auch schon aneinander geraten, allerdings hoffte er einfach, dass sie diese Differenzen irgendwie.. klären konnten. Es waren zwei komplett unterschiedliche Lebensweise, die aufeinander prallten, aber Delyth bedeutete ihm viel. Es war anders, als bei Aeona, aber das war okay. Irgendwie war es sogar besser, es war nicht so schwierig, oder auf andere Art schwierig. Caelan war rational bewusst, dass das mit Delyth und ihm vermutlich nicht langfristig funktionieren würde, zumindest nicht, wie es momentan lief. Aber noch hoffte er, dass es vielleicht funktionieren würde, wenn er ausreichend an sich arbeitete. Das musste er sowieso tun und Delyth und Merel waren zwei gute Gründe dafür, sich Mühe zu geben und nicht so leicht in die alten Verhaltensmuster ab zu driften, nur, weil sie einfacher waren.

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14 Jun, 2013 11:40 45 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
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Merel nickte und meinte sogar, dass es ihr nichts ausmachte, auch Caelans Familie zu besuchen. Eigentlich eher im Gegenteil. Sie kannte nur zwei seiner Brüder und vom Rest seiner Familie wusste sie nur ein bisschen was, aus Erzählungen. Andererseits war seine Mutter natürlich die Territoriumskönigin Dhemlans, was für die Kleinterreilleanerin ein Umstand war, der sie ein bisschen nervös bis unleidlich machen konnte, aber im Moment überwog eigentlich die Neugier und die Tatsache, dass sie gern mal andere Familienmitglieder ihres ausgewählten Bruders kennenlernen würde. Also einigten sie sich darauf, in etwas über einer Woche aufzubrechen und zunächst in den Norden Kleinterreilles zu reisen, von da aus war es ja dann sowieso nicht mehr weit bis nach Dhemlan.

Am Tag der Abreise war die junge Königin irgendwie… hibbelig. Nicht überdreht oder so, sondern sie konnte während der Fahrt ihre Finger nicht still halten und rutschte manchmal ein bisschen auf dem Sitz der Juwelenkutsche hin und her. Außerdem plapperte sie regelmäßig vor sich hin, erzählte Caelan davon, dass sie vom Bezirkshof von Hispalis eigentlich mehr an Erfahrung und Wissen mitgenommen hatte als vom Provinzhof, wo sie ihre Dienstzeit gemacht hatte – weil Acacia eine beeindruckende Frau war. Sie war schon betagt nach kurzlebigen Maßstäben, aber das merkte man ihr kaum an. Sie war körperlich fitter als so mancher Mensch, der 30 Jahre jünger war, von ihren geistigen Kapazitäten mal ganz zu schweigen. „Sie ist großartig, Caelan!“ Merels Augen funkelten. „Du wirst sie mögen. Jeder mag sie. Ich kenne zumindest keinen, der es nicht tut. Es gibt auch überhaupt keinen Grund, sie nicht zu mögen. Man kann sie in manchen Sachen höchstens ein bisschen komisch finden, sie hat ein paar schrullige Eigenarten. Vertraut lieber auf irgendwelches Kräuterzeug statt Heilende Netze und isst keine Weizenprodukte, weil sie überzeugt davon ist, dass das ihre Gelenke kaputt macht.“ Die junge Königin zuckte leicht mit den Schultern und lächelte nachsichtig. "Und noch ein paar andere Sachen. Aber ich kenne niemanden, der die Lebensweise von anderen Leuten so bedingungslos hinnimmt, völlig kritiklos und wertungsfrei. Sie ist… ich weiß nicht… für mich ist sie die weiseste Frau, die ich kenne! Sie ist das mit so einer Selbstverständlichkeit und zwar ohne dass sie das selbst so sieht, das ist wirklich beeindruckend. Und ich hab während meiner Dienstzeit am Provinzhof auch immer viel Zeit mit ihr verbracht, an ihrem Hof und mit ihr. Wir haben manchmal stundenlang einfach nur geredet und danach…“ Merel kicherte leise, ein bisschen unsicher. „…Naja, irgendwie hab ich mich danach manchmal zumindest ein bisschen schlauer gefühlt als vorher.“ Sie bemerkte ihren Redefluss und lächelte den Kriegerprinzen verlegen an. „Ich rede zu viel. Du wirst es ja selbst sehen.“ Etwas unbeholfen zuckte sie mit den Schultern und hielt dann den Mund, auch wenn unübersehbar das freudige Funkeln in ihren Augen bestehen blieb.

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26 Aug, 2014 00:49 28 Tindomerel ist offline Beiträge von Tindomerel suchen Nehmen Sie Tindomerel in Ihre Freundesliste auf
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Fast drei Wochen später war es schließlich so weit. Die Vorbereitungen hatten etwas Zeit in Anspruch genommen.. und Caelan hatte einige Dinge klären müssen. Dennoch fühlte er sich.. besser. Er hatte seiner Mutter geschrieben, das war er ihr schuldig, und der Brief seiner Mutter war.. so voll von.. so vielem gewesen. Ein bisschen Angst hatte er schon noch aber.. er freute sich auch darauf, sie wieder zu sehen. Er hatte die drei Wochen genutzt, um sich zu ordnen, sein Leben zu ordnen.. und ein paar Dinge ins richtige Licht zu rücken. Dabei hatte er auch einige - sehr lange - Gespräche mit Delyth geführt und sie waren darin überein gekommen dass sie.. nicht füreinander gemacht waren, nicht passten. Keine wirkliche große Einsicht, im Grunde war es ihm schon sehr früh bewusst geworden. Der euphorischen Verliebtheit der ersten Stunden waren viele Einsichten und Erkenntnisse gefolgt. Dennoch fühlte er sich nicht schlecht.. sie waren immer noch Freunde, dank Delyths einfacher, unkomplizierter Art war es sehr friedlich gelaufen, keine Tränen, keine Szene. Und wenn er ehrlich mit sich war.. wollte er momentan auch keine wirkliche Beziehung. Er hatte genug Baustellen in seinem eigenen Leben, um sich noch andere Fronten leisten zu können. Er wollte lieber alle Kraft in die Bindung zwischen sich und Merel investieren, denn Merel war ihm wichtiger als.. alles.
Umso mehr hatte er sich auch auf den Urlaub mit ihr gefreut und saß nun ebenfalls etwas hibbelig neben ihr und lauschte Merels Geplapper über eine Frau die, Merels Worten nach, wohl mächtig Eindruck auf seine kleine Schwester gemacht hatte. Merels Begeisterung.. machte ihn glücklich. Es war das erste Mal seit.. er wusste nicht, seit wann, dass er sie so beinahe ausgelassen sah. "Ach was, du redest doch nicht so iel.. ich habe nach deinen Worten nur das Gefühl, du solltest ihr ein Denkmal setzen." Meinte er grinsend und knuffte Merel liebevoll in die Seite und lachte. "Und Kräuterzeugs statt Tränken zu nehmen und kein Weizen zu essen.. naja, so schrullig ist das doch nicht.." Er hielt kurz inne und zog die Stirn kraus. "Moment.. kein Weizen.. bedeutet kein Mehl.. bedeutet keinen Kuchen, keine Kekse, kein Gebäck.." Caelan riss seine Augen gespielt entsetzt und weit auf. "Oh nein, was sollen wir nur ohne die ganzen Süßigkeiten machen?"

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26 Aug, 2014 00:49 49 Caelan ist offline Beiträge von Caelan suchen Nehmen Sie Caelan in Ihre Freundesliste auf
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